Taxi-Unternehmersterben wird von den Krankenkassen in Mecklenburg-Vorpommern nicht ernst genommen
Maik Göricke, ebenfalls Vorstandsmitglied des Landesverbandes für das Taxi – und Mietwagengewerbe Mecklenburg - Vorpommern e.V., sagte bei der Mitgliederversammlung am 29. November 2025:
„In den letzten 24 Jahren mussten 70 Prozent der Taxi- und Mietwagenunternehmen in Mecklenburg-Vorpommern ihr Geschäft aufgeben, da die Einnahmen, insbesondere bei Krankenfahrten, nicht ausreichten, um den Kostendruck standzuhalten. In den nächsten drei Jahren werden nach unserer Prognose weitere 30 Prozent der noch bestehenden Unternehmer aufgeben, wenn sich nichts ändert.“
Die AOK, Barmer, IKK usw. verlangten, dass man im ländlichen Raum im Schnitt 20 Kilometer kostenlos zu ihren Versicherten anfahre und dann noch 30 Prozent unterhalb der Kassenvergütung dichter besiedelter Bundesländer befördere, so Göricke weiter.
„Seit Jahrzehnten nutzen die Krankenkassen in Mecklenburg-Vorpommern das kleinteilige Taxi- und Mietwagengewerbe extrem aus. Verhandlungen gleichen stets einem Diktat.“, sagt Christian Teetz, ebenfalls Vorstandsmitglied des Verbands.
Im Vergleich zu den bisherigen Verhandlungen habe man sich dieses Mal fachlich extrem gut vorbereitet und organisatorisch eine historische Einigkeit erzeugt. Das passe den Kassenvertretern natürlich nicht, betont Göricke.
„Sie verschließen sich vor Fakten, Mathematik und behaupten, unsere Forderung würde zu Beitragssteigerungen führen. Unsere komplette unverhandelte Forderung würde beispielsweise bei der AOK NO zu einem Anstieg der Gesamtkosten von minimalen 0,148 Prozent führen. Bei den anderen Kassen reden wir von 0,05 Prozent. Wer uns da Beitragssteigerungen in die Schuhe schieben möchte und gleichzeitig Beitragsmehreinnahmen von 10 Prozent in den Jahren 2025 und 2026 einkassiert, der lügt und meint die Taxi- und Mietwagenunternehmer könnten nicht rechnen“, sagt Maik Göricke.
Hier würden „Äpfel mit Birnen“ verglichen
Pressemeldungen sei zu entnehmen, dass die Kassen meinten, die angebotene Steigerung (5,17 %) für Krankenbeförderungen würden deutlich über denen des öffentlichen Dienstes (5,8 %) liegen. An den Birnen- und Äpfel-Vergleich sei laut Göricke ganz klar zu erkennen, dass hier die Argumente und Sachlichkeit fehlen.
„Scheinbar auch ein Zeichen für unzufriedene Gehaltssteigerungen im eigenen Haus. Weiterhin vermelden die Kassen, dass die Vergütungen in Mecklenburg-Vorpommern im Vergleich mit denen in Berlin-Brandenburg auf dem gleichen Niveau legen. Das stimmt, aber auch dort haben sich die Taxi- und Mietwagenunternehmer solidarisiert und fordern deutlich mehr von den Kassen, als angeboten. Das Taxi- und Mietwagengewerbe hat sich länderübergreifend zwar noch nicht abgesprochen, jedoch können wir alle rechnen“, sagt Maik Göricke.
Man müsse sich die diesjährigen Verhandlungen mit den Kassen so vorstellen, dass man als Verband fachlich und sachlich richtig vortragen, dass 1 Meter 100 Zentimeter habe und die Kassenvertreter verstehen das natürlich, aber dennoch habe bei uns der Meter nur 20 Zentimeter. Alles andere würde zu einer Verlängerung des Meterstabes führen, sagt die stellvertretende Vorsitzende, Nadja Sabielny.
Versicherte können die Taxi-Quittung bei der Krankenkasse einreichen
„Damit ist jetzt Schluss! Ab dem 1. Januar 2026 können wir nicht mehr gewährleisten, dass Versicherte im Rahmen des Kassen-Rahmenvertrags befördert werden“, sagt Christian Teetz. Er sagt weiter: „Wir werden alle Menschen befördern. Das an uns bezahlte Geld, können sich die Versicherten mit der Quittung bei ihren Krankenkassen erstatten lassen.“
Nach unserem Kenntnisstand sehen die Aufsichtsbehörden des Taxi- und Mietwagengewerbes in Mecklenburg-Vorpommern die Kassenvergütungen ebenfalls kritisch, da sie das Taxi-Gewerbe in seiner Existenz bedrohen.
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