Unfallbilanz 2025 verdeutlicht Handlungsbedarf bei der Verkehrssicherheit

(dpa) Neue Zahlen weisen auf steigende Opferzahlen im Straßenverkehr hin. Besonders innerorts und bei gefährdeten Verkehrsteilnehmern besteht weiterer Verbesserungsbedarf.

Ein Holzkreuz erinnert an einer Straße an das Opfer eines Verkehrsunfalls. | Foto: Boris Roessler/dpa
Ein Holzkreuz erinnert an einer Straße an das Opfer eines Verkehrsunfalls. | Foto: Boris Roessler/dpa

Im Jahr 2025 sind in Deutschland 2.802 Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben gekommen. Das waren nach endgültigen Angaben des Statistischen Bundesamtes 62 Todesopfer mehr als im Vorjahr. Durchschnittlich verloren damit acht Menschen pro Tag im Straßenverkehr ihr Leben. Auch die Zahl der Verletzten stieg um 1,7 Prozent auf rund 371.000.

Unfallgeschehen bleibt auf hohem Niveau

Insgesamt registrierten die Statistiker 2,52 Millionen Verkehrsunfälle. Rund 322.000 Menschen wurden leicht verletzt, 49.200 schwer. Während die Zahl der Schwerverletzten gegenüber dem Vorjahr um 2,9 Prozent zurückging, nahm die Gesamtzahl der Verletzten zu.

Langfristig betrachtet weist die Entwicklung dennoch nach unten. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes starben 1995 noch rund 9.500 Menschen bei Verkehrsunfällen, mehr als 500.000 wurden damals verletzt.

Alkohol und Geschwindigkeit bleiben Risikofaktoren

Nach Angaben der Behörde ereignete sich im Jahr 2025 durchschnittlich alle 15 Minuten ein Verkehrsunfall unter Alkoholeinfluss. Dabei kamen 170 Menschen ums Leben, 17.900 wurden verletzt.

Mehrere Ursachen träten häufig gemeinsam auf. Alkohol spiele oftmals zusammen mit überhöhter Geschwindigkeit oder Vorfahrtsverstößen eine Rolle. Die häufigste Ursache tödlicher Verkehrsunfälle bleibe zu hohe Geschwindigkeit.

Innerorts viele Unfälle, außerorts die meisten Todesopfer

74 Prozent aller Verkehrsunfälle ereigneten sich innerhalb geschlossener Ortschaften. Rund zwei Drittel aller Verletzten wurden dort registriert. Die meisten Todesopfer waren jedoch außerorts zu beklagen. Als Gründe nennt das Statistische Bundesamt unter anderem höhere Geschwindigkeiten, fehlende Trennung des Gegenverkehrs und eingeschränkte Überholmöglichkeiten.

Innerorts waren 63 Prozent der Getöteten zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs. Bei E-Scooter-Unfällen kamen 33 Menschen ums Leben, davon 26 innerhalb geschlossener Ortschaften.

Mehr getötete Kinder

2025 starben 74 Kinder unter 15 Jahren infolge eines Verkehrsunfalls. Im Vorjahr waren es 53. Insgesamt wurden 29.000 Kinder verletzt. Rechnerisch wurde damit alle 18 Minuten ein Kind bei einem Verkehrsunfall verletzt. 31 Kinder starben als Insassen eines Pkw, 22 zu Fuß und 13 mit dem Fahrrad.

Unfallforschung sieht Handlungsbedarf

Nach Einschätzung der Unfallforschung der Versicherer war 2025 kein gutes Jahr für die Verkehrssicherheit. Besonders die Zahl tödlicher Unfälle mit Kindern unter 15 Jahren sowie Menschen ab 65 Jahren habe zugenommen. Als Maßnahmen für mehr Sicherheit werden unter anderem bessere Sichtverhältnisse an Kreuzungen, zusätzliche Querungsmöglichkeiten sowie sichere Radwege genannt. (Quelle: dpa)

Logobanner Liste (Views)