Robotaxi: Überblick über aktuelle Entwicklungen und internationale Testeinsätze
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Dieser Artikel besteht aus folgenden Robotaxi News:
Robotaxi News aus dem Jahr 2026:
- Robotaxis in Europa: Warum Deutschland und die EU endlich Tempo machen müssen (17.06.2026)
- Zukunft des Taxi-Markts: Verband drängt auf Rechtsrahmen für autonome Fahrzeuge (08.06.2026)
- Xpeng: Erstes Serien-Robotaxi läuft in Guangzhou vom Band (21.05.2026)
- Wenn das Auto fährt, aber keiner zahlt? Kalifornien ändert die Regeln für Robotaxis (06.05.2026)
- Milliarden-Deal: Uber setzt auf Rivians autonome R2-Robotaxis (19.03.2026)
- Robotaxis: Taxi-Branche fordert klare Regeln für autonomen Betrieb (17.03.2026)
- Robotaxi-Markt: Uber kooperiert mit Amazon-Tochter Zoox (12.03.2026)
- Uber stärkt Robotaxi-Strategie mit neuem AV-Schnellladenetz (20.02.2026)
- Tesla aktualisiert Unfallstatistik der Robotaxis nach fünf neuen Vorfällen (18.02.2026)
- Neuer Job in der Autonom-Ära: Türschließer für Robo-Taxis (16.02.2026)
- Tesla setzt in Zukunft auf Roboter und Robotaxis – Produktion von Model S und X endet (29.01.2026)
- Nvidia will 2027 Robotaxis auf die Straße bringen (08.01.2026)
- CES 2026: Rundgang auf der High-Tech Messe - viel mehr als nur Robotaxis (06.01.2026)
Robotaxi News aus dem Jahr 2025:
- Frau bringt Kind in Waymo-Robotaxi zur Welt (11.12.2025)
- Mercedes steigt ins Robotaxi-Geschäft ein (09.12.2025)
- Uber plant mit 100.000 Robotaxis - Deal mit Nvidia (29.10.2025)
- Robotaxis in Luxemburg - Chinesisch-französische Kooperation (17.10.2025)
- Fahrerlos in die Zukunft: Robotaxis starten durch – und verändern das Geschäft mit der Mobilität (09.10.2025)
- München wird Testfeld für Ubers autonome Fahrdienste (09.09.2025)
- Robotaxi: China fährt vor – und Deutschland schaut zu (30.07.2025)
- Autonom statt Fahrer: Uber startet eigene Robotaxi-Offensive (18.07.2025)
- Autonom unterwegs: Uber startet globale Robotaxi-Offensive mit Baidu (16.07.2025)
- Volvo Taxi: Newsübersicht zu Modellen, Aktionen und Innovationen des "Schwedentaxis" (26.06.2025)
- Der Wettlauf zum Roboter-Auto, oder: Hände weg vom Steuer! (25.06.2025)
- Tesla rollt Robotaxis aus – erster Praxistest mit Model Y in Austin (25.06.2025)
- Teurer, später, trotzdem gefragt: Warum Fahrgäste trotzdem auf Waymos Robotaxis setzen (13.06.2025)
- Kommt Musks Robotaxi? Tesla zwischen Ankündigungen, Autonomie und Absatzkrise (10.06.2025)
- Waymo will Robotaxi-Flotte mehr als verdoppeln (04.06.2025)
- Zwischen Anspruch und Wirklichkeit: Robotaxis im Rückspiegel (28.05.2025)
- TÜV-Verband: Autonome Fahrsysteme brauchen klare Regularien (22.05.2025)
- Tesla: Markenanmeldung für Robotaxi gescheitert ‒ Patentamt lehnt Schutz ab (14.05.2025)
- Tesla scheitert mit Markenanmeldung für „Robotaxi“ – US-Patentamt lehnt Schutz ab (08.05.2025)
- Waymo erreicht 1 Million autonome Fahrten im Monat – Tesla plant Einstieg mit Robotaxi-Flotte (25.04.2025)
- Musk will wieder mehr Zeit für Tesla - Robo-Taxis als Retter (24.04.2025)
- Tesla-Gewinn fällt um 71 Prozent! (24.04.2025)
- Taxi-Offensive in Dubai: Zwischen BYD-Stromern und selbstfahrenden Robotaxis (22.04.2025)
- Leeres Waymo-Robotaxi blockiert Fast-Food-Autoschalter (10.04.2025)
- 1. Quartal 2025: Tesla-Absatz bricht weltweit ein (07.04.2025)
- Elon Musks Robotaxi-Vision: Warum privates Carsharing nicht funktionieren wird (01.04.2025)
- Autonome Fahrzeuge und die Zukunft von Uber & Co. (19.03.2025)
- Tesla plant Produktion autonomer Taxis in Europa (17.03.2025)
- Falschparken auf Autopilot – Waymo-Taxis im Visier der Behörden (17.03.2025)
- Waymo erweitert Robotaxi-Betrieb im Silicon Valley (13.03.2025)
- Tesla und das Robotaxi: Ein ehrgeiziger Plan mit vielen Fragezeichen (28.02.2025)
- Autobauer GM übertrifft Erwartungen (30.01.2025)
- Musk ködert Börse mit Visionen nach mäßigen Quartalszahlen (30.01.2025)
- Musk: Tesla startet Robotaxi-Service in Texas im Juni (30.01.2025)
- So frischt Tesla sein Model Y auf (24.01.2025)
- Biden verbietet vernetzte Autos chinesischer Hersteller (15.01.2025)
Robotaxi News aus dem Jahr 2024:
- GM kapituliert bei Robo-Taxi-Tochter Cruise (12.12.2024)
- Tesla zeigt «Cybercab» in Europa (21.11.2024)
- Elon Musk vs. deutsche Autobauer: Der Wettlauf ums autonome Fahren (20.11.2024)
- Robotaxi-Pläne und Autopilot-Ermittlungen: Wie mächtig wird Elon Musk? (11.11.2024)
- Waymo-Robotaxis machen 150.000 Fahrten pro Woche (31.10.2024)
- Musk verspricht zwei Millionen Robotaxis pro Jahr (24.10.2024)
- Filmfirma verklagt Tesla und Musk nach Robotaxi-Show (22.10.2024)
- US-Behörde prüft Teslas fortgeschrittene «Autopilot»-Version (21.10.2024)
- Tesla will "Robotaxi" und "Robobus" als Marken eintragen lassen (15.10.2024)
- Risiko durch Tesla-Autopilot: Uber-Fahrer verlassen sich auf Assistenzsysteme (09.10.2024)
- Taxis ohne Fahrer erobern China (27.08.2024)
- Uber holt Robotaxis von GM-Tochter Cruise auf die Plattform (23.08.2024)
- Waymo-Robotaxis machen 100.000 Fahrten pro Woche (22.08.2024)
- Waymo-Robotaxis brauchen weniger Kameras und Radare (21.08.2024)
- Robotaxi-Firma Waymo stoppt Parkplatz-Hupkonzerte (14.08.2024)
- Jetzt doch: Tesla Model 2 soll kommen! (02.08.2024)
- Uber will mehr chinesische Elektroautos (01.08.2024)
- Tesla verschiebt Robotaxi-Vorstellung auf Oktober (24.07.2024)
- Tesla mit zweitem Gewinnrückgang in Folge (24.07.2024)
- In den Gegenverkehr geraten: US-Polizist stoppt Waymo-Robo-Taxi (08.07.2024)
- Robotaxi-Firma Waymo jetzt ohne Warteliste in San Francisco (01.07.2024)
- Rimac Verne: Robotaxi für Reiche (27.06.2024)
- Robotaxi-Firma Waymo mit zweiter Rückruf-Aktion (13.06.2024)
- General Motors steckt 850 Millionen Dollar in Robotaxi-Firma Cruise (12.06.2024)
- US-Behörde weitet Untersuchung von Robotaxi-Firma Waymo aus (27.05.2024)
- Tesla nennt nicht mehr Ziel von 20 Millionen Elektroautos pro Jahr (24.05.2024)
- US-Behörde prüft Teslas Nachbesserung des „Autopilot“-Systems (03.05.2024)
- Tesla vor wichtiger Weichenstellung nach Rückgang der Auslieferungen (23.04.2024)
- Waymo verteidigt Robotaxi-Fahrt im Gegenverkehr (23.04.2024)
- Robotaxi-Firma Cruise kehrt nach Unfall auf die Straße zurück (10.04.2024)
- Tesla kündigt Robo-Taxi für August an (08.04.2024)
- VW plant Testfahrten im fahrerlosen ID Buzz mit Fahrgästen (25.03.2024)
- Mob zündet Waymo-Robotaxi an (12.02.2024)
Robotaxi News aus dem Jahr 2023:
- Taxi-Bundesverband frohlockt über Broschüre des Umweltbundesamts (05.12.2023)
- GM stoppt Robotaxi-Programm Cruise (08.11.2023)
Robotaxi News aus dem Jahr 2022:
- Baidu Apollo RT6 Robotaxi: Reif für die Serie? (18.08.2022)
- Hyundai Ioniq 5 Robotaxis ab 2023 in Las Vegas unterwegs (12.05.2022)
- Hyundai: Ab 2035 nur noch Zero-Emission-Verkäufe in Europa (04.02.2022)
Robotaxi News aus dem Jahr 2021:
- Sixt macht mit autonomen Fahrzeugen Taxis Konkurrenz (08.09.2021)
- IAA Mobility 2021: Hyundai Ioniq 5 wird zum Robotaxi (31.08.2021)
- Volvo kooperiert mit DiDi für Robotaxis (19.04.2021)
Robotaxi News aus dem Jahr 2020:
Robotaxi News aus dem Jahr 2019:
- VW: Die „Nutzlosen“ oder „Nutzis“ machen sich autonom nützlich (30.10.2019)
- Renault erprobt den Zoe als Robo-Taxi (21.10.2019)
- ZF zeigt ein erstes Robo-Taxi (07.01.2019)
Über Robotaxis:
Robotaxis sind fahrerlose Fahrzeuge, die für den Transport von Personen im öffentlichen oder privaten Verkehr eingesetzt werden sollen. Grundlage ist der Einsatz hochautomatisierter oder vollständig autonomer Fahrfunktionen. Mehrere Unternehmen, darunter Tesla, Waymo, Uber und General Motors, arbeiten an der Entwicklung entsprechender Dienste und testen ihre Fahrzeuge in verschiedenen Regionen weltweit. Neben technischen Fragen stehen auch rechtliche Rahmenbedingungen, Sicherheitsaspekte und Akzeptanz bei den Nutzern im Mittelpunkt der aktuellen Diskussion.
Robotaxis in Europa: Warum Deutschland und die EU endlich Tempo machen müssen
News vom 17.06.2026 von Kathrin Köstner
In den USA und China gehören autonome Taxis längst zum Alltag – mit Millionen Fahrten pro Jahr und milliardenschweren Investitionen. Europa dagegen verliert sich in Pilotprojekten. Warum jetzt eine echte Robotaxi-Offensive nötig ist, um technologisch und wirtschaftlich nicht den Anschluss zu verlieren.
Die Robotaxis sind auf dem Vormarsch! Inzwischen betreibt Waymo allein in den USA eine Flotte von circa 2.500 autonomen Fahrzeugen in fünf Metropolen. Diese Robotaxis kommen auf etwa 250.000 bezahlte Fahrten pro Woche, das sind 14 Millionen Fahrten pro Jahr. Schon ist die Rede davon, dass nicht nur weitere US-Cities erschlossen werden sollen, sondern auch London, Tokyo und einige deutsche Städte. Je mehr dieser selbstfahrenden Taxis im Einsatz sind und je häufiger sie gebucht werden, desto günstiger werden die Fahrtkosten. Somit lassen sich die beachtlichen fixen Kosten zur Erschließung einer Region auf immer mehr Fahrzeuge und Fahrten verteilen. Da Robotaxis keinen Fahrer benötigen, sind sie bei den variablen Kosten von traditionellen Taxis sowieso kaum zu schlagen. Daher gilt: Sofern es gelingt, die Robotaxis möglichst gut auszulasten, entsteht eine Kostendynamik, die diesen Service besonders attraktiv macht. Kein Wunder also, dass Waymo Gas gibt.
Auch in China findet man inzwischen in vielen Metropolen ganze Flotten von Robotaxis. Baidu, Pony.ai, WeRide und andere Tech-Firmen sind in Kooperation mit den Automobilunternehmen daran, immer größere Areale für diese selbstfahrenden Fahrdienste zu erschließen. Schon vor Jahren hat die chinesische Regierung das Ziel ausgegeben, nicht nur bei der Elektromobilität führend zu sein, sondern auch beim autonomen Fahren. Hierzu wurden Milliardensummen bereitgestellt mit der Folge, dass einige dieser chinesischen Firmen inzwischen Software und Sensorik auch für europäische Robotaxi-Projekte anbieten. So sind beispielsweise die SBB und WeRide daran, im Großraum Zürich einige Strecken von und zum Bahnhof nicht mehr mit Bussen, sondern mit Robotaxis abzudecken. In einem anderen Projekt kooperiert PostAuto Schweiz mit Baidu, um den Verkehr in einem ländlichen Raum neu zu gestalten.
Und was macht Europa? Unseren Recherchen zufolge hat die Europäische Union bislang etwa 80 Robotaxi-Projekte mit etwa 800 Mio. Euro unterstützt, von denen 38 noch im Betrieb sind. Allerdings handelt sich dabei zumeist um einen oder bestenfalls zwei Kleinbusse, die auf einer vordefinierten Strecke hin- und herfahren. Alle diese Projekte sind mehr oder weniger auf einem ähnlichen technologischen Niveau. Dieses Vorgehen mag der Idee entspringen, diese Technologie in möglichst vielen europäischen Ländern erlebbar zu machen. Sie hilft aber nicht, um im Wettbewerb mit den USA und China bestehen zu können. Ganz im Gegenteil: Schon jetzt wird deutlich, dass es ohne amerikanisches oder chinesisches Know-how gar nicht mehr geht, bedeutende Robotaxi-Projekte in Europa auf den Weg zu bringen. Wollen wir wirklich auch bei dieser Schlüsseltechnologie den Anschluss verlieren?
Was ist zu tun? Wir brauchen den großen Wurf, also eine bedeutende öffentlich-private Partnerschaft, in die alle wichtigen Akteure eingebunden sind – Tech-Firmen, Software-Schmieden, Automobilunternehmen, der öffentliche Verkehr und die Europäische Union für die Initialfinanzierung. Europa muss endlich in die Skalierung kommen, weg von den endlosen Pilotprojekten. Während wir seit über zehn Jahre Robotaxis testen, sind sie in anderen Regionen der Welt längst im Wirkbetrieb. Hierzu sollte man gezielt maximal zwei oder drei Regionen in Europa auswählen und dort Projekte in einer Größenordnung lancieren, wie es in den USA und China geschieht, mit Hunderten autonomer Fahrzeuge. Hamburg und Oslo könnten solche Regionen sein, da es dort bereits beachtliche Robotaxi-Projekte gibt, die sich derzeit an der Schwelle zur Skalierung befinden. Schluss mit dem Klein-Klein, wir müssen endlich groß denken!
Eine Herausforderung bleibt: Bei Robotaxi-Projekten steckt die Intelligenz und damit auch die Wertschöpfung nicht in den Fahrzeugen, sondern in der Software. Und diese kommt aus den USA oder China, obgleich es inzwischen auch europäische Software-Firmen, wie etwa Wayve oder Motor.ai, gibt. Hier argumentieren manche, dass wir in Europa doch nicht alles selbst machen müssten. Es gebe doch Arbeitsteilung. Das mag stimmen, aber wir müssen die wertschöpfenden Fähigkeiten bewahren, um unseren Wohlstand zu sichern. In diesem Sinne bräuchte es dringend eine europäische Software-Initiative. Aber dann bitte mit Wumms!
(Autor: Prof. Andreas Herrmann, Direktor des Instituts für Mobilität, Uni St. Gallen)
Zukunft des Taxi-Markts: Verband drängt auf Rechtsrahmen für autonome Fahrzeuge
News vom 08.06.2026 von Kathrin Köstner
Beim Treffen mit Bundesverkehrsminister Schnieder bringt der BVTM zentrale Forderungen zu Robotaxis, PBefG-Evaluierung und zur Rolle von Taxis im ländlichen Raum ein.
Vertreter des Bundesverbands Taxi und Mietwagen haben sich in Berlin mit Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder über zentrale Zukunftsfragen des Gewerbes ausgetauscht. Das Gespräch fand im Rahmen einer Runde des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft statt. Im Mittelpunkt standen nach Verbandsangaben das autonome Fahren, die Evaluierung der Novelle des Personenbeförderungsgesetzes aus dem Jahr 2021 sowie die Rolle von Taxis im öffentlichen Personennahverkehr.
Für den Verband nahmen Michael Oppermann und Floris Cooijmans an dem Treffen teil.
Rechtsrahmen für autonome Taxis gefordert
Nach Angaben des Verbands sei für den künftigen Einsatz autonomer Fahrzeuge ein klarer gesetzlicher Rahmen erforderlich. Robotaxis müssten in die bestehende Systematik der Personenbeförderung integriert und auf Grundlage eindeutiger Vorgaben betrieben werden. Die aktuell geltenden Vorschriften für das Taxi-Gewerbe könnten dabei eine geeignete rechtliche Basis auch für autonome Taxis bilden.
Evaluierung der PBefG-Novelle im Fokus
Zudem forderte der Verband, die Auswirkungen der Reform des Personenbeförderungsgesetzes von 2021 auf den Taxi- und Mietwagenverkehr in die laufende Evaluierung einzubeziehen. Das Gewerbe stehe weiterhin unter erheblichem wirtschaftlichem Druck. Eine Überprüfung der gesetzlichen Änderungen müsse daher auch die Situation dieser Marktsegmente berücksichtigen.
Taxis als Ergänzung im öffentlichen Nahverkehr
Ein weiteres Thema war die stärkere Einbindung des Taxi-Mittelstands in den öffentlichen Personennahverkehr. Der Verband sprach sich dafür aus, bestehende mittelständische Strukturen verstärkt für On-Demand-Verkehre zu nutzen. Insbesondere im ländlichen Raum könnten Taxis Mobilitätsangebote effizient und kostengünstig ergänzen.
Der Verband bewertete den Austausch mit dem Bundesverkehrsminister als konstruktiv. Die Gespräche zu den angesprochenen Themen sollen nach Angaben der Organisation fortgesetzt werden. (Quelle: Bundesverband Taxi und Mietwagen)
Xpeng: Erstes Serien-Robotaxi läuft in Guangzhou vom Band
News vom 21.05.2026 von Redaktion (allg.)
Xpeng startet die Produktion eines Level-4-Robotaxi auf GX-Basis. Pilotbetriebe sollen im zweiten Halbjahr 2026 folgen.
Xpeng hat in Guangzhou sein erstes in Serie gefertigtes Robotaxi vorgestellt. Das Fahrzeug basiert auf der GX-Plattform und wurde vollständig intern entwickelt. Es ist für autonomes Fahren nach Level 4 ausgelegt und soll im zweiten Halbjahr 2026 in Pilotbetrieben eingesetzt werden.
Vier Chips und kamerabasierter Ansatz
Das Robotaxi nutzt vier selbst entwickelte Turing-AI-Chips. Sie liefern zusammen eine Rechenleistung von 3.000 TOPS. Auf Lidar und hochauflösende Karten verzichtet Xpeng . Stattdessen setzt das Unternehmen auf ein rein kamerabasiertes System.
Die Entscheidungen im Fahrzeug steuert dem Anbieter zufolge das End-to-End-Modell VLA 2.0. Xpeng gibt an, dass dieses Modell den sonst üblichen Übersetzungsschritt klassischer Vision-Language-Action-Architekturen auslasse. Dadurch soll die Reaktionszeit des Systems auf unter 80 Millisekunden sinken.
Pilotbetrieb im zweiten Halbjahr 2026
Im Januar 2026 erhielt Xpeng eine Testgenehmigung für intelligente vernetzte Fahrzeuge in Guangzhou. Damit begann der Anbieter mit regelmäßigen Level-4-Tests auf öffentlichen Straßen. Im März 2026 richtete das Unternehmen zusätzlich eine Robotaxi-Geschäftseinheit ein.
Diese Einheit soll Produktdefinition, Entwicklungstests und Betrieb bündeln. Im zweiten Halbjahr 2026 will Xpeng Pilotbetriebe starten. Dabei sollen technische Machbarkeit, Nutzerakzeptanz und Geschäftsmodell geprüft werden.
Betrieb ohne Sicherheitsfahrer geplant
Anfang 2027 strebt Xpeng vollautonome Einsätze ohne Sicherheitsfahrer vor Ort an. Für die Einbindung weiterer Dienste will das Unternehmen ein Robotaxi-Software-Development-Kit öffnen. Amap soll erster globaler Ökosystempartner werden.
Der Innenraum des Fahrzeugs ist auf Fahrgäste ausgerichtet. Genannt werden unter anderem Sichtschutzglas, Komfortsitze, Bildschirme im Fond und eine Sprachassistenz zur Bedienung von Medien und Fahrzeugeinstellungen.
Was bedeutet das?
Das Serien-Robotaxi bleibt zunächst ein technologischer Schritt, aber noch kein unmittelbar belastbares Betriebsmodell. Entscheidend wird sein, ob Xpeng die angekündigten Pilotbetriebe stabil, sicher und ohne Sicherheitsfahrer skalieren kann. Bis dahin ist das Fahrzeug vor allem ein Signal: Die Robotaxi-Entwicklung rückt von der Erprobung näher an den industriellen Betrieb heran.(Quelle: Xpeng)
Wenn das Auto fährt, aber keiner zahlt? Kalifornien ändert die Regeln für Robotaxis
News vom 06.05.2026 von Thomas Kanzler
Als in San Bruno ein Robotaxi der Alphabet-Tochter Waymo bei einem unerlaubten Wendemanöver auffiel, endete die Kontrolle in einer juristischen Leerstelle. Die Polizei konnte das Fahrzeug stoppen – aber keinen Strafzettel ausstellen. Es fehlte der Adressat. Ein Fahrer saß nicht am Steuer.
Diese Konstellation hat die kalifornische Verkehrsbehörde nun neu bewertet. Das California Department of Motor Vehicles (DMV) hat ein Regelwerk vorgelegt, das autonome Fahrzeuge enger in bestehende Ordnungsstrukturen einbindet. Künftig können Verstöße offiziell gemeldet und gegenüber den Betreibern sanktioniert werden. Die Verantwortung wandert damit eindeutig vom „System“ zurück zum Halter.
Kalifornien stellt die Frage nach dem Verantwortlichen
Die Neuregelung reagiert auf eine Reihe von Vorfällen im Raum San Francisco, bei denen Robotaxis Einsatzkräfte behinderten oder Verkehrsregeln missachteten. Für Polizei und Feuerwehr war das nicht nur ein operatives Problem, sondern auch ein rechtliches. Wer haftet, wenn niemand fährt? Kalifornien beantwortet diese Frage nun pragmatisch: Das Unternehmen zahlt.
Gleichzeitig verschärft die Behörde die Anforderungen an den laufenden Betrieb. Hersteller müssen innerhalb von 30 Sekunden auf Anfragen von Polizei oder Feuerwehr reagieren. Einsatzkräfte können digitale Sperrzonen definieren, die autonome Fahrzeuge meiden oder binnen zwei Minuten verlassen müssen. Ergänzt wird das durch erweiterte Dokumentationspflichten. Systemausfälle, Notbremsungen oder liegengebliebene Fahrzeuge sind künftig detailliert zu erfassen.
Die Grenzen des Autonomie-Modus
Die Eingriffsmöglichkeiten der Behörden wachsen damit deutlich. Das DMV kann Flotten gezielt begrenzen – etwa hinsichtlich Geschwindigkeit, Einsatzgebiet oder Größe. Autonomes Fahren bleibt erlaubt, wird aber enger geführt. Es ist ein Ansatz, der technologische Entwicklung zulässt, ohne sie aus der Kontrolle zu entlassen.
Parallel öffnet Kalifornien einen zweiten, bislang verschlossenen Bereich: den Schwerlastverkehr. Autonome Nutzfahrzeuge mit mehr als 4,5 Tonnen Gesamtgewicht können künftig zugelassen werden. Bisher waren sie faktisch ausgeschlossen. Hersteller dürfen nun Genehmigungen für autonome Lkw beantragen, müssen jedoch umfangreiche Testkilometer nachweisen – bis zu 500.000 Meilen mit und ohne Sicherheitsfahrer. Auch mittelgroße Busse werden zugelassen, etwa für den Einsatz im Nahverkehr oder auf Campusgeländen.
Die Testanforderungen zeigen, wie ernst die Behörden die Skalierung nehmen. Für Pkw sind jeweils 50.000 Meilen mit und ohne Fahrer vorgesehen, bevor ein kommerzieller Betrieb möglich ist. Erst danach beginnt der eigentliche Markteinsatz.
Ohne Fahrer, aber nicht ohne Strafe
Im internationalen Vergleich bleibt der Unterschied deutlich. In Deutschland ist autonomes Fahren rechtlich enger gefasst. Vollautonome Systeme dürfen nur in definierten Betriebsbereichen eingesetzt werden, etwa auf festgelegten Strecken oder in Modellprojekten. Die Verantwortung bleibt stärker technisch und organisatorisch eingebettet, nicht primär beim Betreiber.
Kalifornien geht einen anderen Weg. Der Bundesstaat schafft klare Zuständigkeiten, erweitert gleichzeitig die Einsatzfelder und akzeptiert, dass sich Kontrolle und Innovation parallel entwickeln müssen. Der Strafzettel für das fahrerlose Auto ist dabei weniger Symbol als Systementscheidung: Auch ohne Fahrer endet Mobilität nicht im rechtsfreien Raum.
Milliarden-Deal: Uber setzt auf Rivians autonome R2-Robotaxis
News vom 19.03.2026 von Kathrin Köstner
Ab 2028 sollen die ersten Fahrzeuge ohne Fahrer starten. Hinter dem Vorhaben stehen konkrete Investitionszusagen, feste Zeitpläne und eine ambitionierte Expansion in 25 Städte.
