Taxi-Tarife: Taxler aus drei Landkreisen tun sich zusammen

Drei Unternehmer und eine Unternehmerin aus den Landkreisen Böblingen, Ludwigsburg und Rems-Murr haben einen gemeinsamen Tarifantrag gestellt und versuchen nun, Kolleginnen und Kollegen hinter sich zu bringen.

Marbach am Neckar liegt im mittleren der drei Landkreise. Dort wartet am Bahnhof Isabell Flora Berisha Lorenzo del Campo von Taxi Dahlke auf Fahrgäste. (Foto: Jörn-Götz G. Dahlke)
Marbach am Neckar liegt im mittleren der drei Landkreise. Dort wartet am Bahnhof Isabell Flora Berisha Lorenzo del Campo von Taxi Dahlke auf Fahrgäste. (Foto: Jörn-Götz G. Dahlke)
Dietmar Fund

Am 5. Mai 2022 haben in Marbach am Neckar Unternehmerinnen und Unternehmer aus den drei Landkreisen Böblingen, Ludwigsburg und Rems-Murr miteinander beraten, wie sie im Falle ihres am 10. März 2022 gemeinsam gestellten Tarifantrags weiter vorgehen möchten. Gastgeber war der Marbacher Unternehmer Jörn-Götz G. Dahlke, der den Antrag gemeinsam mit Uwe Schwarzenberg aus Böblingen und Franz und Martina Görlich aus Backnang im Rems-Murr-Kreis gestellt hat. Sie hatten weitere Kolleginnen und Kollegen zu Gast, mit denen sie gut zusammenarbeiten.

Das Quartett hat bei seiner Antragstellung darauf verwiesen, dass in ihrem Tarifgebiet für den übrigen Öffentlichen Personen-Nahverkehr (ÖPNV) einheitliche Tarife gelten. Daher sollten ihrer Meinung nach die Taxen als ein wesentlicher Baustein des ÖPNV im Sinne ihrer Fahrgäste einen transparenten und auskömmlichen Fahrpreis bekommen.

Parallel zur Antragstellung hat das Unternehmer-Quartett das Regionalparlament und die für ihre Region zuständigen Landtagsabgeordneten angeschrieben. Sie wurden auf die Problematik der Vereinheitlichung der Tarife und die Anerkennung als wesentlichen Bestandteil des ÖPNV hingewiesen.

Die Resonanz der Parlamentarier und Abgeordneten war zwar sehr unterschiedlich, aber vor allem durch zwei Herren auch erfolgreich. So macht sich ein Mitglied des Regionalparlaments (CDU) für uns stark. Die FDP im Landtag, vertreten auch den verkehrspolitischen Sprecher, möchte gar einen Antrag zur Stellung des Taxigewerbes in Baden-Württemberg einreichen“, schreibt Dahlke.

Bei den Landratsämtern in Böblingen und in Ludwigsburg sei der Tarifantrag positiv aufgenommen worden, aber das Landratsamt des Rems-Murr-Kreises in Waiblingen hielte die Preisanpassungen als überzogen, ohne das mit Argumenten oder Kalkulationen zu belegen. Die zuständige Mitarbeiterin handle seinem Eindruck nach nach dem „Gutsherrenprinzip“ und behaupte, dies diene dem Schutz des Gewerbes.

Die drei aktiven Unternehmer und die Unternehmerin wollen sich davon nicht entmutigen lassen und werden nun die Landratsämter anschreiben, um eine möglichst schnelle Bearbeitung ihres Tarifantrags zu erreichen. Auch sie beobachten „Marktbegleiter“, die grundsätzlich immer gegen Preisanpassungen seien, und vermuten dabei einen Zusammenhang zu „doppelter Buchführung“.

Die drei Landkreise grenzen aneinander. Sie umschließen die Landeshauptstadt Stuttgart vom Südwesten bis in den Nordosten. Jörn-Götz G. Dahlke und Uwe Schwarzenberg sind Vorstandsmitglieder des TVD Baden-Württemberg.

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