Werbung
Werbung
Werbung

Satte Gehaltserhöhungen für Kassen-Chefs

Während sich Taxiunternehmer über Dumping-Kilometerpauschalen für Krankenfahrten und Internetausschreibungen ärgern, geht es den Vorständen der Krankenkassen offenbar prächtig. Bei 72 Kassen stiegen die Vorstandsgehälter 2011 im Vergleich zum Vorjahr an - teilweise deutlich.
Werbung
Werbung
Redaktion (allg.)

Das Portal Krankenkassen.de analysiert seit 2007 die Gehälter der Krankenkassen-Vorstände anhand der jährlichen Veröffentlichungen im Bundesanzeiger. Ergebnis der jüngsten Auswertung:

Die Vorstandsvorsitzenden von 72 Krankenkassen verdienten 2011 mehr als im Vorjahr, bei 10 blieb das Gehalt gleich. Die höchsten Gehaltsprünge von über 20 Prozent waren bei der BKK ALP plus (22,7 Prozent) und bei der IKK classic (20,6 Prozent) zu verzeichnen. Am meisten verdienten die Vorstandsvorsitzenden der Techniker Krankenkasse (283.446 Euro) und der DAK Gesundheit (240.934 Euro). Nur zehn gesetzliche Krankenkassen zahlten weniger als im Vorjahr. Die komplette Liste finden Sie hier.

Eigentlich ist es ziemlich populistisch, die Debatte nur an den Vorstandsgehältern auszurichten, denn die machen schließlich nur einen minimalen Teil der Milliardenhaushalte der Kassen aus. Wäre da nicht auch die Gesamtrechnung, in der die Krankenversicherer so gut da stehen, wie schon lange nicht mehr. Im Jahr 2011 standen Milliardenüberschüsse zu Buche und die Finanzreserven summieren sich derzeit auf rund 20 Milliarden Euro (wir berichteten).

Einzelne Kassen horten offenbar zu viel Geld, kritisierte erst jüngst die staatliche Aufsicht. Zwar dürfen die Versicherer Rücklagen bilden, laut Gesetz darf die Rücklage einer Kasse die Höhe einer Monatsausgabe nicht überschreiten. Hinzu kommt eine "Betriebsmittelreserve", die nicht mehr als eine halbe Monatsausgabe betragen soll. Bei der Techniker Krankenkasse, der Hanseatischen Krankenkasse und der IKK gesund plus seien diese im Sozialgesetz festgelegten Höchstgrenzen für Rücklagen deutlich überschritten, sagte Maximilian Gaßner, Chef des Aufsichtsamts und verlangte von drei Kassen, Prämien an ihre Mitglieder ausschütten.

Vielleicht bekommen dann ja auch Taxiunternehmer endlich wieder Beförderungsentgelte ausgezahlt, mit denen sich die Beförderungen von Kranken wirtschaftlich durchführen lassen.

(sk)
Printer Friendly, PDF & Email
Logobanner Liste (Views)
Werbung