Uber und Rivian treiben den Aufbau einer groß angelegten Robotaxi-Flotte voran. Wie beide Unternehmen am 19. März 2026 mitteilten, sollen in einer ersten Phase 10.000 vollständig autonome Fahrzeuge des Typs „R2“ eingeführt werden. Der kommerzielle Einsatz ist ab 2028 zunächst in San Francisco und Miami geplant. Bis 2031 soll die Flotte auf 25 Städte in den USA, Kanada und Europa ausgeweitet werden.
Milliardeninvestition bis 2031 vorgesehen
Nach Angaben der Unternehmen will Uber bis 2031 bis zu 1,25 Milliarden US-Dollar in den Hersteller investieren. Die Zahlungen sind an die Erreichung definierter Meilensteine bei der Entwicklung autonomer Fahrsysteme gebunden. Eine erste Investition in Höhe von 300 Millionen US-Dollar ist nach Vertragsunterzeichnung vorgesehen, steht jedoch unter dem Vorbehalt regulatorischer Genehmigungen.
Die geplanten Fahrzeuge sollen exklusiv über die Plattform von Uber vermittelt werden. Neben den zunächst vorgesehenen 10.000 Einheiten besteht ab 2030 die Option, über den Erwerb von bis zu 40.000 weiteren autonomen Fahrzeugen zu verhandeln.
Skalierung auf drei Kontinente
Sofern die vereinbarten technischen Ziele erreicht werden, sollen bis Ende 2031 mehrere tausend unbeaufsichtigte Fahrzeuge in insgesamt 25 Städten im Einsatz sein. Neben dem US-Markt sind auch Kanada und Europa als Einsatzregionen vorgesehen.
Dritte Generation der Autonomieplattform
Bereits im Dezember 2025 hatte Rivian die dritte Generation seiner Autonomieplattform vorgestellt. Diese soll nach Unternehmensangaben beim Marktstart des „R2“ Ende 2026 eine leistungsfähige Kombination aus Sensorik und Rechenleistung bieten. Das System umfasst 11 Kameras mit insgesamt 65 Megapixeln, fünf Radarsensoren sowie ein LiDAR-System.
Angetrieben wird die Plattform von zwei unternehmenseigenen RAP1-Chips mit einer KI-Rechenleistung von 1.600 TOPS. Die Fahrzeuge sollen kontinuierlich Daten aus allen verbauten Sensoren erfassen, darunter auch dreidimensionale LiDAR-Punktwolken, um die Weiterentwicklung datenbasierter KI-Systeme zu unterstützen. (Quelle: Rivian)
Robotaxis: Taxi-Branche fordert klare Regeln für autonomen Betrieb
News vom 17.03.2026 von Kathrin Köstner
Auf der Mobility Move in Berlin diskutieren Experten die Folgen autonomer Mobilitätsdienste. Der Bundesverband Taxi und Mietwagen plädiert für kommunale Steuerung, Mengenbegrenzung und Preisregulierung.
Auf der Fachkonferenz Mobility Move des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen in Berlin haben Vertreter aus Wissenschaft, Kommunen, Mobilitätsunternehmen und Verbänden über die Zukunft des öffentlichen Personennahverkehrs und autonomer Mobilität beraten. Im Mittelpunkt stand die Frage, unter welchen regulatorischen Bedingungen Robotaxis in deutsche Verkehrssysteme integriert werden können.
Modellierung sieht Verlagerungseffekte
Unter der Überschrift „Der Robo-Taxi-Case“ stellte Prof. Dr.-Ing. Martin Kagerbauer vom Karlsruher Institut für Technologie eine Modellierung für die Städte Mannheim und Friedrichshafen vor. Demnach verlagern Robotaxis in größeren Städten bei geringer Regulierung und niedrigen Preisen Verkehr aus dem sogenannten Umweltverbund, also aus Bus, Bahn, Fahrrad- und Fußverkehr, auf die Straße.
Die beschriebenen Effekte erinnern an Entwicklungen im Ride-Hailing-Markt. Auch dort lasse sich beobachten, dass günstige Angebote zusätzliche Verkehre erzeugten und bestehende Strukturen veränderten.
Taxi als mögliches Betriebsmodell
Michael Oppermann, Geschäftsführer des Bundesverbands Taxi und Mietwagen, stellte in der Diskussion klar, dass autonome Technologien nicht als Bedrohung verstanden werden sollten.
„Taxi und Mietwagen sind nicht das Gegenmodell zum autonomen Fahren, sondern ein mögliches Betriebsmodell dafür“,
betonte er. Bestehende Unternehmen verfügten bereits über operative Kompetenzen wie Überwachung, Disposition und Wartung und könnten autonome Flotten in bestehende Verkehrssysteme integrieren.
Zugleich forderte Oppermann einen klaren regulatorischen Rahmen. Kommunen müssten weiterhin steuern können, wo autonome Fahrzeuge eingesetzt werden, wie viele Fahrzeuge zugelassen sind und wie diese in lokale Mobilitätsstrategien eingebunden werden. Instrumente wie Mengensteuerung und Preisregulierung seien im Taxigewerbe seit langem etabliert und könnten auch für Robotaxis relevant sein.
Metropolen als erste Märkte
In der Diskussion wurde auch die Frage erörtert, ob Robotaxis perspektivisch eher im ländlichen Raum oder in großen Städten zum Einsatz kommen. Oppermann verwies darauf, dass viele Partnerunternehmen von Plattformanbietern ihren Sitz in Brandenburg hätten, ihre Fahrzeuge jedoch überwiegend in Berlin einsetzten. Daraus lasse sich ableiten, dass sich neue Angebote zunächst auf wirtschaftlich attraktive Metropolen konzentrieren dürften.
Lokale Betreiberstrukturen gefordert
Nach Auffassung des Bundesverbands Taxi und Mietwagen sollte die Einführung autonomer Mobilität nicht allein globalen Plattformunternehmen überlassen werden. Autonomes Fahren erfordere lokale Betreiberstrukturen mit Kenntnissen der regionalen Märkte sowie gewachsenen Beziehungen zu Kommunen und Auftraggebern. Technologieunternehmen könnten die technische Infrastruktur liefern, während der operative Betrieb in verantwortlichen lokalen Strukturen organisiert werde.
Internationaler Druck wächst
Zugleich wurde auf der Konferenz auf die internationale Dynamik hingewiesen. In den USA würden Milliardenbeträge in autonome Mobilität investiert, Robotaxi-Dienste seien dort bereits in mehreren Städten im Einsatz. Der Mobilitätsanbieter Transdev warnte vor einem schnellen Marktdurchbruch entsprechender Dienste.
Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder stellte keine zusätzlichen umfangreichen Förderprogramme für autonome Fahrzeuge in Aussicht. Angesichts begrenzter finanzieller Mittel solle der Weg in den Markt vor allem über Kooperationen, Modellregionen und regulatorische Anpassungen erfolgen.
Damit wurde auf der Mobility Move deutlich, dass sich die Branche zwischen technologischem Aufbruch und regulatorischer Ausgestaltung bewegt. Aus Sicht des Bundesverbands Taxi und Mietwagen steht fest, dass Robotaxis einen klaren rechtlichen Rahmen benötigen, um Fehlentwicklungen zu vermeiden. (Quelle: BVTM)
Robotaxi-Markt: Uber kooperiert mit Amazon-Tochter Zoox
News vom 12.03.2026 von Kathrin Köstner
(dpa) Mit der Integration fahrerloser Fahrzeuge baut Uber seine Plattformstrategie im autonomen Verkehr aus. Neben Waymo sollen künftig auch Zoox-Modelle in mehreren US-Metropolen verfügbar sein.
Uber integriert Robotaxis des Amazon-Tochterunternehmens Zoox in seine Plattform. Wie der Fahrdienstvermittler mitteilte, soll die Partnerschaft zunächst in Las Vegas starten und im kommenden Jahr auf Los Angeles ausgeweitet werden. Ziel sei es, das Angebot autonomer Fahrdienste in mehreren US-Städten auszubauen.
Fahrzeuge ohne Lenkrad und Pedale
Bei den eingesetzten Fahrzeugen handelt es sich um speziell entwickelte Robotaxis von Zoox. Die Wagen verfügen weder über ein Lenkrad noch über Pedale. Sie bieten Platz für vier Passagiere, die sich im Innenraum gegenübersitzen. Damit unterscheiden sie sich konstruktiv deutlich von herkömmlichen Pkw.
Zoox erprobt seine Fahrzeuge bereits in Las Vegas und San Francisco. Dort sind die Robotaxis bislang in begrenztem Umfang unterwegs und befördern Fahrgäste ohne Bezahlung. Für einen regulären kommerziellen Betrieb benötigen Fahrzeuge ohne klassische Bedienelemente jedoch eine Zulassung durch die zuständigen US-Behörden.
Plattformstrategie mit mehreren Anbietern
Uber verfolgt nach eigenen Angaben das Ziel, sich als zentrale Plattform für Robotaxis verschiedener Anbieter zu etablieren. In Austin, Atlanta und Phoenix vermittelt das Unternehmen bereits autonome Fahrzeuge der Google-Schwesterfirma Waymo.
Darüber hinaus plant Uber, Elektroautos des Herstellers Lucid mit Technologie für autonomes Fahren des Start-ups Nuro auf die Plattform zu bringen. Damit würde das Angebot um weitere Fahrzeugtypen und Technologiepartner ergänzt.
Zugang zu Verkehrs- und Nachfragedaten
Im Rahmen der Kooperation soll Zoox Zugang zu Daten zur Kundennachfrage und zu Verkehrsmustern von Uber erhalten. Diese Informationen könnten laut Unternehmensangaben dabei helfen, den Einsatz der autonomen Fahrzeuge gezielter zu steuern und das Wachstum zu beschleunigen. (Quelle: dpa)
Uber stärkt Robotaxi-Strategie mit neuem AV-Schnellladenetz
News vom 20.02.2026 von Kathrin Köstner
Mit Ladeinfrastruktur in Schlüsselstädten und neuen Partnern verfolgt Uber das Ziel, seine Position im wachsenden Markt autonomer Mobilitätsdienste in den USA zu festigen.
Uber plant laut einer Mitteilung Investitionen in den USA von mehr als 100 Millionen US-Dollar in ein neues Netz von Schnellladestationen für autonome Fahrzeuge. Die ersten Standorte sollen in Los Angeles, Dallas und der San-Francisco-Bay-Area entstehen. Ziel ist es, die Ladeinfrastruktur für den Betrieb künftiger Robotaxi-Flotten auszubauen.
Ausbau der Ladeinfrastruktur in Nordamerika
Nach Angaben des Unternehmens sollen neben den zentralen Schnelllade-Hubs auch weitere Schnellladepunkte an geeigneten Standorten großer US-Städte eingerichtet werden. Damit will der Anbieter die Verfügbarkeit effizienter Ladeplätze für autonome Fahrzeuge sicherstellen und den Betrieb seiner Flotten erleichtern.
Internationale Kooperationen für Robotaxi-Projekte
Uber kooperiert bereits mit mehreren Anbietern im Bereich autonomer Mobilität, darunter Lucid, Nuro, May Mobility und Momenta. Diese Zusammenarbeit soll die Entwicklung und Skalierung autonomer Dienste beschleunigen. Zusätzlich plant das Unternehmen Vereinbarungen mit EVgo in New York, Los Angeles, Boston und San Francisco sowie mit Electra, Hubber und Ionity in europäischen Großstädten, um eine verlässliche Ladeinfrastruktur zu gewährleisten.
Strategische Einordnung in Ubers Zukunftsplanung
Die Investition ist Teil der strategischen Wachstumsfelder, die Uber auf seinem jüngsten Earnings Call hervorgehoben hat. Dazu zählt auch der Ausbau autonomer Mobilitätsangebote. Das Unternehmen sieht darin eine wesentliche Grundlage für zukünftiges Wachstum und die Skalierung seiner Plattform. (Quelle: Uber, seekingalpha.com)
Tesla aktualisiert Unfallstatistik der Robotaxis nach fünf neuen Vorfällen
News vom 18.02.2026 von Kathrin Köstner
Mit zusätzlichen Meldungen und einer nachträglichen Neubewertung eines früheren Unfalls präzisiert der Hersteller die Datenlage zum autonomen Fahrbetrieb in Austin. Die Fallzahlen liefern Hinweise für laufende Sicherheitsanalysen.
Tesla meldet weitere Unfälle aus dem autonomen Fahrbetrieb in Austin.
Nach Angaben des Unternehmens wurden im Januar fünf zusätzliche Vorfälle bei der National Highway Traffic Safety Administration eingereicht. Die Ereignisse stammen aus den Monaten Dezember zweitausendfünfundzwanzig und Januar zweitausendsechsundzwanzig. Damit steigt die Gesamtzahl der seit dem Start des Robotaxi-Dienstes im Juni zweitausendfünfundzwanzig registrierten Unfälle auf vierzehn. Die betroffenen Model-Y-Fahrzeuge waren laut Mitteilung jeweils mit aktiviertem autonomen Fahrsystem unterwegs.
Kollisionen überwiegend bei niedrigen Geschwindigkeiten
Die neuen Meldungen betreffen überwiegend leichte Unfälle. Ein Fahrzeug prallte bei rund siebenundzwanzig Kilometern pro Stunde gegen ein feststehendes Objekt. Weitere Kollisionen entstanden beim Zusammenstoß mit einem Bus und einem schweren Lastkraftwagen bei etwa sechs Kilometern pro Stunde. Zwei zusätzliche Vorfälle wurden beim Rückwärtsfahren dokumentiert, unter anderem gegen Pfosten oder Bäume.
Korrektur eines früheren Unfalls
In den Unterlagen wurde zudem ein Bericht aus Juli zweitausendfünfundzwanzig korrigiert. Der Vorfall war ursprünglich als reiner Sachschaden eingestuft, wurde jedoch im Dezember zweitausendfünfundzwanzig als Unfall mit Verletzung und anschließendem Krankenhausaufenthalt geführt. Laut den aktuellen Angaben musste mindestens eine Person medizinisch behandelt werden.
Begrenzte Transparenz bei Unfallangaben
In den öffentlich einsehbaren NHTSA-Dokumenten finden sich nur wenige Details zu den Abläufen. Das Unternehmen schwärzt nach eigenen Angaben große Teile der Beschreibungsfelder mit Verweis auf vertrauliche Geschäftsinformationen. Andere Anbieter veröffentlichen teilweise ausführlichere Angaben zu Unfallhergängen.
Unfallquote im Vergleich zu menschlichen Fahrern
Auf Basis einer geschätzten Flottenlaufleistung von rund achthunderttausend Meilen ergibt sich rechnerisch eine Kollision etwa alle siebenundfünfzigtausend Meilen. Selbst unter Nutzung eines für den Hersteller günstigen Vergleichswertes aus dem eigenen Sicherheitsbericht mit zweihundertneunundzwanzigtausend Meilen pro Unfall liegt die Quote höher als bei menschlichen Fahrern. Setzt man die nationalen US-Daten polizeilich erfasster Unfälle an, nämlich fünfhundertneunundzwanzigtausend Meilen pro Unfall, ergibt sich rechnerisch ein noch deutlicherer Abstand.
Einschränkungen bei der Vergleichbarkeit
Die Aussagekraft der Zahlen ist jedoch begrenzt. Im autonomen Modus ist der Hersteller verpflichtet, auch geringfügige Kollisionen zu melden, die in der Regel nicht polizeilich erfasst würden. Zudem operiert die Robotaxi-Flotte ausschließlich im städtischen Umfeld von Austin, das im Vergleich zum nationalen Durchschnitt höhere Unfallraten aufweist. Dadurch bleibt ein direkter Sicherheitsvergleich methodisch eingeschränkt. (Quelle: Golem)
Neuer Job in der Autonom-Ära: Türschließer für Robo-Taxis
News vom 16.02.2026 von Kathrin Köstner
(dpa) Robotaxis der Google-Schwesterfirma meistern den Straßenverkehr - aber wenn Passagiere nach der Fahrt die Türen nicht schließen, haben sie ein Problem. Die Lösung: Ein Mensch springt ein.
Selbstfahrende Autos stoßen im Alltag auf eine ganz spezielle Grenze: Die Robotaxi-Firma Waymo beauftragt Helfer über eine Online-Plattform, um von Fahrgästen offengelassene Türen zu schließen. Waymo bestätigte, dass in einem Pilotprogramm in der US-Stadt Atlanta Kuriere des Essenslieferanten Doordash um Hilfe gebeten werden. Es handle sich um «seltene» Fälle.
Waymo setzt aktuell umgebaute Wagen von Jaguars Elektro-Modell I-Pace ein, die klassische Türen haben. Da die Autos fahrerlos unterwegs sind, ist keiner da, um womöglich von Passagieren offengelassene Türen zu schließen. Die nächste Generation der Waymo-Robotaxis soll wieder elektrisch steuerbare Schiebetüren haben - so wie auch das vorherige Modell auf Basis des Minivans Chrysler Pacifica. Waymo hatte bei den Jaguaren auch damit experimentiert, offene Türen durch ruckartiges Anfahren zu schließen.
11,25 US-Dollar fürs Türschließen
Im Netz machte in den vergangenen Tagen der Beitrag eines Doordash-Kuriers die Runde, der per Screenshot das Angebot belegte, für 11,25 US-Dollar (rund 9,50 Euro) die Tür eines Waymo-Fahrzeugs zu schließen.
Wie oft Fahrgäste Waymo-Türen nicht schließen, ist nicht öffentlich bekannt. Allerdings machen die Wagen inzwischen mehr als 400.000 bezahlte Fahrten mit Passagieren pro Woche in sechs US-Städten sowie dem Silicon Valley. Daher dürfte es selbst bei geringer Häufigkeit einige solche Situationen geben.
Tesla setzt in Zukunft auf Roboter und Robotaxis – Produktion von Model S und X endet
News vom 29.01.2026 von Thomas Kanzler
Tesla überrascht mit Zahlen, die auch einen tiefgreifenden Strategiewechsel markieren. Denn hinter der Momentaufnahme verbirgt sich ein Bruch. Erstmals seit einem Jahr sinkt der Jahresumsatz, der Nettogewinn geht deutlich zurück. Gleichzeitig verabschiedet sich Tesla von zwei Modellen, die das Unternehmen einst prägten.
Der US-Konzern meldet für das dritte Quartal einen operativen Gewinn von 1,4 Milliarden US-Dollar und liegt damit leicht über den Erwartungen der Analysten. Beim Umsatz erfüllt Tesla mit knapp 25 Milliarden Dollar die Prognosen. An der Börse reagiert die Aktie zunächst freundlich, legt zeitweise um fünf Prozent zu und pendelt sich schließlich rund drei Prozent höher bei 444 Dollar ein.
Abschied von S und X
Elon Musk kündigte in einer Telefonkonferenz mit Analysten an, die Produktion der Modelle S und X einzustellen. Bereits im kommenden Quartal sollen die Bänder stillstehen. Die Entscheidung begründet Musk mit dem Wunsch, Produktionskapazitäten für neue Geschäftsfelder freizumachen. Bestehende Kunden, so versichert der Tesla-Chef, erhalten über die gesamte Lebensdauer ihrer Fahrzeuge weiterhin technischen Support.
Das Model S, 2012 eingeführt, war Teslas erstes vollständig selbst entwickeltes Auto. Es machte die Marke bekannt als Hersteller leistungsstarker Elektrofahrzeuge mit alltagstauglicher Reichweite und eigenständigem Design. Drei Jahre später folgte das Model X mit seinen auffälligen Flügeltüren. Beide Modelle wurden mehrfach überarbeitet, spielten zuletzt aber nur noch eine Nebenrolle. Im vergangenen Jahr entfielen fast 97 Prozent der Auslieferungen auf Model 3 und Model Y.
Platz für Roboter und Robotaxis
Die frei werdenden Produktionslinien sollen künftig für Teslas humanoiden Roboter Optimus genutzt werden. Musk stellte in Aussicht, die Maschinen noch vor Jahresende auf den Markt zu bringen. Parallel will Tesla in diesem Jahr mit der Fertigung eines selbstfahrenden Robotaxis beginnen. Das „Cybercab“ kommt ohne Lenkrad und Pedale aus. Musk rechnet damit, dass diese Fahrzeuge langfristig in deutlich größeren Stückzahlen gebaut werden als alle bisherigen Modelle. Auch der Cybertruck soll nach seinen Worten perspektivisch autonom unterwegs sein.
Um diese Vision zu untermauern, investiert Tesla rund zwei Milliarden Dollar in das KI-Startup xAI, ebenfalls von Musk gegründet. Der Autobauer rückt damit weiter in Richtung Technologie- und Robotikunternehmen. An der Börse verfängt diese Erzählung bislang: Seit Jahresbeginn hat die Aktie knapp zehn Prozent gewonnen und notiert nur wenig unter ihrem Rekordniveau. Skepsis bleibt dennoch, nicht zuletzt wegen Musks ambitionierter Versprechen und Präsentationen, die zuletzt eher an eine Bühnenshow erinnerten.
Druck im Kerngeschäft
Die wirtschaftliche Realität ist weniger glänzend. Der Jahresumsatz sank um drei Prozent auf 94,83 Milliarden Dollar. Im Autogeschäft allein betrug das Minus zehn Prozent. Der Nettogewinn brach um gut ein Viertel auf knapp 5,8 Milliarden Dollar ein. Tesla spürt die nachlassende Nachfrage, verschärfte Konkurrenz und das Auslaufen staatlicher Förderprogramme für Elektroautos in den USA.
Hinzu kommen Imageprobleme. Musks politisches Engagement für die Regierung von US-Präsident Donald Trump zu Beginn des Jahres 2025 hat Kunden verärgert. Besonders in Europa hat der Ruf der Marke gelitten. Für Tesla bedeutet der Abschied von Model S und X mehr als das Ende zweier Baureihen. Der Konzern setzt darauf, dass Roboter, autonome Fahrzeuge und künstliche Intelligenz das nächste Kapitel schreiben.
Nvidia will 2027 Robotaxis auf die Straße bringen
News vom 08.01.2026 von Thomas Kanzler
(dpa) Chips von Nvidia sind unverzichtbar für Künstliche Intelligenz. Beflügelt davon will der Konzern auch bei autonomen Fahrzeugen mitmischen. Ein deutscher Autobauer spielt dabei eine zentrale Rolle.
Der Chipriese Nvidia will mit seiner KI-Expertise das Geschäft mit selbstfahrenden Autos aufmischen. Im kommenden Jahr soll gemeinsam mit einem Partner ein Robotaxi-Dienst auf Basis der Technik des Konzerns an den Start gebracht werden. Nvidia-Chef Jensen Huang versprach auf der CES in Las Vegas Autos mit Künstlicher Intelligenz, die Verkehrssituationen wie ein Mensch am Steuer analysieren und Entscheidungen treffen. Zwischen 2028 und 2030 will Nvidia die Technologie auch in Privatfahrzeuge bringen.
Den aktuellen Stand der Technik hatte Nvidia wenige Wochen vor der Technik-Messe gemeinsam mit Mercedes-Benz demonstriert. Ein Serienfahrzeug des neuen Mercedes-Modells CLA navigierte durch den Straßenverkehr von San Francisco und beachtete dabei Vorfahrt-Regeln, Ampeln, Verkehrsschilder und Fußgänger. Bei einer rund 45-minütigen Route musste der Sicherheitsfahrer bei ein paar Situationen eingreifen.
Kameras und Radare
In der Stadt muss die Software unter anderem interpretieren, ob Menschen die Straße überqueren wollen oder nur auf dem Gehweg stehen. Der CLA erfasst seine Umgebung mit zehn Kameras und fünf Radaren. Beim Robotaxi will Nvidia auch Laser-Radare einsetzen, die das Umfeld des Fahrzeugs abtasten. Tesla-Chef Elon Musk ist damit weiterhin allein mit seinem Plan, für selbstfahrende Autos ausschließlich Kameras zu nutzen. Nvidia setzt darauf, seine Technik und Software in den kommenden Jahren in Fahrzeuge verschiedener Hersteller zu bringen.
Als führend beim autonomen Fahren gilt aktuell die Google-Schwesterfirma Waymo, die in mehreren US-Städten 2.500 fahrerlose Robotaxis betreibt.
Bei der Technik-Messe in Las Vegas präsentierte sich auch weitere Konkurrenz. Der Fahrdienst-Vermittler Uber zeigte Elektroautos des Tesla-Herausforderers Lucid, die im Laufe dieses Jahres als Robotaxis bei San Francisco eingesetzt werden sollen. Die Wagen mit einem markanten Aufbau auf dem Dach werden von Software der Entwicklerfirma Nuro gesteuert. Bereits auf der Straße in Las Vegas sind selbstfahrende Fahrzeuge ohne Lenkrad und Pedale der Amazon-Tochterfirma Zoox.
Neuer Nvidia-Chip in der Produktion
Huang nutzte die CES auch dafür, den Produktionsstart des nächsten Nvidia-Chipsystems mit dem Namen Vera Rubin bekanntzugeben. Dem Konzern zufolge ist es zehn Mal effizienter als die Vorgänger-Generation Blackwell. Chips von Nvidia wurden in den vergangenen Jahren zu einer Schlüsseltechnologie für Anwendungen mit Künstlicher Intelligenz. (Quelle: dpa)
CES 2026: Rundgang auf der High-Tech Messe - viel mehr als nur Robotaxis
News vom 06.01.2025 von Thomas Kanzler
Zugegeben, diese Reise haben wir uns mehrfach überlegt: Die politische Stimmung in den USA, das reduzierte Engagement der Autohersteller – da stellt sich schon die Frage, ob die CES noch einen Besuch Wert ist. Unsere Antwort: Ja - Wir wurden mehrfach aufs Positivste überrascht!
Wer eine Reise tut, der kann etwas erleben: In dem Fall sehr Positives. Zuallererst eine unglaubliche Gastfreundschaft und Offenheit der Menschen in den USA, die wir trafen. Bei der Einreise in Chicago – gut wir saßen günstig am Ausstieg des Fliegers und waren schnell bei der Passkontrolle – waren wir nach 10 Sekunden durch! Pass aufgeklappt, Visum gecheckt, eine Aufnahme gemacht und die obligatorische Frage nach Business oder Urlaub und wohin es ginge. Ah, CES, ja da wollten wohl grade viele hin, gute Weiterreise!
