Was die erste Sitzprobe schon erahnen ließ, bestätigte ein zweiter Eindruck bei der Fahrvorstellung: Mit dem T-Modell der neuen C-Klasse könnte Mercedes-Benz so manchen Taxi- und Mietwagenunternehmer ansprechen, dem es nicht auf das letzte Quäntchen Fahrgast- und Kofferraum ankommt, aber dafür auf ein sportliches Outfit und einen modernen Innenraum.
Die neue kompakte Größe „vom Stern“ hat einen längeren Sitzverstellbereich vorn. Wer ihn ausnutzt, kann dahinter keinen erwachsenen Fahrgast mehr platzieren. Wenn der Taxifahrer aber nicht ganz unten sitzt, ein wenig nach vorn rückt und den ebenfalls stets höhenverstellbaren Beifahrersitz ähnlich einstellt, sitzen hinten auch zwei große und breite Fahrgäste bequem, ohne mit den Knien in die Vordersitzlehne zu drücken. Trotz eines leichten Breitenzuwachses ist der Mittelplatz nur Jugendlichen zumutbar.
Der Kofferraum hat eine passable Größe für drei Fahrgäste und ihr Gepäck. Er lässt sich über die niedrige Ladekante gut beladen. Zur Erweiterung des Kofferraums hat jedes T-Modell der C-Klasse Tasten an der Heckklappe und an den C-Säulen, mit denen man elektrisch die im Verhältnis 40:20:40 geteilte Lehne der Sitzbank absenken kann. Es entsteht dann eine beinahe ebene Ladefläche ohne Stufe. Die Heckklappe kann man für 400 Euro von der Fahrertüre aus elektrisch öffnen oder für 990 Euro als Bestandteil eines Pakets mit dem schlüssellosen Zugangssystem per Beinschwenk.
Bei der Fahrvorstellung am 22./23. Juli 2014 waren zwischen dem Taunus und der Pfalz leider nur das stärkste Dieselmodell C 250 BlueTec und das noch nicht eingepreiste Hybridmodell C 300 Hybrid zu fahren. Der C 250 BlueTec ist mit 150 kW/204 PS und seiner serienmäßigen Siebengang-Wandlerautomatik souverän motorisiert und höchstens ein Fall für selbstfahrende Unternehmer. Das gilt erst recht für den vermutlich noch ein gutes Stück teurer werdenden C 300 BlueTec Hybrid. Bei ihm wird der Dieselmotor des C 250 BlueTec noch von einem 20 kW/27 PS leistenden Elektromotor unterstützt. Er lädt je nach dem gewählten Fahrprogramm beim antriebslosen Segeln oder beim Abbremsen die Batterie wieder auf, solange die noch aufnahmefähig ist. Nur selten rollte der Hybrid rein elektromotorisch. Das Zusammenspiel mit dem Dieselmotor funktionierte aber reibungslos.
Wer die Siebengang-Automatik mit bestellt, kann zwischen mehreren Fahrprogrammen wählen, die unter anderem die Gasannahme und die Schaltzeitpunkte beeinflussen. Für das mobile Gewerbe ist das ebenso verzichtbar wie die bei der Vorstellung aufgezogenen Sonderausstattungs-Räder mit 18 Zoll Durchmesser, die noch einen erstaunlich geschmeidigen Abrollkomfort boten. Die serienmäßigen 16-Zoll-Aluräder dürften auch ohne die optionale Luftfederung für eine ausgewogene Fahrwerksabstimmung sorgen. Nachzuprüfen war dies freilich nicht.
Entscheidend für den Erfolg des erstmals seit langem wieder als Taxi erhältlichen T-Modells der C-Klasse im Gewerbe dürfte seine Einpreisung werden. Vorerst kann man das Sondermodell „Das Taxi“ nur für das T-Modell des C 220 BlueTec bestellen. Seine 24 Taxi-spezifischen Einzelposten, unter anderem eine Zweizonen-Klimaautomatik, die Siebengang-Automatik, zwei integrierte Kindersitze, das Taxi-Dachzeichen und alle Vorrüstungen lassen nichts Wichtiges vermissen. Serienmäßig ist mit dem Abstands- und Kollisionswarner sogar ein System, das manchen Auffahrunfall vermeiden oder weniger folgenreich gestalten könnte. So kostet das Sondermodell 30.100 Euro. Im Vergleich dazu kommt das T-Modell der E-Klasse als E 200 BlueTec „Das Taxi“ auf 31.900 Euro und als E 220 BlueTec „Das Taxi“ mit Neungang-Automatik auf 33.600 Euro.
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