Landtag Sachsen-Anhalt rückt Taxiverkehr in den Fokus

Der Landtag von Sachsen-Anhalt hat die Landesregierung beauftragt, die Ursachen und Folgen eines drohenden Versorgungsengpasses im Taxenverkehr zu untersuchen. Innerhalb von acht Wochen soll ein Bericht vorgelegt werden (Drucksache 8/6562). Lediglich drei Abgeordnete der FDP enthielten sich.

Die flächendeckende Verfügbarkeit von Taxis mehr ist als ein Marktangebot. Sie gehört zur öffentlichen Daseinsvorsorge. | Foto: Emkanicepic, pixabay
Die flächendeckende Verfügbarkeit von Taxis mehr ist als ein Marktangebot. Sie gehört zur öffentlichen Daseinsvorsorge. | Foto: Emkanicepic, pixabay

Auslöser ist eine Petition der Fachvereinigung Personenverkehr Sachsen-Anhalt im Landesverband Thüringen des Verkehrsgewerbes (LTV). Darin warnt der Verband vor einem schleichenden Rückzug der Taxis aus der Fläche – mit Folgen für die Mobilität im ländlich geprägten Bundesland. Die Daseinsvorsorge sei „bald nicht mehr gewährleistet“, heißt es in der Eingabe (Nr. 8-V/00158).

Der Landtag schloss sich dieser Einschätzung an. Das Anliegen des LTV sei begründet, Abhilfe notwendig. Die Landesregierung muss nun bis Ende März schriftlich über die Ergebnisse der Untersuchung informieren.

Daseinsvorsorge auf dem Prüfstand

Mit dem Beschluss erkennt das Parlament an, dass die flächendeckende Verfügbarkeit von Taxis mehr ist als ein Marktangebot. Sie gehört zur öffentlichen Daseinsvorsorge. In der Begründung verweisen die Abgeordneten auf Krankenfahrten, Schülerbeförderung sowie die Mobilität älterer und mobilitätseingeschränkter Menschen. Gerade im ländlichen Raum übernehmen Taxis Funktionen, die Bus und Bahn oft nicht abdecken.

Martin Kammer, Geschäftsführer des LTV, sieht sich bestätigt:

„Ich freue mich, dass der Landtag entgegen anderslautenden und gesellschaftsunfreundlichen Behauptungen deutlich Stellung bezieht und klarstellt, dass ein Taxi-Sterben schlecht für die Gesellschaft ist.“

Bereits im Juni 2024 hatte der Verband Alarm geschlagen. Der „Weckruf“, so der LTV, ging an den Petitionsausschuss, an Verkehrsministerin Lydia Hüskens sowie an die Mitglieder des Ausschusses für Infrastruktur und Digitales. Ziel sei es gewesen, Ministerien, Landratsämter, Kostenträger und politische Entscheidungsträger zum Handeln zu bewegen.

Acht Wochen Zeit

Nun liegt der Ball bei der Landesregierung. Sie soll klären, warum sich die Lage zuspitzt und welche Konsequenzen drohen. Dabei dürfte es um wirtschaftliche Rahmenbedingungen, Tarifstrukturen, Vergabepraxis bei Krankenfahrten und den Wettbewerb mit Mietwagen- und Plattformanbietern gehen.

Für viele Kommunen in Sachsen-Anhalt ist das Taxi das letzte flexible Verkehrsmittel vor Ort. Fällt es weg, entsteht eine Lücke, die sich kurzfristig kaum schließen lässt. Immerhin: Der Landtag hat das Problem erkannt. Ob und wie es gelöst werden kann, soll sich bis Ende März zeigen.

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