Taxifahrer aus Bulgarien
Dann der freundliche Taxifahrer, der vor einem Vierteljahrhundert von Bulgarien nach Vegas auswanderte und uns erklärte, dass die Stadt nicht mehr die gleiche sei wie einst: Nicht mehr so verrucht, irgendwie edler, sauberer und viel größer. Und trotz ständigem Wassermangel scheint es sich immer wieder auszugehen, was dann doch auch für eine gesteigerte Effizienz beim Verbrauch mit dem wertvollen Nass spricht.
Unsere Eintrittskarte konnten wir direkt im Hotel ausdrucken, Auch dort freute man sich für und mit uns: „Mann, sie haben ja einen langen Weg auf sich genommen, schön, dass wir Sie bei uns haben dürfen!“ Und zuletzt der Rat: „Passen Sie gut auf ihr Badge auf, das ist 350 Dollar Wert – viel Spaß und eine tolle Messe!“
Spannende Hintergründe aus der Chipbranche
Woraus wir schließen, dass sich viele Menschen, vor allem in den größeren Städten, eher nicht um das Gepolter ihrer Regierung scheren und hilfsbereit und offen wie immer sind. Das ist auch die Messe selbst, bei der AI und autonomes Fahren samt Robotik wieder ganz groß im Kurs stehen. Wobei Ersteres Letzteres bedingt, wie uns Nakul Duggal, bei Qualcomm Executive Vice President und Group General Manager Automotive, Industrial and Embedded IoT, and Robotics erklärt. Denn wo einst alle Systeme einzeln gerechnet haben und aufeinander synchronisiert werden mussten, kann man heute dank AI vor allem im ADAS-Bereich alles selbstlernend kombinieren. Was dort zu großen Entwicklungssprüngen führte. Bei Qualcomm selbst ist man ganz stolz auf die Snapdragon Ride-Flex-Plattform, mit der man Infotainment respektive Cockpitfunktionen und ADAS auf einer Plattform bündelt, was den OEMs Kosten und Aufwand spart. Zwar ist der neue Snapdragon, weil er doppelt so viel kann, nicht um die Hälfte billiger, aber es seien je nach Ausführung doch höhere ein bis zweistellige prozentuale Einsparungen möglich, verrät man uns. Was gerade im preissensiblen Segment viele Kunden vor allem in China auf den Plan ruft. Aktuell liege der Kundenmix laut Duggal bei 80% China und 20% nicht chinesischen Kunden, das werde sich 2027 aber etwas verschieben Richtung 70 und 30%.
Die ganz großen Pkw-Stände hatten Geely, GWM und Hyundai
Überhaupt die chinesischen Hersteller: Weder Geely noch Freat Wall Motors ließen es sich nehmen, in Vegas mit großen Ständen zu klotzen – auch wenn sie ihre Fahrzeuge hier erstmal eher nicht verkaufen werden. Aber man zeigt klar auf: Wir wären da – mit interessanten Angeboten – großen SUV, die optisch durchaus Anleihen vor allem bei Lincoln nehmen und smarten Systemen, immer stark elektrifiziert und mit ADAS-Systemen auf Sicherheit getrimmt.
Überrascht hat einmal mehr auch der Riesenauftritt des Hyundai-Konzerns, der ein ganzes Tierheim an Hundebots mitbrachte plus diverse autonome Fahrzeuge respektive Parkhilfen, die einen Kia EV6 im Handumdrehen auf kleinstem Raum drehen und umstellen können.
Ein ähnlich kleines autonomes Fahrzeug findet sich bei Oshkosh, Insidern bekannt für eher sauriergleiche Haubenschwerlastwagen die lange aussahen wie aus den frühen 1950er Jahren. Und es im Fall des S-Series-Betonmischers noch immer tun, aber auch hier geht man in die Moderne. Und stellte dazu einen elektrischen Striker Flugfeldlöschwagen aus.
Die Bau- und Landwirtschaft lässt sich gut automatisieren
Autonomes Fahren ist auch bei John Deere und Caterpillar Thema und hier hat die CES ein neues Spielfeld entdeckt: Denn die Land- und Bauwirtschaft lässt sich mit abgeschlossenen Arealen sehr gut sehr schnell und ungefährlich automatisieren. Das sieht man auch bei Doosan so, wo man einen autonomen Radlader präsentierte – eine Stufe kleiner als bei Cat.
Ähnlich verhält es sich bei Kubota zu John Deere: Auch Kubota baut seine Traktoren eher im kleinen und mittleren Bereich und stellte ebenfalls einen autonomen Traktor aus. Dazu kamen diverse Softwareunternehmen und ganz viele chinesische Unternehmen, was für uns ebenfalls eine Überraschung war: Denn ganz anders als es „America first“ vermuten lässt, sind sie durchaus schon in diversen Produkten in den USA vor Ort und verbaut.
Was bedeutet das?
Ein erster kurzer Rundgang macht schnell klar: Die CES hat sich gewandelt: Sie wird wieder mehr Tec-Messe und weitet das Feld „Mobilität“ auch in die Bau- und Landwirtschaft aus. Dazu kommt immer mehr Robotik. Bis zum Hofhund von Hyundai. Und auch wenn die politische Lage der USA anderes vermuten lässt: Die CES bleibt für zukunftsträchtige Überraschungen gut!
Frau bringt Kind in Waymo-Robotaxi zur Welt
News vom 11.12.2025 von Thomas Kanzler
Eine Frau in San Francisco hat ein Kind in einem fahrerlosen Robotaxi der Google-Schwesterfirma Waymo zur Welt gebracht. Mutter und Baby kamen danach wohlauf in einem Krankenhaus an, wie Waymo mitteilte.
Die Frau sei in dem Auto bereits auf dem Weg ins Krankenhaus gewesen, als das Service-Team von Waymo eine „ungewöhnliche Aktivität“ bemerkt habe, hieß es. Daraufhin habe man sie im Fahrzeug kontaktiert - und auch die Rettungsdienste informiert. Das Robotaxi sei jedoch schneller in der Klinik angekommen, als es von einem Rettungswagen habe erreicht werden können.
Kein Mensch am Lenkrad
Die zu Robotaxis umgebauten Jaguar-Elektroautos von Waymo mit auffälligen Sensoren auf dem Dach gehören zum Stadtbild in San Francisco. Sie fahren von Software gesteuert ohne einen Menschen am Steuer und werden per App bestellt. Die Fahrzeuge haben eine Kamera im Innenraum, unter anderem um Vandalismus zu vermeiden und die Sauberkeit im Blick zu haben.
Waymo hat in mehreren US-Städten rund 2.500 Robotaxis. Schwerpunkte sind San Francisco und das anliegende Silicon Valley mit etwa 1.000 Fahrzeugen und Los Angeles mit rund 700. Die Google-Schwesterfirma ist damit klarer Marktführer in dem neuen Geschäft.
Herausforderer Tesla
Der von Elon Musk geführte Elektroauto-Hersteller Tesla will zur Nummer eins werden und setzt dabei unter anderem auf einen Kostenvorteil: Die Wagen sollen ihre Umgebung nur mit Kameras erfassen. Waymo und andere Entwickler setzen dagegen für mehr Sicherheit auch auf teurere Technik wie Laserradare, die die Umgebung abtasten. Tesla kommt bisher auf einige Dutzend Robotaxis am Firmensitz im texanischen Austin, wo die Wagen bisher mit einem Aufpasser im Beifahrersitz unterwegs sind.
Mercedes steigt ins Robotaxi-Geschäft ein
News vom 09.12.2025 von Kathrin Köstner
Mercedes-Benz steigt in das Geschäft mit Robotaxis ein. Der Autohersteller kündigte gemeinem mit dem chinesischen Softwarepartner Momenta einen fahrerlosen Shuttle-Service auf Basis der neuen S‑Klasse an. Erste Testfahrzeuge sollen in Kürze in Abu Dhabi unterwegs sein, teilte das Dax-Unternehmen aus Stuttgart mit. Betrieben werde die künftige Robotaxi-Flotte dort vom lokalen Mobilitätsanbieter Lumo.
Nach einer ersten Testphase beabsichtigen die Partner demnach eine breitere Einführung an weiteren Standorten und in anderen Märkten. Technikchef und Entwicklungsvorstand Jörg Burzer teilte mit: "Mit einem S‑Klasse Robotaxi legen wir die Messlatte für automatisierte Mobilität höher".
Bei den Robotaxis handelt es sich den Angaben nach um ein Level-4-System - die Fahrzeuge können also in festgelegten Gebieten und unter bestimmten Einsatzbedingungen autonom fahren. Interessant ist der Schritt auch deshalb, weil sich die Schwaben zuletzt aus dem klassischen Taxi-Geschäft immer weiter zurückgezogen hatten. Um die Entwicklung des autonomen Fahrens zu beschleunigen, prüft Mercedes den Angaben nach auch die Möglichkeiten eines Robotaxi-Ökosystems auf Basis einer Nvidia-Plattform.
Anbieter drängen auf den Markt
Als führend bei Robotaxis gilt Waymo. Die fahrerlosen Robotaxis der Google-Schwesterfirma sind in einer Handvoll von US-Städten unterwegs und machen inzwischen Hunderttausende bezahlte Fahrten mit Passagieren pro Woche. Im kommenden Jahr will Waymo auch in Europa starten, zunächst in London. Aber auch andere Unternehmen haben Ambitionen in dem Milliardenmarkt - darunter Tesla, die Amazon-Tochter Zoox, der Fahrdienst-Vermittler Uber, Volkswagen mit dem vollautonomen Minibus ID-Buzz und chinesische Anbieter wie WeRide.
Mercedes dürfte sich mit dem neuen Angebot von anderen Anbietern absetzen wollen: Die S-Klasse ist das Aushängeschild des Konzerns, gilt als luxuriös und bietet Gästen auf den hinteren Sitzplätzen viel Platz. Ende Januar stellt der Autobauer eine vor allem technisch überarbeitete Version der Limousine vor.
Beim hochautomatisierten Fahren nach Level 3, bei dem der Fahrer zeitweise die Verantwortung ans Auto abgeben kann, ist Mercedes bisher gut aufgestellt: Die Marke bietet für Privatkunden in der S-Klasse und dem E-Pendant EQS ein System an, das bis Tempo 95 auf der Autobahn das Lenkrad übernehmen darf. In den nächsten fünf Jahren will Mercedes die Maximalgeschwindigkeit auf 130 Kilometer pro Stunde erhöhen. (Quelle: dpa)
Uber plant mit 100.000 Robotaxis - Deal mit Nvidia
News vom 29.10.2025 von Kathrin Köstner
(dpa) Uber macht Ernst mit dem Plan, zur Plattform für Robotaxis verschiedener Hersteller zu werden. In Kooperation mit dem Chipriesen Nvidia ist die Rede von 100.000 selbstfahrenden Autos - irgendwann
Der Fahrdienst-Vermittler Uber peilt für die Zukunft die Marke von 100.000 Robotaxis auf der Plattform an. Ein Schlüssel dafür sollen neue Autocomputer des Chipriesen Nvidia sein, die Hardware zum autonomen Fahren in Autos verschiedener Hersteller bringen sollen.
Bei der Ankündigung von Uber und Nvidia gab es keine Angaben dazu, wann die Zielmarke von 100.000 Robotaxis erreicht werden könnte. Die ersten Fahrzeuge mit Nvidias neuer Computer-Plattform sollen demnach 2027 verfügbar sein.
Unter den ersten Robotaxis mit Nvidia-Hardware bei Uber sollen mindestens 5.000 Fahrzeuge der Opel-Mutter Stellantis sein, wie der Fahrdienst-Vermittler bekanntgab. Auch Mercedes-Benz und der Tesla-Konkurrent Lucid arbeiteten an Fahrzeugen, die mit Nvidias neuer Plattform mit dem Namen Drive AGX Hyperion 10 kompatibel seien, hieß es.
Uber hatte schon Robotaxi-Pläne
Uber hatte im Sommer bereits angekündigt, selbst zu einem Robotaxi-Anbieter werden zu wollen - und würde damit den Fahrern auf der Plattform selbst Konkurrenz machen. So hieß es, dass in den kommenden sechs Jahren in verschiedenen Ländern mindestens 20.000 selbstfahrende Wagen auf Basis von SUVs des Elektroauto-Herstellers Lucid eingeführt werden sollen. Die Fahrzeuge werden Uber oder den Flotten-Partnern des Online-Dienstes gehören.
Uber demonstrierte bereits zuvor Ambitionen, zur führenden Plattform für Robotaxis verschiedener Entwickler zu werden. So sind in einigen US-Städten selbstfahrende Autos der Google-Schwesterfirma Waymo bereits auch über die Uber-App buchbar.
Auch Robotaxis von Volkswagen sollen auf die Plattform kommen. Uber kündigte zudem an, dass außerhalb der USA selbstfahrende Autos der chinesischen Firma Baidu vermittelt werden sollen. Die Entwicklung eigener Technologie zum autonomen Fahren hatte Uber schon vor Jahren aufgegeben - nach einem tödlichen Unfall bei einer abendlichen Testfahrt. (Quelle: dpa)
Robotaxis in Luxemburg - Chinesisch-französische Kooperation
News vom 17.10.2025 von Thomas Kanzler
Die Partner entwickeln gemeinsam autonome E-Transporter auf SAE-Level 4. Die ersten Praxistests mit dem Peugeot e-Traveller beginnen in Luxemburg und sollen 2026 ausgeweitet werden.
Der Automobilkonzern Stellantis und das Technologieunternehmen Pony.ai wollen gemeinsam die Entwicklung autonomer Fahrzeuge in Europa vorantreiben. Laut einer Mitteilung der Unternehmen vom 17. Oktober 2025 haben beide Partner eine unverbindliche Absichtserklärung unterzeichnet, um Robotaxi-Lösungen auf Basis von batterieelektrischen Fahrzeugen zu entwickeln und zu erproben.
Die Kooperation sieht vor, die fortschrittliche Software für autonomes Fahren von Pony.ai mit der AV-Ready Medium-Size Van (K0)-Plattform von Stellantis in der vollelektrischen Variante zu kombinieren. Damit sollen Fahrzeuge entstehen, die dem Automatisierungsgrad des SAE-Levels 4 entsprechen – also hochautomatisiert fahren können, ohne dass eine Person dauerhaft eingreifen muss.
Testbetrieb startet in Luxemburg
Der praktische Teil der Zusammenarbeit beginnt in Luxemburg. Dort sollen in den kommenden Monaten erste Testfahrzeuge auf Basis des Peugeot e-Traveller eingesetzt werden. Von 2026 an planen die Unternehmen eine schrittweise Einführung in europäischen Städten. Ziel sei es laut Unternehmensangaben, die Systeme unter realen Bedingungen auf Sicherheit, Leistungsfähigkeit und die Einhaltung gesetzlicher Anforderungen zu prüfen.
Pony.ai steuert die Software und Erfahrung aus bisherigen Projekten in Asien und Nordamerika bei, während Stellantis die Plattform und Fahrzeugarchitektur liefert. Die Tests werden von der europäischen Niederlassung von Pony.ai mit Sitz in Luxemburg koordiniert.
Fokus auf leichte Nutzfahrzeuge
Die Entwicklung konzentriert sich zunächst auf mittelgroße, vollelektrische Transporter. Dieses Fahrzeugsegment gilt laut Stellantis als besonders geeignet für den Robotaxi-Einsatz, da Größe, Flexibilität, Gesamtbetriebskosten und Effizienz einen wirtschaftlichen Einsatz ermöglichen. Der Konzern will damit seine Position als führender Anbieter leichter Nutzfahrzeuge in Europa stärken.
„Vollautomatisierte Fahrzeuge, die keine Fahrer erfordern, haben das Potenzial, die Art und Weise, wie sich Menschen in unseren Städten bewegen, zu verändern. Sie können sichere und erschwingliche Optionen bieten“, sagte Ned Curic, Chief Engineering & Technology Officer von Stellantis. „Um diese Vision zu realisieren, haben wir die AV-Ready-Plattformen von Stellantis entwickelt und arbeiten mit den besten Akteuren der Branche zusammen. Pony.ai zeichnet sich durch technisches Know-how und einen kollaborativen Ansatz aus.“
Auch Pony.ai sieht in der Kooperation einen wichtigen Schritt in Richtung europäischer Marktpräsenz. Gründer und CEO Dr. James Peng betonte, die starke Markenpräsenz und Marktposition von Stellantis mache den Konzern zum idealen Partner, um das Wachstum des Technologieunternehmens in Europa zu beschleunigen.
„Wir freuen uns, mit Stellantis zusammenzuarbeiten, um unsere Technologie für autonome Mobilität nach Europa zu bringen“, sagte Dr. James Peng, Gründer und CEO von Pony.ai. „Ihre starke Präsenz in Europa und ihr Portfolio an ikonischen Marken machen sie zum idealen Partner, um unser Wachstum in diesem Schlüsselmarkt zu beschleunigen.“
Technologie mit Zukunftspotenzial
Die von Stellantis entwickelte AV-Ready-Plattform ist laut Unternehmensangaben bereits für den hochautomatisierten Betrieb vorbereitet. Sie wurde mit Systemredundanzen und moderner Sensortechnik ausgestattet, um die Integration von Software für autonomes Fahren zu ermöglichen. Der Fokus liegt auf Sicherheit und Zuverlässigkeit im sogenannten „Hands-off, Eyes-off“-Betrieb.
Obwohl die Partnerschaft zunächst auf Personenbeförderung ausgerichtet ist, legt sie gleichzeitig den Grundstein für eine breitere Anwendung, die möglicherweise autonome Mobilitätsdienste für Waren und Personen umfassen könnte. Damit würde die Zusammenarbeit einen Grundstein für ein breiteres Spektrum automatisierter Mobilitätsdienste legen.
Die Kooperation ist ein Hinweis darauf, dass autonome und elektrische Nutzfahrzeuge zunehmend praxisrelevant werden. Zwar bleibt der Serienbetrieb solcher Fahrzeuge in Europa vorerst Zukunftsmusik, doch die Kombination aus Elektromobilität, Softwareintegration und sicherheitsrelevanter Redundanz zeigt, wohin sich betriebliche Mobilitätskonzepte entwickeln.
Sollten sich die Testfahrzeuge im Alltag bewähren, könnten künftig autonome Transport- oder Shuttle-Dienste zur Ergänzung betrieblicher Flotten werden – insbesondere dort, wo Nachhaltigkeit und Effizienz gleichermaßen gefragt sind. Bis dahin bleibt die Frage offen, ob die Technik schneller reift als die rechtlichen Rahmenbedingungen.(av, Quelle: Stellantis )
Fahrerlos in die Zukunft: Robotaxis starten durch – und verändern das Geschäft mit der Mobilität
News vom 09.10.2025 von Kathrin Köstner
Technologiekonzerne wie Waymo und Tesla treiben das Robotaxi-Geschäft voran. Während in Metropolen die ersten fahrerlosen Fahrzeuge unterwegs sind, sieht sich das klassische Taxigewerbe mit wachsendem Wettbewerbsdruck und offenen Regulierungsfragen konfrontiert.
Autonome Fahrdienste machen 2025 weltweit große Fortschritte. In den USA und China rollen die ersten Robotaxis ohne Fahrer auf öffentlichen Straßen, während Technologieunternehmen Milliarden in künstliche Intelligenz und Sensorik investieren. Laut einer neuen Studie des Marktforschungsunternehmens IDTechEx könnte der Softwareumsatz im Bereich Robotaxis bis 2046 um das 1000-Fache wachsen.
Waymo, Tesla und andere Konzerne erweitern ihren Radius
In den Vereinigten Staaten gilt Waymo als führender Anbieter fahrerloser Taxis. Das Unternehmen betreibt bereits in mehreren Großstädten – darunter Phoenix, San Francisco und Los Angeles – reguläre Robotaxi-Dienste und arbeitet eng mit den Plattformen Uber und Lyft zusammen. Auch Tesla hat in Austin, Texas, einen Robotaxi-Dienst gestartet, bei dem seit September keine Sicherheitsfahrer mehr an Bord sind.
Weitere Unternehmen wie Zoox und May Mobility testen ebenfalls fahrerlose Fahrzeugkonzepte. Besonders Zoox setzt dabei auf ein eigens entwickeltes Fahrzeug ohne Lenkrad oder Pedale – ein deutlicher Schritt weg vom klassischen Fahrzeugdesign.
China baut Führungsrolle aus
In China wächst der Markt noch schneller. Baidus Robotaxi-Dienst „Apollo Go“ ist inzwischen in über zwölf Städten aktiv und plant den Schritt nach Europa. Auch andere chinesische Unternehmen wie Pony.ai oder WeRide verfügen über hunderte Fahrzeuge. Analysten erwarten, dass China 2046 mehr als die Hälfte des weltweiten Robotaxi-Softwareumsatzes generieren wird.
Europa hinkt hinterher – doch die Entwicklung läuft an
In Europa ist der Markt für fahrerlose Taxis noch in der Aufbauphase. Firmen wie Wayve oder Motor AI entwickeln Softwarelösungen und Pilotprojekte. Nach Einschätzung von IDTechEx könnte Europa in den kommenden Jahren zum wichtigen Testfeld für internationale Anbieter werden.
Folgen für das Taxigewerbe noch unklar
Für die Taxi-Branche stellen die aktuellen Entwicklungen eine potenzielle Zäsur dar. Fahrdienstplattformen und Automobilkonzerne investieren in Geschäftsmodelle, die ohne Fahrer auskommen – ein direkter Eingriff in das traditionelle Geschäftsmodell.
Gleichzeitig bleiben viele Fragen offen: Wie werden Robotaxis reguliert? Wer trägt Verantwortung bei Unfällen? Und wie können Taxiunternehmen auf ein verändertes Mobilitätsumfeld reagieren? Bisher gibt es keine Anzeichen dafür, dass Robotaxis in naher Zukunft in europäischen Städten flächendeckend zugelassen werden. Dennoch zeigt der Blick in die USA und nach China, dass der technologische Vorsprung wächst und die Branche gut beraten ist, sich frühzeitig mit möglichen Folgen auseinanderzusetzen. (Quelle: IDTechEx)
München wird Testfeld für Ubers autonome Fahrdienste
News vom 09.09.2025 von Kathrin Köstner
Die bayerische Landeshauptstadt wird zum europäischen Pilotstandort für hochautomatisierte Fahrten. Momenta setzt dabei auf KI-Technologie, die bereits in Hunderttausenden Fahrzeugen verbaut ist und in Shanghai im Robotaxi-Betrieb erprobt wird.
Uber Technologies und das chinesische Unternehmen Momenta wollen ab 2026 in Deutschland Tests mit autonomen Fahrzeugen auf Level 4 starten. Die Fahrten sollen zunächst in München beginnen, weitere Städte in Europa sollen folgen. Ziel der Kooperation ist es, Momentas autonome Fahrtechnologie in die Plattform von Uber zu integrieren.
Fokus auf München
München wurde als erster Standort für die Tests gewählt. Die Stadt gilt aufgrund ihrer Automobilindustrie und vorhandenen Infrastruktur als geeigneter Ausgangspunkt für den Start in Europa.
Technologie und Partnerschaften
Momenta verfolgt einen hybriden Entwicklungsansatz, der den Einsatz fortschrittlicher Fahrerassistenzsysteme (ADAS) mit Automobilherstellern mit der Weiterentwicklung von Robotaxi-Technologie verbindet. Das Fahrerassistenzsystem ist bereits in rund 400.000 Fahrzeugen auf der Straße im Einsatz. Zudem arbeitet Momenta mit deutschen Herstellern wie Mercedes-Benz und BMW zusammen.
Aktivitäten in China
Neben der Zusammenarbeit mit Uber betreibt Momenta in Shanghai bereits einen Robotaxi-Dienst. Bis Ende 2025 ist dort die kommerzielle Einführung ohne Sicherheitsfahrer geplant.
Hintergrund der Kooperation
Uber und Momenta hatten im Mai 2025 eine strategische Vereinbarung geschlossen. Diese sieht vor, autonome Fahrzeuge auf der Uber-Plattform in internationalen Märkten außerhalb der USA und Chinas einzuführen.
Robotaxi: China fährt vor – und Deutschland schaut zu
News vom 30.07.2025 von Thomas Kanzler
Während in Europa noch diskutiert wird, erteilt Shanghai gleich mehrere Robotaxi-Lizenzen. Unternehmen wie Pony AI, Baidu, WeRide und SAIC Motor dürfen ihre Dienste nun kommerziell in ausgewählten Stadtgebieten anbieten – ohne Sicherheitsfahrer.
In China werden längst Fakten geschaffen. Zahlreiche Lizenzen wurden im Rahmen der World Artificial Intelligence Conference vergeben, einer Konferenz, auf der Shanghai regelmäßig seinen Anspruch als Technologie-Hotspot unter Beweis stellt. Die Stadt zeigt damit nicht nur ihren Willen zur Innovation, sondern auch, wie sich staatliche Regulierung und technologische Entwicklung gezielt verzahnen lassen.
Zahlen, die aufhorchen lassen
Die Finanzanalysten von Goldman Sachs gehen davon aus, dass bis 2030 rund 500.000 Robotaxis auf Chinas Straßen unterwegs sein könnten. Fünf Jahre später könnten es bereits mehr als viermal so viele sein. Auch wirtschaftlich nimmt die Entwicklung Fahrt auf: Der Markt für autonome Fahrdienste könnte bis 2035 ein Volumen von rund 61 Milliarden US-Dollar erreichen.
Damit wird eine Vision zur Wirklichkeit, die noch vor wenigen Monaten spekulativ erschien. Pony AI etwa kündigte an, seine fahrerlosen Dienste zunächst in den Bezirken Jinqiao und Huamu anzubieten – unweit des Finanzzentrums Lujiazui. Das sind keine Feldversuche mehr, sondern kommerzieller Alltag.
„Wir sind positiv gestimmt über die Ausweitung der kommerziellen Robotaxi-Dienste, die das Wachstum der Branche unterstützen wird", so die Goldman-Analysten in ihrer Einschätzung.
Kooperation statt Konkurrenz
Auffällig ist auch, wie eng Technologieunternehmen und traditionelle Verkehrsbetreiber in China zusammenarbeiten. Baidu etwa kooperiert mit dem Taxiunternehmen DaZhong Transportation, WeRide mit Chery und JinJiang Taxi. Die Allianzen schaffen eine leistungsfähige Infrastruktur und bieten den Firmen einen schnellen Zugang zum Markt – sowohl technisch als auch regulatorisch.
