Taxi-Bundesverbände sprachen mit Mercedes-Benz

Auf einen regelmäßigen Austausch mit dem Bundesverband Taxi und Mietwagen e.V. (BVTM) folgte kürzlich ein Gespräch mit dem Taxi- und Mietwagenverband Deutschland e.V. (TMV).

Den TMV vertraten bei MBD in Berlin (v.l.): Bundesgeschäftsführer Patrik Meinhardt, der bayerische Vorsitzende Thomas Kroker, Christian Brüggmann als Geschäftsführer der Fachvereinigung Taxi und Mietwagen e.V. des GVN und Uwe Wieland, der im TMV die Öffentlichkeitsarbeit regeln soll. (Foto: TMV)
Den TMV vertraten bei MBD in Berlin (v.l.): Bundesgeschäftsführer Patrik Meinhardt, der bayerische Vorsitzende Thomas Kroker, Christian Brüggmann als Geschäftsführer der Fachvereinigung Taxi und Mietwagen e.V. des GVN und Uwe Wieland, der im TMV die Öffentlichkeitsarbeit regeln soll. (Foto: TMV)
Dietmar Fund

Der Mercedes-Benz Cars Vertrieb Deutschland (MBD) redet mit dem Bundesverband Taxi und Mietwagen e.V. (BVTM) und hat am 23. März 2022 mit Vertretern des Taxi- und Mietwagenverbands Deutschland e.V. (TMV) gesprochen. Über die genauen Inhalte der Gespräche dürfen beide Seiten nichts sagen. Das ist die dürre Erkenntnis aus einer flüchtig dahingeworfenen Botschaft von Alexandra May, Leiterin Öffentlichkeitsarbeit und interne Kommunikation im Mercedes-Benz Vertrieb Deutschland. Wer die Gesprächspartner des TMV auf Herstellerseite waren, wurde nicht publik gemacht. Dem Vernehmen nach war der eigentliche Taxi-Ansprechpartner Tim Podszus nicht dabei.

Damit die Leserinnen und Leser von taxi einschätzen können, wie der einstmals wichtigste Partner des Taxi- und Mietwagengewerbes heute seine Pressearbeit betreibt, soll die E-Mail-Botschaft hier wörtlich zitiert werden, die noch nicht einmal eine persönliche Anrede enthielt:

„Hiermit folgende Information für Sie zur Kenntnis:

·       Der Mercedes-Benz Cars Vertrieb Deutschland (MBD) befindet sich im regelmäßigen Austausch mit dem langjährigen Partner Bundesverband Taxis und Mietwagen e.V. (BVTM). 

·       Darüber hinaus fand am 23.03.22 ein Arbeitsgespräch mit dem Taxi und Mietwagenverband Deutschland (TMV) statt.

 ·       Wie bereits zuvor geschildert ist Mercedes-Benz Deutschland weiterhin im Taxigeschäft mit einem vielfältigen Modellangebot präsent. Darüber hinaus ist vereinbart worden, dass es weitere Gespräche auf Arbeitsebene zur Zusammenarbeit zwischen der Taxi- und Mietwagenbranche und Mercedes-Benz geben soll.  

 ·       Bitte haben Sie Verständnis, dass wir uns zu den konkreten Inhalten der Gespräche mit den Taxi-Verbänden nicht äußern. Über die genauen Inhalte der einzelnen Gespräche wurde auf beiden Seiten Stillschweigen vereinbart.“

Ebenso nichtssagend ist das Statement, das der TMV zu dem Treffen abgegeben und dem Vernehmen nach auch noch mit dem Hersteller abgestimmt hat: „Der Taxi- und Mietwagenverband Deutschland hat sich heute in Berlin mit den Verantwortlichen von Mercedes-Benz zu einem Arbeitsgespräch in einer offenen, angenehmen und konstruktiven Atmosphäre getroffen. Es ist vereinbart worden, dass es weitere Gespräche auf Arbeitsebene zur Zusammenarbeit zwischen der Taxi- und Mietwagenbranche und Mercedes-Benz geben soll.“

Der BVTM hat sich erst gar nicht zu der Thematik geäußert. Dessen Geschäftsführer Michael Oppermann hatte kürzlich per Newsletter voll die Begründung des Herstellers für seinen Ausstieg aus der Taxi- und Mietwagen-Produktion bei den Nachfolgemodellen der heutigen E- und B-Klasse wiedergegeben, während der TMV immerhin mit einem Offenen Brief an den Konzernchef Ola Källenius Protest gegen diese Entscheidung eingelegt hatte (taxi heute berichtete).

Außer dem Ausstieg aus der Produktion von Taxis und Mietwagen auf Pkw-Basis wäre auch die Elektro-Perspektive seitens der in den Luxus abdriftenden Marke interessant gewesen. Offen ist auch immer noch die Frage, ob Mercedes-Benz an der Europäischen Taximesse 2022 teilnimmt und dort ein Taxi verlost. Beides ist für die Attraktivität der Messe nicht ganz unbedeutend.

Man kann sich des Eindrucks kaum erwehren, dass beide Taxi-Bundesverbände dringend auf die Sponsorgelder des Herstellers angewiesen sind. Kein Wunder, nachdem sie praktisch mit zwei Geschäftsstellen eine teure Doppelstruktur aufgebaut haben und nun finanzieren müssen.

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