Münchens Taxiverband kritisiert Uber: Ausbeutung durch Dumpingpreise?

Laut Taxiverband müssen Uber-Fahrer in München über elf Stunden arbeiten, um auf den Mindestlohn zu kommen. Ermittlungen von Behörden legen massive Verstöße offen. Die Stadt greift nun durch – und könnte den Fahrdienstvermittler zu Änderungen zwingen.

Symbolbild zu Arbeitsbedingungen im Fahrdienst: Geringe Einnahmen bei langen Arbeitszeiten werfen Fragen zur Fairness im Wettbewerb und zur Rolle der Regulierung auf. | Foto: Christian Dubovan via Unsplash
Symbolbild zu Arbeitsbedingungen im Fahrdienst: Geringe Einnahmen bei langen Arbeitszeiten werfen Fragen zur Fairness im Wettbewerb und zur Rolle der Regulierung auf. | Foto: Christian Dubovan via Unsplash

Die Initiative „wirfahren“ des Fahrtenvermittlers Uber sorgt in München für Kritik. Der Taxiverband München sowie der Bundesverband Taxi und Mietwagen weisen darauf hin, dass Fahrerinnen und Fahrer laut Berechnungen über elf Stunden pro Tag arbeiten müssten, um auf den gesetzlichen Mindestlohn für acht Stunden zu kommen. Ursache seien die aus ihrer Sicht zu niedrigen Vermittlungspreise.

Ermittlungen decken Missstände auf

Nach Angaben der Verbände stützt sich die Kritik unter anderem auf Erkenntnisse von Zoll, Polizei und dem Kreisverwaltungsreferat (KVR) München. Die Behörden hätten bei Kontrollen Verstöße gegen gesetzliche Vorgaben festgestellt. Im Fokus stehen dabei insbesondere die Umgehung von Steuer- und Sozialabgaben durch einzelne Anbieter im Bereich der Mietwagenvermittlung.

Forderung nach Mindestpreisen

Um den aus Sicht der Verbände bestehenden Preisdruck und die damit verbundene Belastung der Fahrer zu reduzieren, sprechen sich die Vertreter für die Einführung von Mindestpreisen aus. Diese sollen helfen, ausbeuterische Geschäftsmodelle langfristig zu unterbinden und für faire Wettbewerbsbedingungen im Personenbeförderungsmarkt zu sorgen.

Rolle der Stadt München

Der Taxiverband verweist darauf, dass die Stadt München die gesetzliche Möglichkeit und Verantwortung habe, das Verkehrsangebot auf ihrem Gebiet zu ordnen. Die aktuellen Schritte der Stadtverwaltung gegen bestimmte Geschäftsmodelle im Mietwagenbereich werden daher aus Sicht der Verbände als konsequente Maßnahme zur Marktregulierung gewertet.

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