Uber baut 3.300 Stellen ab und treibt Delivery-Hero-Übernahme voran

Der Fahrtenvermittler reduziert seine weltweite Belegschaft um rund zehn Prozent und verschlankt die Führungsstruktur. Parallel läuft das Milliardenangebot für Delivery Hero.

Uber streicht Tausende Jobs – und plant zugleich Milliardeninvestitionen. | Foto: Unsplash
Uber streicht Tausende Jobs – und plant zugleich Milliardeninvestitionen. | Foto: Unsplash

Uber baut weltweit rund 3.300 Arbeitsplätze ab. Das entspricht etwa zehn Prozent der Belegschaft. Der Mobilitätsanbieter will dabei insbesondere Führungsstrukturen verschlanken und Geschäftsbereiche zusammenführen. Parallel treibt das Unternehmen seine Robotaxi-Strategie voran und arbeitet an der milliardenschweren Übernahme von Delivery Hero.

Weniger Führungsebenen bei Uber

Im Zuge des Umbaus soll die Zahl der Führungspositionen um 20 Prozent sinken. Zudem will Uber die Zahl der Teams mit nur einem oder zwei Mitgliedern halbieren. Organisationsebenen, die mehr als sieben Stufen vom Vorstandsvorsitzenden Dara Khosrowshahi entfernt sind, sollen entfallen.

Darüber hinaus plant das Unternehmen, Bereiche aus Engineering, Wissenschaft und Zustellung zusammenzuführen. Auch die bislang getrennten Liefergeschäfte für Restaurants, Einzelhandel und Direktzustellung sollen organisatorisch gebündelt werden.

Hintergrund des Umbaus ist nach Angaben des Unternehmens die mit dem Wachstum der vergangenen Jahre gestiegene organisatorische Komplexität. Uber will zudem die Präsenzpflicht im Büro verschärfen. Künftig soll nur noch etwa ein Prozent der Beschäftigten dauerhaft aus der Ferne arbeiten. Die bestehende Hybridregelung mit drei Bürotagen pro Woche soll konsequenter umgesetzt werden.

Die Ankündigung sorgte zunächst für steigende Kurse. Die Uber-Aktie legte vorbörslich rund zwei Prozent zu. Seit Jahresbeginn lag das Papier laut Ausgangstext dennoch knapp neun Prozent im Minus.

Uber Eats mit unterschiedlicher Marktentwicklung

Auch das Zustellgeschäft entwickelt sich je nach Markt unterschiedlich. In Großbritannien, Frankreich und Deutschland gewinnt Uber Eats laut Ausgangstext Marktanteile. In den Vereinigten Staaten verliert der Anbieter dagegen gegenüber DoorDash. Daten von YipitData zufolge erreicht DoorDash dort rund 64 Prozent Marktanteil, während Uber auf 31 Prozent kommt.

Parallel will der Konzern mehr als zehn Milliarden Dollar in den Ausbau seines Robotaxi-Netzwerks investieren. Noch in diesem Jahr sollen in mindestens 15 Städten selbstfahrende Dienste angeboten werden. Uber tritt dabei unter anderem gegen Waymo und Tesla an.

In London hat Uber-Partner Wayve nach Angaben des Ausgangstextes eine Genehmigung der zuständigen Verkehrsbehörde für einen kommerziellen Robotaxi-Betrieb mit Sicherheitsfahrer erhalten.

Übernahmeangebot für Delivery Hero läuft

Parallel zum Konzernumbau arbeitet Uber an der Übernahme von Delivery Hero. Nach Freigabe der Angebotsunterlage durch die Finanzaufsicht bietet Uber den Aktionären 41,50 Euro je Aktie in bar. Das entspricht laut Ausgangstext einer Bewertung von rund 13 Milliarden Euro. Der Angebotspreis liegt demnach etwa 108 Prozent über dem Aktienkurs vor Bekanntwerden der Gespräche im Frühjahr.

Die Annahmefrist läuft seit Ende August und endet Anfang November. Als Mindestannahmeschwelle sind 50 Prozent plus eine Aktie vorgesehen. Durch eigene Anteile und eine verbindliche Zusage des Großaktionärs Prosus seien Uber laut Ausgangstext bereits rund 53 Prozent zuzurechnen.

Noch ausstehend sind fusionskontrollrechtliche Freigaben in mehreren Ländern. Die Abwicklung der Transaktion und die Auszahlung werden demnach für die zweite Jahreshälfte 2027 erwartet. Für drei Jahre schließt Uber einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag aus.

Bei einem erfolgreichen Abschluss würde die Zahl der Märkte, in denen Uber sowohl Mobilitäts- als auch Zustelldienste anbietet, von 34 auf 58 steigen.

14 Märkte gehen an SSW Partners

Nicht sämtliche Delivery-Hero-Aktivitäten sollen Teil der Transaktion werden. Delivery Hero verkauft sein Geschäft in 14 Märkten für rund 1,4 Milliarden Euro an den Finanzinvestor SSW Partners. Dazu zählen Österreich, Tschechien, Polen, Spanien, Portugal, Griechenland, Zypern, Rumänien, Moldau, Norwegen, Schweden, die Türkei, Chile und Ecuador.

Damit würde Foodora in Österreich nicht zu Uber wechseln, sondern künftig zu SSW Partners gehören. Die betroffenen Landesgesellschaften sollen nach Angaben von Delivery Hero weiterhin die bestehende technische und operative Infrastruktur nutzen. Die lokalen Teams sollen eigenständig bleiben.

Der Verkauf ist an den Vollzug des Uber-Angebots gekoppelt. Nach den Angaben im Ausgangstext hält Uber in der Angebotsunterlage fest, keinen Einfluss auf SSW Partners oder die übertragenen Geschäfte zu haben.

Uber würde im Zuge der Transaktion die verbleibenden rund 50 Delivery-Hero-Märkte übernehmen. Diese erreichten im Vorjahr ein Bruttowarenvolumen von etwa 42 Milliarden Dollar. Nach Angaben des Ausgangstextes würde durch den Zusammenschluss der größte Essenslieferdienst außerhalb Chinas entstehen. (Quelle: trendingtopics.eu)

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