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Südbaden: Mindestlohn steigerte Personalkosten

Durch die organisatorischen Auswirkungen des Mindestlohns sind die Personalkosten südbadischer Taxi- und Mietwagenunternehmer um bis zu 20 Prozent gestiegen.
Markus Strecker berichtete von Überlegungen der AOK, die bundesweit relevant sind. (Foto: Dietmar Fund)
Markus Strecker berichtete von Überlegungen der AOK, die bundesweit relevant sind. (Foto: Dietmar Fund)
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Dietmar Fund

Die Einführung des Mindestlohns hat das Taxi- und Mietwagengewerbe in Südbaden stärker getroffen als anzunehmen war. Verantwortlich dafür war nicht die Höhe des Mindestlohns, sondern die mit ihm verbundene Pflicht-Dokumentationen von Arbeits- und Bereitschaftszeiten. Sie hätten zu kürzeren Schichtzeiten geführt und wegen der Betriebspflicht viele Betriebe zur Umorganisation und zur Umstellung ihres Vergütungssystems gezwungen. Daher sei der Anteil der Personal- an den Gesamtkosten je nach Unternehmensstruktur um bis zu 20 Prozent gestiegen. Das berichtete Dipl.-Ing. Markus Strecker, Geschäftsführer des Verbandes des Verkehrsgewerbes Südbaden, am 2. Juli 2016 bei der 38. Fachversammlung Taxi und Mietwagen in Freiburg.

Wie Strecker erläuterte, wurden Anträge auf Tariferhöhungen um bis zu 20 Prozent wenigstens im Wesentlichen antragsgemäß beschieden. Bei Rahmenverhandlungen mit den Krankenkassen sei es den drei baden-württembergischen Verbänden mit den Südbadenern als Verhandlungsführern gelungen, die regionalen Taxitarife als Basis für rund 80 Prozent der Krankenfahrten beizubehalten. Das habe den Vorteil, dass sich die Konditionen für die Krankenfahrten nach Erhöhungen der Taxitarife automatisch anpassten. Der Abschlag für die AOK habe von 10 auf 9 Prozent gesenkt werden können, während man vor einigen Jahren noch bei 15 Prozent gelegen habe.

Bei Fahrten mit Taxis über das Pflichtfahrgebiet hinaus oder mit Mietwagen hätten die Verbände gegenüber den Ersatzkassen eine Preissteigerung von 74 auf 85 Cent pro gefahrenen Kilometer für weitere zwei Jahre durchgesetzt. Bei der AOK hingegen habe man nur 80 Cent für eine einjährige Laufzeit erreicht. In diesem Jahr wolle die AOK ihre bundesweite Linie, für solche Fahrten nur noch Besetztkilometer zu bezahlen, auch im Südwesten umsetzen. Das sei aber ohne eine Vergütung von Anfahrstrecken nicht denkbar.

Einen ausführlichen Bericht über die Versammlung bringt taxi heute in der Ausgabe 8-9/2016.

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