Elektrifizierte Antriebe dominieren erstmals die Autosuche

Fast zwei Drittel aller Fahrzeuganfragen in Deutschland entfallen inzwischen auf Elektro- und Hybridmodelle. Der Abstand zwischen Interesse und tatsächlichem Kauf bleibt jedoch groß.

Suchanfragen zeigen 2026 eine Verschiebung hin zu elektrifizierten Antrieben, während klassische Verbrennungsmotoren an Bedeutung verlieren. | Foto: IMAGIN.studio
Suchanfragen zeigen 2026 eine Verschiebung hin zu elektrifizierten Antrieben, während klassische Verbrennungsmotoren an Bedeutung verlieren. | Foto: IMAGIN.studio
Kathrin Köstner

Deutschland tendiert stärker zu Hybridfahrzeugen, während sich das Interesse an reinen Elektroautos auf hohem Niveau stabilisiert. Das geht aus dem „European EV Pulse Report“ von IMAGIN.studio hervor, der am 11. Mai 2026 in Berlin vorgestellt wurde. Grundlage der Analyse sind nach Unternehmensangaben über 300 Millionen Bildaufrufe in fünf europäischen Kernmärkten.

Demnach blieb der Anteil der Suchanfragen nach batterieelektrischen Fahrzeugen in Deutschland im Zeitraum 24. März bis 24. April 2026 mit 36,69 Prozent nahezu auf dem Niveau des Vorjahreszeitraums mit 37,16 Prozent. Gleichzeitig stieg der Anteil der Hybridfahrzeuge von 24,65 Prozent auf 28,92 Prozent. Das Interesse an Fahrzeugen mit Benzin- oder Dieselmotor sank von 38,16 Prozent auf 34,27 Prozent.

Elektrifizierte Antriebe erreichen Zwei-Drittel-Marke

Addiert man Elektro- und Hybridmodelle, entfallen damit fast zwei Drittel aller Suchanfragen in Deutschland auf elektrifizierte Antriebe. Der Markt bewege sich in Richtung einer ausgewogeneren Dreiteilung zwischen Elektro-, Hybrid- und Verbrennungstechnologien, heißt es von dem Anbieter.

Während reine Elektrofahrzeuge ihr Interesse behaupten, gewinnen Hybridmodelle an Dynamik. Dies deute darauf hin, dass viele Verbraucher elektrifizierte Optionen prüfen, zugleich jedoch Wert auf Flexibilität legten.

Europaweite Unterschiede deutlich

Im europäischen Vergleich zeigen sich unterschiedliche Entwicklungen. In Großbritannien stieg der Anteil der Suchanfragen nach batterieelektrischen Fahrzeugen von 33,39 Prozent auf 45,23 Prozent, während Hybridmodelle von 23,02 Prozent auf 19,34 Prozent zurückgingen. In Frankreich legten sowohl Elektro- als auch Hybridfahrzeuge zu, während Verbrenner deutlich verloren.

Italien verzeichnete einen starken Zuwachs bei Hybridmodellen von 17,53 Prozent auf 37,44 Prozent, bei gleichzeitig rückläufigem Interesse an reinen Elektroautos. In Spanien stiegen Hybridanfragen von 32,35 Prozent auf 45,15 Prozent, während Verbrenner von 33,88 Prozent auf 22,69 Prozent zurückgingen.

Über alle untersuchten Märkte hinweg erhöhte sich der kombinierte Anteil der Suchanfragen nach Elektro- und Hybridfahrzeugen im April 2026 gegenüber dem Vorjahresmonat im Durchschnitt um 9 Prozent.

Interesse und tatsächlicher Kauf klaffen auseinander

Trotz eines Anteils von rund 32 Prozent an den Autosuchen machen Elektrofahrzeuge 2026 laut Bericht lediglich 19,1 Prozent der tatsächlichen Neuwagenverkäufe in Deutschland aus. Dies verdeutliche eine erhebliche Lücke zwischen Interesse und Kaufentscheidung.

Als Einflussfaktoren nennt das Unternehmen unter anderem steigende Kraftstoffpreise sowie geopolitische Spannungen im Nahen Osten, die zu Volatilität auf den Ölmärkten geführt hätten. Zudem spielten Kosten, Ladeinfrastruktur und Unsicherheiten bei der Auswahl geeigneter Modelle eine Rolle. (Quelle: IMAGIN.studio)

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