Diese enge Verzahnung von Industrie und Verwaltung ermöglicht eine Geschwindigkeit, von der europäische Anbieter nur träumen können. Während in Berlin Verkehrskonzepte in Kommissionen erarbeitet werden, rollen in Shanghai die ersten fahrerlosen Taxis bereits durch die Stadt.
Blick über die Landesgrenzen
China beschränkt sich dabei nicht auf den heimischen Markt. WeRide ist bereits in Riad mit einem Pilotprojekt präsent, unterstützt von der saudischen Transportbehörde. Pony AI wiederum testet seine Fahrzeuge in Luxemburg. Die internationale Expansion ist strategisch geplant – und wird nicht lange auf sich warten lassen.Für Europa könnte das zur Herausforderung werden. Denn während hier noch grundlegende Fragen zu Datenschutz, Haftung und Infrastruktur geklärt werden, sichern sich chinesische Unternehmen Marktanteile und Erfahrungen im Ausland.
Die Lage in Deutschland
In Deutschland hingegen ist von ähnlichen Initiativen wenig zu sehen. Zwar kündigte die neue Bundesregierung unter Kanzler Friedrich Merz ein milliardenschweres Infrastrukturprogramm an. Doch in der Praxis stockt die Umsetzung. Diskussionen über Dieselverbote, Ladeinfrastruktur oder Zuständigkeiten überlagern den technologischen Fortschritt. Längst stellt sich die Frage, ob deutsche Hersteller und politische Entscheider nicht den Anschluss an eine Entwicklung verlieren, die Mobilität grundlegend verändern wird. Denn Straßen allein machen noch keinen Fortschritt – entscheidend ist, was darauf fährt.
Ein technologischer Weckruf
Die Dynamik in China zeigt: Die nächste Stufe der Mobilität ist nicht ferne Zukunft, sondern bereits Gegenwart. Und sie entsteht nicht in Gremien, sondern in Stadtvierteln wie Huamu und Jinqiao. Während Deutschland sich selbst im Weg steht, rollen in Asien die ersten autonomen Flotten.
Es geht nicht nur um Technik, sondern um politische Entschlossenheit und gesellschaftliche Offenheit für Neues. Tatsächlich wird man in Zukunft zumindest zum Teil autonom unterwegs sein - wer sich jetzt nicht bewegt, wird später hinterherfahren.
Autonom statt Fahrer: Uber startet eigene Robotaxi-Offensive
News vom 18.07.2025 von Kathrin Köstner
(dpa) Der Fahrdienstvermittler geht einen neuen Weg: Statt nur fremde Anbieter zu integrieren, will Uber künftig eigene Robotaxis betreiben. Der Einstieg erfolgt mit Elektro-SUVs und externer Technik für autonomes Fahren – ein Kurswechsel mit Signalwirkung für die Branche.
Uber will in den kommenden sechs Jahren mindestens 20.000 selbstfahrende Fahrzeuge in verschiedenen Ländern in Betrieb nehmen. Die Fahrzeuge basieren auf dem SUV-Modell „Gravity“ des Elektroautoherstellers Lucid Motors und sollen entweder im Besitz von Uber selbst oder von Flottenpartnern sein. Der Schritt markiert eine Erweiterung der bisherigen Plattformstrategie hin zum Betrieb eigener Robotaxis.
Kooperation mit Lucid und Nuro
Die technische Grundlage für die autonome Fahrfunktion liefert der US-amerikanische Robotaxi-Entwickler Nuro. Für den Umbau der Fahrzeuge stellt Uber Lucid Motors 300 Millionen US-Dollar zur Verfügung. Lucid, bislang für geringe Produktionszahlen bekannt, will mit Unterstützung seines Großaktionärs – dem saudi-arabischen Staatsfonds – die Anforderungen im Robotaxi-Geschäft erfüllen.
Strategie: Plattform für verschiedene Anbieter
Uber verfolgt weiterhin das Ziel, eine Plattform für verschiedene Anbieter selbstfahrender Fahrzeuge zu werden. Bereits heute sind in einigen US-Städten Robotaxis von Waymo, einer Tochter von Googles Mutterkonzern Alphabet, über die Uber-App buchbar. Auch Fahrzeuge von Volkswagen sollen künftig auf die Plattform kommen. Zudem kündigte Uber an, künftig auch Robotaxis des chinesischen Anbieters Baidu außerhalb der USA zu vermitteln.
Rückblick: Eigene Entwicklung eingestellt
Uber hatte früher eigene Entwicklungen im Bereich autonomes Fahren vorangetrieben. Nach einem tödlichen Unfall bei einer Testfahrt im Jahr 2018 stellte das Unternehmen diese Aktivitäten jedoch ein. Es handelt sich um den bislang einzigen öffentlich bekannten Todesfall im Zusammenhang mit einem autonom fahrenden Fahrzeug von Uber.
Wettbewerb in Austin verschärft sich
In der texanischen Stadt Austin wächst der Wettbewerb im Robotaxi-Markt. Tesla betreibt dort ein erstes Angebot mit Fahrzeugen, die über einen menschlichen Aufpasser auf dem Beifahrersitz verfügen. Das Unternehmen kündigte jüngst eine Ausweitung des Einsatzgebiets an. Parallel dazu vergrößerte auch Waymo sein Robotaxi-Angebot in Austin, das nun über die von Tesla abgedeckten Bereiche hinausreicht.
Autonom unterwegs: Uber startet globale Robotaxi-Offensive mit Baidu
News vom 16.07.2025 von Kathrin Köstner
Nach Partnerschaften mit Cruise und Waymo setzt Uber nun auf Baidu für eine internationale Expansion autonomer Fahrdienste. Der Rollout beginnt in Asien und dem Nahen Osten – mit konkreten Plänen für Europa.
Uber hat eine mehrjährige Partnerschaft mit dem chinesischen Technologiekonzern Baidu geschlossen. Ziel der Kooperation ist es, autonome Fahrzeuge von Baidu weltweit über die Uber-App buchbar zu machen. Nutzerinnen und Nutzer sollen künftig die Wahl haben, ob sie eine Fahrt mit einem menschlichen Fahrer oder einem Robotaxi buchen möchten.
Start in Asien und Nahost – Europa im Blick
Der Rollout der gemeinsamen Dienste ist zunächst in Asien und im Nahen Osten vorgesehen und soll noch im laufenden Jahr beginnen. Langfristig ist eine Ausweitung auf weitere Regionen geplant, darunter Europa und Ozeanien.
Baidus Robotaxi-Dienst
„Apollo Go“ Baidu betreibt derzeit unter dem Namen „Apollo Go“ mehr als 1.000 autonome Fahrzeuge in über 15 Städten – unter anderem in China, Dubai und Abu Dhabi. Nach eigenen Angaben wurden seit dem Start im Jahr 2021 bis Mai 2025 über 11 Millionen Fahrten durchgeführt. Die Expansion nach Europa ist bereits in Vorbereitung, erste Einsätze sind in der Schweiz geplant.
Erweiterung bestehender Uber-Kooperationen
Die Partnerschaft mit Baidu ergänzt Ubers bestehende Kooperationen im Bereich autonomer Mobilität. In den USA arbeitet Uber bereits mit Cruise, einer Tochter von General Motors, sowie mit Waymo zusammen. Letztere ermöglicht seit 2023 auch Buchungen über die Uber-App. Zudem kooperiert Uber mit dem chinesischen Unternehmen Momenta. Für den US-Markt ist außerdem die Integration autonom fahrender ID.Buzz-Modelle von Volkswagen geplant.
Fokus auf Partner statt Eigenentwicklung
Uber hatte in der Vergangenheit eine eigene Entwicklungssparte für selbstfahrende Fahrzeuge aufgebaut, diese jedoch 2020 an das von Amazon unterstützte Unternehmen Aurora Technologies verkauft. Seither setzt Uber auf Partnerschaften, um sein Angebot im Bereich autonomes Fahren auszubauen.
Tesla bleibt außen vor
Ein bedeutender Anbieter im Bereich autonomer Mobilität fehlt in der Liste der Uber-Partner: Tesla. Der US-Hersteller verfolgt mit einem eigenen Robotaxi-Dienst eine eigenständige Strategie. Uber-CEO Dara Khosrowshahi hatte Tesla zuletzt öffentlich als kleineren Wettbewerber bezeichnet und das kamerabasierte System des Unternehmens im Vergleich zu Lidar-Technologien kritisch bewertet.
Der Wettlauf zum Roboter-Auto, oder: Hände weg vom Steuer!
News vom 25.06.2025 von Thomas Kanzler
Das autonome Fahren ist das nächste große Ding in der Automobilindustrie. Wer hat beim Robo-Fahren die Nase vorne? Sind es die chinesischen Autobauer? Oder doch Tesla? Sind die deutschen Hersteller heillos abgeschlagen?
Vor ein paar Tagen ist VW beim autonomen Fahren endlich aus der Deckung gekommen. Auf der Mobilitätsmesse "UITP Summit 2025“ rollte der niedersächsische Autobauer durch seine Tochtermarke Moia den ID.Buzz AD in das Scheinwerferlicht. Das Kürzel „AD“ ist entscheidend. Denn es steht in diesem Fall für „Autonomous Driving“, also autonomes Fahren. Schon im nächsten Jahr sollen die Elektro-Bullis als Robo-Taxis in Hamburg und Los Angeles an den Start gehen. Weitere Städte sollen folgen. Mit den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) gibt es schon eine Vereinbarung und auch der US-Fahrdienstleister Uber ist an Bord. Somit wird es in den USA nicht bei der Westküstenmetropole bleiben. In den nächsten zehn Jahren sollen einige Tausend der Robo-ID.Buzz ihre Runden drehen.
Waymo ist in der Pole-Position
Das klingt alles verheißungsvoll, doch in den USA sind Tesla und die Google-Schwester Waymo bereits einen Schritt weiter. Die Alphabet-Tochter betreibt unter dem Markennamen Waymo One bereits autonome Taxis in mehreren US-Städten, darunter San Francisco, Los Angeles, Phoenix und Austin. Die Flotte der selbstfahrenden Vehikel, die autonomes Fahren des Level 4 beherrschen, umfasst derzeit rund 1.500 Fahrzeuge. Pro Woche werden etwa 250.000 Fahrten gebucht. Bis Ende des Jahres will Waymo seine Dienste auch in Atlanta, Miami und Washington D.C. anbieten und dafür circa 2.000 weitere Fahrzeuge auf die Straße bringen. Damit dürfte dann die Anzahl der Routen und vor allem der gesammelten Daten explodieren, die für das autonome Fahren essenziell sind. Klaus Schmitz, Partner der Strategieberatung Arthur D. Little, schätzt den Vorsprung von Waymo gegenüber VW auf etwa fünf Jahre.
Waymos großer Konkurrent: Tesla
„Tesla ist hier, trotz aller Kritik, ganz klar vorn. Kein anderer Hersteller testet ein vergleichbar leistungsfähiges KI-System in dieser Breite. Tatsächlich ist Tesla der einzige Anbieter mit flächendeckendem KI-Feldtest im Echtbetrieb“, stellt Martin Geißler, Partner bei der Unternehmensberatung Advyce & Company klar.
Und das, obwohl Teslas Full Self-Driving (FSD) auf eine kamerabasierte Lösung setzt und auf LiDAR-Sensoren verzichtet. Elon Musk nutzt die künstliche Intelligenz im Zusammenspiel mit neuronalem Netzwerktraining. Die Menge an Daten, die die Autopiloten bereits gesammelt haben, sind immens. Dennoch gibt es nach wie vor Zweifel, ob die Erfassung der Umgebung mit Kameras bei schlechten Sichtverhältnissen ausreicht.
„Auch in China ist man weiter: Anbieter wie Baidu beziehungsweise Apollo Go, AutoX oder WeRide testen ihre Robotaxis in Millionenstädten wie Shenzhen, Wuhan oder Guangzhou, teils ebenfalls ohne Sicherheitsfahrer und mit realen Passagieren. Hier wird nicht mehr „erforscht“, sondern schon skaliert“, macht Martin Geißler klar.
Die Dynamik bei den Robo-Autos im Reich der Mitte ist hoch. Hersteller wie BYD und Nio entwickeln die Technologie inklusive der Prozessoren selbst. Nio hat sich Tesla zum Vorbild genommen und will mit einer ähnlichen Strategie zum Erfolg kommen. Noch haben die Amerikaner deutlich die Nase vorne. Dennoch machen die Chinesen im Stadtverkehr massive Fortschritte.
Xiaomi gibt Gas
Einen Akteur, den viele noch gar nicht auf dem Radar haben, ist Xiaomi. Dass der Technologiekonzern Autos bauen kann, haben die Chinesen mit dem SU7 Ultra bewiesen, der auf der Nordschleife des Nürburgrings den Rekord für Elektrofahrzeuge geknackt hat. Auch beim autonomen Fahren gibt Xiaomi Gas. Autos wie der Luxeed R7 (gehört zu Chery) oder der Voyah Free sind bereits mit dem neuesten autonomen Fahrsystem Huawei ADS 4.0 (Advanced Driver-Assistance System) ausgestattet. Zwar entbindet Huaweis Cruise Assist den Fahrer nicht vollständig von der Verantwortung, aber das System agiert auch im Gewusel chinesischer Millionenmetropolen schon ziemlich souverän. Was den Akteuren aus dem Reich der Mitte bei der Entwicklung der Robo-Autos in die Karten spielt, sind die großzügigeren Vorschriften.
Und die Deutschen?
Die agieren in urbanen Gebieten eher zurückhaltend. BMW zeigt mit der Neuen Klasse, dass auch in München mit Hochdruck an selbsttätigen Vehikeln gearbeitet wird. Bei allen Fortschritten besteht BMW darauf, dass es sich bei der Technik noch nicht um autonomes Fahren handelt, eher um den Level 2++. Ähnlich ist Mercedes unterwegs. Zumindest innerhalb der Stadtmauern. Auch wenn Mercedes-Ingenieure hinter vorgehaltener Hand klarmachen, dass der CLA genauso souverän agieren kann wie die chinesischen Modelle, es nur in Deutschland nicht erlaubt ist. Auf Autobahnen sieht die Sache ganz anders aus. Mercedes ist bislang der einzige Hersteller, der mit dem Drive Pilot 95 ein zulassungsfähiges autonomes Fahren des Level 3 realisiert hat. Das bedeutet, dass man die Hände vom Lenkrad nehmen und sich anderen Aufgaben widmen kann. Noch in dieser Dekade soll die Geschwindigkeit auf 130 km/h steigen.
LiDAR-Sensoren sind teuer
Ein Thema, das beim Wettlauf zum autonomen Fahren noch eine große Rolle spielen wird, sind die wirtschaftlichen Faktoren. Zum einen sind LiDAR-Sensoren nach wie vor sehr teuer, zum anderen ist ein enormer Entwicklungsaufwand nötig, um die Autos fit für das autonome Fahren des Level 4 zu machen. Von Level 5 ganz zu schweigen. Nicht jeder Autobauer kann sich das auf Dauer leisten. Ob sich das Ganze rechnet, steht noch in den Sternen.
„Der Robotaxi-Markt wird größer geredet, als er ist. Prognosen von 40 Milliarden Dollar bis 2030 sind schlicht utopisch: Der gesamte Weltmarkt für Taxifahrten liegt derzeit bei knapp über 100 Milliarden – bei negativem Wachstum“, weiß Martin Geißler.
„Bei den jetzigen Hardwarekosten für zum Beispiel Waymo oder Moia ist eine wirtschaftliche Lösung weder für Robo-Taxis und schon gar nicht für privat genutztes Selbstfahren möglich“, ergänzt Klaus Schmitz.
Auch die geopolitische Lage spielt eine Rolle.
„Aufgrund der rigiden Technologie- und Handelsbeschränkungen wird für die Chinesen die Verfügbarkeit von Chips mit Strukturen, die kleiner sind als sieben Nanometer zur Herausforderung werden“, sagt Klaus Schmitz.
Leistungsfähige Prozessoren sind unabdingbar, wenn das Auto selbsttätig agieren soll. Der Wettlauf zum Robo-Autos wird also von vielen Faktoren beeinflusst.
Für uns vor Ort: Wolfgang Gomoll; press-inform
Tesla rollt Robotaxis aus – erster Praxistest mit Model Y in Austin
News vom 25.06.2025 von Kathrin Köstner
(dpa) Tesla wagt den Schritt in den Robotaxi-Markt, setzt aber auf ein ungewöhnliches Technik-Konzept. Während die Konkurrenz auf Sensoren setzt, vertraut Tesla allein auf Kameras – mit Risiken und möglichen Vorteilen. Ein Überblick über das Pilotprojekt.
Tesla hat in der texanischen Hauptstadt Austin den Betrieb eines eigenen Robotaxi-Dienstes aufgenommen. Der Start erfolgt in einem begrenzten Umfang: Aktuell sind lediglich 10 bis 20 Fahrzeuge des Modells Tesla Model Y im Einsatz. Die Testphase ist auf einen kleinen Teil der Innenstadt beschränkt.
Zugang nur für ausgewählte Nutzer
Das Angebot richtet sich zunächst ausschließlich an eine ausgewählte Nutzergruppe. Tesla hat dafür vor allem dem Unternehmen nahestehende Online-Influencer eingeladen. Die Buchung der Fahrten erfolgt über eine App.
Fahrzeuge mit Aufsichtspersonen und Fernzugriff
Obwohl die Robotaxis ohne Fahrer unterwegs sind, befindet sich derzeit bei jeder Fahrt ein Tesla-Mitarbeiter auf dem Beifahrersitz. Dieser kann im Notfall eingreifen und das Fahrzeug stoppen. Zudem müssen sich Passagiere vor Fahrtantritt beim Tesla-Mitarbeiter vor Ort anmelden. Teilweise werden die Fahrzeuge von Begleitfahrzeugen überwacht. Nach Berichten einzelner Nutzer kann zusätzlich auch eine Fernsteuerung der Fahrzeuge erfolgen.
Technik ausschließlich kamerabasiert
Tesla setzt beim autonomen Fahren ausschließlich auf Kameratechnik. Auf den Einsatz von LiDAR-Sensoren, die viele andere Anbieter zur Umgebungserfassung nutzen, verzichtet das Unternehmen bewusst. Nach Angaben von Firmenchef Elon Musk verfügen viele neue Tesla-Modelle bereits über die notwendige Hardware für vollständig autonomes Fahren.
Spezialfahrzeug ab 2026 geplant
Die aktuell eingesetzten Fahrzeuge sind Serienmodelle mit ergänzenden Funktionen. Für das kommende Jahr ist die Produktion eines speziell für den Robotaxi-Betrieb konzipierten Fahrzeugs ohne Lenkrad und Pedale geplant.
Wettbewerb mit etablierten Anbietern
Mit dem Start tritt Tesla in Konkurrenz zu etablierten Robotaxi-Anbietern wie Waymo, einer Tochter von Alphabet. Waymo betreibt in Austin über 1.500 Fahrzeuge, die vollständig autonom und ohne Aufsichtsperson im Fahrzeug unterwegs sind. Der Dienst ist in einem deutlich größeren Stadtgebiet aktiv und kommt auf über 250.000 Passagierfahrten pro Monat. Im Unterschied zu Tesla setzt Waymo auf eine Kombination aus Kameras, Radar und LiDAR-Technologie.
Zweifel an technischer Umsetzbarkeit
Branchenexperten äußern weiterhin Zweifel an Teslas Ansatz, ausschließlich mit Kameras zuverlässige autonome Fahrfunktionen zu ermöglichen. Sollte der Ansatz dennoch erfolgreich sein, könnte Tesla einen erheblichen Kostenvorteil im Robotaxi-Markt erzielen. Das Unternehmen strebt laut eigenen Angaben langfristig einen Marktanteil von über 90 Prozent in diesem Bereich an.
Teurer, später, trotzdem gefragt: Warum Fahrgäste trotzdem auf Waymos Robotaxis setzen
News vom 13.06.2025 von Thomas Kanzler
Los Angeles/San Francisco – Wer sich in Kalifornien ein Taxi ohne Fahrer bestellt, zahlt nicht nur mehr – er wartet auch länger. Dennoch wächst das Interesse an Waymos Robotaxis. Eine aktuelle Studie der Analysefirma Obi zeigt: Die autonome Konkurrenz zu Uber und Lyft hat ihren Preis. Und trotzdem ihre Kundschaft.
In Los Angeles etwa liegt der Durchschnittspreis pro Kilometer bei Waymo bei 11,22 US-Dollar. Damit ist die Fahrt rund 41 Prozent teurer als mit Lyft (7,99 Dollar) und etwa 34 Prozent über dem Durchschnitt bei Uber (8,36 Dollar). Besonders in den Abendstunden weitet sich die Preisdifferenz aus. Während der Rushhour können Waymo-Fahrten im Schnitt bis zu 11 Dollar teurer sein – bei gleichzeitig längeren Wartezeiten. Das zeigt: Auch wenn der Algorithmus am Steuer sitzt, gelten weiter die Regeln von Angebot und Nachfrage. Die Flotte der Robotaxis ist begrenzt, gerade in Stoßzeiten steigen die Preise entsprechend.
Technik schlägt Preis
Die Studie basiert auf 90.000 erfassten Fahrtangeboten aus San Francisco und Los Angeles im Zeitraum März bis April 2025. Zusätzlich hat Obi Nutzerinnen und Nutzer in Phoenix, Los Angeles und San Francisco zu ihren Erfahrungen und Erwartungen befragt. Überraschendes Ergebnis: 80 Prozent der Befragten nennen „Freude an neuer Technik“ als Hauptgrund für die Nutzung. Damit überwiegt offenbar die Faszination gegenüber praktischen Erwägungen wie Kosten oder Schnelligkeit.
Auch beim Thema Vertrauen liefert die Studie aufschlussreiche Zahlen. Fast die Hälfte der befragten Männer würde einem Waymo-Taxi sogar ihre Kinder anvertrauen – bei den Frauen lag der Anteil etwas niedriger. Dennoch sprachen sich insgesamt mehr als 70 Prozent der Befragten dafür aus, Waymo gegenüber herkömmlichen Fahrdiensten zu bevorzugen. Bedenken bleiben, vor allem beim Thema Sicherheit: 74 Prozent der Teilnehmenden gaben dies als größte Sorge an.
Begeisterung trotz höherer Fahrtkosten
Dass Kunden bereit sind, im Schnitt 9 bis 11 Dollar mehr für eine Fahrt zu zahlen, überrascht selbst die Macher der Studie. Ashwini Anburajan, Chief Revenue Officer bei Obi, sagte gegenüber TechCrunch:
„Ich hätte nicht erwartet, dass die Verbraucher bereit sind, bis zu 10 Dollar mehr zu bezahlen. Ich denke, das spricht für ein echtes Gefühl der Begeisterung für Technologie, Neuheiten und eine echte Vorliebe, manchmal ohne Fahrer im Auto zu sitzen.“
Ein Preisverfall im klassischen Taxigeschäft durch Robotaxis ist bislang nicht zu beobachten – im Gegenteil. Der Markt testet derzeit eher aus, wie viel Autonomie den Menschen wert ist. Für Waymo dürfte das ein positives Signal sein.
Die Situation in den USA ist schwer mit der in Deutschland vergleichbar. Obi nahm für die Studie in den USA die Preise der Plattformbetreiber wie Uber und Bolt zum Vergleich. In Deutschland scheint Uber hingegen eines der Unternehmen zu sein, dass zukünftig autonome Taxis einführen will. Das Taxigewerbe hierzulande muss die Entwicklung aufmerksam beobachten.
Kommt Musks Robotaxi? Tesla zwischen Ankündigungen, Autonomie und Absatzkrise
News vom 10.06.2025 von Thomas Kanzler
Tesla, das Unternehmen, das einst als Vorreiter der Elektromobilität galt, steht vor einer strategischen Weggabelung. Gründer und CEO Elon Musk setzt seine Hoffnung auf ein ambitioniertes Projekt: das vollständig autonome Robotaxi. Doch während Konkurrenten wie Waymo längst genehmigte Dienste in mehreren US-Städten betreiben, bleibt Teslas Vorstoß bislang ein Versprechen – ohne Zulassung, ohne Fahrbetrieb, mit offenen technischen und regulatorischen Fragen.
Im Juli will Musk einen neuen Anlauf nehmen. In Houston, Texas, sollen rund 20 sogenannte „Cybercabs“ ihren Betrieb aufnehmen – elektrisch, fahrerlos, zukunftsweisend. So zumindest die Ankündigung. Der Zeitplan wirkt ehrgeizig, wenn nicht unrealistisch. Denn die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA äußert erhebliche Sicherheitsbedenken gegenüber Teslas autonomen Systemen. Für Unmut sorgte zudem, dass Tesla im Frühjahr jene NHTSA-Mitarbeiter entfernte, die für die Aufsicht über das autonome Fahren zuständig waren.
Ein Rückstand, der wächst
Die Konkurrenz hat längst Fakten geschaffen. Waymo, eine Tochter des Google-Mutterkonzerns Alphabet, führt wöchentlich rund 250.000 Fahrten durch – reguliert und im Realbetrieb. Tesla dagegen hat seit Jahren kein autonomes Produkt zur Marktreife gebracht. Die Software „Full Self Driving“ bleibt in der Testphase, trotz wiederholter Ankündigungen.
Derweil verschärfen sich die Absatzprobleme. Besonders in Europa sind die Verkaufszahlen zuletzt deutlich eingebrochen. In Deutschland verzeichnete Tesla im April 2025 einen Rückgang um 45 Prozent auf nur noch 885 Fahrzeuge. In Skandinavien fiel das Minus teils noch drastischer aus: minus 81 Prozent in Schweden, 74 Prozent in den Niederlanden und 67 Prozent in Dänemark. Das vormals populäre Model Y hat seine Marktführerschaft verloren. Wettbewerber aus China wie BYD und MG gewinnen zunehmend Marktanteile.
