Erwischt: Mercedes-Benz VLE - Nobel-Van nimmt Fahrt auf und kommt 1.100 Kilometer weit

Von Stuttgart bis nach Rom schaffte es ein Mercedes VLE mit nur zwei 15-minütigen Ladestopps. Die E-Mobilität in der Transporter-Klasse soll mit der neuen Plattform Van.EA endlich richtig Fahrt aufnehmen. Die Erlkönige drehen dafür fleißig ihre Runden, einer ging uns ins Netz. 

Weit reichende Entscheidung: Die Vans mit Stern sollen künftig stärker ausdifferenziert sein. Erste "Serien-Protoypen" gingen uns ins Netz. | Foto: HUSS-VERLAG
Weit reichende Entscheidung: Die Vans mit Stern sollen künftig stärker ausdifferenziert sein. Erste "Serien-Protoypen" gingen uns ins Netz. | Foto: HUSS-VERLAG
(erschienen bei VISION mobility von Johannes Reichel)

Der Nachfolger des Mercedes Vito und V-Klasse respektive eVito und EQV nimmt weiter Fahrt auf - und hat jetzt auf einer Langstreckenfahrt sein Potenzial als universelle elektrische Großraumlimousine angedeutet. Die Reise von Stuttgart nach Rom war fast 1.100 Kilometer lang, und Mercedes behauptet, dass der VLE nur zwei 15-minütige Ladestopps benötigte, um sein Ziel zu erreichen. Geschont wurde der Prototyp nicht: Beim Start in Stuttgart betrug die Außentemperatur 11 Grad Celsius, die Ankunft in Rom erfolgte bei 33 Grad, während der gesamten Strecke wurde der Innenraum auf 22 Grad klimatisiert. 

Dank seiner Hinterradlenkung zeigte sich der VLE auf den kurvenreichen Straßen und engen Gassen sehr agil, wirbt der Hersteller. Die Van Architektur soll ab 2026 eine klare Differenzierung ermöglichen, zwischen privat positionierten, in neuer schwäbischer Wortschöpfung "Grand Limousines" und gewerblich genutzten Transportern, mit denen die "Nobel-Hobel" nicht viel mehr als die Basis gemein haben sollen.

"Unsere zukünftigen Großraumlimousinen haben ihre Alltagstauglichkeit auf langen Strecken wieder einmal eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Mit nur zwei kurzen Ladestopps von Stuttgart nach Rom demonstriert der Mercedes-Benz VLE die hohe Effizienz unserer neuen Van Electric Architecture", sagt Andreas Zygan, Leiter der Entwicklung bei Mercedes-Benz Vans.

Alle diese Tests wurden entweder mit sogenannten "Maultieren" (franz. Mule) oder mit fertigen Prototypen in Serienform durchgeführt. Jetzt ist Mercedes den nächsten Schritt gegangen und hat seine neuesten Prototypen mit Serienscheinwerfern an der Front und am Heck auf die Straße gebracht. Wie vom "Benz" nicht anders zu erwarten, befinden sich an der Front zwei "Sterne" nebeneinander für das Tagfahrlicht und die Blinker. Auch mit einem firmentypischen, aufrechten und großformatigen Grill darf man rechnen, möglicherweise auch mit den stilistischen Chromapplikationen.

Und vielleicht greift der VLE auch die "kernigen" Powerdomes der Studie Vision V auf, das deuten jedenfalls die ersten Bilder der "Serien-Prototypen" an. In jedem Fall soll die Breite unter zwei Metern bleiben, die Karosserie setzt auf kurze Überhänge und langen Radstand, was Platz für Akku, aber auch Passagiere und Gepäck schafft. Mit der Allradlenkung wiederum gleicht man dann etwaige Nachteile in Sachen Wendekreis aus.

Differenzierte Karosserie

Differenziert werden soll vor allem die seitliche Silhouette mit einer nach hinten abfallenden Dachlinie und stärkeren Einzügen der Seiten ("Fishtail"), wo sich Vito und V-Klasse bisher gleichen wie ein Ei dem anderen. Wichtig ist das auch für die Aerodynamik, wohingegen beim Transporter die Raumausnutzung Priorität hat. Mit deutlich unter zwei Metern Höhe darf man rechnen. Besonders auffällig ist das Heck. Wird Mercedes die Rücklichter einbauen, die wir bei der Vision V-Studie gesehen haben? Es sieht so aus! Gesetzt bleiben dürfte auch die beliebte, separat zu öffnende Heckscheibe, die niedrige Ladekante sowie eine Standard- und eine Langversion. Der Ladeanschluss wiederum wandert nach hinten rechts, womit man rückwärts an die Ladesäule rangieren muss. Dafür ist die Position weniger anfällig bei Remplern.  

Neben dem bis zu achtsitzigen und pragmatischeren VLE wird es jedenfalls auch einen VLS geben. Mit diesem luxuriösen Schwestermodell im Trend der elektrischen Nobel-Shuttles aus China will Mercedes nun auch Kunden in den USA, Kanada und China ansprechen. 2026 soll für die Van-Sparte mit Stern mithin zum "großen Schaltjahr" werden. 

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