Robotaxi: Verne und Pony.ai gehen in Zagreb ohne Sicherheitsfahrer auf die Straße
Verne und Pony.ai haben in Zagreb vollständig fahrerlose Robotaxi-Testfahrten mit eingeladenen Passagieren aufgenommen. Dabei befindet sich weder ein Sicherheitsfahrer noch anderes Personal an Bord. Gefahren wird unter realen Verkehrsbedingungen auf öffentlichen Straßen.
22 Kilometer durch den öffentlichen Verkehr
Die ausgewählte Strecke ist 22 Kilometer lang und verbindet eines der wichtigsten Geschäftsviertel Zagrebs mit dem Flughafen Zagreb Franjo Tuđman. Damit nehmen erstmals in Europa ausgewählte Passagiere an vollständig fahrerlosen Robotaxi-Testfahrten auf öffentlichen Straßen teil.
Das autonome Fahrsystem von Pony.ai übernimmt dabei die gesamte Fahraufgabe und entscheidet selbstständig über die Fahrmanöver. Verne begleitet den Betrieb aus einer Leitstelle. Das dort eingesetzte Fernüberwachungsteam beobachtet die Fahrten, steuert die Fahrzeuge aber nicht aktiv aus der Ferne.
Kommerzieller Betrieb läuft seit April
Die fahrerlosen Tests folgen etwas mehr als fünf Monate nach der Ankündigung einer Partnerschaft von Pony.ai, Verne und Uber für einen kommerziellen Robotaxi-Service in Europa. Pony.ai liefert in diesem Betriebsmodell die Technik für autonomes Fahren, während Verne den operativen Betrieb übernimmt. Uber stellt den Zugang über seine Plattform bereit.
Der kommerzielle Robotaxi-Service in Zagreb läuft seit April 2026. Seit dem Start seien mehr als 200.000 Kilometer im autonomen Fahrbetrieb zurückgelegt und Tausende Kundenfahrten absolviert worden. Dabei befindet sich bislang ein Sicherheitsfahrer an Bord.
Das bestehende Betriebsgebiet umfasst dem Anbieter zufolge mehr als 100 Quadratkilometer. Die durchschnittliche Bewertung durch die Passagiere beziffert Verne auf 4,7 von fünf Punkten. In den kommenden Monaten sollen die vollständig fahrerlos befahrenen Strecken erweitert werden. Ziel ist es, das gesamte Betriebsgebiet in Zagreb abzudecken.
Sensoren und Redundanz für den fahrerlosen Betrieb
Das autonome Fahrsystem von Pony.ai arbeitet mit einer 360-Grad-Sensorabdeckung sowie mehreren Redundanzebenen. Hinzu kommt eine fehlertolerante und ausfallsichere Systemarchitektur.
Das Sicherheitskonzept werde bereits beim vollständig fahrerlosen kommerziellen Betrieb in mehreren chinesischen Metropolen eingesetzt. Der Betrieb erfolgte dort auch unter Wetterbedingungen wie Starkregen, Schneefall und Taifunen.
Mehr Platz statt Beifahrersitz
Parallel zum fahrerlosen Betrieb testet Verne ein neues Innenraumkonzept. Im aktuell eingesetzten Fahrzeug entfällt der Beifahrersitz. Dadurch entstehen zusätzlicher Fußraum sowie mehr Platz für Gepäck und ein großformatiges Display.
Zwischen den Rücksitzen befindet sich zudem eine neu entwickelte Mittelkonsole mit integriertem Touchscreen. Darüber können die Passagiere die Fahrt und verschiedene Komfortfunktionen bedienen. Weitere Ablageflächen und Lademöglichkeiten ergänzen den Innenraum. Das Feedback der eingeladenen Passagiere soll in dessen weitere Entwicklung einfließen.
Aufgaben zwischen Technik und Betrieb verteilt
Pony.ai stellt für die Tests die aktuelle Generation seines autonomen Fahrsystems bereit und verantwortet damit die automatisierte Fahraufgabe. Verne übernimmt die Serviceplattform, den Flottenbetrieb, das Passagiererlebnis sowie die Fernüberwachung der Fahrzeuge.
Beide Unternehmen wollen mit den Fahrten die Technik und die Betriebsprozesse für einen späteren kommerziellen fahrerlosen Einsatz validieren. Diese Erprobung betrifft das aktuell eingesetzte autonome Fahrzeug. Die Entwicklung eines speziell für den Anbieter konzipierten Fahrzeugs werde unabhängig davon fortgesetzt. Die Fahrten finden im Einklang mit den geltenden kroatischen Vorschriften statt. Verne verweist zudem auf die erforderlichen Genehmigungen für Tests autonomer Fahrzeuge mit Passagieren auf öffentlichen Straßen.
Mit den Fahrten verschiebt Verne seinen Robotaxi-Betrieb in Zagreb vom autonomen Fahren mit Sicherheitsfahrer hin zur Erprobung ohne Personal an Bord. Entscheidend für einen späteren regulären fahrerlosen Service bleibt jedoch, ob sich Technik und Betriebsprozesse auch bei einer Ausweitung über die derzeit 22 Kilometer lange Teststrecke bewähren. Die angekündigte Erweiterung auf das mehr als 100 Quadratkilometer große Betriebsgebiet wäre dafür der nächste Schritt. (Quelle: Verne)
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