Riyadh Air und Uber: Wenn Flugzeug und Fahrdienst sich die Klinke reichen

Wenn künftig jemand in Riad aus dem Flieger steigt und im selben digitalen Konto schon das Auto vor der Tür gebucht ist – dann ist das keine Zukunftsvision mehr, sondern Teil eines strategischen Plans. Die neue saudische Fluggesellschaft Riyadh Air und Uber haben kürzlich eine langfristige Kooperation angekündigt, die genau das erreichen will: eine nahtlose, integrierte Reise vom Abflug bis zum Ziel.

Riyadh Air und Uber wollen eng kooperieren - übrigens mit Fahrzeugen der Firma Lucid, an der Saudi Arabien Anteile hält.| Foto: Riyadh Air
Riyadh Air und Uber wollen eng kooperieren - übrigens mit Fahrzeugen der Firma Lucid, an der Saudi Arabien Anteile hält.| Foto: Riyadh Air

Am Rand einer feierlichen Zeremonie in der Boeing-Fabrik in Charleston (USA) besiegelten beide Unternehmen ihre Zusammenarbeit. Damit verpflichten sie sich, ihre Systeme zu verzahnen und das Erlebnis für Reisende von Anfang bis Ende zu verbessern – insbesondere in Saudi-Arabien, aber auch international. Uber-Dienste sollen in das digitale Ökosystem von Riyadh Air eingebunden werden, sodass Passagiere direkt im Buchungsprozess auch ihren „Last Mile“-Transport planen können. Für Mitglieder des künftigen Treueprogramms der Fluggesellschaft sind exklusive Vorteile vorgesehen.

Was ändert sich – und für wen?

Für Kunden soll es nun keine separaten Apps mehr für Flug und Weiterfahrt, weniger umständliche Koordination und weniger Wartezeit geben. Der Ansatz ist nicht neu, aber Riyadh Air und Uber streben hier eine sehr enge Integration an – ein Zusammenspiel, das im Nahen Osten vermutlich schneller umgesetzt werden kann als in Europa mit seinen fragmentierten Verkehrsstrukturen.

Für Taxi- und Mietwagenunternehmen ein bedenkliches Signal

Der Anspruch der Kunden an reibungslose Verknüpfung von Mobilität wird immer stärker. Wer in solchen Netzwerken mitspielen will, muss technologisch gerüstet sein. Gleichzeitig wächst der Wettbewerbsdruck, wenn Mobilitätsplattformen noch stärker automatisiert den Zuschlag für Fahrdienste vergeben können.

In Regionen mit geringer digitaler Infrastruktur (oder wo Regulierungen restriktiver sind als in den arabischen Staaten) kann die Umsetzung allerdings schwieriger sein. Auch Datenschutz, Schnittstellen-Standards oder Verbindungsqualität werden entscheidende Faktoren. Also noch kein Modell für Europa – aber ein Warnschuss, den das Taxi-Gewerbe wahrnehmen sollte, um sich digital besser aufzustellen!

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