Taxiunternehmer schreibt Abgeordnete an

Ein Unternehmer aus Bergen auf Rügen hat 50 Bundestagsabgeordnete auf die Konsequenzen des Mindestlohns für seine Branche angesprochen. Nur einer antwortete ihm.
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Der Taxiunternehmer Oliver Gurk aus Bergen auf Rügen hat Anfang Juni mehr als 50 Abgeordnete des Deutschen Bundestages auf die Konsequenzen des Mindestlohns für seine Arbeit angesprochen. Er schilderte ihnen, dass er und seine Kollegen momentan dazu gezwungen seien, Krankenfahrten für einen Euro pro Kilometer zu erledigen, obwohl sie 1,70 Euro zum Überleben bräuchten und nach der Einführung des Mindestlohns mindestens 2,20 Euro verlangen müssten. Der Mindestlohn für eine achteinhalb Stunden umfassende Schicht wäre höher als mancher Tagesumsatz, von dem ja auch noch die Fahrzeugkosten zu bestreiten seien.

Gurk schrieb den Volksvertretern außerdem, dass er gezwungen sei, Mitarbeiter zu entlassen. Dabei wollten seine Kollegen lieber etwas weniger verdienen, aber dafür in Arbeit bleiben, anstatt sich beim Arbeitsamt wie Bittsteller zu fühlen.

Bis Ende Juni kamen nur zwei Eingangsmeldungen und ein Antwortbrief im Auftrag von Volker Kauder, dem Vorsitzenden der CDU/CSU- Fraktion im Deutschen Bundestag. Er verwies auf Bestrebungen, über einen Branchentarifvertrag langsamer in den Mindestlohn einzusteigen, und versprach, dass seine Fraktion für Tarifübergangsregelungen oder für bestimmte branchenspezifische Herausforderungen Präzisierungen bei den Beratungen einbringen werde.

Oliver Gurk hatte Volker Kauder schon einmal über die Insel Rügen gefahren. Der Unternehmer fährt seit 25 Jahren Taxi und hat heute vier Taxen und fünf Mitarbeiter, die in Vollzeit bei ihm beschäftigt sind.

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