Kraftstoffkrise spitzt sich zu: VSPV drängt auf Umsetzung der VMK-Beschlüsse

Angesichts historisch hoher Dieselpreise sieht der Branchenverband existenzielle Risiken für Taxi-, Bus- und Güterverkehr und fordert bundesweit abgestimmte Schritte.

Symbolbild: Hohe Kraftstoffkosten belasten derzeit insbesondere Taxi-, Bus- und Güterverkehrsunternehmen in Deutschland. | Foto: KI-generiert
Symbolbild: Hohe Kraftstoffkosten belasten derzeit insbesondere Taxi-, Bus- und Güterverkehrsunternehmen in Deutschland. | Foto: KI-generiert
Kathrin Köstner

Die Kraftstoffpreise in Deutschland haben nach Darstellung des Verbands des privaten gewerblichen Straßenpersonenverkehrs Nordrhein-Westfalen ein historisches Niveau erreicht. Ein Liter Diesel koste im Tagesdurchschnitt inzwischen mehr als 2,40 Euro. Auch Superbenzin nähere sich dem bisherigen Höchststand aus dem März 2022. Vor diesem Hintergrund fordert der Verband eine rasche Umsetzung der Beschlüsse der Verkehrsministerkonferenz sowie gezielte Eingriffe in den Kraftstoffmarkt.

Nach Angaben des Verbands hätten die bisherigen Maßnahmen der Bundesregierung, insbesondere die sogenannte 12-Uhr-Regel nach österreichischem Vorbild, keine spürbare Entlastung gebracht. Für Taxi- und Mietwagenbetriebe, die Krankenbeförderung, den Bus- und Güterverkehr sowie weitere kraftstoffabhängige Branchen entwickle sich die Situation zunehmend existenzbedrohend.

Unterstützung für hessischen Vorstoß

Der Verband begrüßt ausdrücklich einen Appell der Fachverbände Pkw-Verkehr und Omnibusverkehr Hessen, die einen koordinierten branchenübergreifenden Zusammenschluss aller betroffenen Interessenvertretungen auf Bundesebene anregen. Ziel sei es, gezielte Unterstützungsmaßnahmen für besonders betroffene Unternehmen durchzusetzen, anstatt breit gestreuter Entlastungen.

Verweis auf Beschluss der Verkehrsministerkonferenz

Zugleich verweist der Verband auf den Beschluss der Verkehrsministerkonferenz vom 25. bis 26. März 2026 in Lindau. Darin werde festgestellt, dass die Kraftstoffpreise in Deutschland teilweise deutlich stärker gestiegen seien, als es der Rohölpreis und die Entwicklung in den meisten anderen Mitgliedstaaten der Europäischen Union nahelegten.

Die Konferenz sehe erhebliche Anzeichen dafür, dass Mineralölkonzerne die geopolitische Lage nutzten, um ihre Gewinnmargen zulasten von Verbrauchern und Unternehmen auszuweiten. Daraus leite sich die Forderung an die Bundesregierung ab, weitergehende kurzfristige Maßnahmen zur Ordnung des Kraftstoffmarktes zu prüfen.

Diskutiert würden unter anderem eine Übergewinnsteuer nach dem Vorbild des Jahres 2022, kartellrechtliche Instrumente zur Gewinnabschöpfung sowie eine gezielte Rückführung staatlicher Mehreinnahmen an betroffene Unternehmen und Verbraucher.

Aufruf zum branchenübergreifenden Bündnis

Der Verband unterstützt diese Forderungen nach eigenen Angaben und ruft betroffene Verbände und Branchenvertretungen dazu auf, sich zu einem wirksamen Bündnis zusammenzuschließen. Ziel sei ein koordinierter Dialog auf Bundesebene, um kurzfristige Entlastungen für kraftstoffabhängige Unternehmen zu erreichen. Der Verband signalisiert hierfür Gesprächsbereitschaft mit den hessischen Fachverbänden und weiteren Interessenvertretungen. (Quelle: VSPV)

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