Cybertruck und Optimus als Risikofaktoren
Nicht nur das Robotaxi-Projekt wirft Fragen auf. Auch andere ambitionierte Vorhaben geraten ins Stocken. Der Cybertruck, mit großem PR-Aufwand eingeführt, entwickelt sich zur Belastung. Rückrufe wegen technischer Mängel, darunter Beschleunigungsprobleme und Qualitätsdefizite, zwingen Tesla zur Nachbesserung. Die Produktion könnte monatelang verzögert werden.
Parallel läuft der Aufbau des Robotikprogramms „Optimus“, mit dem Musk Tesla zu einem Robotikunternehmen umformen will. Doch auch hier häufen sich die Rückschläge. Zuletzt verließ Milan Kovac, Leiter der Optimus-Entwicklung, das Unternehmen. Kovac betonte, sein Rückzug habe persönliche Gründe, sein Vertrauen in Tesla sei ungebrochen. Dennoch fällt der Abgang in eine kritische Phase: Noch 2025 will Tesla Tausende humanoide Roboter produzieren. Ob das realistisch ist, bleibt offen – zumal auch externe Faktoren wie Chinas Exportbeschränkungen für seltene Erden und Magnete das Vorhaben erschweren.
Zwischen Technik und Taktik
Musks Argumentation ist klar: Autonomie und Robotik seien die künftigen Säulen des Unternehmens.
„Die einzigen Dinge, die langfristig zählen, sind Autonomie und Optimus“, sagte er im Mai gegenüber CNBC.
Bloomberg berichtet, dass Autopilot-Chef Ashok Elluswamy die Leitung des Optimus-Programms übernimmt.
Musk selbst gerät indes zunehmend unter politischen Druck. Seine Nähe zu rechten Verschwörungstheorien, öffentliche Auftritte auf der Plattform X (ehemals Twitter) und ein Streit mit Donald Trump beschädigen sein Image – sowohl in Europa als auch in den USA. Selbst in konservativen Kreisen verliert er an Rückhalt.
Marktwende bleibt aus
Tesla gibt sich dennoch zuversichtlich. Die nächste Modellgeneration des Model Y, gefertigt in der Gigafactory Berlin, soll die Wende bringen. In Märkten, in denen das neue Modell bereits erhältlich ist, seien die Zahlen stabil, heißt es von Unternehmensseite. In Deutschland jedoch ist davon wenig zu spüren. Der Absatz ging im Mai weiter zurück – auf nur noch 1.210 Fahrzeuge. In Großbritannien sackte Tesla auf Rang fünf unter den Elektroauto-Anbietern ab, in Italien sanken die Verkäufe um 20 Prozent. In Österreich lag der Rückgang zuletzt bei rund 70 Prozent.
Wetten auf eine ungewisse Zukunft
Während Mitbewerber wie Waymo bereits praktische Erfahrungen sammeln, bleibt Tesla auf dem Feld der Robotaxis in der Ankündigungsphase. Ob das Unternehmen die technische Kurve bekommt – oder in seinem eigenen Anspruchsdenken stecken bleibt –, dürfte sich im Lauf dieses Jahres entscheiden.
Für Elon Musk steht viel auf dem Spiel. Nicht nur die Zukunft von Tesla, sondern auch sein Anspruch, als technologische Führungsfigur wahrgenommen zu werden. Bleiben Ergebnisse weiter aus, könnte sich das Unternehmen gezwungen sehen, den Fokus neu zu justieren. Bis dahin bleibt das Robotaxi für Musk eine Wette. Vielleicht die letzte.
Waymo will Robotaxi-Flotte mehr als verdoppeln
News vom 04.06.2025 von Thomas Kanzler
(dpa) Mit gut 1.500 Robotaxis kommt die Google-Schwesterfirma auf über 250.000 Fahrten mit Passagieren pro Woche. Bis Ende kommenden Jahres sollen mehr als 2.000 weitere autonome Wagen hinzukommen.
Die führende Robotaxi-Firma Waymo aus dem Google-Konzern will im kommenden Jahr die Zahl ihrer Fahrzeuge mehr als verdoppeln. Aktuell macht Waymo mit über 1.500 Robotaxis mehr als 250.000 Fahrten mit Passagieren pro Woche in vier US-Städten. Bis Ende kommenden Jahren sollen mehr als 2.000 weitere Jaguar-Elektrofahrzeuge zu selbstfahrenden Autos umgebaut werden, wie Waymo in einem Blogeintrag ankündigte.
Außerdem sollen demnächst Fahrzeuge auf Basis eines Modells der chinesischen Automarke Zeekr in die Flotte kommen. Mit der Zeit soll das Werk in Arizona «zehntausende» selbstfahrende Autos pro Jahr produzieren können, hieß es. Einen Zeitraum dafür nannte Waymo nicht.
Tesla in den Startlöchern
Im Juni könnte Waymo einen neuen Konkurrenten bekommen: Tesla will mit zunächst 10 bis 20 Fahrzeugen einen Robotaxi-Dienst im texanischen Austin starten. Tesla-Chef Elon Musk betont, dass aus seiner Sicht die meisten neuen Autos des Konzerns alles Nötige an Bord haben, um mit entsprechender Software autonom zu fahren. Deswegen kündigt er an, dass bald Millionen selbstfahrende Teslas auf den Straßen sein würden. Experten und Konkurrenten haben allerdings Zweifel. Denn Musk will sich nur auf Kameras verlassen, während Waymo und andere Robotaxi-Entwickler zusätzlich unter anderem teurere Laser-Radare einsetzen, die die Umgebung abtasten. Es gibt Bedenken, dass die Kameras nicht genug Informationen für verlässliches autonomes Fahren erfassen könnten. Musk weist das zurück.
Zwischen Anspruch und Wirklichkeit: Robotaxis im Rückspiegel
News vom 28.05.2025 von Thomas Kanzler
Autonom fahren, sicher ankommen – so das Versprechen der Entwickler selbstfahrender Fahrzeuge. Die Realität hingegen ist bisweilen weniger zukunftsträchtig. In den USA sieht sich das Amazon-Tochterunternehmen Zoox nun zum zweiten Mal innerhalb eines Monats gezwungen, einen Teil seiner Robotaxi-Flotte zurückzurufen. Der Grund: ein weiterer Zwischenfall im öffentlichen Straßenverkehr.
Der aktuelle Vorfall ereignete sich am 8. Mai in San Francisco. Ein unbesetztes Robotaxi von Zoox war beim Abbiegen mit einem E-Scooter-Fahrer kollidiert. Laut Unternehmensangaben hatte das Fahrzeug zuvor an einer Kreuzung gestoppt, um Vorfahrt zu gewähren, als der E-Scooter in das stehende Fahrzeug prallte. Der Fahrer stürzte, blieb aber weitgehend unverletzt und lehnte eine ärztliche Behandlung ab.
Trotz der geringen Geschwindigkeit des Robotaxis veranlasste der Unfall einen freiwilligen Software-Rückruf, wie ihn das Unternehmen auch schon kurz zuvor nach einem ähnlichen Vorfall in Las Vegas durchführte. Damals war ein Robotaxi in einen Zusammenstoß mit einem Pkw verwickelt. Die Ursache in beiden Fällen: ungenaue Vorhersagen der Fahrzeugsoftware über das Verhalten anderer Verkehrsteilnehmer.
Over-the-air Software-Update
Zoox reagierte schnell: Die betroffenen Fahrzeuge erhielten ein Software-Update, das die „Wahrnehmungsverfolgung“ verbessern und ungewollte Fahrzeugbewegungen bei nahen Gefährdungen verhindern soll. Wie viele Fahrzeuge konkret vom Rückruf betroffen sind, blieb allerdings unklar.
Im Unterschied zu klassischen Rückrufen bei Verbrennern, bei denen Werkstattbesuche nötig sind, lassen sich Updates bei Robotaxis per Fernzugriff einspielen. Das ermöglicht schnellere Reaktionen – vorausgesetzt, die Fahrzeuge gehören, wie bei Zoox, dem Unternehmen selbst. Doch der technische Fortschritt stößt auch dabei immer wieder an seine Grenzen.
Rückruf von 1.200 Fahrzeugen bei Waymo
Zoox ist mit seinen Problemen nicht allein. Auch Waymo, die Alphabet-Tochter und vielleicht prominentester Robotaxi-Anbieter, steht wegen ähnlicher Vorfälle im Visier der US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA. Erst kürzlich musste Waymo über 1.200 Fahrzeuge zurückrufen, um ein Problem mit parkenden Fahrzeugen zu beheben. Die Ermittlungen dauern an.
GM-Tochter Cruise bankrott, Tesla unter Beobachtung
Noch härter traf es im vergangenen Herbst Cruise, eine Tochter von General Motors. Nach einem Unfall in San Francisco wurde das Unternehmen zu einer Millionenstrafe verurteilt. Auch Tesla steht mit seinem sogenannten Autopiloten weiter unter Beobachtung. Rund 2,4 Millionen Fahrzeuge sollen überprüft werden. Die angekündigte Einführung eines Robotaxi-Dienstes im Juni dürfte daher unter besonderer Beobachtung stehen.
Die Robotaxi-Branche steht an einem kritischen Punkt: Die Erwartungen sind hoch, die Realität noch von zum Teil deutlichen „Kinderkrankheiten“ geprägt. Zwischen Sicherheit, technologischem Anspruch und öffentlicher Akzeptanz scheint es ein schmaler Grat zu sein.
TÜV-Verband: Autonome Fahrsysteme brauchen klare Regularien
News vom 22.05.2025 von Redaktion (allg.)
Damit Robotaxis & Co. kein Sicherheitsrisiko sind, fordert der TÜV-Verband Regeln für KI, Datenzugang und Cybersicherheit. Positionspapier und TÜV MeetUp zu digitaler Mobilität.
In einem neuen Positionspapier hat der TÜV-Verband dargestellt, wie digitale Mobilität sicher gestaltet werden kann und legt einen Sieben-Punkte-Plan zu autonomen Fahrfunktionen, KI-Systeme im Fahrzeug, Software-Updates, Datenzugang und Cybersicherheit vor. Autonome Fahrzeuge, KI im Straßenverkehr und vernetzte Infrastruktursysteme würden die Mobilitätswende rasant vorantreiben, so die einleitende Feststellung. Der technologische Fortschritt werde sein Potenzial nur dann entfalten, wenn auch Sicherheit und Regulierung Schritt halten, schränkt der Verband ein.
"Innovation braucht verlässliche Regeln – und diese müssen sich ebenso dynamisch entwickeln wie die Technologie selbst", so das Plädoyer.
Der TÜV-Verband setzt sich daher für eine adaptive Regulierung ein, die Erkenntnisse aus Pilotprojekten und dem Realbetrieb systematisch auswertet und den Rechtsrahmen in schnellen Zyklen kontinuierlich weiterentwickelt.
„Ziel muss es sein, Fahrzeuge mit höheren Automatisierungsgraden zügig, aber unter klaren Sicherheits- und Cybersecurity-Vorgaben in den Verkehr zu bringen“, fordert Richard Goebelt, Fachbereichsleiter Fahrzeug & Mobilität beim TÜV-Verband.
Autonome Mobilität gezielt ausbauen
Als pragmatischen Einstieg empfiehlt der TÜV-Verband, den Einsatz autonomer Fahrzeuge gezielt dort auszubauen, wo sie sich bereits bewähren, zum Beispiel in Pilotbetrieben in klar definierten Anwendungsfeldern des Logistikverkehrs – etwa auf Werksgeländen oder klar definierten Hub-to-Hub Routen zwischen Logistikzentren – perspektivisch ergänzt um sogenannte „Automated Driving Corridors“. Diese ausgewiesenen Bereiche, in denen Fahrsituationen mit vergleichsweise geringerer Komplexität vorherrschen, bieten die Möglichkeit Systeme unter realen Bedingungen zu etablieren, Prüfprozesse zu standardisieren und regulatorische Anforderungen evidenzbasiert weiterzuentwickeln. So kann Vertrauen in autonome Technologie wachsen – ohne Sicherheitsrisiken für die Allgemeinheit.
Warnung vor regulatorischer Grauzone
Die jüngsten Robotaxi-Piloten in den USA belegen, wie schnell reine Marktimpulse ohne flankierende Transparenz- und Prüfvorgaben zu Sicherheitslücken und Akzeptanzproblemen führen – auch, weil eine unabhängige technische Überwachung fehlt und Behörden keinen Einblick in KI-Updates oder Notfallprotokolle erhalten.
„Wir sehen, dass fehlender Zugang der Aufsichtsstellen zu Echtzeitdaten und Software-Änderungen den Blick auf die tatsächliche Risikolage versperrt“, mahnt Goebelt.
Um in Europa solche regulatorischen Grauzonen zu vermeiden, fordert der TÜV-Verband verbindliche, EU-weit harmonisierte Regeln für fahrzeuggenerierte Daten, ein unabhängiges Third-Party-Prüfschema für sicherheitskritische KI-Systeme und eine leistungsfähige Prüfinfrastruktur über den gesamten Fahrzeuglebenszyklus.
„Der Regelbetrieb von Level-4-Fahrzeugen wird nur dann Realität, wenn Rechtsrahmen, technische Standards und unabhängige Prüfstellen dieselbe Sprache sprechen“, appelliert Goebelt.
Damit die Gesellschaft sie akzeptiert, müssen autonome Systeme nachprüfbar sicher sein. „Ohne Sicherheit kein Vertrauen – und ohne Vertrauen keine Akzeptanz für autonome Mobilität“, sagt Goebelt. „Die Menschen erwarten zurecht, dass neue Technologien nicht nur funktionieren, sondern auch sicher sind. Dafür braucht es verbindliche Regeln und unabhängige Prüfungen.“
Deutschland ist gut aufgestellt
In Deutschland liefert die Autonome-Fahrzeuge-Genehmigungs- und Betriebsverordnung (AFGBV) bereits den kompletten Rechtsrahmen: Sie regelt die zweistufige Genehmigung aus Fahrzeugtyp und Betriebsbereich. Was noch fehlt: Serienfahrzeuge und Praxiserfahrungen, um das System im Alltag zu etablieren. Auch auf EU-Ebene sind mit dem Cyber Resilience Act, dem AI Act und dem Data Act alle wesentlichen Bausteine vorhanden. Entscheidend ist jetzt, diese Vorgaben in konkreten Projekten anzuwenden und die dort gewonnenen Daten schnell in Standards und Prüfverfahren zu überführen.
Europa braucht einheitliche Verfahren
Der TÜV-Verband fordert eine stärkere europäische Koordinierung, etwa durch einheitliche Genehmigungsverfahren, verbindliche Sicherheitsanforderungen und den Aufbau grenzüberschreitender Testkorridore. „Deutschland und Europa müssen die Einführung autonomer Fahrzeuge aktiv gestalten – mit klaren Regeln, verlässlichen Prüfprozessen und einer innovationsfreundlichen Verwaltung“, so Goebelt.
Tesla: Markenanmeldung für Robotaxi gescheitert ‒ Patentamt lehnt Schutz ab
News vom 14.05.2025 von Redaktion (allg.)
Die Pläne für einen eigenen Robotaxi-Dienst der Musk-Marke stocken: Zwei Markenanträge hat das US-Patentamt gestoppt. Der Autokonzern muss jetzt nachlegen – oder komplett umdenken.
(dpa) Tesla ist mit dem Versuch gescheitert, sich den Begriff „Robotaxi“ als Marke eintragen zu lassen. Das US-Patent- und Markenamt lehnte den Antrag des Unternehmens mit der Begründung ab, dass es sich bei „Robotaxi“ um einen generischen Begriff handelt, der allgemein für autonome Fahrzeuge zur Personenbeförderung verwendet wird. Tesla bleibt nun eine Frist von bis zu sechs Monaten, um eine Stellungnahme mit Gegenargumenten einzureichen.
Antrag für Beförderungsdienst noch offen
Neben dem allgemeinen Markenschutz für „Robotaxi“ hat Tesla auch einen Antrag eingereicht, um den Begriff als Namen für einen geplanten Beförderungsdienst zu sichern. Über diesen Antrag hat das Patentamt bislang noch nicht entschieden.
Verzögerung auch bei „Cybercab“
Auch beim Begriff „Cybercab“ gibt es eine Verzögerung im Markenschutzverfahren. Der Antrag wurde vorerst ausgesetzt, da laut Behörde Verwechslungsgefahr mit bereits bestehenden Markenanmeldungen besteht. Tesla hatte den Begriff für einen im Oktober vorgestellten Prototypen eines autonomen Zweisitzers ohne Lenkrad und Pedale verwendet.
Pilotprojekt in Austin angekündigt
Für Ende Juni kündigte Tesla den Start eines Robotaxi-Pilotbetriebs in Austin, Texas, an. Im Rahmen des Projekts sollen zunächst 10 bis 20 Fahrzeuge des Modells Model Y zum autonomen Fahren nachgerüstet und eingesetzt werden.
Technologischer Ansatz im Fokus
Tesla setzt bei der Entwicklung autonomer Fahrfunktionen ausschließlich auf Kameras und verzichtet auf zusätzliche Sensorik wie LiDAR. Branchenexperten und Wettbewerber äußern Bedenken hinsichtlich dieser Strategie, da andere Anbieter auf eine Kombination verschiedener Technologien setzen.
Waymo als Marktführer etabliert
Als führender Anbieter im Bereich Robotaxis gilt derzeit Waymo, eine Tochtergesellschaft von Alphabet. Das Unternehmen betreibt nach eigenen Angaben über 1.500 autonome Fahrzeuge in vier US-Städten. Pro Woche werden damit mehr als 250.000 Fahrten ohne menschlichen Fahrer durchgeführt.
Tesla scheitert mit Markenanmeldung für „Robotaxi“ – US-Patentamt lehnt Schutz ab
News vom 08.05.2025 von Kathrin Köstner
Teslas Pläne für einen eigenen Robotaxi-Dienst geraten ins Stocken. Zwei Markenanträge wurden vom US-Patentamt gestoppt. Der Autokonzern muss nun nachlegen – oder umdenken.
(dpa) Tesla ist mit dem Versuch gescheitert, sich den Begriff „Robotaxi“ als Marke eintragen zu lassen. Das US-Patent- und Markenamt lehnte den Antrag des Unternehmens mit der Begründung ab, dass es sich bei „Robotaxi“ um einen generischen Begriff handelt, der allgemein für autonome Fahrzeuge zur Personenbeförderung verwendet wird. Tesla bleibt nun eine Frist von bis zu sechs Monaten, um eine Stellungnahme mit Gegenargumenten einzureichen.
Antrag für Beförderungsdienst noch offen
Neben dem allgemeinen Markenschutz für „Robotaxi“ hat Tesla auch einen Antrag eingereicht, um den Begriff als Namen für einen geplanten Beförderungsdienst zu sichern. Über diesen Antrag hat das Patentamt bislang noch nicht entschieden.
Verzögerung auch bei „Cybercab“
Auch beim Begriff „Cybercab“ gibt es eine Verzögerung im Markenschutzverfahren. Der Antrag wurde vorerst ausgesetzt, da laut Behörde Verwechslungsgefahr mit bereits bestehenden Markenanmeldungen besteht. Tesla hatte den Begriff für einen im Oktober vorgestellten Prototypen eines autonomen Zweisitzers ohne Lenkrad und Pedale verwendet.
Pilotprojekt in Austin angekündigt
Für Ende Juni kündigte Tesla den Start eines Robotaxi-Pilotbetriebs in Austin, Texas, an. Im Rahmen des Projekts sollen zunächst 10 bis 20 Fahrzeuge des Modells Model Y zum autonomen Fahren nachgerüstet und eingesetzt werden.
Technologischer Ansatz im Fokus
Tesla setzt bei der Entwicklung autonomer Fahrfunktionen ausschließlich auf Kameras und verzichtet auf zusätzliche Sensorik wie LiDAR. Branchenexperten und Wettbewerber äußern Bedenken hinsichtlich dieser Strategie, da andere Anbieter auf eine Kombination verschiedener Technologien setzen.
Waymo als Marktführer etabliert
Als führender Anbieter im Bereich Robotaxis gilt derzeit Waymo, eine Tochtergesellschaft von Alphabet. Das Unternehmen betreibt nach eigenen Angaben über 1.500 autonome Fahrzeuge in vier US-Städten. Pro Woche werden damit mehr als 250.000 Fahrten ohne menschlichen Fahrer durchgeführt.
Waymo erreicht 1 Million autonome Fahrten im Monat – Tesla plant Einstieg mit Robotaxi-Flotte
News vom 25.04.2025 von Kathrin Köstner
(dpa) Während Waymo in mehreren Städten autonome Fahrdienste etabliert, bereitet Tesla den Launch eines eigenen Robotaxi-Dienstes vor. Unterschiedliche Technologien und Strategien prägen das Rennen um den Zukunftsmarkt des autonomen Fahrens.
Die Google-Schwesterfirma Waymo baut ihr Robotaxi-Geschäft weiter aus und verzeichnet mittlerweile über 250.000 Fahrten pro Woche mit zahlenden Passagieren. Das teilte Alphabet-CEO Sundar Pichai im Rahmen einer Analystenkonferenz mit.
Ausbau des Dienstes in den USA
Erst Ende Februar 2025 hatte Waymo die Marke von 200.000 wöchentlichen Fahrten erreicht. Seither wurde der Dienst geografisch erweitert. In Austin nahm Waymo den Betrieb über die Plattform des Fahrdienstvermittlers Uber auf. Zudem wurde die bisherige Service-Region von San Francisco in Richtung Silicon Valley ausgeweitet. Für das kommende Jahr ist ein Start des fahrerlosen Angebots in Washington, D.C. geplant.
Waymo erwägt Einsatz in Privatfahrzeugen
Langfristig könnte Waymo seine Technologie auch außerhalb des kommerziellen Robotaxi-Betriebs einsetzen. Pichai sprach in der Analystenkonferenz erstmals die Möglichkeit an, autonome Fahrfunktionen künftig auch für Fahrzeuge in Privatbesitz verfügbar zu machen. Ziel sei es, die Fahrsoftware kontinuierlich weiterzuentwickeln.
Konkurrenz kündigt Einstieg an
Während Waymo seinen Betrieb ausweitet, bereiten andere Unternehmen ihren Einstieg in den Robotaxi-Markt vor. Volkswagen kündigte kürzlich an, ab 2026 autonome Fahrzeuge über Uber auf US-Straßen bringen zu wollen. Auch Tesla plant ab Ende Juni 2025 den Start eines Robotaxi-Dienstes in Austin, zunächst mit 10 bis 20 Fahrzeugen des Modells Y.
Tesla setzt auf eigene Robotaxi-Plattform
Tesla-CEO Elon Musk kündigte zudem an, dass bis Jahresende in mehreren US-Städten autonome Fahrfunktionen für private Tesla-Fahrzeuge freigeschaltet werden sollen. Musk geht davon aus, dass ein Großteil der aktuellen Tesla-Flotte bereits über die notwendige Hardware für vollautonomes Fahren verfügt. Er strebt einen Marktanteil von über 90 Prozent im Robotaxi-Sektor an.
Unterschiedliche technologische Ansätze
Im Gegensatz zu Waymo setzt Tesla ausschließlich auf Kameras zur Umfelderkennung. Waymo verwendet zusätzlich Lidar-Sensoren (Laser-Radar), die eine detaillierte Abtastung der Umgebung ermöglichen. Diese Technologie erhöht zwar die Kosten pro Fahrzeug, liefert jedoch umfassendere Sensordaten für die Fahrsoftware.
Regulatorische Entwicklungen
Die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA plant, die Berichtspflichten für Unfälle mit Fahrassistenzsystemen zu lockern. Davon könnte insbesondere Tesla profitieren, da das Unternehmen wegen seines „Autopilot“-Systems in mehreren Fällen unter behördlicher Beobachtung steht. Medienberichten zufolge sind die Aktivitäten der Behörde teilweise von Kürzungen im Zuge von Sparmaßnahmen bei Tesla betroffen.
Musk will wieder mehr Zeit für Tesla - Robo-Taxis als Retter
News vom 24.04.2025 von Redaktion (allg.)
(dpa) Musk und Modelwechsel: Tesla lieferte im ersten Quartal deutlich weniger Autos aus. Das schlägt auch auf die Quartalszahlen durch. Jetzt will der Chef wieder mehr Zeit für die Firma haben statt für sein umstrittenes politisches Engagement. Prompt kündigte er gewohnt vollmundig an, Robo-Taxis würden Teslas Zukunft retten.
Tech-Milliardär Elon Musk leitet den Rückzug aus Washington ein. Ab Mai werde er «erheblich» weniger Zeit als Kostensenker von Präsident Donald Trump im Regierungsapparat verbringen, sagte der Tesla-Chef. Stattdessen werde er sich wieder mehr um die Belange des Elektroauto-Herstellers kümmern. Tesla meldete zuvor einen Umsatzrückgang und einen Gewinneinbruch für das vergangene Quartal.
Ganz aus der Umlaufbahn des US-Präsidenten will Musk aber nicht verschwinden. Er wolle sich weiter an einem bis zwei Tagen pro Woche mit Regierungsaufgaben beschäftigen - jedenfalls so lange Trump das möchte. Ansonsten würden Verschwendung und Betrug, die unter seiner Mitwirkung eingedämmt worden seien, wieder zurückkommen, behauptete Musk.
Geldgeber von Trump
Musk wurde im vergangenen Jahr zu einem engen Verbündeten von Trump, dem er mehr als 250 Millionen Dollar für den Wahlkampf ums Weiße Haus spendete. Als Präsident beauftragte Trump ihn mit der Senkung der Regierungsausgaben. Die politischen Aktivitäten und rechten Positionen machten Musk unpopulärer - und das schlug auch auf Tesla durch.
Analyst Dan Ives von Wedbush Securities, der sich lange sehr optimistisch über die Zukunft von Tesla äußerte, schätzt, dass der Schaden für die Marke durch Musks Aktionen die Tesla-Nachfrage dauerhaft um 15 bis 20 Prozent drücken könnte. In einer Umfrage des US-Wirtschaftssenders CNBC äußerten sich rund 50 Prozent negativ über Musk - und mehr als 47 Prozent hatten auch eine negative Einstellung zu Tesla. Im ersten Quartal sanken Teslas Auslieferungen um 13 Prozent.
Millionen selbstfahrende Teslas?
