Strom im Dienst – Wie sich Elektroautos als Taxis schlagen

Elektroautos gelten als leise, lokal emissionsfrei – und für manche immer noch als riskanter Kompromiss im Alltag. Für das Taxigewerbe, das oft zwischen Effizienz und Verlässlichkeit laviert, schien der Stromer lange ein Wagnis. Doch ein Blick nach Hamburg zeigt: Die Zeiten haben sich geändert.

Die Hamburger Behörde für Verkehr und Mobilitätswende hat gemeinsam mit Projektpartnern wie Hansa-Taxi bereits am 1. April 2021 das richtungsweisende Projekt „Zukunftstaxi“ gestartet.| Foto: Hansa Taxi
Die Hamburger Behörde für Verkehr und Mobilitätswende hat gemeinsam mit Projektpartnern wie Hansa-Taxi bereits am 1. April 2021 das richtungsweisende Projekt „Zukunftstaxi“ gestartet.| Foto: Hansa Taxi

Rund 700 von etwa 3.000 Taxis in der Hansestadt fahren inzwischen rein elektrisch. Die Zahl dürfte weiter steigen, denn seit Januar 2024 schreibt die Stadt vor, dass nur noch Taxen mit Elektroantrieb neu zugelassen werden dürfen. Ein klarer politischer Rahmen, der wirkt – und offenbar praktikabel ist.

Bei der Hansa Funktaxi eG, einer der großen Taxizentralen in Hamburg, ist man längst nicht mehr in der Testphase. Jan Weber, Vorstand des Genossenschaftsbetriebs, spricht von einer positiven Zwischenbilanz. Die Erfahrungen mit den E-Taxis seien überwiegend gut. Kunden reagieren demnach auf das leisere Fahrgefühl und die nachhaltige Antriebsart – mit Wohlwollen. Das gelte für die spontane Fahrt zum Flughafen ebenso wie für Geschäftsreisende, die auf Umweltkriterien achten.

Auch aus wirtschaftlicher Sicht scheint sich der Wechsel zu lohnen. Zwar sind die Anschaffungskosten noch hoch, doch dafür sinken die laufenden Ausgaben. Ölwechsel entfallen, Inspektionen fallen kürzer aus, Bremsen verschleißen langsamer – regenerative Verzögerung sei Dank.

Leerer Akku – in der Stadt kein Thema

Und was ist mit der oft zitierten Angst vor leergefahrenen Batterien? Im urbanen Betrieb, so Weber, sei die Reichweite kein Thema. Taxis fahren in der Regel kurze Etappen, mit planbaren Pausen. Selbst häufiges Schnellladen habe bislang keine nennenswerten Auswirkungen auf die Lebensdauer der Akkus gezeigt.

Probleme gibt es dennoch – und sie liegen, wie so oft, nicht in der Stadt. Auf dem Land fehlt vielerorts noch die passende Ladeinfrastruktur. Wer sein Fahrzeug nicht über Nacht in der eigenen Garage aufladen kann, stößt an Grenzen.

Das Hamburger Modell zeigt also zweierlei: Erstens, dass Elektromobilität im gewerblichen Alltag funktionieren kann. Und zweitens, dass es dazu einen politischen Rahmen braucht, der den Umstieg nicht nur empfiehlt, sondern einfordert. Die Technik ist bereit – nun müssen es auch die Strukturen sein.

Mehr Informationen vor Ort bietet der Zukunftstaxi-Tag am 20. Mai 2025 bei VW in Hamburg-Langenhorn im Stockflethweg 30.

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