Taxi trifft Theke – DeHoGa und TMV suchen Schulterschluss
Die Botschaft war klar: Zwei Branchen, die beide vom Mittelstand geprägt sind, rücken näher zusammen. In Zukunft wollen der TMV und die DeHoGa enger kooperieren – nicht nur, weil ihre Kundschaft sich häufig überschneidet, sondern weil auch die politischen Herausforderungen ähnlich sind.
Gemeinsame Interessen – gemeinsame Stimme
Der TMV versteht sich schon länger als Dienstleister im Hintergrund des touristischen Erlebnisses. „Wer am Bahnhof oder Flughafen ankommt, will zuverlässig und komfortabel zum Hotel kommen“, sagen Kroker und Meinhardt. Für Hotels, Gaststätten und Restaurants sei das Taxi deshalb mehr als nur Transportmittel – es sei Teil der Gästebetreuung. In vielen Städten läuft diese Schnittstelle weitgehend reibungslos, im ländlichen Raum hingegen bleibt sie ausbaufähig. Hier sehen beide Verbände Potenzial.
Doch es sind nicht nur Servicefragen, die den Schulterschluss vorantreiben. Auch die politische Großwetterlage spielt eine Rolle. Die Debatte um einen flächendeckenden Mindestlohn von 15 Euro treibt beide Branchen gleichermaßen um. Was auf den ersten Blick nach einem sozialen Fortschritt aussieht, hat aus Sicht der Verbände Nebenwirkungen: steigende Kosten bei Personal, Preisen – und letztlich auch bei den Sozialversicherungsbeiträgen.
Appell an die Mindestlohnkommission
„Wir kämpfen für faire Löhne“, betont TMV-Präsident Kroker. „Aber es gibt dafür eine unabhängige Mindestlohnkommission. Deren Entscheidungen sollten nicht politisch unterlaufen werden.“
Gerade die mittelständisch geprägten Branchen sähen sich sonst mit zusätzlichen Belastungen konfrontiert, die viele kleinere Betriebe kaum noch auffangen könnten.
Für die nächsten Wochen haben sich die beiden Hauptgeschäftsführer Hartges und Meinhardt bereits verabredet. Ziel sei es, aus der aktuellen Annäherung eine strukturelle Zusammenarbeit zu entwickeln. Dazu gehöre auch die Abstimmung in politischen Netzwerken – etwa beim Bürokratieabbau oder bei einer Förderagenda für den Mittelstand.
Zwei Branchen, ein Gast
Inhaltlich gibt es viele Anknüpfungspunkte: Tourismus und Mobilität bedingen einander. Ob Städteurlaub, Geschäftsreise oder Kongress – ein funktionierendes Verkehrssystem gehört zur Gastfreundschaft dazu. Taxifahrten sind oft der erste und letzte Kontakt mit dem Reiseziel. Entsprechend groß sei das Interesse beider Seiten, Standards zu sichern und zugleich neue Lösungen zu entwickeln – auch jenseits der Großstädte.
Was in Berlin mit einem persönlichen Bekenntnis begann, könnte sich also zu einer längerfristigen Allianz entwickeln. Das Taxi soll dabei nicht nur Transportmittel, sondern auch Teil des touristischen Gesamtpakets sein – eine Perspektive, die beiden Branchen helfen könnte, in schwierigen Zeiten nicht den Anschluss zu verlieren.
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