Musk verkündet aber, selbstfahrende Autos würden die Zukunft von Tesla sichern. Ende Juni soll ein Robotaxi-Dienst im texanischen Austin starten. Zunächst sollen dafür 10 bis 20 Fahrzeuge des Kompakt-SUV Model Y eingesetzt werden - die Produktion eines Tesla-Robotaxis ohne Lenkrad und Pedale ist erst für 2026 angekündigt. Im Fall von Problemen will Tesla zu Fernsteuerung greifen.
Musk Position ist, dass sehr viele Tesla-Fahrzeuge bereits alles Nötige an Bord haben, um ein selbstfahrendes Auto zu sein. Man wolle die Funktion zum autonomen Fahren in mehreren US-Städten noch in diesem Jahr auch für Privatleute freischalten. Dann werde man sich dort schlafend zum Zielort fahren lassen können, sagte er. Das hatte Musk bereits 2017 binnen zwei Jahren in Aussicht gestellt. Auch sollen gekaufte Autos selbstständig zu den Kunden fahren können, kündigte er jetzt an.
Skepsis in der Branche
Branchenexperten und Konkurrenten äußern seit Jahren große Zweifel an Musks Versprechen selbstfahrender Autos. Einer der Gründe: Musk beharrt darauf, das nur mit Kameras und KI-Software erreichen zu können, ohne die teureren Laser-Radare, auf die Rivalen wie die Google-Schwesterfirma Waymo setzen. Musks Ansatz ist deutlich günstiger, Kritiker warnen jedoch, dass Kameras allein nicht ausreichend Sicherheit böten.
Andere Hersteller lehnen es kategorisch ab, autonome Autos nur mit Kameras auf die Straße zu schicken. So hakte BMW-Entwicklungsvorstand Frank Weber dies jüngst ab: «Für uns ist das völlig klar, dass das nicht geht.» Eine Kamera würde etwa eine Palette nicht erkennen, die vor dem Auto auf der Fahrbahn liege, argumentierte er am Rande der Technik-Messe CES im Januar.
Musk hält sich Schlupfloch offen
Das Dilemma für Waymo: Die fahrerlosen Robotaxis der Firma sind zwar erfolgreich in mehreren Städten unterwegs, die hohen Kosten der Fahrzeuge bedeuten aber, dass es schwieriger ist, damit Geld zu verdienen. Musk behauptete deshalb, der Preisvorteil werde Tesla in kurzer Zeit einen Marktanteil von mehr als 90 Prozent im Robotaxi-Markt sichern. Er bestritt auch ausdrücklich, dass grelles Sonnenlicht die Kameras blenden könne. Zugleich schränkte der Tesla-Chef aber ein, dass die großen Autonomie-Pläne noch von der «regulatorischen Situation» blockiert werden könnten. US-Verkehrsbehörden zögerten in der Vergangenheit nicht, bei Problemen Erlaubnisse für selbstfahrende Autos auszusetzen.
Uhr für Musk in Washington tickte ohnehin
Musk ging nach Washington formell als «besonderer Regierungsangestellter». Diesen Status kann man höchstens für 130 Tage haben, insofern müsste seine Zeit in der US-Hauptstadt eigentlich ohnehin Ende Mai ablaufen. Andererseits kann sich die Dauer verlängern, wenn man in Teilzeit aktiv ist. Musks Position im Trump-Umfeld wirkte schon in den vergangenen Wochen geschwächt, insbesondere nachdem er sein Gewicht in den Wahlkampf um einen wichtigen Richterposten im Bundesstaat Wisconsin warf - und der von ihm unterstützte Kandidat der Republikaner verlor. Der Tech-Milliardär sagte auch, dass er bereits große Erfolge bei der Kostensenkung erzielt habe. Er behauptete zudem, dass die Proteste gegen ihn und Tesla von denen organisiert würden, die sich bisher durch Betrug auf Staatskosten bereicherten.
Gewinneinbruch von 71 Prozent
Kurz vor der Ankündigung meldete Tesla deutliche Rückgänge bei Umsatz und Gewinn. Die Erlöse fielen im Jahresvergleich um neun Prozent auf gut 19,3 Milliarden Dollar. Der Gewinn brach um 71 Prozent auf 409 Millionen Dollar ein. Tesla verfehlte damit die Erwartungen der Analysten. Tesla bestätigte zugleich, dass noch im ersten Halbjahr 2025 die Produktion günstigerer Modellvarianten beginnen solle. Allerdings wurde klar, dass sie den aktuellen Fahrzeugen wie Model Y und Model 3 ähnlich sehen werden. Nach Musks Ankündigungen legte die Aktie im nachbörslichen Handel zunächst um mehr als fünf Prozent zu. Im frühen Handel am Mittwoch gab es ein Plus von rund drei Prozent.
Weniger Autos ausgeliefert
Die Ergebnisse kommen nicht überraschend: Teslas Auslieferungen waren im ersten Quartal um 13 Prozent auf 336.681 Fahrzeuge gefallen. Wie stark einzelne Gründe zu dem Rückgang beitrugen, ist schwer festzumachen. Neben den Kontroversen um Musk dürfte ein Faktor der Umstieg auf eine erneuerte Generation des Bestsellers Model Y sein. Tesla rüstete Anfang des Jahres die Produktionslinien um. Dafür pausierte die Fertigung für einige Wochen. Zugleich war für Kaufinteressenten der Anreiz geringer, sich noch ein Fahrzeug der vorherigen Y-Variante zu kaufen.
Tesla-Gewinn fällt um 71 Prozent!
News vom 24.04.2025 von Redaktion (allg.)
Bei Teslas Autogeschäft fiel die operative Marge auf 2,1 Prozent. Dafür entwickelte sich das Solar- und Speichergeschäft solide. Im Jahresverlauf soll es wieder besser werden.
Tesla startet mit einem drastischen Gewinneinbruch ins neue Jahr. Wie Tesla am 22.4.2025 nach Börsenschluss mitteilte, sank der Netto-Gewinn im ersten Quartal 2025 auf 409 Millionen US-Dollar (rund 360 Mio. Euro) – das war ein Minus von 71 Prozent gegenüber dem ebenfalls schon schlechten Vorjahreszeitraum, wo Tesla noch 1,4 Mrd. Dollar ausweisen konnte. Auch das vierte Quartal 2024 schloss Tesla noch mit einem Gewinn von 2,1 Milliarden Dollar ab. Tesla hat im ersten Quartal weniger Autos verkauft und das zu einem niedrigeren Preis. Und musste einen Rückruf des Cybertruck stemmen.
Tesla verfehlte damit die Erwartungen der Analysten: Die hatten beim Umsatz im Schnitt mit gut 21 Milliarden Dollar gerechnet. Beim bereinigten Gewinn pro Aktie kam Tesla auf 0,27 Dollar, während am Markt im Schnitt 0,39 Dollar erwartet worden waren. Trotz mauer Geschäftszahlen konnte Tesla die Anleger zumindest teilweise besänftigen – dank einer überraschend starken Bruttomarge im Automobilsegment. Die Aktie legte nachbörslich in den USA um vier Prozent zu. Konkrete Prognosen fürs Gesamtjahr bleibt der Konzern allerdings schuldig. Man wolle erst im nächsten Quartalsbericht Stellung beziehen – als Grund wird nebulös auf die „sich ändernde globale Zollpolitik“ verwiesen.
Tesla hat produkttechnisch große Pläne
Immerhin: Die Produktion günstigerer Modellvarianten auf Basis des Model Y soll laut Tesla noch im ersten Halbjahr 2025 anlaufen, aber auch das soll sich laut der Nachrichtenagentur Reuters schon wieder verzögern. Außerdem soll das futuristische Robotaxi ohne Lenkrad und Pedale ab 2026 in Serie gehen. Dennoch: Seit Jahresbeginn 2025 hat die Tesla-Aktie rund 40 Prozent an Wert eingebüßt – eine Zahl, die schwer im Magen liegt.
Elon Musk nutzte die „Zahlenvorlage“ auch für eine persönliche Ansage: Ab Mai will er sich aus seiner Rolle als Quasi-Berater von Donald Trump in Washington weitgehend zurückziehen. Stattdessen soll der Fokus wieder stärker auf Tesla liegen. Ganz loslassen kann (oder will) er Washington aber offenbar nicht – ein bis zwei Tage pro Woche will er weiterhin in Regierungsdingen unterwegs sein. Vorausgesetzt, Trump lässt ihn.
Auch wenn Tesla es anders kommuniziert: das politische Engagement des CEO lässt die Absatzzahlen weltweit fallen. An den Produkten liegt es nicht: Die sind nach wie vor effizient, günstig und bieten ein funktionierendes Ladenetz.
Taxi-Offensive in Dubai: Zwischen BYD-Stromern und selbstfahrenden Robotaxis
News vom 22.04.2025 von Thomas Kanzler
Von außen betrachtet scheint Dubai wie gemacht für saubere Übergänge – vom Wüstensand zur glänzenden Skyline, vom Öl zum Sonnenstrom, vom traditionellen Taxi zum elektrischen Chauffeur. Nun rüstet die Stadt am Persischen Golf ihre Flotte weiter auf und schickt sich an, das Taxi von morgen schon heute auf die Straße zu bringen – mit und ohne Fahrer.
Die Dubai Taxi Company (DTC), größter Anbieter im Emirat mit rund 6.000 Taxis, hat kürzlich 200 vollelektrische Limousinen vom Typ BYD Seal bestellt. Der Schritt ist Teil einer langfristigen Strategie: Bis 2027 sollen in Dubai nur noch elektrifizierte Taxis – also reine Stromer, Hybride oder Wasserstofffahrzeuge – unterwegs sein. DTC-Chef Mansoor Rahma Alfalasi geht sogar noch weiter: Spätestens 2040 will sein Unternehmen ausschließlich vollelektrisch fahren.
Für den aktuellen Schub in Richtung E-Flotte arbeitet DTC mit Al-Futtaim Electric Mobility zusammen, dem Vertriebspartner von BYD in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Das Modell BYD Seal, ausgestattet mit der firmeneigenen Blade-Batterie, bietet laut Hersteller eine Reichweite von bis zu 600 Kilometern. Damit lassen sich auch die längeren Fahrten vom Stadtzentrum zum Flughafen oder entlang der touristischen Hauptachsen problemlos bewältigen.
Dass die Investition nicht nur als ökologische Maßnahme verstanden wird, zeigt die Wortwahl des DTC-Chefs: „Innovation, betriebliche Effizienz und Umweltverträglichkeit“ seien die Leitlinien. Zudem stärke man mit dem Umbau das Serviceerlebnis für Fahrgäste – leiser, sauberer, angenehmer.
Auf dem Weg zum fahrerlosen Taxi
Parallel zum Ausbau der E-Flotte treibt Dubais Verkehrsbehörde RTA gemeinsam mit dem chinesischen Technologieunternehmen Baidu das autonome Fahren voran. Unter dem Namen Apollo Go soll schon bald eine Flotte von 50 selbstfahrenden Taxis die ersten Runden drehen – vollständig autonom, auf Level 4, wie es im Fachjargon heißt.
Dabei kommt das Modell RT6 zum Einsatz – ein speziell entwickeltes Fahrzeug mit 40 Sensoren, das bereits in chinesischen Städten unterwegs ist. Die Testphase startet noch dieses Jahr, 2026 soll der Dienst für die Öffentlichkeit freigegeben werden. In den folgenden drei Jahren könnten bis zu 1.000 autonome Taxis durch die Straßen Dubais rollen.
Für die Stadt, die sich gern als Vorreiterin neuer Mobilitätslösungen sieht, ist das mehr als ein technisches Experiment. Die Vision heißt „Smart Self-Driving Transport Strategy“ – und bis 2030 sollen 25 Prozent aller Fahrten im Emirat autonom erfolgen, auch mit Lufttaxis oder autonomen Wassertaxis.
Technologie trifft Ehrgeiz
Hinter dem Vorhaben steht ein klarer Wille zur globalen Positionierung. Dubai will nicht nur technisch mithalten, sondern sich an die Spitze der Entwicklung setzen.
„Die Vereinbarung mit Baidu ist ein strategischer Schritt, um Spitzentechnologien zu nutzen und Dubais Rolle als Vorreiter in der Mobilität der Zukunft zu stärken“, sagte Mattar Al Tayer, Chef der RTA.
Auch auf Seiten Baidus ist die Bedeutung des Projekts klar. „Unsere Partnerschaft mit der RTA ist der bedeutendste Schritt unserer internationalen Expansion“, betonte Liang Zhang, General Manager für das Auslandsgeschäft. Die über zehn Millionen bereits absolvierten autonomen Fahrten in China sollen nun auch in Dubai Schule machen.
Was bedeutet das für das Taxi-Gewerbe in Europa?
Natürlich sind die Voraussetzungen in Deutschland im Vergleich zu Dubai höchst unterschiedlich – nicht nur klimatisch, infrastrukturell oder regulatorisch. Taxiunternehmer in Deutschland stehen im harten Wettbewerb mit Plattformen wie Uber oder Bolt. Und während hierzulande über Tariftreue, Rückkehrpflicht und Vermittlungsregeln diskutiert wird, entstehen andernorts neue Standards – elektrisch, autonom, datengetrieben. Zudem gibt es in Dubai keine „Hindernisse“ bei der wie Sozialgesetze oder gar Demokratie.
Trotzdem ist die Richtung klar: Wer das Taxi von morgen auf die Straße bringen will, kommt um zwei Themen nicht herum – Elektrifizierung und Automatisierung. Dubai demonstriert, wie diese beiden Trends zusammenspielen können – technologisch ehrgeizig, politisch gestützt und wirtschaftlich getrieben. Die Frage scheint nicht, ob sich das Geschäftsmodell „Taxi“ verändert, sondern wann – und wer am Steuer sitzt, wenn es soweit ist.
Leeres Waymo-Robotaxi blockiert Fast-Food-Autoschalter
News vom 10.04.2025 von Thomas Kanzler
(dpa) Robotaxis von Waymo kommen (meist) lässig durch den dichten Straßenverkehr in US-Städten wie San Francisco oder Los Angeles. Doch der Autoschalter eines Fast-Food-Lokals war für einen der Wagen unüberwindbar.
Ein verirrtes Robotaxi der Google-Schwesterfirma Waymo hat für einen Stau am Autoschalter eines Fast-Food-Restaurants in Los Angeles gesorgt. Der fahrerlose Wagen fuhr ohne Passagier in die Drive-Thru-Spur einer Filiale der Hühnchen-Kette Chick-fil-A - und blieb dort stehen. Nach einer halben Stunde Wartezeit sei der Autoschalter geschlossen worden, damit Waymo das Fahrzeug entfernen konnte, berichtete ein Augenzeuge dem Lokalsender KTLA. Auf seinem Video ist zu sehen, wie das Robotaxi zunächst versucht, rückwärts aus der Autoschalter-Spur zu fahren und dann aufgibt. (Youtube-Waymo an Drive Thru)
Waymo erklärte, der Wagen habe einen Fahrgast an dem Lokal abgesetzt - und habe dann den engen Parkplatz umringt von anderen Autos nicht mehr verlassen können. Man aktualisiere die Software, damit so etwas in Zukunft nicht mehr passiere.
Karussell im Kreisverkehr
Waymo ist der mit Abstand erfolgreichste Entwickler selbstfahrender Autos. Die Firma, die aus Googles Roboterauto-Programm hervorging, ist in mehreren US-Städten aktiv und macht inzwischen rund 200.000 Fahrten mit Passagieren pro Woche. Die Fahrzeuge navigieren souverän durch komplexen Straßenverkehr. Einige ungewöhnliche Situationen, die Menschen zum Beispiel durch Kommunikation mit anderen Fahrern lösen könnten, bringen sie aber aus dem Konzept. Die Robotaxis bleiben dann oft einfach stehen.
So wurde ein Waymo-Wagen in San Francisco dabei beobachtet, wie er die Durchfahrt auf einem Parkplatz versperrte, weil er sie wegen eines großen Fahrzeugs als zu eng einschätzte. Schlimmer noch für den Fahrer dahinter: Er wurde wenig später von einem weiteren Robotaxi blockiert, das ebenfalls stehenblieb. In einem anderen Fall wurde ein Waymo-Fahrzeug dabei gefilmt, wie es in einem Kreisverkehr Runden drehte, ohne ihn zu verlassen. Solche Situationen sind zwar selten - sorgen dann aber für Ärger bei Anwohnern. (Youtube-Waymo in Kreisverkehr)
1. Quartal 2025: Tesla-Absatz bricht weltweit ein
News vom 07.04.2025 von Redaktion (allg.)
Tesla hat seine Quartalszahlen veröffentlicht – und die fielen noch schwächer aus als erwartet.
Tesla kaut am Modellwechsel des Model Y und an seinem CEO: Den entgegen den allgemeinen Trends sind die Absatzzahlen rückläufig: Von Januar bis März lieferte Tesla demnach weltweit insgesamt 336.681 Fahrzeuge aus, wovon mehr als 96 Prozent auf Model 3 und Model Y entfielen. Den Rest von 12.881 „anderen Modelle“ teilen sich Model S, Model X und der Cybertruck, der ich mehr und mehr zum Flop entwickelt.
Damit unterbot Tesla laut dem Portal Teslarati sogar die pessimistischen Erwartungen der Analysten, die von knapp 378.000 Auslieferungen ausgingen und optimistisch auf knapp 408.000 Einheiten hofften. Womit Tesla sogar die Minimalannahme um rund 12% unterbot.
Und auch das Verhältnis Produktion/Auslieferung passt nicht mehr ganz: Während einst sehr bedarfsgerecht produziert wurde – manchmal sogar weniger als man konkret auslieferte, wurden im ersten Quartal mit 362.615 Elektroautos rund 7,7 Prozent mehr produziert als ausgeliefert.
Tesla begründet die niedrigen Zahlen mit Produktionsstillständen bei der Umstellung des Model Y in allen Werken, die teils mehrere Wochen gedauert hätten. Die Produktion wird nun in allen Werken wieder hochgefahren.
Der Cybertruck: Fünfstellig statt 500.000 Einheiten im Jahr
Mehr und mehr als Flop erweist sich der Cybertruck, von dem erst vor kurzem alle knapp 50.000 produzierten Einheiten zurückgerufen werden mussten, da Teile sich lösten. Womit Tesla nicht gerechnet hatte: Viele der Pik-Up-Kunden in den USA sind sehr konservativ und mit Ford F-150, Chevy Silverado oder Ram 1500 zufrieden, zumal es all die mittlerweile auch elektrisch gibt. Einst behauptete Elon Musk etwas von mehr als einer Million Reservierungen, was er später auf die Hälfte zusammenstrich. Tatsächlich sind 500.000 Einheiten in dieser Pick-Up-Klasse das, was Ford, GM und Stellantis pro Jahr ungefähr absetzen. Mittlerweile hat laut Teslarati sogar Musk selbst in einem Investorengespräch eingeräumt, dass er sich mit dem Cybertruck womöglich sein eigenes Grab geschaufelt habe.
Das Model 2 hätte große Stückzahlen gebracht
Auch die Absage an ein günstiges Model 2 kam nicht nur gut an, weshalb jetzt eine günstige Version des Model Y in der Vorbereitung sein soll. Musk hatte einst geplant, eines Tages mehr als fünf Millionen Tesla bauen zu wollen. Solche Prognosen gibt es nicht mehr.
In den sozialen Medien häufen sich auch die Aussagen, dass Musk als Berater der US-Regierung kaum noch respektive definitiv zu wenige Zeit für Tesla habe. Und eben dort häufen sich auch die Gerüchte, das Musk seinen Beraterposten wieder aufgeben könnte, um sich wieder stärker seinen Unternehmen widmen zu können. Die aktuellen Tesla-Zahlen sprechen jedenfalls gegen ihn.
So schnell verglüht ein Stern: Tesla bietet nach wie vor effiziente Produkte und einen tollen Ladeservice. Aber echte Innovationen bleiben aus, sowie die Qualität vor allem beim Cybertruck mau bleibt. Auch das mehrfach angekündigte Tesla-Cybercab Robotaxi wird sicher nicht so schnell auf der Straße zu sehen sein, wie Tesla CEO Musk es versprochen hat. Die Hürden, voll Autonom zu fahren sind hoch - und Teslas Weg, nur auf Kameras statt auf eine Kombination von Kameras und Radar/Lidar zu setzen, ist riskant.
Elon Musks Robotaxi-Vision: Warum privates Carsharing nicht funktionieren wird
News vom 01.04.2025 von Thomas Kanzler
Tesla-Chef Elon Musk ist bekannt für ambitionierte Visionen. Eine davon: Tesla-Besitzer könnten ihre Fahrzeuge in Zukunft als autonome Taxis vermieten und damit ein lukratives Nebeneinkommen erzielen. Doch Diese Idee wird der Realität nicht standhalten.
Tatsächlich werden Robotaxis bereits in ersten Städten eingesetzt. Unternehmen wie Waymo demonstrieren, dass autonome Mobilität technisch realisierbar ist. Dennoch geht Musk mit seiner Vorstellung eines dezentralen, privaten Carsharings noch einen Schritt weiter. Gemäß dieser Idee sollen einzelne Tesla-Besitzer ihre Fahrzeuge gewinnbringend in einer Art eigenem Mietmodell betreiben können. Die Realisierung dieser Idee ist jedoch mit erheblichen Herausforderungen verbunden.
Hohes Risiko, geringe Auslastung
Ein zentraler Faktor für die Wirtschaftlichkeit von Carsharing-Diensten ist die Fahrzeugauslastung. Studien zeigen, dass sich ein Fahrzeug nur dann rentiert, wenn es ständig in Betrieb ist. Doch genau hier könnte ein privates Robotaxi-Modell an seine Grenzen stoßen: Eine gleichbleibend hohe Nachfrage ist nicht garantiert.
Darüber hinaus ist die Problematik der Fahrzeugpflege zu berücksichtigen. Vandalismus, Verschmutzungen oder kleinere Schäden stellen bereits eine Herausforderung für professionelle Carsharing-Unternehmen dar. Für private Betreiber ohne zentrale Wartungsstruktur dürfte es demnach schwierig werden, ihre Fahrzeuge in einem wirtschaftlich tragfähigen Zustand zu halten. Die Hypothese, dass Privatpersonen die autonome Wartung und Instandhaltung mehrerer Fahrzeuge eigenständig durchführen könnten, erweist sich als nicht realistisch. Während professionelle Anbieter auf eigene Service-Teams oder externe Dienstleister zurückgreifen können, müssten private Betreiber die Reinigung, Wartung und Reparaturen selbst durchführen, was mit einem erheblichen Aufwand verbunden wäre.
Rechtliche Unsicherheiten
Neben den wirtschaftlichen Hürden sind auch die rechtlichen Rahmenbedingungen ungeklärt. Insbesondere die Frage der Haftung ist noch offen. Wer trägt die Verantwortung, wenn ein autonom fahrendes Fahrzeug einen Unfall verursacht? Gehört die Schuld dem Besitzer, dem Hersteller oder dem Softwareentwickler? Gerade in Europa wird darüber noch intensiv diskutiert.
Der Markt für Carsharing ist durch einen hohen Wettbewerbsdruck gekennzeichnet. Gemäß einer Studie der Unternehmensberatung Berylls Strategy Advisors sind etwa 70 Prozent der Anbieter nicht profitabel. Insbesondere kleinere, lokale Initiativen sehen sich mit geringen Margen oder Defiziten konfrontiert. Die Rentabilität des Geschäftsmodells ist demnach in hohem Maße von einer professionellen Infrastruktur sowie einer großen Flotte abhängig.
Eine Idee ohne Substanz
Die Vorstellung, dass Einzelpersonen mit autonomen Fahrzeugen profitables Carsharing betreiben, bleibt vorerst eine Vision. Trotz des technischen Fortschritts bestehen nach wie vor praktische Herausforderungen, die sich in hohen Betriebskosten, komplexen Wartungsfragen und ungeklärten Haftungsrisiken äußern.
Musk mag mit seinen Ideen immer wieder für Aufmerksamkeit sorgen, doch nicht jede von ihnen hält einer realistischen Betrachtung stand. Das private Cybercab wird wohl kaum zur Revolution des Carsharings werden.
Autonome Fahrzeuge und die Zukunft von Uber & Co.
News vom 19.03.2025 von Thomas Kanzler
Die Entwicklung autonomer Fahrzeugtechnologien gewinnt zunehmend an Bedeutung, insbesondere im Bereich der Mitfahrdienste. Eine aktuelle Analyse der Investmentfirma Bernstein hebt hervor, dass die Jahre 2025 und 2026 entscheidend für den Übergang autonomer Fahrzeuge (AV) vom Konzeptnachweis zur kommerziellen Nutzung sein werden. Dieser Wandel könnte die Wettbewerbsstruktur der Branche nachhaltig beeinflussen.
Uber, mit einer aktuellen Marktkapitalisierung von rund 152 Milliarden US-Dollar, nimmt dabei nach Ansicht der Analysten eine Schlüsselrolle ein. Das Unternehmen verzeichnete zuletzt ein Umsatzwachstum von knapp 18 Prozent. Die Analyse prognostiziert, dass die heutige fragmentierte Struktur der Mitfahrdienste einem stärker konsolidierten Markt für autonome Mobilitätslösungen weichen könnte. Ubers Finanzstärke dürfte dem Unternehmen helfen, diesen Wandel mitzugestalten. Die potenziellen Auswirkungen auf die Mitfahrbranche sind jedoch ambivalent. Während Uber und Lyft derzeit durch hohe Provisionssätze ihre Einnahmen sichern, könnte der Wettbewerb im AV-Segment diese Einnahmen unter Druck setzen. Sollten mehrere Anbieter von AV-Technologien auf den Markt drängen, könnte dies die Fragmentierung der Branche aufrechterhalten und den Unternehmen Zugang zu neuer Technologie verschaffen. Dies wiederum könnte langfristig die Betriebskosten senken und die Marktgröße erweitern.
Konkurrenz durch Technologieunternehmen
Derzeit führt Waymo, eine Tochtergesellschaft von Alphabet, den US-amerikanischen Markt für autonome Mobilität an. Mit Unternehmen wie Zoox und Tesla, die noch in diesem Jahr eigene kommerzielle Robotaxi-Dienste an den Start bringen wollen, steigt der Konkurrenzdruck jedoch weiter. Auch kleinere Unternehmen wie Avride und May Mobility haben angekündigt, im kommenden Jahr mit Unterstützung durch Uber und Lyft ihre ersten autonomen Fahrdienste einzuführen. Dies könnte die Marktstruktur weiter diversifizieren. Der Rückzug von Cruise, dem einstigen Hoffnungsträger von General Motors im AV-Segment, zeigt jedoch, dass die Branche mit erheblichen Herausforderungen konfrontiert bleibt. Hohe Entwicklungskosten und regulatorische Hürden machen es für neue Akteure schwer, sich dauerhaft zu etablieren.
