Taxi-Korso führt nach Wiesbaden

Das hessische Taxigewerbe möchte den hessischen Verkehrsminister vor den Folgen der geplanten Novelle des Personenbeförderungsgesetzes warnen.

Hans-Peter Kratz hat einen Taxi-Korso organisiert, der zur hessischen Staatskanzlei in Wiesbaden führt. (Foto: Dietmar Fund)
Hans-Peter Kratz hat einen Taxi-Korso organisiert, der zur hessischen Staatskanzlei in Wiesbaden führt. (Foto: Dietmar Fund)
Dietmar Fund

Am 1. März 2021 um 11 Uhr bekommt der hessische Verkehrsminister Tarek al-Wazir (Die Grünen) Besuch vom hessischen Verkehrsgewerbe. Mit einem Taxi-Korso mit mehreren Hundert Fahrzeugen möchte Hans-Peter Kratz, Vorsitzender des Landesverbandes Hessen für das Personenbeförderungsgewerbe, in der Staatskanzlei öffentlichkeitswirksam einen Offenen Brief an den Minister übergeben.

„Unser Gewerbe hat nun endgültig die Nase voll von dem stümperhaften Agieren, dem Anbiedern an Uber und FreeNow, dem Frontalangriff auf den öffentlichen Personennahverkehr durch Bundesverkehrsminister Scheuer und die FDP. Wir fordern, dass die Kannibalisierung des öffentlichen Personennahverkehrs durch die sogenannten innovativen Fahrdienste gestoppt wird. Und wir fordern, dass die Verbraucher ihren Anspruch auf gesicherte Mobilität und verlässliche, staatlich festgelegte Preise, auch auf dem Land und den Stadtrandbezirken, behalten. Schließlich dürfen die Städte nicht durch noch mehr fahrenden und ruhenden Verkehr belastet werden,“ schrieb der streitbare hessische Vorsitzende im Vorfeld.

Kratz wandte sich auch gegen weitere prekäre Arbeitsverhältnisse ohne soziale Absicherung und erklärte, Deutschland brauche keine „parasitären Unternehmen“, die hierzulande keine Steuern und Abgaben zahlten. Das Land brauche auch keinen Bundesverkehrsminister, der weiterhin Milliarden Steuergelder in den Sand setze, nur die Interessen von Großkonzernen vertrete und den Bürgern Märchen aus der fernen Zukunft autonom fahrender Fahrzeuge erzähle.

Das Taxi-Gewerbe fordere die hessische Landesregierung auf, die Interessen ihrer Bürger im Bundesrat zu vertreten und den Entschließungsantrag der Länder Baden-Württemberg, Berlin, Bremen und Hamburg zu unterstützen, schreibt der Verband abschließend. Hintergrund seiner Aktion ist die zweite Lesung des Personenbeförderungsgesetzes im Bundestag am Freitag, dem 5. März 2021.

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