Umfrage: Scheuer hat keine Zukunft als Verkehrsminister

Eine repräsentative Online-Umfrage ergab, dass Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer nicht einmal mehr in seiner Heimat Bayern und in seiner politischen Heimat CDU/CSU genügend Rückhalt genießt.

Während Andreas Scheuer gerne Bundesverkehrsminister bleiben würde, schlägt ihm in einer Umfrage eine breite Ablehnung auch aus den eigenen Reihen entgegen. (Foto: Daniel Biskup/BMVI)
Während Andreas Scheuer gerne Bundesverkehrsminister bleiben würde, schlägt ihm in einer Umfrage eine breite Ablehnung auch aus den eigenen Reihen entgegen. (Foto: Daniel Biskup/BMVI)
Dietmar Fund

Nach einer repräsentativen Online-Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrage der Tageszeitung Augsburger Allgemeine möchten 87,7 Prozent der Deutschen nicht, dass Andreas Scheuer, Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, in der nächsten Bundesregierung einem Ministerposten bekommt. Nur 6,4 Prozent der Befragten würden es begrüßen, wenn Scheuer auch nach der Bundestagswahl 2021 im Amt bliebe. Fast acht von zehn Befragten gaben sogar an, dass der Niederbayer „auf keinen Fall“ Mitglied des nächsten Bundeskabinetts sein sollte.

Wie die Zeitung weiter mitteilt, unterscheiden sich die Ergebnisse in Scheuers Heimat Bayern nicht wesentlich vom gesamtdeutschen Ergebnis. Auch dort wünschten sich 85,3 Prozent der Befragten, dass Scheuer kein Bundesminister mehr sein sollte und nur 8,1 Prozent würden es begrüßen, wenn er Minister bliebe. Obendrein wollen drei von vier Wählern der CDU/CSU Scheuer nicht mehr als Minister haben. Sogar 98,3 Prozent der Grünen-Wähler wollen den Niederbayer nicht mehr im Kabinett sehen. Er selbst hatte am 11. Juli 2021 gegenüber der Deutschen Presse Agentur (dpa) erklärt, er wolle seine Arbeit nach der Bundestagswahl gerne fortführen.

Das Meinungsforschungsinstitut Civey befragte am 12./13. Juli 2021 insgesamt 5.001 Teilnehmer aus ganz Deutschland. Es zählt für seine repräsentativen Umfragen nach eigenen Angaben nur registrierte und verifizierte Internet-Nutzer, die Daten wie Alter, Wohnort und Geschlecht angegeben haben.

Patrick Meinhard, Bundesgeschäftsführer des Taxi- und Mietwagenverbands Deutschland (TMV), empfindet das Ergebnis der Umfrage als dramatisch. Er könne sich nicht daran erinnern, dass ein Bundesminister jemals so schlecht abgeschnitten habe. „Wenn ich das Chaos sehe, das das Ministerium aktuell beim Personenbeförderungsrecht verursacht hat, wo es zwei Wochen vor Inkrafttreten des Gesetzes mehr Unklarheiten als Klarheiten bei der Kleinen Fachkunde gibt, kann ich nur sagen: Das ist Dilettantismus pur!“, schreibt Meinhardt.

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