Tabletten und Taxischicht – das passt nicht immer

Schon wieder ein Migräne-Anfall. Doch deswegen gleich die Taxischicht und den Verdienst ausfallen lassen? Lieber eine Tablette nehmen. Allerdings können sich deren Wirkungen auf die Fahrtüchtigkeit auswirken. Wie stark, darüber informieren Apotheker nun mit Flyern und Aufklebern.
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Nicht nur verschreibungspflichtige, sondern auch rezeptfreie Medikamente können Auswirkungen auf die Fahrtüchtigkeit haben. Deshalb haben die Bundesvereinigung der Apothekerverbände (ABDA) und der ADAC ein Faltblatt produziert, das über solche Zusammenhänge informiert. Es trägt den Titel „Erst fragen, dann fahren!“ und liegt in vielen Apotheken aus.

Der Flyer listet auf, welche Arzneimittel die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigen können. Aufgeführt sind dort beispielsweise Beruhigungs- und Schlafmittel, Medikamente gegen Erkältungen und gegen Migräne, blutdrucksenkende Präparate oder Augentropfen. Wer solche und einige weitere Arzneimittelgruppen einnehmen müsse, solle im Falle von Müdigkeit, Benommenheit, Unwohlsein oder Sehstörungen nicht am motorisierten Straßenverkehr teilnehmen und sich von seinem Apotheker beraten lassen, raten die beiden Verbände in ihrem Faltblatt.

Die Apotheker verbinden die Ausgabe der Flyer mit Aufklebern, die sie ihren Kunden auf entsprechende Medikamente kleben. Die Aufkleber ähneln einer Medikamenten-Packung und sind mit rot, gelb und grün ähnlich einer Ampel gestaltet. Diese Aufkleber sollen die Patienten daran erinnern, den Beipackzettel zu lesen und sich über einen möglichen Einfluss auf ihre Fahrtüchtigkeit zu informieren.

Der Altöttinger Apotheker Dr. Bernhard Barbarino stellte die Faltblätter kürzlich bei der Bezirksversammlung der oberbayerischen Verkehrswachten vor. In seinem Referat wies er darauf hin, dass schon eine tropfende Nase das Unfallrisiko um 40 Prozent erhöhe. Wer spät abends ein Schlafmittel einnehme, müsse beachten, dass es noch den ganzen nächsten Morgen lang die Fahrtüchtigkeit beeinflusse. Ephedrin wiederum, das in vielen Erkältungsmitteln enthalten sei, habe eine leicht aufputschende Wirkung und könne zu erhöhter Risikobereitschaft beim Überholen führen. Die Schmerzmittel Aspirin, Ibuprofen und Paracetamol hält der Apotheker dagegen für unkritisch.

Wichtig sind noch zwei seiner Hinweise: Selbst zwei Mittel, deren Beipackzettel nicht vor einer Auswirkung auf die Fahrtüchtigkeit warnen, können zusammen eingenommen einen solchen Einfluss haben. Außerdem bauen über 65 Jahre alte Menschen Medikamente langsamer ab und müssen daher damit rechnen, dass ihre Fahrtüchtigkeit noch länger beeinflusst wird – besonders, wenn sie auch noch zu wenig antialkoholische Getränke zu sich nehmen.

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