Robotaxis in London: Freenow und Apollo Go starten RT6-Testbetrieb

Die autonomen Fahrzeuge sollen künftig gemeinsam mit Taxis und Mietwagen über die Vermittlungsplattform eingesetzt werden. Zunächst erproben die Partner die Technik in Brent.

Der „RT6“ von Apollo Go wurde für den Einsatz in der Fahrtenvermittlung entwickelt und wird zunächst im Londoner Stadtbezirk Brent erprobt. | Foto: Freenow by Lyft
Der „RT6“ von Apollo Go wurde für den Einsatz in der Fahrtenvermittlung entwickelt und wird zunächst im Londoner Stadtbezirk Brent erprobt. | Foto: Freenow by Lyft

Freenow by Lyft und Baidus Apollo Go haben in London mit der Erprobung des autonomen Fahrzeugs „RT6“ begonnen. Die Testflotte fährt zunächst mit Sicherheitsfahrern im Stadtbezirk Brent. Für 2027 planen die Partner nach eigenen Angaben den Start des Angebots für reguläre Fahrgäste.

Der Londoner Bezirk biete mit innerstädtischen und vorstädtischen Verkehrsräumen unterschiedliche Bedingungen für die Erprobung, teilten die Unternehmen am 28. Juli 2026 mit. Der Test knüpft an die 2025 angekündigten Pläne von Lyft und Baidu an, autonome Fahrzeugflotten schrittweise in Europa einzuführen.

Abstimmung mit Londoner Behörden

Freenow und Lyft stimmen das Vorhaben nach eigenen Angaben mit Transport for London und dem Centre for Connected and Autonomous Vehicles ab. Dabei stehen insbesondere die regulatorischen Anforderungen und die Sicherheit des Betriebs im Mittelpunkt.

In Großbritannien besteht seit 2026 ein Genehmigungsrahmen für Pilotangebote mit automatisierten Personenverkehrsdiensten. Unternehmen können sich für kommerzielle Pilotprojekte mit autonomen Taxi-, Mietwagen- und busähnlichen Angeboten bewerben. Für entsprechende Dienste in London ist zudem die Zustimmung der zuständigen lokalen Verkehrsbehörde erforderlich.

Apollo Go setzt bei dem Test Fahrzeuge der sechsten Generation ein. Der „RT6“ wurde für die Fahrtenvermittlung entwickelt und ist mit Technik für den autonomen Fahrbetrieb ausgestattet. Während der aktuellen Erprobung befinden sich jedoch Sicherheitsfahrer in den Fahrzeugen.

Autonome Fahrzeuge ergänzen bestehende Flotte

Die Robotaxis sollen künftig in das Vermittlungsangebot von Freenow eingebunden werden. Geplant ist ein hybrides Netzwerk, in dem bestehende Taxis und Mietwagen gemeinsam mit autonomen Fahrzeugen vermittelt werden.

Freenow erwartet durch die zusätzlichen Fahrzeuge eine höhere Fahrzeugverfügbarkeit auf der Plattform und dadurch kürzere Wartezeiten für Fahrgäste. Ob und in welchem Umfang dieser Effekt tatsächlich eintritt, geht aus der Mitteilung nicht hervor.

Mehrheit würde autonome Taxifahrt ausprobieren

Parallel zum Testbetrieb veröffentlichten die Unternehmen Ergebnisse einer Umfrage des Marktforschungsunternehmens Censuswide zur Akzeptanz autonomer Fahrzeuge in London. Demnach haben 48 Prozent der Befragten bislang noch keine Fahrt in einem autonomen Auto unternommen. 58 Prozent würden eine solche Fahrt nach eigenen Angaben wahrscheinlich ausprobieren.

Besonders groß sei das Interesse bei jüngeren Befragten. Fast zwei Drittel der Menschen unter 35 Jahren befürworteten laut Mitteilung die Verfügbarkeit autonomer Taxis in London. Weitere 25 Prozent freuten sich demnach über eine zusätzliche Mobilitätsoption.

Als Grund für ihr Interesse nannten 51 Prozent der Befragten die neue Technologie. 43 Prozent führten die erwartete Zuverlässigkeit an. 41 Prozent sehen in einer autonomen Fahrt die Möglichkeit, die Fahrzeit als ungestörte Auszeit zu nutzen.

Fahrgastbetrieb für 2027 vorgesehen

Freenow und Apollo Go wollen das Angebot 2027 für reguläre Fahrgäste öffnen. Bis dahin dient der Betrieb in Brent der Erprobung der Fahrzeuge unter Londoner Verkehrsbedingungen und der Vorbereitung des geplanten Einsatzes innerhalb des bestehenden Vermittlungsnetzes. (Quelle: Freenow by Lyft)

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