Stellantis & Leapmotor wollen Kooperation vertiefen: C-Segment E-SUV mit Opel

Die Spatzen pfiffen es von den Rüsselsheimer Dächern: Leapmotor und Stellantis wollen ihr Joint Venture Leapmotor International (LPMI) vertiefen. Ziele sind die Steigerung der Produktion im Stellantis-Werk Saragossa für ein Opel C-SUV auf einer neuen Linie neben dem C-SUV B10 von Leapmotor, was den Opel viel günstiger machen soll. Gemeinsamer Einkauf soll Preise senken und neue Modelle beschleunigen. Made in Europe als Maxime.

Günstiger und besser: Durch die Technologie von Leapmotor soll der nächste C-Segment-E-SUV von Opel deutlich erschwinglicher werden. | Foto: Opel
Günstiger und besser: Durch die Technologie von Leapmotor soll der nächste C-Segment-E-SUV von Opel deutlich erschwinglicher werden. | Foto: Opel
(erschienen bei VISION mobility von Johannes Reichel)

Stellantis NV und Zhejiang Leapmotor Technology Co., Ltd. haben die Prüfung von Plänen bekanntgegeben, ihre strategische Partnerschaft mit einer Reihe von Projekten ausbauen und dabei auf dem, wie man es sieht, "bisherigen Erfolg der Zusammenarbeit aufbauen" zu wollen. Kurz vor dem Stellantis' Investor Day 2026 stellte Opel ein Schlüsselprojekt seiner neuen Modellstrategie vor: ein komplett neues, vollelektrisches SUV, das die bestehende Modellpalette im wichtigen und hart umkämpften C-Segment erweitern soll. Das Projekt dient als Blaupause für eine effiziente globale Zusammenarbeit im Rahmen der von Stellantis und Leapmotor geplanten Erweiterung ihrer Partnerschaft. Zugleich soll es dem deutschen Hersteller ermöglichen, in kürzester Zeit einen bedeutenden strategischen Schritt bei der Elektrifizierung und Skalierung zu machen, wie es weiter heißt. Der Produktionsstart des Newcomers wird bereits ab 2028 erwartet. Das neue Opel-SUV im C-Segment würde das aktuelle SUV-Portfolio um Opel Grandland, Frontera und Mokka ergänzen.

„Diese geplante Expansion unserer erfolgreichen Partnerschaft mit Leapmotor – einem Partner, dem wir voll und ganz vertrauen, und einer der am schnellsten wachsenden, angesehensten Hersteller von New Energy Fahrzeugen weltweit – ist für beide Seiten eine echte Win-Win-Situation. Sie wird die Produktion ankurbeln und die Lokalisierung von erstklassiger Elektrofahrzeug-Fertigung zu erschwinglichen Preisen in Europa vorantreiben, um den Bedürfnissen unserer Kunden gerecht zu werden", glaubt Stellantis CEO Antonio Filosa. 

Die China-Marke bekommt deutlich mehr Macht

Stellantis wurde im Oktober 2023 noch unter dem früheren Stellantis-CEO Carlos Tavares durch den Erwerb eines Anteils von ca. 21 % der größte Einzel-Aktionär von Leapmotor. Gleichzeitig wurde Leapmotor International („LPMI“) gegründet – ein Joint Venture, an dem Stellantis 51 % und Leapmotor 49 % halten. LPMI hat die Exklusivrechte für den Export, Verkauf und die Herstellung von Produkten von Leapmotor außerhalb von China, Taiwan, Hong Kong und Macau. Das LPMI-Geschäft hat sich in den vergangenen 18 Monaten aus Sicht des Konzerns sehr erfolgreich in Europa entwickelt. Seit der Einführung der Modelle T03 und C10 im Jahr 2024 hat LPMI seine Präsenz in der Region auf mehr als 850 Vertriebs- und Servicestandorte ausgeweitet und 2025 mehr als 40.000 Fahrzeuge in Europa ausgeliefert. 2025 weitete LPMI seine Aktivitäten auf Südamerika, den asiatisch-pazifischen Raum sowie die Region Naher Osten & Afrika aus. Im April 2026 wurde die Marke in Mexiko eingeführt.

Jetzt wollen die Partner den Umfang ihrer Zusammenarbeit erweitern und vertiefen:

  • Erstens prüfen beide Parteien im Hinblick auf eine deutliche Steigerung der Produktion im spanischen Stellantis-Werk in Figueruelas bei Saragossa die Einrichtung einer neuen Fertigungslinie für das brandneue vollelektrischen C-Segment SUV von Opel; das Modell soll ab 2028 vom Band laufen – zusätzlich zur aktuellen Produktion des Opel Corsa, des Peugeot 208 und des Lancia Ypsilon. Leapmotor soll ab 2026 zudem seinen C-SUV B10 in dem Werk fertigen. Im Rahmen der Wachstumsstrategie von Stellantis für batterieelektrische Fahrzeuge in Europa würde das neue Opel C-SUV, das in Figueruelas gefertigt werden soll – einem traditionsreichen Opel-Werk, in dem seit 1982 der Opel Corsa hergestellt wird –, ebenfalls von äußerst wettbewerbsfähigen Komponenten aus dem LPMI-Netzwerk profitieren, was die Erschwinglichkeit für europäische Kunden erheblich verbessern würde.
  • Zweitens sollen Stellantis und Leapmotor über LPMI auch die Zusammenarbeit im Bereich Einkauf ausweiten und damit von ihrer beträchtlichen gemeinsamen Größe und Stärke profitieren. So soll die preisliche Wettbewerbsfähigkeit durch die Nutzung des chinesischen New Energy Vehicle-Ökosystems gesteigert werden. Gleichzeitig sollen die europäischen Lieferkettenkapazitäten eingesetzt werden, um die Widerstandsfähigkeit zu erhöhen und die Zeit bis zur Markteinführung neuer Modelle zu verkürzen.
  • Schließlich wird die Allokation eines neuen Leapmotor-Fahrzeugs im Werk Villaverde (Madrid) im ersten Halbjahr 2028 geprüft. Die Allokation würde die Zukunftsperspektive des Werks deutlich stärken. Dies ist angesichts des geplanten Produktionsendes des Citroën C4 in diesem Werk von besonderer Bedeutung. Gleichzeitig soll die spanische Tochtergesellschaft von LPMI neuer Eigentümer des Werks werden. Die Fertigung in Villaverde wird den angekündigten Anforderungen von Made in Europe vollkommen entsprechen. LPMI wird seine Fahrzeuge aus Villaverde in Europa und der Region Naher Osten & Afrika (MEA) vermarkten.

Zhu Jiangming, Gründer und CEO von Leapmotor sieht eine einzigartig starke Partnerschaft durch "die hochmodernen Technologien von Leapmotor in Kombination mit der globalen Reichweite, den tiefen regionalen Wurzeln und den beliebten Automobilmarken von Stellantis". Das Joint Venture Leapmotor International habe die Vorteile für beide Partner schnell unter Beweis gestellt. In weniger als drei Jahren habe man die Marke auf fünf Kontinenten eingeführt und unsere internationale Reichweite und Reputation deutlich ausgebaut. Die beiden Parteien führen derzeit Machbarkeitsstudien und Vorentwicklungsarbeiten unter bestehenden Regelungen durch und führen wie beschrieben Gespräche über eine mögliche breitere industrielle Zusammenarbeit, vorbehaltlich des Abschlusses verbindlicher Vereinbarungen und der üblichen Genehmigungen.

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