Berlins LABO geht konsequent gegen illegale Mietwagen vor – Uber &Co. sind trotzdem nicht zu stoppen

Das Labo (Landesamt für Bürger- und Ordnungsangelegenheiten) überprüft die Taxi-Bestände bei Vermittlungsplattformen und greift mit konsequenten Maßnahmen gegen die „schwarzen Schafe“ durch. Doch Uber & Co. haben natürlich bereits ein Schlupfloch gefunden.

Weniger Berliner Uber auf den Straßen der Hauptstadt - dafür kommen die Fahrzeuge nun aus dem Umland nach Berlin.| Foto: Uber
Weniger Berliner Uber auf den Straßen der Hauptstadt - dafür kommen die Fahrzeuge nun aus dem Umland nach Berlin.| Foto: Uber

Im Zuge der Bekämpfung illegaler Strukturen in der Personenbeförderung hat das LABO nach eigenen Angaben einen weiteren entscheidenden Schritt vollzogen. Alle bei den Vermittlungsplattformen Taxi-One (App taxi.eu und Funkvermittlung), Bliq, Bolt, Freenow und Uber am 01. November 2024 registrierten Taxi-Unternehmen und Fahrzeuge wurden einer umfassenden Überprüfung unterzogen, um die Einhaltung der Genehmigungspflicht nach dem Personenbeförderungsgesetz (PBefG) sicherzustellen. Insgesamt wurden Anfang dieses Jahres rund 13.000 Datensätze (Fahrzeuge) rückwirkend zum 01. November 2024 überprüft. Diese Anzahl stellt die Gesamtzahl der bei den Plattformen registrierten Fahrzeuge dar, wobei auf die vier größten Anbieter (ohne Bliq) im Schnitt je 3.100 Fahrzeuge entfallen. Viele Unternehmen melden ihre Fahrzeuge bei mehreren Plattformen zur Vermittlung an. Von den überprüften Fahrzeug-Datensätzen wurden 663 beanstandet.

Das LABO beanstandete Fahrzeuge, für die keine Genehmigung erteilt war, eine Genehmigung bereits abgelaufen war oder durch das LABO aufgrund von Verstößen widerrufen wurde. Zudem wurden Fahrzeuge festgestellt, die nicht von einer bestehenden Genehmigung abgedeckt waren.

Seit Mitte 2023 wird vorab geprüft

Das LABO wird nach eigenen Angaben Maßnahmen gegen die beanstandeten Unternehmen einleiten, soweit die Unternehmen nachweislich weiterhin Beförderungsleistungen erbracht haben.

Um die Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben zu gewährleisten, sind die Vermittler im Rahmen einer mit dem LABO getroffenen Vereinbarung bereits seit August 2023 verpflichtet, neue Mietwagen-Unternehmen und Fahrzeuge vorab durch das LABO überprüfen zu lassen. Seit Dezember 2024 wird das Verfahren auch bei den Taxi-Unternehmen und Fahrzeugen angewandt. Damit wird sichergestellt, dass Fahrtaufträge ausschließlich an genehmigte Fahrzeuge vermittelt werden. In Zusammenarbeit mit der Polizei überprüft das LABO im Rahmen von Verkehrskontrollen die Einhaltung der Vorgaben.

Bekämpfung illegaler Strukturen durch konsequente Maßnahmen

Der Bestandsabgleich ist Teil der umfassenden Maßnahmen des LABO zur Bekämpfung illegaler Strukturen im Markt der Personenbeförderung mit PKW. Bereits im Jahr 2024 wurden 74 Genehmigungen für Mietwagenunternehmen mit 1.427 Fahrzeugen widerrufen und 143 Anträge auf Genehmigung neuer Mietwagenunternehmen mit insgesamt 1.917 Fahrzeugen abgelehnt. Ende März 2025 lag der konzessionierte Mietwagenbestand bei 436 Unternehmen mit 2.335 Fahrzeugen – ein deutlicher Rückgang im Vergleich zu Dezember 2023, als noch 695 Unternehmen mit 4.498 Fahrzeugen registriert waren. Der Bestand an konzessionierten Fahrzeugen hat sich somit um über 2.000 Fahrzeuge minimiert. Um die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben sicherzustellen, wurden in Zusammenarbeit mit der Polizei 779 Taxis und Mietwagen kontrolliert sowie 494 Betriebssitze von Mietwagenunternehmen überprüft.

Gerichte bestätigen Vorgehen des LABO

Besonders hervorzuheben ist, dass das LABO 32 Anträge im einstweiligen Rechtsschutz vor dem Verwaltungsgericht und acht Anträge im einstweiligen Rechtsschutz vor dem Oberverwaltungsgericht für sich entscheiden konnte. Die Gerichte bestätigten Verstöße gegen die Rückkehrpflicht, fehlende Betriebssitze und unzureichende finanzielle Leistungsfähigkeit als Gründe für die abweisenden Bescheide durch das LABO. In allen Fällen wurde der Rechtsauffassung des LABO gefolgt– ein klares Zeichen für die Rechtssicherheit der behördlichen Maßnahmen.

Zusätzliche Stellen geschaffen

All diese Maßnahmen waren möglich, weil das LABO durch interne Prioritätensetzung zusätzliche Stellen dem Bereich zugeordnet und besetzt hat. Zudem wurden Arbeitsprozesse angepasst und die Zusammenarbeit mit anderen Behörden (insbesondere der Senatsverwaltung für Finanzen, dem Hauptzollamt, der Berufsgenossenschaft Verkehr und dem Landesamt für Arbeitsschutz, Gesundheitsschutz und technische Sicherheit Berlin) auf Initiative der Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt weiter intensiviert. Diese strukturellen Anpassungen ermöglichen es, den Markt auch in Zukunft effektiv zu überwachen und unseriöse Akteure konsequent aus dem Verkehr zu ziehen.

Mit den Vermittlungsplattformen wurde weiterhin vereinbart, dass auch dort eine erneute rückwirkende Bestandsüberprüfung aller Mietwagen-Unternehmen und Fahrzeuge in den kommenden Monaten erfolgt.

Uber & Co. weichen aus

Wer den Straßenverkehr in Berlin beobachtet, wird schnell feststellen, dass nun deutlich weniger Mietwagen mit Berliner Kennzeichen unterwegs sind - dafür aber die Mietwagenflotte mit Kennzeichen aus den umliegenden Landkreisen explosionsartig zugenommen hat. Und die Erfahrung lehrt leider, dass mit Mietwagen aus MOL, LDS oder anderen Berliner Umlandkreisen nicht nur Fahrgäste aus MOL oder LDS mal schnell in die Stadt gefahren werden - um dann wieder ordnungsgemäß zum Betriebssitz zurückzukehren, sondern das diese Mietwagen in der Hauptstadt auf Kundenfang gehen.

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