Taxis, Parlamentskreise und das Kulturgut Auto

Ein Treffen im Bundestag zeigt: Der Taxi- und Mietwagenverband Deutschland (TMV) will mitgestalten – und findet bei einem alten Bekannten Gehör: Carsten Müller.

Patrick Meinhardt (li.), Hauptgeschäftsführer des TMV, trifft Carsten Müller von der CDU.| Foto: TMV
Patrick Meinhardt (li.), Hauptgeschäftsführer des TMV, trifft Carsten Müller von der CDU.| Foto: TMV

Die neue Legislaturperiode ist recht jung und der TMV zögert nicht lange. Noch bevor die politischen Routinen wieder Takt und Tempo vorgeben, sucht Hauptgeschäftsführer Patrick Meinhardt den direkten Austausch im Bundestag. Einer der ersten Ansprechpartner: Carsten Müller, CDU-Abgeordneter aus Braunschweig – und ein alter Weggefährte.

Müller kennt die Belange des Gewerbes nicht nur aus der Distanz des Berliner Politikbetriebs. Als früherer Aufsichtsratsvorsitzender eines kommunalen Nahverkehrsbetriebs bringt er die Sicht der Städte mit. Und auch im politischen Berlin gilt er als profiliert: Seit Jahren leitet er den Parlamentskreis „Automobiles Kulturgut“, den er 2009 selbst mit aus der Taufe gehoben hat. Ein Forum, das sich nicht nur um klassische Fahrzeuge dreht – sondern auch um deren Zukunft im politischen Raum. So hat ihn die Redaktionsjury der Auto Bild Klassik vergangenes Jahr als „Person des Jahres“ geehrt.

Dass der TMV in Parlamentskreisen auch in dieser Legislaturperiode mitwirkt, sieht Müller als Gewinn:

„Es ist gut, dass auch das Taxi- und Mietwagenwesen in diesem Netzwerk vertreten ist, das sich rund um das Auto gebildet hat."

Für Meinhardt ist das mehr als nur Symbolpolitik. Keine Mobilitätswende werde in Deutschland gegen das Auto funktionieren, stellt er klar. Er sehe das Taxi hier als Teil der Lösung.

Praxis statt Bürokratie

Ein weiterer Gesprächspunkt betrifft das Thema Eichrecht. Bereits in einem früheren TMV-Newsletter hatte Müller angekündigt, sich der komplizierten Verfahren im Umgang mit der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) anzunehmen. Jetzt ist der CDU-Politiker im direkten Austausch mit PTB-Präsidentin Cornelia Denz. Eine persönliche Begegnung ist in Vorbereitung. Ziel: praxistauglichere Lösungen für ein Gewerbe, das im Alltag nicht von Formblatt zu Formblatt springen kann.

Kontakte mit Substanz

Für Meinhardt zeigt das Beispiel, wie wichtig frühzeitige politische Gespräche sind:

„Aus diesen Fragen und Antworten entstehen Netzwerke, die das Gewerbe braucht."

Gemeint ist keine klassische Lobbyarbeit, sondern ein kontinuierlicher Austausch über Themen, die im politischen Betrieb oft unter dem Radar laufen – aber im Alltag von Fahrerinnen und Fahrern große Wirkung haben. Das Treffen im Bundestag zeigt: Das Taxi-Gewerbe sucht den Schulterschluss mit der Politik – und findet Ansprechpartner, die mehr als Floskeln liefern. Die Herausforderungen der kommenden Jahre werden nicht kleiner. Umso wichtiger, dass bereits die ersten Schritte in die richtige Richtung führen.

Logobanner Liste (Views)