Strategische Position von Uber
Uber konnte zuletzt seine Marktstellung weiter festigen. Im Geschäftsjahr 2024 meldete das Unternehmen ein Wachstum der Bruttobuchungen um 21 Prozent auf rund 163 Milliarden US-Dollar. Allerdings bleibt das regulatorische Umfeld eine Herausforderung. So scheiterte die geplante Übernahme von Foodpanda in Taiwan an den lokalen Wettbewerbsbehörden, was Uber eine Vertragsstrafe von 250 Millionen US-Dollar kostete. Zugleich stärkt das Unternehmen seine Präsenz im Bereich der Lebensmittellieferungen durch eine neue Partnerschaft mit FreshDirect in New York.
Uber auf der Gewinner-Seite
Marktanalysten sehen Verzögerungen in Teslas Robotaxi-Plänen als potenziellen Vorteil für Uber, da der Konzern damit länger seine führende Position im Mitfahrgeschäft behaupten könnte. Auch Analysten von RBC Capital und Citizens JMP bewerten Ubers strategische Weichenstellungen als stabil und langfristig tragfähig.
Der Markt für autonome Fahrzeuge bleibt in Bewegung. Während die technologische Entwicklung voranschreitet, sind Geschäftsmodelle und regulatorische Rahmenbedingungen noch in der Anpassung. Uber dürfte als finanzstarker Marktführer von den kommenden Veränderungen profitieren.
Düstere Zeiten für das Taxigewerbe?
Die weltweite Marktmacht des amerikanischen Plattformbetreibers ist erdrückend. Die intensive Lobbyarbeit des Unternehmens auf Europäischer und auf Bundesdeutscher Ebene hat Uber und Co. den Einstieg in die Märkte gesichert. Unkenntnis oder Überforderung auf Seiten der zuständigen Behörden lässt die Plattformdienste weiter weitgehend gewähren – trotz vielfach nachgewiesener rechtlicher Verstöße. Die Analyse der amerikanischen Beratungsfirma Bernstein lässt nichts Gutes für die Zukunft der Taxi-Branche erwarten…
Tesla plant Produktion autonomer Taxis in Europa
News vom 17.03.2025 von Thomas Kanzler
Tesla will sein autonomes Robo-Taxi Cybercab nicht nur in den USA, sondern auch in Europa produzieren. Nach einem Bericht des Fachportals Edison soll das Fahrzeug in der Gigafactory des Unternehmens im brandenburgischen Grünheide gefertigt werden. Wann es auf europäischen Straßen zugelassen wird, ist jedoch noch offen.
Das Cybercab, ein zweisitziges, rund vier Meter langes Fahrzeug ohne Lenkrad und Pedale, unterscheidet sich in der europäischen Variante offenbar vom ursprünglichen Prototyp. Während dieser mit Flügeltüren ausgestattet war, soll das Modell aus Brandenburg über konventionelle Türen verfügen. Die Steuerung erfolgt ausschließlich über Kameras, die für den Winterbetrieb beheizt werden. In Notfällen kann ein Techniker per Fernzugriff über ein Joystick-System eingreifen.
Das Cybercab ist für den vollelektrischen Betrieb ausgelegt und verfügt über eine mindestens 60 kWh große Batterie. Diese soll induktiv geladen werden, also kabellos über ein Multispulensystem. Entwickelt wurde die Technik von dem Berliner Start-up Wiferion, das Tesla 2023 zunächst übernommen, dann weiterverkauft, jedoch dessen Entwickler im Unternehmen behalten hat. Die Ladeleistung von 11 kW erlaubt eine vollständige Aufladung über Nacht.
Markteinführung ungewiss
Tesla plant, das Cybercab in den USA noch in diesem Jahr in mehreren Regionen zu erproben. In Europa hingegen sind sowohl technische als auch regulatorische Hürden zu überwinden, bevor eine Zulassung erfolgen kann. Die Fabrik in Grünheide soll nach Unternehmensangaben nicht nur den europäischen Markt beliefern, sondern auch Exporte in den Nahen und Mittleren Osten sowie nach Taiwan übernehmen.
Das Fahrzeug soll beim Kauf nicht mehr als 30.000 Dollar kosten, umgerechnet rund 28.000 Euro. Alternativ soll eine Nutzung über eine App ermöglicht werden, bei der Fahrten individuell gebucht und bezahlt werden können. Voraussetzung für die Einführung bleibt jedoch die Marktreife von Teslas autonomer Fahrsoftware.
Basisversion des Model Y als Grundlage
Das Cybercab basiert laut Edison auf einer neuen Variante des Model Y. Tesla entwickelt demnach eine kürzere, kostengünstigere Version des Mittelklasse-SUVs, die als preisgünstiges Einstiegsmodell dienen soll. Die Fertigung soll zunächst in China anlaufen, bevor auch in Grünheide mit der Produktion begonnen wird.
Falschparken auf Autopilot – Waymo-Taxis im Visier der Behörden
News vom 17.03.2025 von Thomas Kanzler
Autonome Fahrzeuge sollen den Stadtverkehr effizienter und sicherer machen. Doch in San Francisco und Los Angeles geraten die Robotaxis von Waymo zunehmend wegen Parkverstößen in den Fokus. Die von der Alphabet-Tochter betriebenen Fahrzeuge erhielten allein in San Francisco im Jahr 2024 insgesamt 589 Strafzettel wegen Falschparkens. Die verhängten Bußgelder summierten sich dort auf 65.065 US-Dollar.
Problemzone San Francisco - in der kalifornischen Metropole sind rund 300 fahrerlose Fahrzeuge von Waymo im Einsatz. Statistisch betrachtet wurde also fast jedes Fahrzeug mindestens zweimal belangt. Die Verstöße betrafen in erster Linie das Parken in gesperrten Bereichen zur Straßenreinigung, das Blockieren des Verkehrs sowie das Halten in verbotenen Zonen.
Waymo verweist darauf, dass die Fahrzeuge so programmiert seien, dass sie bei der Aufnahme oder dem Ausstieg von Fahrgästen möglichst sichere Optionen für das Halten wählen. Die meisten Verstöße entstünden in genau diesen Situationen. So könne es vorkommen, dass ein Waymo-Fahrzeug eine Halteverbotszone oder eine Ladezone kurzfristig nutzt, anstatt erst einen weiter entfernten Parkplatz zu suchen.
Auch in Los Angeles sind autonome Taxis im Einsatz. Dort sind die Zahlen jedoch deutlich niedriger: 75 Strafzettel führten zu Bußgeldern in Höhe von 543 US-Dollar. Zum Vergleich: In San Francisco wurden im Jahr 2024 insgesamt 1,2 Millionen Strafzettel an Falschparker ausgestellt, mit einer Gesamtsumme von 119 Millionen Dollar.
Regulierung und Reaktionen
Die Parkverstöße der Waymo-Taxis werden bislang genauso geahndet wie die von konventionellen Fahrzeugen. Während Verstöße gegen die Straßenverkehrsordnung grundsätzlich einem Fahrer zugeordnet werden müssen, gelten für das Parken dieselben Regeln – unabhängig davon, ob ein Mensch oder eine Software das Fahrzeug steuert.
Waymo hat angekündigt, die Situation verbessern zu wollen. Die Fahrzeuge sollen künftig noch besser darin werden, sich an die örtlichen Gegebenheiten anzupassen und alternative Haltemöglichkeiten zu erkennen. Dass sich die Behörden weiter mit der Problematik beschäftigen werden, dürfte jedoch absehbar sein. Ein kalifornisches Gesetz sieht vor, dass autonome Fahrzeuge ab Juli 2026 explizite Mitteilungen über Verstöße erhalten können.
Für die Taxi- und Mietwagenbranche bleibt der Umgang mit Robotaxis eine zentrale Frage. Während Waymo in Städten wie San Francisco, Los Angeles, Phoenix und Austin seine Flotte stetig ausbaut, zeigen Fälle wie die jüngsten Parkverstöße, dass die Integration autonomer Fahrzeuge in den Stadtverkehr noch mit Herausforderungen verbunden ist.
Waymo erweitert Robotaxi-Betrieb im Silicon Valley
News vom 13.03.2025 von Thomas Kanzler
Die Alphabet-Tochter Waymo bietet ihren autonomen Fahrdienst nun auch in mehreren Städten des Silicon Valley an. Kunden in Mountain View, Palo Alto, Los Altos und Teilen von Sunnyvale können die fahrerlosen Fahrzeuge künftig nutzen. Das neue Einsatzgebiet umfasst 70 Quadratkilometer. Zuvor war der Dienst in dieser Region nur für Unternehmensangehörige zugänglich.
Waymo verweist auf die lange Entwicklungsgeschichte autonomer Fahrzeuge, die hier ihren Ursprung hat.
„Wir kehren dahin zurück, wo die Reise begann“, heißt es in einem Beitrag des Unternehmens auf der Plattform X.
Vorerst können nur Anwohner des Gebiets auf den Dienst zugreifen. Eine schrittweise Erweiterung ist geplant. Seit rund anderthalb Jahren betreibt Waymo in San Francisco einen Rund-um-die-Uhr-Service, in Los Angeles seit dem vergangenen Herbst. Weitere Städte wie Phoenix, Austin und Atlanta gehören ebenfalls zum Netzwerk, wobei in den beiden letztgenannten Orten eine Kooperation mit Uber besteht.
Der Betrieb autonomer Fahrzeuge verläuft nicht ohne Zwischenfälle. Anfang 2024 kollidierte ein Waymo-Wagen mit einem Radfahrer, der leicht verletzt wurde. In Phoenix stoppte die Polizei ein Fahrzeug, das auf der falschen Fahrbahnseite fuhr. Kritiker der Technologie setzen sogenannte „Coning“-Methoden ein, bei denen Verkehrskegel auf die Motorhaube gestellt werden, um die Fahrzeuge zum Anhalten zu zwingen. Dann muss ein Mensch den Kegel entfernen, bevor das autonome Fahrzeug wieder funktioniert. Im vergangenen Jahr wurde ein Waymo-Auto sogar in Brand gesteckt. Das die Fahrzeuge des Shuttle-Betreibers auch manchmal selbst nicht weiter wissen, zeigt ein Youtube-Video von Sophia Tung.
Trotz vereinzelter Vorkommnisse setzt das Unternehmen auf Expansion. In Austin können Kunden Waymo-Fahrzeuge inzwischen auch über die Uber-App buchen. Weitere Städte sollen folgen.
Tesla und das Robotaxi: Ein ehrgeiziger Plan mit vielen Fragezeichen
News vom 28.02.2025 von Thomas Kanzler
Elon Musk hält nicht viel von Zurückhaltung, wenn es um die Zukunft von Tesla geht. Seit Jahren betont er, dass autonomes Fahren der Schlüssel zum Erfolg des Elektroautoherstellers sei. Nun beantragte der umstrittene E-Auto Pionier eine Fahrdienst-Lizenz.
Die Vision: Privatkunden sollen ihre Fahrzeuge als Robotaxis auf die Straße schicken, wenn sie sie selbst nicht benötigen. Nun wird es konkreter – zumindest ein wenig. In Kalifornien will Tesla nun bald mit dem Betrieb eines Fahrdienstes starten.
Aus dem Antrag geht hervor, dass die Fahrzeuge zumindest zu Beginn noch mit Fahrern besetzt sein werden. Das klingt nach einer Übergangslösung, die notwendig ist, weil Teslas selbstfahrende Technik bislang nicht ohne menschliches Eingreifen auskommt. Die zuständige kalifornische Behörde CPUC bestätigte, dass der Antrag vorliege, wollte aber keine weiteren Details nennen.
Konkurrenz fährt längst
Während Tesla in Kalifornien noch auf die Genehmigung wartet, fahren die Robotaxis von Waymo bereits in mehreren US-Städten. Die Google-Schwesterfirma verzeichnet in San Francisco, Phoenix und Los Angeles über 200.000 Fahrten pro Woche – und das ohne Fahrer hinter dem Steuer. Waymo setzt dabei auf eine Kombination aus Kameras, Sensoren und Laser-Radar (Lidar), um sich sicher durch den Verkehr zu bewegen.
Musk verfolgt einen anderen Ansatz: Er glaubt, dass eine reine Kamera-Lösung ohne Lidar ausreicht, um autonomes Fahren zu ermöglichen. In der Branche gibt es allerdings Zweifel, ob diese Technik in komplexen Verkehrssituationen zuverlässig genug funktioniert. Immer wieder geriet Tesla in die Kritik, weil sein „Full Self-Driving“-System (FSD) in bestimmten Situationen unsaubere Entscheidungen trifft.
Ein Auto ohne Lenkrad
Trotz offener Fragen treibt Tesla seine Pläne voran. Im vergangenen Oktober stellte Musk das „Cybercab“ vor – ein Fahrzeug ohne Lenkrad und Pedale, das ab 2026 gebaut werden soll. Bis dahin bleibt unklar, wie schnell Tesla die Genehmigungen für einen autonomen Fahrdienst bekommt.
Musk hat mehrfach angekündigt, dass Tesla eine Fahrdienst-Plattform starten werde – zuletzt für Texas und möglicherweise auch Kalifornien. Bisher blieb es jedoch bei Ankündigungen. Sollte Tesla tatsächlich einen Robotaxi-Service aufbauen, wäre das ein großer Schritt für das Unternehmen. Ob sich der Plan technisch und regulatorisch umsetzen lässt, ist aber noch längst nicht ausgemacht.
Autobauer GM übertrifft Erwartungen
News vom 30.01.2025 von Franziska Neuner
(dpa-AFX) Der Automobilhersteller General Motors (GM) geht mit Zuversicht ins neue Jahr. Der US-Konzern stellte am Dienstag bei der Vorlage der Jahreszahlen in Detroit einen deutlicheren Gewinnanstieg in Aussicht, als von Analysten erwartet. Zudem übertraf er für das vierte Quartal die Konsensprognosen der Marktexperten. Die Aktie legte daher in den USA vorbörslich um mehr als drei Prozent zu.
Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) soll 2025 13,7 bis 15,7 Milliarden US-Dollar erreichen, wie der Autobauer mitteilte. Zuvor hatte GM signalisiert, dass mit einem Ergebnis auf dem Vorjahresniveau zu rechnen sei, welches 14,9 Milliarden Dollar betrug. Das bereinigte Ergebnis je Aktie soll von 10,60 auf 11,00 bis 12,00 Dollar steigen. Hier hatten Analysten mit weniger gerechnet.
Besser als gedacht
Im Schlussquartal belasteten wie erwartet Abschreibungen und Restrukturierungskosten für den Umbau des verlustreichen China-Geschäfts. Sie beliefen sich auf vier Milliarden Dollar, dazu kam eine halbe Milliarde an Kosten in Zusammenhang mit dem Stopp des Robotaxi-Projekts Cruise.
Insgesamt verbuchte General Motors daher einen Verlust von knapp drei Milliarden Dollar im Quartal, verglichen mit einem Gewinn von gut zwei Milliarden Dollar im Vorjahreszeitraum. Das bereinigte Ergebnis je Aktie stieg um mehr als die Hälfte auf 1,92 Dollar und lag über den Erwartungen der Analysten.
Marktprognose übertroffen
Der Umsatz wuchs im Schlussquartal um elf Prozent auf 47,7 Milliarden Dollar und übertraf ebenfalls die Marktprognosen. Insgesamt profitierte GM von einem robusten US-Geschäft. Zudem verbesserte das Unternehmen seine Entwicklung in China und erzielte im Schlussquartal einen kleinen bereinigten operativen Gewinn.
Musk ködert Börse mit Visionen nach mäßigen Quartalszahlen
News vom 30.01.2025 von Franziska Neuner
(dpa) Für Tesla ging es lange nur aufwärts. Doch inzwischen läuft das Geschäft des Elektroauto-Marktführers holperiger. Firmenchef Elon Musk gibt große Versprechen für die Zukunft.
Selbstfahrende Taxis und Roboter: Nach mäßigen Quartalszahlen hat Tesla-Chef Elon Musk Anleger mit Zukunftsvisionen überschüttet. Unter anderem kündigte er den Start des ersten Robotaxi-Dienstes des Elektroauto-Konzerns in der US-Stadt Austin für Juni an - und bis Ende kommenden Jahres in vielen Ländern der Welt.
Musk verspricht schon lange, dass alle Teslas autonom fahren werden. So kündigte er bereits für 2018 an, dass ein Tesla fahrerlos von einer US-Küste zur anderen fahren werde. Das ist immer noch nicht passiert. Bisher braucht auch die fortgeschrittene Version von Teslas «Autopilot»-System mit dem Beinamen «Full Self-Driving» (FSD, komplett selbstfahrend) menschliche Aufsicht. Die Google-Schwesterfirma Waymo bietet unterdessen Robotaxi-Dienste ohne Menschen am Steuer in mehreren US-Städten an.
Streit um die richtige Technik
Zudem steht weiter die Frage im Raum, wie verlässlich Teslas Technologie zum autonomen Fahren ist. Denn anders als ein Großteil der Branche beharrt Musk darauf, dass selbstfahrenden Autos Kameras ausreichen - und sie nicht die teureren Laser-Radare brauchen, auf die unter anderem Waymo setzt.
Funktioniert das, hat Tesla einen enormen Kostenvorteil und könnte tatsächlich mehrere Millionen Fahrzeuge per Software-Update zu selbstfahrenden Autos machen. Doch Experten befürchten Abschläge bei der Sicherheit, denn die auch unter dem Namen Lidar bekannten Laser-Radare tasten die Umgebung der Fahrzeuge dreidimensional ab, wie es Kameras nicht vermögen.
Skepsis in der Branche
Andere Hersteller lehnen es kategorisch ab, autonome Autos nur mit Kameras auf die Straße zu schicken.
So hakte BMW-Entwicklungsvorstand Frank Weber jüngst ab: «Für uns ist das völlig klar, dass das nicht geht.»
Eine Kamera würde zum Beispiel eine Palette nicht erkennen, die vor dem Auto auf der Fahrbahn liege, argumentierte er am Rande der Technik-Messe CES. Auch der Chef des Elektroautobauers Polestar, Michael Lohscheller, sagte kürzlich, man halte am Lidar in den Fahrzeugen fest. Musk hingegen bekräftigte am Mittwoch seine Position:
«Menschen fahren, ohne Laserstrahlen aus ihren Augen herauszuschießen.»
Laser-Radare seien nicht die richtige Technologie für den Straßenverkehr. Und Tesla hält daran fest, dass die Produktion von Robotaxis ohne Lenkrad und Pedale im kommenden Jahr beginnen soll.
Angeblich zu viele Regeln in Europa
Beim Zeitplan für Europa kritisierte Musk, dass es zu viele Regeln gäbe. Deswegen spotte man, dass Amerika Innovationen entwickele und Europa reguliere, sagte er. So werde die Zulassung von «Full Self-Driving» in Europa erst im Mai in die nächste Instanz gehen, «obwohl es wirklich gut funktioniert».
Bei der aktuellen Version des «selbstfahrenden» Systems müssen die Fahrer in den USA allerdings Berichten zufolge oft eingreifen. Waymo kündigte unterdessen wenige Stunden vor Teslas Telefonkonferenz an, Testfahrzeuge in weitere zehn US-Städte loszuschicken.
Roboter für 20.000 Dollar
Musk schwärmte auch erneut von Teslas humanoiden Robotern mit dem Namen Optimus. Sie hätten präzise funktionierende mechanische Hände, so dass sie Nähgarn in eine Nadel einfädeln oder Klavier spielen könnten, sagte er. Und bei einer Produktionsrate von einer Million Robotern jährlich werde man die Herstellungskosten unter 20.000 Dollar drücken.
Auf Autonomie und Roboter stützt Musk die Aussicht, dass Tesla das mit Abstand wertvollste Unternehmen der Welt sein könne. Bei Anleger funktionierte das: Die Aktie legte im nachbörslichen Handel um vier Prozent zu.
Verfehlte Erwartungen
Dabei hatten die frischen Quartalszahlen den Kurs zuvor ins Minus gedrückt. Denn Tesla verfehlte mit den Ergebnissen des vergangenen Quartals die Erwartungen der Wall Street. Der Umsatz legte im Jahresvergleich zwar um zwei Prozent auf 25,7 Milliarden Dollar zu. Doch Analysten hatten im Schnitt eher mit rund 27,3 Milliarden Dollar gerechnet.
Und der Umsatz im Autogeschäft sackte um acht Prozent auf 19,8 Milliarden Dollar ab. Der deutsche Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer verwies in einer ersten Analyse auf die hohen Rabatte als einen Auslöser.
Zudem prognostizierte er: «2025 werden die vielen negativen Äußerungen von Elon Musk in Deutschland und Europa die Verkäufe bremsen.»
Teslas Gewinn im Weihnachtsquartal fiel um 71 Prozent auf gut 2,3 Milliarden Dollar. Auch beim bereinigten Ergebnis pro Aktie verfehlte Tesla mit 0,73 Dollar die Analystenerwartung von 0,76 Dollar.
Absatzrückgang 2024
Tesla hatte 2024 den ersten Rückgang der Auslieferungen seiner Elektroautos seit mehr als einem Jahrzehnt erlitten. Der von Tech-Milliardär Elon Musk geführte US-Hersteller lieferte knapp 1,79 Millionen Fahrzeuge an die Kunden aus. Das waren 19.355 weniger als 2023. Musk hatte einen leichten Anstieg in Aussicht gestellt.
Dafür hätte Tesla aber im Schlussquartal noch 515.000 Autos zu den Kunden bringen müssen. Trotz einer Verkaufsoffensive wurden es am Ende nur 495.570 Fahrzeuge - immerhin ein Rekordwert. Diese Zahl verfehlte auch durchschnittliche Schätzungen von Analysten.
Musk: Tesla startet Robotaxi-Service in Texas im Juni
News vom 30.01.2025 von Franziska Neuner
(dpa) Elon Musk verspricht schon lange, alle Teslas zu selbstfahrenden Autos zu machen. Bald soll es einen ersten Robotaxi-Dienst des Autobauers in einer US-Stadt geben.
Tesla-Chef Elon Musk hat den Start eines Robotaxi-Angebots des Elektroauto-Herstellers in der US-Stadt Austin in Aussicht gestellt. Bis Jahresende sei auch die Einführung in Kalifornien und mehreren anderen Regionen in den USA geplant, sagte er nach Vorlage der jüngsten Quartalszahlen.
Alle Modelle autonom unterwegs
Im kommenden Jahr solle dann ganz Nordamerika folgen sowie «die meisten Länder» international, kündigte er an. Musk verspricht schon lange, dass alle Teslas autonom fahren werden. Bisher braucht allerdings auch die fortgeschrittene Version von Teslas «Autopilot»-System menschliche Aufsicht.
Die Google-Schwesterfirma Waymo bietet unterdessen Robotaxi-Dienste ohne Menschen am Steuer in mehreren US-Städten an.
Streit um richtige Technik
Anders als ein Großteil der Branche beharrt Musk darauf, dass autonomes Fahren nur mit Kameras möglich ist - ohne die teureren Laser-Radare, auf die unter anderem Waymo setzt. Funktioniert das, hätte Tesla einen enormen Kostenvorteil.
Doch Experten befürchten Abschläge bei der Sicherheit, denn die auch unter dem Namen Lidar bekannten Laser-Radare tasten die Umgebung der Fahrzeuge ab, wie es Kameras nicht vermögen.
Musk hingegen bekräftigte am Mittwoch seine Position: «Menschen fahren, ohne Laserstrahlen aus ihren Augen herauszuschießen.»
Bei der aktuellen Version des Tesla-Systems müssen die Fahrer Medienberichten zufolge oft eingreifen.
So frischt Tesla sein Model Y auf
News vom 24.01.2025 von Franziska Neuner
(dpa/tmn) Rund fünf Jahre nach den ersten Auslieferungen der Erstauflage hat Tesla sein Model Y überarbeitet. Das flottgemachte E-Auto im SUV-Look kommt im März zunächst in einer Launch-Version.
Das Model Y gehört weltweit zu den erfolgreichsten Fahrzeugen des amerikanischen E-Autobauers Tesla. 2023 war es als erstes E-Auto das weltweit meistverkaufte Auto überhaupt – unabhängig vom Antrieb. Auch in Europa und Deutschland führt es die Zulassungsstatistiken bei den E-Autos an.
Gut fünf Jahre nach der Erstauflage hat Tesla nun das Facelift-Modell des Mittelklasse-SUV vorgestellt. Es soll ab März zu den Kunden rollen. Das neue Model Y kostet in der allradgetriebenen, besser ausgestatteten Launch-Version ab 60.990 Euro. Weitere Varianten werden folgen. Termine und Preise dazu hat der Hersteller aber bislang nicht genannt. Zur Orientierung: Der aktuelle Einstiegspreis der Baureihe beginnt bei 44.900 Euro.
Leuchtbänder wie beim Cybertruck
Optisch unterscheidet sich die nur leicht auf 4,79 Meter gelängte Neuauflage am stärksten an der Front und am Heck vom bisherigen Y-Modell. So zitiert Tesla mit den breiten Lichtleisten vorn und hinten seinen scharfkantigen Cybertruck und das 2024 vorgestellte Robotaxi Cybercab.
An der Aerodynamik der Karosserie wurde gefeilt, auch am Heckspoiler und an den Rädern. Das wirkt sich auch auf die Effizienz aus. So wurde der Energieverbrauch bei der Startversion durch die neue Gestaltung von 16,9 auf 15,3 kWh/100 km gesenkt, teilte der Hersteller mit.
Technisch gibt es unter anderem eine weitere Frontkamera in der Mitte. Den Innenraum hat Tesla nach eigenen Angaben verfeinert. So wurden etwa die Frontsitze neu designt und verfügen nun auch über eine Belüftung. Zudem soll die Geräuschdämmung verbessert worden sein.
