IAA 2025 in München: Umleitungen und Sperrungen in der Innenstadt

Wenn im September die Internationale Automobil-Ausstellung (IAA) in München Station macht, heißt das für Fußgänger, Radfahrer und den Autoverkehr: umplanen. Denn wie schon 2021 und 2023 bespielt die IAA nicht nur das Messegelände in Riem, sondern auch zentrale Plätze der Innenstadt – von der Ludwigstraße bis zum Königsplatz.

Keine Automesse mehr - die IAA ist eine Mobilitätsmesse, vom Fahrrad bis zur E-Fahrzeug-Ladestation.| Foto: IAA
Keine Automesse mehr - die IAA ist eine Mobilitätsmesse, vom Fahrrad bis zur E-Fahrzeug-Ladestation.| Foto: IAA

Das Konzept der sogenannten „Open Spaces“, öffentlich zugängliche Ausstellungsflächen im Stadtraum, wird auch dieses Jahr weitgehend beibehalten. Für den Alltagsverkehr bedeutet das allerdings Einschränkungen, die weit über die sechstägige Messe hinausreichen.

Umleitungen in der Innenstadt

Die Hauptveranstaltungen – der „IAA Summit“ und die begleitende Konferenz – finden vom 9. bis 14. September statt. Der Auf- und Abbau rund um die Open Spaces zieht sich jedoch über knapp drei Wochen, vom 31. August bis zum 19. September. Auf zahlreichen Straßen und Plätzen der Münchner Innenstadt ist der Fuß- und Radverkehr nur eingeschränkt oder gar nicht möglich. Die Einschränkungen treffen aber auch den Autoverkehr. Auch hier kommt es zu Behinderungen aufgrund von Auf- und Abbau - und Sperrungen von Straßen und Plätzen.

Der öffentliche Nahverkehr ist ebenso betroffen. Mehrere Buslinien – darunter die 58, 68, 100 und 153 – müssen während der IAA und der Aufbauphase umgeleitet werden. Details zu Haltestellenverlegungen und Fahrplänen kündigte die MVG für Ende August an.

Politischer Streitpunkt im Münchner Stadtrat

Die Entscheidung des Stadtrats, die IAA bis mindestens 2031 in München zu halten, sorgt weiterhin für Debatten. Besonders die Nutzung zentraler Plätze für die Open Spaces stößt bei den Grünen auf Kritik. Sie befürworten die Messe am Standort Riem, lehnen aber die Ausweitung auf den Innenstadtbereich ab. Der Vorwurf: Die Automesse blockiere den öffentlichen Raum und erschwere Protest.

Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) konterte den Vorstoß mit einem Vergleich zur Wiesn, die Jahr für Jahr große Teile der Theresienwiese beansprucht. Auch SPD-Fraktionssprecherin Anne Hübner stellt sich hinter die Open Spaces: Sie seien ein Ort für Debatte über Mobilität „mitten unter den Menschen“. Außerdem belebe die Veranstaltung den Einzelhandel und das Gastgewerbe. Die SPD erneuerte allerdings ihre Forderung nach einer Übernachtungssteuer, von der die Stadt auch finanziell profitieren könne.

Kritik vom ADFC – und Lob für neue Wege

Beim Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) überwiegt dagegen die Skepsis. Münchens ADFC-Vorsitzender Andreas Schön wirft dem Verband der Automobilindustrie (VDA) eine rückwärtsgewandte Haltung vor: Man gebe sich zwar grün, vertrete aber weiterhin Positionen gegen das Tempolimit oder strengere Umweltvorgaben. Dass Proteste gegen die Messe in den Open Spaces kaum sichtbar seien, wertet Schön als gewollt. Positiv sieht der ADFC immerhin, dass es diesmal „sinnvolle Ausweichrouten“ für Radfahrende gebe.

Zwischen Messe und Marktplatz

Im Jahr 2023 kamen laut Veranstalter rund eine halbe Million Besucherinnen und Besucher zu den Open Spaces, allein am Samstag über 100.000. Neben neuen Fahrzeugmodellen lockten auch Konzerte, Kunstaktionen und Food-Stände. Für die IAA 2025 setzen die Veranstalter erneut auf diesen Mix. Dass sich dabei Mobilität, Konsum und Freizeit so eng überlagern, bleibt Teil des Konzepts – und des Konflikts.

Für Auto- und Radfahrer gilt es, sich frühzeitig über Sperrungen und Umleitungen zu informieren – Infos wird es zeitnah unter anderem auf der Website der IAA geben.

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