Uber bei den Spielen in Los Angeles – die Idee von Olympia verkauft!

Die Spiele in Los Angeles setzen 2028 auf den Fahrdienstvermittler Uber. Kritik kommt nicht nur aus Deutschland – und stellt Fragen an die olympischen Werte.

Michael Oppermann, Hauptgeschäftsführer des BVTM, kritisiert das IOC deutlich.| Foto: BVTM
Michael Oppermann, Hauptgeschäftsführer des BVTM, kritisiert das IOC deutlich.| Foto: BVTM

Wenn in Los Angeles 2028 die olympischen und paralympischen Spiele beginnen, wird Uber offizieller Mobilitätspartner sein. Der US-Konzern kündigte die Kooperation am Dienstag an – und betont in der begleitenden Mitteilung das gemeinsame Ziel, Menschen zu verbinden. Die Rede ist von Fairness, Vielfalt und geteilter Mobilität.

Doch nicht alle wollen in den Applaus einstimmen.

Besonders in der Taxi-Branche stößt die Partnerschaft auf scharfe Kritik. Michael Oppermann, Geschäftsführer des Bundesverbands Taxi und Mietwagen, spart nicht mit deutlichen Worten:

„Die Verantwortlichen für die Spiele sollten nochmal die olympischen Werte googeln und hinterfragen, ob sie da den richtigen Partner gefunden haben.“

Schöner Schein, harte Realität

Tatsächlich steht Uber seit Jahren zu Recht weltweit in der Kritik – wegen schlechter Arbeitsbedingungen, mangelhafter Regulierung und unlauterer Konkurrenz gegenüber klassischen Taxiunternehmen. In Deutschland etwa musste das Unternehmen immer wieder gerichtlich zurechtgewiesen werden, weil es gesetzliche Vorgaben im Personenbeförderungsrecht nicht einhielt.

„Es ist längst kein Geheimnis mehr: Es gibt eine dunkle Seite von Uber“, sagt Oppermann.

Von Solidarität und Respekt, zwei der zentralen olympischen Prinzipien, sei bei Uber wenig zu spüren. Stattdessen sei Sozialdumping Alltag, viele Fahrer arbeiteten zu prekären Bedingungen.

„Der Verweis auf ein ‚menschliches Miteinander‘ wirkt da wie blanker Zynismus“, so Oppermann weiter.

Olympia als Bühne für Marketing

Dass sich Uber die Bühne der Olympischen Spiele sichert, überrascht nicht. Der Konzern investiert seit Jahren in großflächige Werbe- und Sponsoringkampagnen. Imagepflege, so scheint es, gehört längst zum Kerngeschäft. Dabei bleibt der Kurs des Unternehmens nicht immer klar. Oppermann verweist auf den politischen Spagat des Uber-CEO Dara Khosrowshahi:

„Einerseits Millionen für republikanische Kandidaten, andererseits öffentliches Engagement für Vielfalt. Wenn dieser Konzern über Werte spricht, dann meint er Dollar – und nichts anderes.“

Kritik mit Symbolkraft

Die Empörung der Taxi-Branche mag auf den ersten Blick eigennützig wirken. Doch sie trifft einen empfindlichen Nerv: Die olympische Bewegung wirbt seit Jahrzehnten mit hehren Zielen – Respekt, Fairness, Gleichheit. Die Aussage von dem Uber-CEO Khosrowshahi wirkt da wie ein Hohn:

„Die Fahrer, Kuriere und Anbieter, die für Besucher und Einheimische da sein werden, sind das Rückgrat, das diese Partnerschaft möglich macht. Die Olympischen und Paralympischen Spiele sind ein wahres Fest des menschlichen Miteinanders, und wir sind unglaublich stolz darauf, der vertrauensvolle Partner von LA28 zu sein."

Es entsteht der Eindruck, dass nun ausgerechnet ein Konzern mit zweifelhaftem Ruf Werte wie Fairness und Respekt verkörpern soll, wirft das deutliche Fragen auf. An die Organisatoren in Los Angeles – und an das IOC. Denn nicht jede Partnerschaft passt zur Idee von Olympia...

 

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