VSPV baut Berliner Präsenz weiter aus – blutet der TMV aus?

Der Verband des privaten gewerblichen Straßenpersonenverkehrs Nordrhein-Westfalen (VSPV) rüstet in Berlin personell auf. Nach der Berufung des früheren TMV-Hauptgeschäftsführers Patrick Meinhardt zum Generalbevollmächtigten und Leiter des Hauptstadtbüros erweitert der Verband sein bundespolitisches Netzwerk nun um zwei weitere erfahrene Akteure. Beide waren ebenfalls bereits beim TMV aktiv.

Der VSPV verstärkt sich in Berlin weiter: Medienberater Eberhard Vogt, Generalbevollmächtigter und Leiter des Hauptstadtbüros Patrick Meinhardt, Geschäftsführer Sascha Waltemate und Büroleiter Roman Zhdanov.| Foto: VSPV
Der VSPV verstärkt sich in Berlin weiter: Medienberater Eberhard Vogt, Generalbevollmächtigter und Leiter des Hauptstadtbüros Patrick Meinhardt, Geschäftsführer Sascha Waltemate und Büroleiter Roman Zhdanov.| Foto: VSPV

Bekannte Gesichter - neuer Verband. Roman Zhdanov übernimmt beim VSPV die Funktion des Büroleiters in Berlin. Er kennt das politische Berlin aus früherer Tätigkeit: Beim Taxi- und Mietwagenverband (TMV) hatte er dieselbe Aufgabe, zudem arbeitete er für die Allianz der Verbände. Zhdanov bewegt sich sicher in den politischen Abläufen, kennt Abgeordnete, Referate und Netzwerke – ein Vorteil für einen Verband, der seine Anliegen stärker in den Gesetzgebungsprozess einbringen will.

Medienberater war früher mal Taxifahrer

Auch in der Öffentlichkeitsarbeit setzt der VSPV auf Erfahrung. Neuer Medienberater wird Eberhard Vogt. Er ist Journalist mit langer Laufbahn – unter anderem für Welt, Handelsblatt und Focus – und war zwei Jahrzehnte Pressesprecher des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft. Zur Branche kam er früh: Während seines Studiums fuhr er in Berlin Taxi. Später arbeitete er unter anderem als Chefredakteur der BERLINboxx und als Medienberater des TMV. Die Themen der Taxi- und Mietwagenbranche sind ihm vertraut.

VSPV-Geschäftsführer Sascha Waltemate sieht in den Personalien einen strategischen Schritt. Mit Zhdanov und Vogt habe man zwei Fachleute gewonnen, die auf dem Berliner Parkett bekannt seien und die Anliegen des Gewerbes platzieren könnten. Besonders wichtig sei dem Verband das sogenannte ÖPNV-Taxi, also die stärkere Einbindung des Taxis in den öffentlichen Personennahverkehr. Dieses Thema wolle man systematisch in Gespräche mit Bundestag und Bundesregierung tragen.

„Wir freuen uns sehr, dass wir mit Roman Zhdanov und Eberhard Vogt zwei ausgewiesene Profis mit Taxi- und Mietwagenexpertise auf dem Berliner Parkett an unserer Seite haben“, erklärt Waltemate.

Ziel: Abgestimmte Lobbyarbeit in Berlin

Patrick Meinhardt setzt auf eine breitere, abgestimmte Lobbyarbeit. Die Taxi- und Mietwagenbranche brauche eine gemeinsame Stimme, sagt er. Das Taxi werde politisch noch immer zu wenig als Teil des öffentlichen Verkehrs verstanden. Zugleich gehe es um fairen Wettbewerb. Plattformmodelle wie Uber kritisiert Meinhardt scharf; sie unterliefen aus seiner Sicht soziale und tarifliche Standards. Ziel sei es, politische Mehrheiten für Mindesttarife und klarere Regeln zu organisieren.

„Wir brauchen eine breitangelegte Lobbyarbeit für die Taxi- und Mietwagenbranche! Hier sollten alle an einem Strang ziehen“, betont Meinhardt.

Mit dem Ausbau seines Hauptstadtbüros will der VSPV künftig früher und sichtbarer in bundespolitische Debatten eingreifen. Die Branche steht unter Druck – durch digitale Plattformen, neue Mobilitätskonzepte und eine Gesetzgebung, die viele Fragen offenlässt. Der Verband setzt nun darauf, dass Erfahrung, persönliche Netzwerke und eine stärkere Präsenz in Berlin helfen, die eigenen Interessen deutlicher hörbar zu machen.

 

 

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