Vom Mindestlohn profitiert fast jeder Fünfte
Gut 6,6 Millionen Beschäftigte und damit 19 Prozent aller Beschäftigten würden von der Einführung eines Mindestlohns von 8,50 Euro profitieren. Zu diesem Schluss kommt der Niedriglohn-Report des Instituts für Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg-Essen. Das Institut stellte fest, dass die Quote der Menschen, die von 2009 bis 2012 weniger als 8,50 Euro pro Stunde verdient haben, zwischen 11,6 Prozent in Hamburg und 34,9 Prozent in Thüringen schwankt.
Die Forscher ermittelten allerdings auch, dass in Ostdeutschland 2012 nur noch 29,3 Prozent der Beschäftigten unter dem geplanten Mindestlohn lagen. Mitte der 90er Jahre habe mehr als jeder Zweite dort weniger verdient. In Westdeutschland hingegen stagniere der Anteil der Stundenlöhne unter 8,50 Euro.
Die Studie hat auch Studierende und Rentner mit einbezogen und damit auch potenzielle Taxifahrer. Die Forscher fordern, auch die tatsächlichen Arbeitszeiten einschließlich der Überstunden zu erfassen, damit der Mindestlohn nicht durch unbezahlte Mehrarbeit umgangen werde. Der Gesetzgeber müsse auch festlegen, ob und wie Zulagen und Sonderzahlungen auf den Mindestlohn angerechnet werden dürften.
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