Neues London-Taxi kommt 2027: LEVC kündigt nächste Generation des Black Cab an

Das Londoner Black Cab geht in die nächste Runde. Der Hersteller LEVC hat angekündigt, 2027 ein komplett neues Taximodell auf den Markt zu bringen. Geely setzt also mit LEVC auch künftig auf barrierefreie und speziell für den professionellen Personenverkehr entwickelte Fahrzeuge.

Die fünfte Generation des Black Cab steht in den Startlöchern - ab 2027 soll sie bereits auf den Markt kommen.| Foto: LEVC
Die fünfte Generation des Black Cab steht in den Startlöchern - ab 2027 soll sie bereits auf den Markt kommen.| Foto: LEVC

Kaum ein Taxi ist weltweit so eng mit einer Stadt verbunden wie das Londoner Black Cab. Seine Silhouette gehört zum Straßenbild der britischen Hauptstadt wie die roten Doppeldeckerbusse oder die Telefonzellen. Nun steht der nächste Generationswechsel bevor: Die London EV Company (LEVC) hat angekündigt, in der zweiten Jahreshälfte 2027 ein komplett neues Black Cab auf den britischen Markt zu bringen. Der Nachfolger des heutigen TX wird von Grund auf neu entwickelt und soll sämtliche Anforderungen erfüllen, die die Londoner Verkehrsbehörde Transport for London (TfL) an lizenzierte Taxis stellt. Damit endet zugleich eine Ära: Die Endmontage des aktuellen TX läuft noch in diesem Monat aus, bevor sich das Werk im englischen Ansty vollständig auf die neue Fahrzeuggeneration vorbereitet.

LEVC - nur als Taxi

Für die Taxi-Branche ist die Ankündigung von besonderem Interesse. Während viele Hersteller ihre Fahrzeuge primär für Privatkunden oder Lieferdienste entwickeln und erst anschließend Taxi-Umbauten ermöglichen, verfolgt LEVC seit mehr als einem Jahrhundert einen anderen Ansatz. Das Unternehmen konstruiert seine Fahrzeuge speziell für den professionellen Personenverkehr. Diese Philosophie soll auch beim Nachfolger des TX erhalten bleiben. LEVC verspricht ein Fahrzeug, das die Anforderungen von Fahrern, Fahrgästen, Flottenbetreibern und Städten gleichermaßen berücksichtigen soll. Im Mittelpunkt stehen dabei Barrierefreiheit, Alltagstauglichkeit und Langlebigkeit – Eigenschaften, die auch für viele Taxiunternehmen in Deutschland zunehmend an Bedeutung gewinnen.

Inklusion inklusive

Gerade im Bereich der Inklusionstaxis wird die Auswahl geeigneter Fahrzeuge immer wichtiger. Kommunen und Verkehrsunternehmen fordern mehr barrierefreie Mobilität, während gleichzeitig die Elektrifizierung der Flotten voranschreitet. Das Londoner Black Cab gilt seit Jahren als Referenz dafür, wie sich beide Anforderungen miteinander verbinden lassen. Der aktuelle TX, der 2018 eingeführt wurde, war das erste serienmäßige London-Taxi mit elektrifiziertem Antrieb. Nach Angaben des Herstellers wurden bislang weltweit mehr als 12.000 Fahrzeuge verkauft. LEVC beziffert die dadurch vermiedenen CO₂-Emissionen auf mehr als 450 Millionen Kilogramm. Zudem seien die Stickoxid-Emissionen der Londoner Taxiflotte seit Einführung des Modells um rund 60 Prozent gesunken.

Auch beim Nachfolger sollen Nachhaltigkeit und Luftreinhaltung zentrale Entwicklungsziele bleiben. Technische Details hält das Unternehmen allerdings noch zurück. Bekannt ist lediglich, dass das neue Modell auf den Erfahrungen des TX aufbauen und gleichzeitig bei Design, Technologie und Bedienbarkeit neue Wege gehen soll.

Moderne Technik in Hülle mit „Wiedererkennungewert“

Erste veröffentlichte Designskizzen zeigen eine vorsichtige Weiterentwicklung des bekannten Erscheinungsbildes. Das Fahrzeug bleibt auf den ersten Blick als Black Cab erkennbar, wirkt jedoch kantiger und moderner. Damit verfolgt LEVC einen ähnlichen Weg wie viele Hersteller von Nutzfahrzeugen und Taximodellen: Die Wiedererkennbarkeit soll erhalten bleiben, ohne auf moderne Technik und neue Anforderungen zu verzichten.

„Für mehr als ein Jahrhundert war LEVC ein zentraler Bestandteil urbaner Mobilität, und das Black Cab bleibt eine der vertrauenswürdigsten und bekanntesten Transportlösungen der Welt“, sagt LEVC-Chef Tony Chi. „Die heutige Ankündigung markiert einen wichtigen Meilenstein, da wir bestätigen können, dass das nächste Kapitel bereits begonnen hat.“

Zugleich versucht das Unternehmen, Fahrer und Flottenbetreiber frühzeitig auf den bevorstehenden Wechsel einzustimmen.

„Unser Taxi der nächsten Generation wird alles bewahren, was Fahrer und Fahrgäste am aktuellen TX schätzen, und gleichzeitig einen bedeutenden Schritt bei Design, Innovation und Nachhaltigkeit machen“, erklärt Chi weiter. „Wir wissen, wie wichtig die Zukunft des Black Cab für unsere Partner ist, und möchten deutlich machen, dass LEVC diesem Marktsegment langfristig verpflichtet bleibt.“

Geely investierte bereits mehr als 1. Milliarde Pfund

Möglich wird die Entwicklung auch durch die Unterstützung des chinesischen Geely-Konzerns. Seit der Übernahme investierte Geely nach Unternehmensangaben mehr als eine Milliarde Pfund in LEVC. Das Kapital floss unter anderem in ein neues Werk sowie in die Elektrifizierung der Modellpalette. Für die internationale Taxi-Branche ist die Entwicklung deshalb weit mehr als ein britisches Nischenprojekt. Das Londoner Black Cab dient seit Jahrzehnten als technischer Ideengeber für barrierefreie Taxikonzepte. Viele Lösungen, die heute bei Spezialfahrzeugen für den Personenverkehr selbstverständlich erscheinen, wurden zunächst im Londoner Taxibetrieb erprobt.

„Die nächste Generation des ikonischen Black Cab zu gestalten, ist eine große Verantwortung und zugleich eine besondere Chance“, sagt Designchef Brett Boydell. „Die ersten Skizzen zeigen die Richtung, in die wir gehen. Das Fahrzeug bleibt vertraut und unverwechselbar, erhält aber einen modernen Charakter, der die Zukunft der Mobilität widerspiegelt.“

Bis zur Markteinführung im Jahr 2027 bleibt noch Zeit. Doch schon jetzt zeichnet sich ab, dass LEVC seine Rolle als Spezialist für barrierefreie Taxifahrzeuge weiter ausbauen möchte. Für Taxiunternehmer in Europa dürfte der neue Londoner Klassiker daher zeigen, wie das speziell entwickelte Taxi der Zukunft aussieht – elektrisch, barrierefrei und konsequent auf den professionellen Einsatz ausgerichtet.

 

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