Taxi-Wettbewerber ioki sieht großes Potenzial für On-Demand-Verkehre

Laut einer Studie des Mobilitätsanbieters könnten On-Demand-Verkehre auf dem Land eine Menge privat genutzter Pkw ersetzen und so einen Beitrag zum Klimaschutz leisten.

Insbesondere in ländlichen Regionen dürfte das Potenzial für neue Mobilitätsformen wie On-Demand-Verkehre groß sein, auch wenn sie dort schwieriger zu organisieren sind als in Ballungsräumen. (Foto: Dietmar Fund)
Insbesondere in ländlichen Regionen dürfte das Potenzial für neue Mobilitätsformen wie On-Demand-Verkehre groß sein, auch wenn sie dort schwieriger zu organisieren sind als in Ballungsräumen. (Foto: Dietmar Fund)
Dietmar Fund

Jeder vierte deutsche Haushalt besitzt mehr als einen Pkw, vor allem im ländlichen Raum. Insgesamt 42 Millionen deutsche Haushalte besitzen 12 Millionen Zweit-, Dritt- oder Viertwagen. Diese Autos könnten durch 380.000 Fahrzeuge ersetzt werden, die on Demand verkehren. Wenn 12 Millionen Pkw wegfallen, könnte man rund 15 Millionen Tonnen Kohlendioxid pro Jahr einsparen. Dies entspricht einem Zehntel des derzeit durch den Verkehr verursachten Kohlendioxid-Ausstoßes. Zu diesen Ergebnissen kommen Mobilitätsforscherinnen und Forscher von ioki Mobility Analytics in einer Studie, die die Muttergesellschaft ioki in Auftrag gegeben und Ende Oktober 2021 veröffentlicht hat.

In der Studie wurde das Mobilitätsangebot in den Innenstädten sowie im ländlichen Raum untersucht. Dabei sollte das Potenzial von On-Demand-, Pooling- und Sharing-Angeboten ermittelt werden. Die „Forschungsabteilung“ analysiert für Städte, Gemeinden und Verkehrsträger die aktuelle Mobilitäts- und Angebotssituation und will daraus „effiziente verkehrsmittelübergreifende Verkehrskonzepte“ ableiten.

Mehr als 60 Mobilitätsanalysen seien bereits gemacht worden, schreibt das Unternehmen. Die DB-Tochter ioki betreibe bereits über 65 On-Demand-Verkehre. Für ioki arbeiteten mehr als 115 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die Deutsche Bahn habe in den letzten drei Jahren rund 330 On-Demand-Verkehre mit flexiblen Fahrzeiten und Haltestellen in den Öffentlichen Personen-Nahverkehr (ÖPNV) integriert und damit rund 7 Millionen Fahrgäste befördert.

Von Taxis und Mietwagen ist bei ioki nicht die Rede. Taxi- und Mietwagenbetriebe sollten daher in ihren Regionen Diskussionen über neue Mobilitätskonzepte aufmerksam verfolgen und zusehen, dass sie sich einklinken können und bei neuen Planungen nicht vergessen werden. Eine Handvoll Taxibetriebe in Deutschland konnte sich bereits als Partner von On-Demand-Verkehren etablieren, die in der Regel von Konzessionsinhabern aus dem Bereich des Linienverkehrs organisiert werden (taxi heute berichtete).

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