„Mobilität ist immer auch sozial“ - BVTM trifft Linken-Abgeordneten Luigi Pantisano

Während der Bundestag in die parlamentarische Sommerpause geht, bleibt der Bundesverband Taxi und Mietwagen (BVTM) politisch nicht untätig. Ein Gespräch über Verkehrspolitik, urbane Realität – und stille Baustellen im Berliner Regierungsbetrieb.

In einer Video-Konferenz tauschten sich BVTM-Hauptgeschäftsführer Michael Oppermann, BVTM-Präsident Herwig Kollar und der Abgeordnete der Linken, Luigi Pantisano (von li. nach re.) aus.| Foto: BVTM
In einer Video-Konferenz tauschten sich BVTM-Hauptgeschäftsführer Michael Oppermann, BVTM-Präsident Herwig Kollar und der Abgeordnete der Linken, Luigi Pantisano (von li. nach re.) aus.| Foto: BVTM

In dieser Woche trafen sich Präsident Herwig Kollar und Geschäftsführer Michael Oppermann zu einer Videokonferenz mit dem Bundestagsabgeordneten Luigi Pantisano von der Linksfraktion. Der Austausch war geplant, bevor Berlin in den Ferienmodus ging – und er kam nicht zufällig zustande.

Pantisano ist erst seit kurzem im Parlament, doch seine politische Biografie reicht über viele Jahre kommunalpolitischer Arbeit in Stuttgart zurück. Der studierte Stadtplaner und Architekt bringt Erfahrung aus dem kommunalen Maschinenraum mit – dort, wo Verkehrspolitik unmittelbar auf den Alltag trifft. Dass er damit auch für die Belange des Taxigewerbes offen ist, sei im Gespräch deutlich geworden, sagt Kollar:

„Er kennt die Herausforderungen der Städte und begegnet unseren Themen mit großer Ernsthaftigkeit.“

Es ging in der Runde nicht um Gesetzesentwürfe oder politische Absichtserklärungen. Vielmehr wollten die Verbandsspitze und der Oppositionspolitiker strukturelle Fragen beleuchten – und Potenziale für weitere Zusammenarbeit ausloten. Ein Gespräch, das auch die Realität eines politischen Betriebs widerspiegelt, in dem Opposition häufig Beobachterrolle bedeutet – aber nicht tatenloses Zusehen.

Michael Oppermann betont den Wert der Perspektive, die Pantisano in die Debatte einbringt:

„Sein Blick auf Mobilität ist analytisch, aber auch menschenbezogen. Er denkt Verkehr nicht nur technisch, sondern immer auch sozial.“

Für die Interessenvertretung des Taxigewerbes sei das ein wichtiger Zugang – gerade mit Blick auf städtische Mobilitätsräume, die zunehmend von konkurrierenden Interessen geprägt sind.

Pantisano habe zugesagt, das Thema Taxi an entscheidenden Stellen sichtbar zu machen – auch jenseits der großen Schlagzeilen. Aufmerksamkeit für vernachlässigte Aspekte der Verkehrspolitik ist ein Ziel, das beide Seiten teilen. Der Verband plant, den Austausch fortzusetzen.

Ein nächster Anlass ist bereits gesetzt: Am 15. Oktober wird Pantisano auf dem Parlamentarischen Taxiabend in Berlin erwartet – dort trifft er dann auf verkehrspolitische Sprecherinnen und Sprecher aus CDU, SPD und Grünen. Ein Podium, das Gelegenheit bietet, die Gesprächsfäden weiterzuspinnen – und politische Linien zu markieren.

Denn auch wenn das Sommerloch traditionsgemäß wenig Bewegung verspricht: Die verkehrspolitischen Fragen der kommenden Monate sind alles andere als pausenreif.

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