Robotaxis in Luxemburg - Chinesisch-französische Kooperation
Der Automobilkonzern Stellantis und das Technologieunternehmen Pony.ai wollen gemeinsam die Entwicklung autonomer Fahrzeuge in Europa vorantreiben. Laut einer Mitteilung der Unternehmen vom 17. Oktober 2025 haben beide Partner eine unverbindliche Absichtserklärung unterzeichnet, um Robotaxi-Lösungen auf Basis von batterieelektrischen Fahrzeugen zu entwickeln und zu erproben.
Die Kooperation sieht vor, die fortschrittliche Software für autonomes Fahren von Pony.ai mit der AV-Ready Medium-Size Van (K0)-Plattform von Stellantis in der vollelektrischen Variante zu kombinieren. Damit sollen Fahrzeuge entstehen, die dem Automatisierungsgrad des SAE-Levels 4 entsprechen – also hochautomatisiert fahren können, ohne dass eine Person dauerhaft eingreifen muss.
Testbetrieb startet in Luxemburg
Der praktische Teil der Zusammenarbeit beginnt in Luxemburg. Dort sollen in den kommenden Monaten erste Testfahrzeuge auf Basis des Peugeot e-Traveller eingesetzt werden. Von 2026 an planen die Unternehmen eine schrittweise Einführung in europäischen Städten. Ziel sei es laut Unternehmensangaben, die Systeme unter realen Bedingungen auf Sicherheit, Leistungsfähigkeit und die Einhaltung gesetzlicher Anforderungen zu prüfen.
Pony.ai steuert die Software und Erfahrung aus bisherigen Projekten in Asien und Nordamerika bei, während Stellantis die Plattform und Fahrzeugarchitektur liefert. Die Tests werden von der europäischen Niederlassung von Pony.ai mit Sitz in Luxemburg koordiniert.
Fokus auf leichte Nutzfahrzeuge
Die Entwicklung konzentriert sich zunächst auf mittelgroße, vollelektrische Transporter. Dieses Fahrzeugsegment gilt laut Stellantis als besonders geeignet für den Robotaxi-Einsatz, da Größe, Flexibilität, Gesamtbetriebskosten und Effizienz einen wirtschaftlichen Einsatz ermöglichen. Der Konzern will damit seine Position als führender Anbieter leichter Nutzfahrzeuge in Europa stärken.
„Vollautomatisierte Fahrzeuge, die keine Fahrer erfordern, haben das Potenzial, die Art und Weise, wie sich Menschen in unseren Städten bewegen, zu verändern. Sie können sichere und erschwingliche Optionen bieten“, sagte Ned Curic, Chief Engineering & Technology Officer von Stellantis. „Um diese Vision zu realisieren, haben wir die AV-Ready-Plattformen von Stellantis entwickelt und arbeiten mit den besten Akteuren der Branche zusammen. Pony.ai zeichnet sich durch technisches Know-how und einen kollaborativen Ansatz aus.“
Auch Pony.ai sieht in der Kooperation einen wichtigen Schritt in Richtung europäischer Marktpräsenz. Gründer und CEO Dr. James Peng betonte, die starke Markenpräsenz und Marktposition von Stellantis mache den Konzern zum idealen Partner, um das Wachstum des Technologieunternehmens in Europa zu beschleunigen.
„Wir freuen uns, mit Stellantis zusammenzuarbeiten, um unsere Technologie für autonome Mobilität nach Europa zu bringen“, sagte Dr. James Peng, Gründer und CEO von Pony.ai. „Ihre starke Präsenz in Europa und ihr Portfolio an ikonischen Marken machen sie zum idealen Partner, um unser Wachstum in diesem Schlüsselmarkt zu beschleunigen.“
Technologie mit Zukunftspotenzial
Die von Stellantis entwickelte AV-Ready-Plattform ist laut Unternehmensangaben bereits für den hochautomatisierten Betrieb vorbereitet. Sie wurde mit Systemredundanzen und moderner Sensortechnik ausgestattet, um die Integration von Software für autonomes Fahren zu ermöglichen. Der Fokus liegt auf Sicherheit und Zuverlässigkeit im sogenannten „Hands-off, Eyes-off“-Betrieb.
Obwohl die Partnerschaft zunächst auf Personenbeförderung ausgerichtet ist, legt sie gleichzeitig den Grundstein für eine breitere Anwendung, die möglicherweise autonome Mobilitätsdienste für Waren und Personen umfassen könnte. Damit würde die Zusammenarbeit einen Grundstein für ein breiteres Spektrum automatisierter Mobilitätsdienste legen.
Die Kooperation ist ein Hinweis darauf, dass autonome und elektrische Nutzfahrzeuge zunehmend praxisrelevant werden. Zwar bleibt der Serienbetrieb solcher Fahrzeuge in Europa vorerst Zukunftsmusik, doch die Kombination aus Elektromobilität, Softwareintegration und sicherheitsrelevanter Redundanz zeigt, wohin sich betriebliche Mobilitätskonzepte entwickeln.
Sollten sich die Testfahrzeuge im Alltag bewähren, könnten künftig autonome Transport- oder Shuttle-Dienste zur Ergänzung betrieblicher Flotten werden – insbesondere dort, wo Nachhaltigkeit und Effizienz gleichermaßen gefragt sind. Bis dahin bleibt die Frage offen, ob die Technik schneller reift als die rechtlichen Rahmenbedingungen.(av, Quelle: Stellantis )
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