Arbeitsbedingungen bei Uber & Co: Fairwork-Studie schlägt Alarm

Angesichts wachsender Kritik an prekären Arbeitsbedingungen bei Uber und Bolt rücken kommunale Maßnahmen in den Fokus. Der Fairwork-Bericht zeigt: Ohne gesetzliche Mindestpreise drohen Lohndumping und Steuerbetrug – auf Kosten der Fahrer und des Wettbewerbs.

Fahrdienstanbieter wie Uber und Bolt stehen wegen schlechter Arbeitsbedingungen zunehmend in der Kritik – der aktuelle Fairwork-Bericht 2025 vergibt erstmals null Punkte. | Foto: Erik Mclean via Unsplash
Fahrdienstanbieter wie Uber und Bolt stehen wegen schlechter Arbeitsbedingungen zunehmend in der Kritik – der aktuelle Fairwork-Bericht 2025 vergibt erstmals null Punkte. | Foto: Erik Mclean via Unsplash

Der aktuelle Fairwork-Bericht 2025 zur Plattformarbeit in Deutschland stellt den Mobilitätsdiensten Uber und Bolt ein schlechtes Zeugnis aus. Beide Unternehmen erhalten in der wissenschaftlichen Bewertung 0 von 10 möglichen Punkten. Der Bericht wurde von einem internationalen Forschungsteam der Universitäten Oxford, Berlin und Potsdam erstellt. Bewertet wurden fünf Kriterien: faire Bezahlung, faire Arbeitsbedingungen, faire Verträge, faires Management sowie faire Mitbestimmung.

Verschlechterung gegenüber Vorjahren

Im Vergleich zu früheren Ausgaben zeigt sich ein negativer Trend. Uber konnte in den Berichten der Jahre 2020 und 2021 noch jeweils einen Punkt erzielen. 2025 schneidet das Unternehmen erstmals vollständig ohne Punkte ab. Auch im Gesamtdurchschnitt der Mobilitätsplattformen ist ein Rückgang zu verzeichnen: Während der Mittelwert 2020 noch bei fünf Punkten lag, sank er 2021 auf einen Punkt und nun auf null Punkte im Jahr 2025.

Keine Fortschritte bei fairer Arbeit

Laut Bericht sind in der Plattformökonomie in Deutschland keine Fortschritte bei fairen Arbeitsbedingungen erkennbar. Vielmehr wird auf eine Verschlechterung hingewiesen. Die Studienautoren betonen die Notwendigkeit einer wirksamen Regulierung, insbesondere bei Vermittlern und Subunternehmen, um faire Beschäftigungspraktiken sicherzustellen.

Mindestpreise als politische Reaktion

Im Zuge der anhaltenden Diskussionen über die Arbeitsbedingungen bei Plattformdiensten gewinnen Mindestpreise für Fahrdienstleistungen an Bedeutung. In mehreren Städten wird über deren Einführung beraten. In Heidelberg wurden Mindestpreise zu Beginn des Monats beschlossen. Die gesetzliche Grundlage für solche Regelungen besteht seit 2021. Zuständig für die Umsetzung sind die Kommunen und Landkreise.

Fallbeispiel München: Verluste pro Stunde

Ein Beispiel aus München verdeutlicht die wirtschaftlichen Herausforderungen für Fahrerinnen und Fahrer: Um kostendeckend zu arbeiten, wäre ein Stundenumsatz von 40 Euro erforderlich. Nach eigenen Angaben liegen Uber und ähnliche Plattformen deutlich darunter und verzeichnen pro Stunde etwa 12 Euro Verlust. Diese Situation begünstigt laut Kritikern systematische Probleme wie Lohn- und Sozialversicherungsbetrug.

Forderung nach Regulierung

Der Fairwork-Bericht sieht in verbindlichen Mindestpreisen eine Möglichkeit, Sozialdumping entgegenzuwirken und fairen Wettbewerb im urbanen Verkehr zu fördern. Ohne eine solche Untergrenze werde der Preiswettbewerb auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen.

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