London sperrt Oxford Street: Taxis müssen draußen bleiben

(dpa/tk) London verbannt Autos, Busse und Taxis von einem Abschnitt seiner berühmtesten Einkaufsstraße. Die Stadt will die Oxford Street attraktiver machen und den Einzelhandel beleben. Für das Taxigewerbe bedeutet die neue Fußgängerzone längere Wege, neue Haltepunkte und die Frage, wie sich Fahrgäste künftig möglichst nah ans Ziel bringen lassen.

Schwarze Taxis und Busse fahren auf der Oxford Street, während die Vorbereitungen für die Umwandlung der Einkaufsstraße in eine Fußgängerzone laufen.| Foto: Maja Smiejkowska-dpa
Schwarze Taxis und Busse fahren auf der Oxford Street, während die Vorbereitungen für die Umwandlung der Einkaufsstraße in eine Fußgängerzone laufen.| Foto: Maja Smiejkowska-dpa

Wer künftig ein Taxi zur Londoner Oxford Street bestellt, muss genauer planen. Seit Montag ist ein knapp ein Kilometer langer Abschnitt zwischen Orchard Street und Great Portland Street vollständig für Autos, Busse, Taxis und Fahrräder gesperrt. Bislang durften Taxis die Strecke montags bis samstags zwischen 7 und 19 Uhr trotz des allgemeinen Fahrverbots befahren. Diese Ausnahme fällt nun weg. An mehreren Stellen können Fahrzeuge die neue Fußgängerzone allerdings weiterhin kreuzen.

Für das Taxigewerbe verändert sich damit eine wichtige Verkehrsachse im Zentrum der britischen Hauptstadt. Gerade bei Einkaufsfahrten, Hoteltransfers oder der Abholung älterer und mobilitätseingeschränkter Fahrgäste kommt es darauf an, möglichst nah an den Eingang zu gelangen. Wo das künftig möglich ist, hängt von den verbleibenden Zufahrten und den ausgewiesenen Haltepunkten ab. Taxiunternehmen und Vermittler müssen ihre Routenplanung entsprechend anpassen und Fahrgäste gegebenenfalls auf neue Abholorte hinweisen. Die Stadt verfolgt mit der Sperrung ein wirtschaftliches Ziel: Mehr Menschen sollen die Einkaufsstraße besuchen, länger bleiben und Geld ausgeben. Bis zum Frühjahr 2027 sollen mehr als 50 Bäume gepflanzt sowie Stühle und Bänke aufgestellt werden. Das Gesamtprojekt kostet rund 150 Millionen Pfund, umgerechnet etwa 178 Millionen Euro. Eine Verlängerung der Fußgängerzone ist vorgesehen.

Bürgermeister Sadiq Khan bezeichnete den Schritt als Wendepunkt.

„Das ist ein wahrhaft bedeutsamer Moment für die Hauptstadt“, sagte er laut Mitteilung. Die Oxford Street habe sich über Jahrhunderte immer wieder neu erfunden und die britische Kultur geprägt. Jetzt beginne „eine neue Ära für die Straße“.

Der Hintergrund: Die Einkaufsmeile, die täglich rund 500.000 Menschen besuchen, kämpft mit Leerständen und einem Imageverlust. Billigshops und Souvenirläden haben das frühere Luxusimage angekratzt. Mehr Aufenthaltsqualität soll den Handel wieder stärken.

Für Taxiunternehmen bleibt allerdings eine praktische Frage: Wie gut gelingt es, die Bedürfnisse der Fahrgäste mit dem neuen Verkehrskonzept zu vereinbaren? Eine Fußgängerzone kann das Einkaufserlebnis verbessern. Wenn der Weg vom Taxistand zum Geschäft dafür deutlich länger wird, trifft das besonders Menschen, die schlecht zu Fuß sind oder viel Gepäck dabeihaben. Entscheidend wird sein, ob die Stadt geeignete Haltemöglichkeiten am Rand der Sperrzone schafft und den Zugang für mobilitätseingeschränkte Fahrgäste zuverlässig organisiert.

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