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Elektrotaxis sind eine komplexe Sache

Die Taxi-Erfa-Gruppe erfuhr bei Taxi-Klima in Paderborn, dass man sich vor der Anschaffung von Fahrzeugen und eigener Ladetechnik bei vielen Partnern umsehen und viele Fördermöglichkeiten prüfen muss.

Gastgeber André Klima (stehend) brachte viele eigene Erfahrungen mit ein, bezog aber auch drei externe Referenten mit ein. (Foto: Dietmar Fund)
Gastgeber André Klima (stehend) brachte viele eigene Erfahrungen mit ein, bezog aber auch drei externe Referenten mit ein. (Foto: Dietmar Fund)
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Dietmar Fund

Selbst Elektrotaxis vom teuren Schlage eines Tesla Model S lohnen sich nicht nur Image-mäßig, sondern auch betriebswirtschaftlich. Die unter Umständen teure Investition in eigene Ladetechnik setzt aber einen eigenen Betriebshof voraus. Außerdem muss man sich bei vielerlei Firmen und Institutionen kundig machen, um möglichst viele Fördermöglichkeiten nutzen zu können. Diese Erfahrung gaben André Kottowski und seine Frau Barbara Kottowski-Klima am 12. Oktober 2019 als Gastgeber der Taxi-Erfa-Gruppe in Paderborn weiter.

Die beiden hatten zur Unterstützung drei externe Referenten vom Ladetechnik-Hersteller wallbe und zwei nordrhein-westfälischen Organisationen eingeladen. Sie trugen ihr Scherflein zur „Elektrisierung“ der versammelten Mehrwagenunternehmer bei, auch wenn viele ihrer Informationen auf private Nutzer von Elektroautos abgestimmt waren und kaum auf die speziellen Anforderungen von Taxibetrieben eingingen.

„Das Laden mit Gleichstrom über eine 25-kW-Ladesäule ist aus unserer Sicht das Einstiegsmodell für Taxiunternehmer“, erklärte Rainer Ellerbrok von der wallbe GmbH aus Schlangen. „Der Netzbetreiber, das Energieversorgungsunternehmen und der Partner für die Ladeinfrastruktur müssen Sie beraten. Das koordiniert wallbe für Sie.“

Mike Süggeler, Leiter Innovation bei Westfalen Weser Netz in Paderborn, wies darauf hin, dass jeder Versorger seine eigenen Spezifikationen habe, was ein Berater wissen müsse. „Nehmen Sie als Partner für die Ladeinfrastruktur keinen Feld-, Wald- und Wiesen-Elektriker, sondern einen Fachbetrieb für Elektromobilität“, riet er. Derzeit sei es am besten, sich für eine erweiterbare Ladesäulen-Variante zu entscheiden, dafür die Förderung zu beantragen und erst nach und nach weitere Säulen je nach Bedarf zuzuschalten.

Dipl.-Ing. Uwe Hofer aus Bielefeld informierte als Vertreter der EnergieAgentur.NRW über Fördermöglichkeiten vor allem in Nordrhein-Westfalen, aber auch bundesweit verfügbare. Er empfahl den Unternehmern, die aus verschiedenen Bundesländern kommen, die Plattform foerder-navi.de. Sie gehe auf die Bundes- und die Landesförderung der Elektromobilität ein und liste alle Förderprogramme auf. Die müsse man allerdings selbst durchgehen, was zum Teil sehr mühsam sei. Zu beachten sei auch, dass man unter Umständen erst die Bundesförderung beantragen und deren Förderbescheid abwarten müsse, bevor man weitere Schritte auf Landesebene unternehmen könne. In Nordrhein-Westfalen würden die Ladeinfrastruktur, Fahrzeuge und Umsetzungskonzepte gefördert. Zu den förderfähigen Konzepten gehörten zum Beispiel auch solche, mit denen Betriebe ihren Mitarbeitern das kostenlose Laden im Betrieb anbieten wollten. Die Internet-Adresse foerderinfo.bund.de wurde als weitere empfehlenswerte Informationsquelle genannt.

In der abschließenden Fragerunde wies die Unternehmerin Barbara Kottowski-Klima darauf hin, dass vor dem Beginn der konkreten Planung eine Netzvoranfrage stehen sollte. Mit ihr signalisiere der Netzbetreiber schriftlich und für eine gewisse Zeit verbindlich, wie viel Strom man ihm abnehmen dürfe. In Nordrhein-Westfalen gelte diese Aussage für ein halbes Jahr. „Solche Sachen erfährt man erst in Gesprächen“, ergänzte ihr Mann André Kottowski.

Den ausführlichen Bericht über die Tagung der Taxi-Erfa-Gruppe bei Taxi-Klima in Paderborn lesen Sie in der Dezember-Ausgabe von taxi heute.

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