Verkehrskollaps durch fahrerlose Taxis: Systemausfall bei Apollo Go wirft Fragen zur Zuverlässigkeit auf
Nach Angaben der örtlichen Polizei deutet derzeit vieles auf eine „Systemstörung“ hin. Am Dienstag stoppte eine größere Zahl autonomer Fahrzeuge abrupt im laufenden Verkehr. Einige Fahrzeuge kamen auf mehrspurigen Straßen genau dort zum Stillstand, wo sie den Verkehrsfluss am stärksten behindern: auf Überholspuren. Innerhalb kurzer Zeit staute sich der Verkehr über weite Teile der Stadt.
Bis zu zwei Stunden im Fahrzeug gefangen
Für die Fahrgäste bedeutete das vor allem eines: Warten. Teilweise saßen sie bis zu zwei Stunden in den Fahrzeugen fest, ohne eingreifen zu können. Ein Fahrer, der hätte reagieren können, war nicht an Bord. Die viel beschworene Effizienz autonomer Mobilität kehrte sich in diesem Moment ins Gegenteil um.
Betreiber des Dienstes ist der Technologiekonzern Baidu mit seinem Robotaxi-Angebot Apollo Go. Nach ersten Erkenntnissen legte der Ausfall große Teile der Flotte lahm. Die Polizei bestätigte den Vorfall und sprach von einem „System Failure“. Verletzt wurde niemand, doch ganz ohne Folgen blieb der Stillstand nicht. In sozialen Netzwerken kursieren Videos, die kleinere Auffahrunfälle zeigen – verursacht durch Fahrzeuge, deren Fahrer nicht mit abrupt abbremsenden Robotaxis gerechnet hatten.
Ursache der Störung ist bislang unklar
Eine Stellungnahme des Unternehmens steht noch aus, die Behörden untersuchen den Vorfall weiter. Klar ist jedoch: Die Diskussion über die Zuverlässigkeit autonomer Fahrzeuge erhält neue Nahrung. Dabei treibt Baidu die Entwicklung seiner Technologie mit Nachdruck voran. Apollo Go ist längst nicht mehr auf einzelne Testfelder beschränkt, sondern in Dutzenden Städten im Einsatz, mit einem klaren Schwerpunkt in China. Zugleich blickt das Unternehmen nach Europa. Für Dezember 2025 wurden Partnerschaften mit den Fahrdienstvermittlern Uber und Lyft angekündigt. Gemeinsam wollen sie Robotaxis auf britische Straßen bringen, der Start der Testphase ist für 2026 vorgesehen – vorausgesetzt, die zuständigen Behörden erteilen die notwendigen Genehmigungen.
Der Vorfall von Wuhan zeigt jedoch, dass der Weg in den Regelbetrieb noch nicht frei ist. Für das Taxigewerbe, das sich seit Jahren mit der Konkurrenz neuer Mobilitätsformen auseinandersetzen muss, ist das eine nüchterne Erkenntnis: Auch ohne Fahrer bleibt Zuverlässigkeit die entscheidende Währung.
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