Taxi Frankfurt eG widerspricht Gerüchten: Kein Verkauf der Zentrale, keine Kooperation mit Uber

In der Frankfurter Taxibranche kursieren seit einigen Wochen Meldungen, die für Unruhe sorgen. Es heißt, die traditionsreiche Taxi-Zentrale der Mainmetropole sei verkauft worden oder stehe kurz vor einer Kooperation mit Uber. Nun hat die Taxi Frankfurt eG, die Genossenschaft hinter der Zentrale, mit einer Richtigstellung reagiert. „Die Zentrale wurde nicht verkauft“, heißt es in einer Mitteilung, die an Fahrerinnen, Fahrer und die Öffentlichkeit ging. Ebenso entschieden weist der Vorstand den Vorwurf zurück, es gebe bereits Verträge mit Uber oder anderen Plattformen.

Bild vom Taxi-Aktionstag in Frankfurt am 2. Juli- die Taxi Frankfurt eG wehrt sich vehement gegen die Praktiken von Uber und Co. | Foto: BVTM
Bild vom Taxi-Aktionstag in Frankfurt am 2. Juli- die Taxi Frankfurt eG wehrt sich vehement gegen die Praktiken von Uber und Co. | Foto: BVTM

Die Taxi Frankfurt eG ist eine der größten Genossenschaften ihrer Art in Deutschland. Rund 1.600 Taxis sind nach Angaben des Unternehmens über die Zentrale angeschlossen, sie prägt damit das Straßenbild der Stadt und ist für viele Menschen erste Anlaufstelle, wenn es um Fahrten zum Flughafen oder quer durch das Rhein-Main-Gebiet geht. In der Branche gilt die Genossenschaft als stabiler Faktor, doch auch hier bleibt die Konkurrenz durch digitale Plattformen nicht folgenlos.

Immer mehr Uber-Taxis in der Main-Metropole

Uber vermittelt seit Ende vergangenen Jahres in Frankfurt verstärkt auch Taxifahrten. Fahrgäste können über die App einen Festpreis für eine Fahrt angezeigt bekommen – ein Modell, das für manche Kunden attraktiv ist und für einzelne Taxiunternehmen zusätzliche Einnahmen verspricht. Uber verweist auf wachsende Nachfrage und darauf, dass sich die Zahl der angeschlossenen Taxiunternehmer innerhalb eines Jahres vervielfacht habe. Dass dies die etablierten Strukturen unter Druck setzt, liegt auf der Hand.

Hinzu kommt, dass die Stadt Frankfurt im Sommer ein Memorandum mit Plattformbetreibern wie Uber, Bolt und FreeNow unterzeichnet hat. Ziel ist eine bessere Regulierung des Marktes, die Eindämmung von illegalen Fahrten und verbindliche Regeln, an die sich alle Anbieter halten müssen.

Die Taxi Frankfurt eG erfuhr nach eigenen Angeben erst durch die Presse von den der Gesprächen.

Warum die Gerüchte um einen möglichen Verkauf?

Innerhalb der Genossenschaft habe es in der Generalversammlung Diskussionen über Zukunftsoptionen gegeben, bestätigt Taxi Frankfurt. Angesichts sinkender Margen, steigender Betriebskosten und dem digitalen Wandel überrascht das nicht.

„Über mögliche Szenarien muss man sprechen dürfen, ohne dass daraus gleich ein Verkaufsbeschluss wird“, heißt es aus dem Umfeld der Genossenschaft.

Für die Fahrerinnen und Fahrer bleibt die Lage ambivalent. Einerseits garantiert die Zentrale eine gewisse Sicherheit, etwa durch verlässliche Vermittlungsdienste und ein bekanntes Markenbild. Andererseits steigt der Druck, sich mit neuen Formen der Vermittlung auseinanderzusetzen. Manche Taxiunternehmer sehen in Apps wie Uber oder Bolt eine zusätzliche Einnahmequelle, andere fürchten einen schleichenden Bedeutungsverlust der eigenen Zentrale.

Die Taxi Frankfurt eG setzt auf Kontinuität

„Wir sind weiter für euch da“, schreibt der Vorstand in seiner Erklärung.

Ob diese Botschaft reicht, um die Diskussionen zu beruhigen, wird sich zeigen. Denn der Wettbewerb in der Personenbeförderung hat sich verändert – nicht nur in Frankfurt.

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