Der Blinkerhebel bleibt - ein Bildschirm für den Fond ist neu
Der klassische Blinkerhebel bleibt erhalten – im Gegensatz zum Model 3, wo diese Funktion mit dem Facelift ins Lenkrad integriert wurde. Im Fond steht nun erstmals ein 8-Zoll-Bildschirm für Klima-Einstellungen und Entertainment parat – und die Rücksitze sind elektrisch verstell- und umklappbar.
Die allradgetriebene Launch-Version auf 20-Zoll-Rädern wird von zwei Motoren angetrieben. Damit beschleunigt der Wagen in 4,3 Sekunden von 0 auf Tempo 100, bei 201 km/h endet der Vortrieb. Die Reichweite nach WLTP beziffert Tesla mit maximal 568 Kilometern – rund 35 Kilometer mehr als bislang bei der vergleichbaren Long-Range-Version.
Biden verbietet vernetzte Autos chinesischer Hersteller
News vom 15.01.2025 von Franziska Neuner
(dpa) Die US-Regierung befürchtet, dass Elektronik chinesischer Autos Daten über ihre Besitzer sammeln kann. Der scheidende Präsident kündigt nun eine Maßnahme an.
US-Präsident Joe Biden stellt auf den letzten Metern seiner Amtszeit neue Hürden für chinesische Autos auf. Nach neuen Regeln werden in den USA keine vernetzten Fahrzeuge von Herstellern unter chinesischer oder russischer Kontrolle mehr verkauft werden dürfen. Das Verbot soll ab dem Modelljahr 2027 gelten.
Im Visier steht dabei die Elektronik in den Autos: Mobilfunk und andere Kommunikationstechnik sowie Fahrassistenz-Systeme. Eine Gefahr sei, dass sich Gegner aus dem Ausland Zugang zu Daten verschaffen könnten, heißt es in der Mitteilung des Weißen Hauses.
Keine Ausnahme für US-Produktion
Betroffen sind auch Fahrzeuge, die in den USA gebaut werden. Das könnte zum Beispiel den Tesla-Konkurrenten Polestar in eine schwierige Lage bringen. Er baut Fahrzeuge im US-Bundesstaat South Carolina, steht aber letztlich unter Kontrolle des chinesischen Geely-Konzerns und dessen Gründers Li Shufu.
Die Robotaxi-Firma Waymo will unterdessen umgebaute Wagen der chinesischen Marke Zeekr für ihre nächste Fahrzeug-Generation einsetzen. Das Google-Schwesterunternehmen betont aber, dass man eigene Computer in die Karosserien einbauen werde.
Nächster Schritt nach Zöllen
Bidens Regierung schirmte den US-Automarkt bereits mit Zöllen von 100 Prozent auf Autos aus China ab. Donald Trump, der am 20. Januar als US-Präsident vereidigt wird, versprach stets ebenfalls einen harten Kurs gegenüber Peking.
Sein aktueller enger Vertrauter Elon Musk, der den Elektroauto-Hersteller Tesla führt, hatte unterdessen seinerzeit die hohen Zölle als Marktverzerrung kritisiert. Tesla hat ein großes Werk in Shanghai und braucht den chinesischen Markt.
GM kapituliert bei Robo-Taxi-Tochter Cruise
News vom 12.12.2024 von Thomas Kanzler
(dpa) Ein Riese zieht die Reißleine: Der US-Autobauer war ein Vorreiter bei fahrerlosen Robotaxis. Doch mit Konkurrenz von Elon Musk am Horizont gibt der Konzern auf. Unfall gab den letzten Ausschlag.
Der US-Autoriese General Motors gibt nach Milliarden-Ausgaben den Traum von selbstfahrenden Robotaxis auf. Stattdessen will der Konzern auf Assistenzsysteme setzen, die irgendwann autonomes Fahren in privaten Autos ermöglichen sollen. Die Kehrtwende soll eine Milliarde US-Dollar jährlich einsparen, wie GM mitteilte.
Der Autobauer arbeitete lange daran, mit seiner Tochterfirma Cruise einen fahrerlosen Taxi-Dienst aufzubauen. Das Projekt verschlang rund zehn Milliarden US-Dollar. Cruise hatte ambitionierte Wachstumspläne und wollte nach einer Reihe von US-Städten auch in Tokio starten. Es wurden bereits neuartige Fahrzeuge ganz ohne Lenkrad und Pedale getestet.
Unfall schlug Cruise aus der Spur
Im Herbst 2023 fand die Expansion ein abruptes Ende nach einem Unfall in San Francisco. Eine Frau wurde an einer Kreuzung von einem Auto mit einem Menschen am Steuer angefahren und vor einen fahrerlosen Cruise-Wagen geschleudert. Das Robotaxi konnte nicht mehr bremsen und die Frau wurde darunter eingeklemmt. Die Software bekam das jedoch nicht mit - und ließ den Wagen an den Straßenrand fahren. Die Frau wurde rund sechs Meter unter dem Fahrzeug mitgeschleift.
Der Unfall hatte schwerwiegende Konsequenzen für Cruise, auch weil das Management ihn zunächst harmloser wirken ließ. Cruise verlor die Lizenz für Beförderungs-Dienste in San Francisco, die Fahrzeuge wurden stillgelegt, die Führung der Firma ausgetauscht. Erst vor wenigen Monaten nahm die GM-Tochter wieder Testfahrten auf.
Google-Schwester Waymo fährt voran
Der Konzern verwies nun darauf, dass ein Ausbau des Robotaxi-Geschäfts Zeit brauchen und erhebliche Ressourcen verschlingen würde - und der Markt zunehmend umkämpft sei.
Aktuell ist die Google-Schwesterfirma Waymo der erfolgreichste Robotaxi-Entwickler und befördert Fahrgäste in mehreren US-Städten. Die Waymo-Wagen machen inzwischen mehr als 150.000 Fahrten mit Passagieren pro Woche. Ein weiterer Konkurrent, die zu Amazon gehörende Firma Zoox, will bald Fahrdienste unter anderem in Las Vegas und San Francisco anbieten.
Musk kündigt sich als Rivale an
Über den heutigen Anbietern liegt der Schatten von Elon Musk: Der Tesla-Chef will bei dem Elektroauto-Hersteller 2026 die Produktion eines Robotaxis ohne Lenkrad und Pedale starten. Der im Oktober vorgestellte «Cybercab» soll zudem nur mit Kameras auskommen, während Waymo und Zoox zusätzlich auf deutlich teurere Laser-Radare setzen, die die Umgebung abtasten. Das würde Tesla einen erheblichen Kostenvorteil verschaffen.
Viele Experten bezweifeln, dass sicheres autonomes Fahren in allen Situationen nur mit Kameras möglich ist. Doch Musk sammelte durch seine Unterstützung für den künftigen US-Präsidenten Donald Trump viel politisches Kapital. Als Folge können sich Branchenbeobachter in den USA eine lockerere Regulierung vorstellen, von der Tesla profitieren würde. Musk kündigte an, bis zu zwei Millionen Robotaxis pro Jahr bauen zu wollen. Apple stoppte sein Programm zur Entwicklung selbstfahrender Autos bereits im Februar nach jahrelanger Entwicklung und Milliarden-Kosten.
Tesla zeigt «Cybercab» in Europa
News vom 21.11.2024 von Thomas Kanzler
(dpa) Bei der Vorstellung eines autonom fahrenden Taxis von Tesla in Hollywood waren nur ausgewählte Gäste anwesend. Nun geht der US-Konzern mit dem Prototyp auf Tournee - obwohl vieles noch unklar bleibt.
Tesla zeigt erstmals einer breiteren Öffentlichkeit in Europa seine Vision eines Fahrzeugs, das als Robotaxi fahrerlos Menschen befördern soll. Der Prototyp des «Cybercabs» wird von diesem Freitag an bis zum 8. Dezember in Show-Räumen in Berlin, Paris und London zu sehen sein. Später soll das Robotaxi auch der Öffentlichkeit in Oslo, Stockholm und Amsterdam präsentiert werden.
Tesla-Chef Elon Musk hatte vor sechs Wochen (10. Oktober) das seit langem angekündigte Robotaxi vor einem ausgewählten Publikum in einem Hollywood-Studio in Los Angeles vorgestellt. Das Fahrzeug «Cybercab» hat zwei nach oben öffnende Flügeltüren und sieht aus wie ein Coupé auf Basis des Tesla-Bestsellers Model 3. Der Zweisitzer kommt ohne Lenkrad sowie Gas- und Bremspedal aus.
Das Konzept sieht vor, dass die Fahrgäste dem «Cybercab» über eine App mitteilen, wohin sie gefahren werden wollen. Tesla wolle die Produktion der Fahrzeuge voraussichtlich 2026 beginnen, sagte Musk auf dem Hollywood-Event. Zugleich räumte er ein, dass er dazu neige, zu optimistisch bei Zeitplänen zu sein. Unklar bleibt auch ein möglicher Marktstart in Europa.
Tesla-Konkurrenz fährt schon autonom
In den USA sind bereits Robotaxis unterwegs, allerdings nicht von Tesla, sondern vor allem von der Google-Schwesterfirma Waymo. Ihre Wagen machen ohne einen Menschen am Steuer jede Woche mehr als 100.000 Fahrten mit Passagieren in vier US-Städten. In San Francisco gehören die zu selbstfahrenden Autos umgebauten Jaguar-Elektrofahrzeuge von Waymo inzwischen zum Stadtbild. Auch in China machen Robotaxi-Entwickler wie der Tech-Konzern Baidu schnelle Fortschritte. Waymo und Tesla verfolgen unterschiedliche technische Konzepte. Während die Google-Schwesterfirma ihre Fahrzeuge sehr aufwendig mit teureren Laser-Radaren ausstattet, beharrt Tesla-Chef Musk darauf, dass selbstfahrende Autos nur mit Kameras funktionieren können. Etliche Branchenexperten zweifeln jedoch daran, dass damit genug Informationen über den Straßenverkehr und die Umgebung gesammelt werden können.
Elon Musk vs. deutsche Autobauer: Der Wettlauf ums autonome Fahren
News vom 20.11.2024 von Thomas Kanzler
Elon Musk beschleunigt nach Donald Trumps Wahlsieg die Einführung seines Robotaxis „Cybercab“ und könnte damit den Wettbewerb in der autonomen Fahrtechnologie neu beleben. Für deutsche Automobilhersteller bedeutet das eine strategische Herausforderung: Wie können sie mit Teslas rasanten Fortschritten und der Dynamik anderer Marktführer Schritt halten?
Während die USA mit Deregulierung und technologischem Vorwärtsdrang punkten, drängt sich eine brisante Frage auf: Droht Deutschland, im globalen Wettlauf um die Mobilität der Zukunft ins Hintertreffen zu geraten?
Zwischen technologischer Vision und rechtlichen Rahmenbedingungen
In den USA sind selbstfahrende Fahrzeuge mit Level-4-Technologie längst Wirklichkeit. Sie navigieren unter bestimmten Bedingungen vollkommen autonom – ein Fortschritt, der in Europa bislang nur eingeschränkt realisiert wurde. Dabei unterscheiden sich die Ansätze der großen Player deutlich: Waymo setzt auf LiDAR-Technologie und hochpräzise HD-Karten, die die Umgebung vorkartieren. Tesla hingegen verfolgt einen „Camera Only“-Ansatz, der ausschließlich auf Kameras vertraut.
In den USA schreitet der Zulassungsprozess für autonome Technologien deutlich schneller voran als in Deutschland – ein Tempo, das durch weitere Deregulierungen zusätzlich an Fahrt gewinnen könnte. Besonders Teslas ehrgeizige Pläne für das 2026 angekündigte Robotaxi „Cybercab“ könnten davon profitieren. Das Fahrzeug kommt ohne Lenkrad und Pedale aus und setzt vollständig auf Kameras als Sensoren. Dieses minimalistische Konzept zielt darauf ab, die Produktionskosten drastisch zu senken. Gleichzeitig verschafft der Verzicht auf kostspielige Laserradarsysteme Tesla einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil im Rennen um die Mobilität der Zukunft.
Teslas Pläne für das „Cybercab“ stehen vor bedeutenden regulatorischen Herausforderungen: Die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA prüft derzeit Sicherheitsbedenken gegen ein rein kamerabasiertes System. Gleichzeitig erschweren bestehende Vorschriften die Serienproduktion von Fahrzeugen ohne Lenkrad und Pedale – ein zentrales Element des Tesla-Plans. Sollte Elon Musk künftig eine politische Rolle einnehmen, könnte er gezielt auf regulatorische Anpassungen hinarbeiten, die den Weg für sein revolutionäres Robotaxi erheblich ebnen und den Markteintritt beschleunigen würden.
USA vs. Europa: Ein Wettlauf um die Zukunft der Mobilität
Der Technologiewettlauf zwischen den USA und Europa im Bereich des autonomen Fahrens könnte kontrastreicher kaum sein. Während die USA auf schnellen Fortschritt und Innovation setzen, gehen europäische Länder - allen voran Deutschland - eher bedächtig und regulierend vor. Beide Strategien haben ihre Vor- und Nachteile: Der schnelle Fortschritt in den USA beschleunigt technologische Durchbrüche, birgt aber auch Risiken, nicht nur technischer Art. Die gesellschaftliche Akzeptanz kann leiden, wenn sich Veränderungen so schnell vollziehen, dass die Konsumentinnen und Konsumenten mental kaum Schritt halten können. In San Francisco werden die autonomen Fahrzeuge von Waymo immer wieder von verärgerten Passanten angegriffen.
In Europa spielt die gesellschaftliche Akzeptanz neuer Technologien eine zentrale Rolle, weshalb eine schrittweise Einführung autonomer Fahrzeuge als sinnvoll erachtet wird. Dennoch stehen die deutschen Automobilhersteller vor einer entscheidenden Frage: Müssen sie ihre Innovationsstrategien beschleunigen, um mit den Fortschritten von Tesla und anderen US-Marktführern Schritt zu halten? Während in den USA bereits immer mehr Level-4-Fahrzeuge getestet werden, könnte sich das vergleichsweise langsame Tempo in Europa langfristig als Wettbewerbsnachteil erweisen.
Redundanz als Sicherheitspolster
Ein Schlüsselthema im Bereich des autonomen Fahrens ist die Technologie, die eine sichere Navigation der Fahrzeuge gewährleistet. Tesla argumentiert, dass sein „Camera Only“-System ausreicht, da auch menschliche Fahrerinnen und Fahrer ausschließlich visuelle Wahrnehmungen nutzen. Dieser Ansatz greift jedoch zu kurz.
Für ein wirklich sicheres teil- oder vollautomatisiertes Fahren müssen Fahrzeuge mehr leisten: Neben der optischen Wahrnehmung durch Kameras sind Technologien wie LiDAR und Radar unverzichtbar. Diese technologische Redundanz sorgt für einen erheblichen Sicherheitsgewinn, indem jede Technologie ihre Stärken in spezifischen Situationen ausspielt - Kameras bei Tageslicht, LiDAR für präzise Umgebungsdaten auch bei Nacht und Radar zur Bewegungserkennung und bei schlechten Lichtverhältnissen. Dieser Sicherheitsgewinn ist entscheidend, um das Vertrauen der Menschen in autonome Fahrzeuge zu stärken. Nur wenn die Systeme deutlich sicherer sind als das menschliche Fahren, wird es gelingen, die Akzeptanz für diese Zukunftstechnologie zu fördern.
Für die deutschen Automobilhersteller ist es wichtig, bei der Entwicklung autonomer Fahrzeuge auf eine Kombination verschiedener Wahrnehmungstechnologien zu setzen. Nur so kann ein Höchstmaß an Sicherheit gewährleistet und zugleich das Vertrauen der Kundinnen und Kunden gestärkt werden. Gleichzeitig gilt es, die Innovationsgeschwindigkeit zu erhöhen. Dies ist nicht nur entscheidend, um im internationalen Wettbewerb bestehen zu können, sondern auch, um die gesellschaftliche Akzeptanz autonomer Technologien voranzutreiben.
Was bedeuten Robotaxis für die Automobilwirtschaft?
Die flächendeckende Einführung von Robotaxis könnte erhebliche wirtschaftliche Auswirkungen auf traditionelle Automobilhersteller haben. Ein wachsender Markt für autonome Taxis könnte das klassische Modell des privaten Fahrzeugbesitzes infrage stellen, da immer weniger Menschen eigene Autos besitzen würden. Dies könnte zu einer sinkenden Nachfrage nach herkömmlichen Fahrzeugen führen. Für etablierte Hersteller bedeutet dies, dass sie ihre Geschäftsmodelle neu ausrichten müssen, um in der sich wandelnden Mobilitätslandschaft wettbewerbsfähig zu bleiben.
Robotaxis könnten jedoch auch die Effizienz im Verkehrssektor deutlich steigern, indem sie den Verkehrsfluss optimieren, Parkflächen entlasten und den CO2-Ausstoß reduzieren. Damit könnte die Automobilindustrie einen wertvollen Beitrag zur Verbesserung der Umweltbilanz leisten. Allerdings müssen noch zahlreiche technologische Herausforderungen bewältigt und das Vertrauen der Verbraucher gewonnen werden.
Neuer Kurs für deutsche Hersteller: Strategien für den Erfolg
Für deutsche Automobilhersteller ist es entscheidend, ihre Strategien nicht nur an technologischen Anforderungen auszurichten, sondern auch die regulatorischen und kulturellen Unterschiede zwischen den Märkten zu berücksichtigen. Der US-Markt zeigt, wie schnell Fortschritte im Bereich des autonomen Fahrens erzielt werden können, und bietet deutschen Unternehmen wertvolle Lernmöglichkeiten, um ihre Wettbewerbsfähigkeit gezielt zu steigern.
Autonomes Fahren ist eine äußerst komplexe Herausforderung, die technologische, gesellschaftliche und rechtliche Dimensionen vereint. Deutsche Hersteller müssen langfristige Strategien entwickeln, die Innovationen fördern und gleichzeitig den spezifischen Anforderungen der Märkte gerecht werden. Ähnlich wie bei einem Rennen, in dem Fahrer den Windschatten nutzen, um Energie zu sparen und sich optimal zu positionieren, können Unternehmen davon profitieren, nicht die Ersten zu sein. Sie gewinnen wertvolle Zeit, um aus den Fehlern der Vorreiter zu lernen und ihre eigenen Lösungen gezielt und robuster zu gestalten.
Es geht jedoch nicht darum, dauerhaft hinterherzufahren. Der Schlüssel zum Erfolg liegt darin, den richtigen Moment zu erkennen, um aus dem Windschatten heraus zu beschleunigen und die Führung zu übernehmen – gestärkt durch wertvolle Erfahrungen, optimierte Technologien und ein solides Fundament.
Was bedeutet das?
Die Entwicklung autonomer Fahrzeuge erfordert nicht nur technologische Exzellenz, sondern auch die Fähigkeit, flexibel auf Herausforderungen zu reagieren, sei es bei fehlenden Straßenmarkierungen oder extremen Wetterbedingungen.
Ein entscheidender Erfolgsfaktor wird das Vertrauen der Verbraucher sein, das nur durch sichere, zuverlässige und transparente Technologien aufgebaut werden kann. Deutsche Hersteller müssen daher nicht nur verschiedene Technologien – von Kamera- über Radar- bis hin zu Lidar-Systemen – erproben, sondern auch klare und überzeugende Antworten auf Fragen zu Sicherheit und Nutzbarkeit liefern.
Gleichzeitig müssen sie sicherstellen, dass rechtliche Rahmenbedingungen Innovationen nicht behindern, sondern aktiv fördern. Dies erfordert eine enge Zusammenarbeit mit Politik und Gesellschaft. Mit einer klaren Vision und einem strategischen Ansatz, der sowohl Flexibilität als auch Weitsicht vereint, können deutsche Automobilhersteller nicht nur im globalen Wettbewerb mithalten, sondern sich als führende Akteure in der Zukunft der Mobilität etablieren.
Den Wettlauf ums autonome Fahren erörtere für uns Peter Ivanov, Managing Director Automotive/Mobility bei Valtech
Robotaxi-Pläne und Autopilot-Ermittlungen: Wie mächtig wird Elon Musk?
News vom 11.11.2024 von Thomas Kanzler
(dpa) Wie mächtig wird Elon Musk in Trumps Weißem Haus? Elon Musk hat im Wahlkampf sein ganzes Gewicht für Donald Trump in die Waagschale geworfen - und wurde zu seinem engen Vertrauten. Die Nähe wirft viele Fragen zu Interessenkonflikten auf. Etwa auch zu den Vorwürfen in Sachen Autopilot und den Robotaxi-Plänen bei Tesla.
Tech-Milliardär Elon Musk hat voll auf einen Wahlsieg von Donald Trump gesetzt - und gewonnen. Als Lohn zeichnet sich politischer Einfluss in Trumps Weißem Haus ab. Eine Kostprobe gab es schon am ersten Tag nach der Präsidentenwahl: Musk war beim Telefonat des designierten US-Präsidenten mit dem ukrainischen Staatschef Wolodymyr Selenskyj dabei.
Trump stellte in Aussicht, Musk mit der Senkung der Staatsausgaben zu betrauen. Noch hält der 53-Jährige aber keinen Regierungsposten - war aber trotzdem bei dem Telefonat dabei. Das Trump-Team versuchte sich über das «Wall Street Journal» in Schadensbegrenzung: Musks Teilnahme an dem Gespräch sei nicht geplant gewesen. Er sei einfach nur in den Raum gekommen, als Trump und Selenskyj gesprochen hätten. Das wirft eine neue Frage auf: Kann der reichste Mensch der Welt einfach so beim bald wieder mächtigsten Mann der Welt hereinspazieren?
Lachender Musk in Trump-Familienfoto
Tatsächlich hat sich Musk in den vergangenen Monaten fest mit Trumps innerem Kreis verwoben. So weit, dass er mit einem seiner Söhne im Arm auf einem Familienfoto der Trumps nach dem Wahlsieg zu sehen ist. Der Tech-Titan hat viel getan, um sich diesen Platz zu verdienen. Allein bis Mitte Oktober steckte er rund 120 Millionen Dollar in den Wahlkampf des Ex-Präsidenten, vor allem im potenziell entscheidenden Bundesstaat Pennsylvania.
Zudem überflutete er seine mehr als 200 Millionen Follower bei der ihm gehörenden Online-Plattform X Tag für Tag mit Aufrufen, für Trump zu stimmen, sowie vernichtender Kritik an der demokratischen Gegenkandidatin Kamala Harris. Ganz besonders ritt Musk auf dem Reizthema Einwanderung herum. So verbreitete er die falsche Behauptung, die Demokraten ließen Migranten einfliegen, um die Wahl zu drehen. Auch Nutzern, die ihm nicht direkt folgen, wurden Pro-Trump-Beiträge über die «Für-Dich»-Auswahl in die Timelines gespült.#
Dreht Musk ihn nervenden Behörden den Geldhahn zu?
Aber in welche Richtung könnte Musk Trumps Politik lenken? Und wie können die Interessen seiner vielen Unternehmen da reinspielen? Schließlich würde Trump mit Musk jemanden die Kontrolle über Regierungsausgaben überlassen, der sich ständig lautstark über Regulierungshürden beklagt.
Was wäre, wenn Musk den Behörden, über die er sich ärgert, einfach den Geldhahn zudreht? Als er Twitter übernahm, feuerte er einfach die Hälfte der Belegschaft. Könnte dem Regierungsapparat eine ähnliche Rosskur bevorstehen, wenn er bei seiner üblichen Vorgehensweise bleibt?
Musk ist nicht nur Chef des Elektroauto-Herstellers Tesla und Besitzer der inzwischen von Twitter in X umbenannten Online-Plattform. Er führt unter anderem auch die Raumfahrtfirma SpaceX. Damit hängen USA bereits von ihm ab: Nur SpaceX hat die Raketen-Kapazität, um in großem Stil amerikanische Satelliten und Astronauten in die Umlaufbahn zu bringen.
Ermittlungen gegen Tesla
Tesla könnte etwas weniger Aufmerksamkeit von Aufsehern gut gebrauchen. So ermittelt die Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA bereits seit Jahren wegen Unfällen mit dem Fahrassistenz-System «Autopilot». Erst vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass die NHTSA ein Problem in Teslas «Autopilot»-Videos sieht. Sie könnten bei Fahrern fälschlicherweise den Eindruck erwecken, dass die Teslas mit der neuesten Version des Systems sich allein steuern könnten. Dabei ist selbst die neueste Ausbaustufe mit dem vollmundigen Namen «Full Self-Driving» (komplett selbstfahrend) nur ein Assistenzsystem, bei dem der Mensch am Steuer jederzeit die Kontrolle behalten muss.
Freie Fahrt für Musks Robotaxi?
Und Musk hat große Pläne: Er führte jüngst ein Tesla-Robotaxi ohne Lenkrad und Pedale vor. Es solle ab 2026 in die Produktion gehen und autonomes Fahren nur mit Kameras möglich machen - statt der teuren Laser-Radare, auf die heute erfolgreiche Robotaxi-Firmen wie Google setzen. Der Elektroauto-Hersteller bekäme damit einen erheblichen Kostenvorteil im Vergleich zur Konkurrenz.
Tesla wolle schnell zwei Millionen solcher Fahrzeuge pro Jahr bauen, kündigte der für verpasste Fristen berüchtigte Tech-Milliardär an. Doch für die großen Pläne gibt es zwei Probleme - und bei beiden könnte weniger Behördendruck helfen. Zum einen ist unter Fachleuten alles andere als ausgemacht, dass nur mit Kameras ein verlässliches autonomes Fahren zu schaffen ist. Und zum anderen dürfen Wagen ohne Lenkrad und Pedale heute als experimentelle Fahrzeuge nur in kleinen Zahlen auf die Straßen.
Musks SpaceX (noch) unersetzlich für US-Raumfahrt
Für SpaceX ist das ein Milliarden-Geschäft. Und das Debakel des Konkurrenten Boeing, dessen neue Weltraum-Kapsel der Nasa zu unsicher schien, um damit Astronauten von der Weltraumstation ISS zurückfliegen zu lassen, zementierte diese Dominanz nur noch.
Zudem ist Musk mit SpaceX auch noch Herr über das Satelliten-System Starlink. Es ist unverzichtbar für die Ukraine: Ihre Truppen kommunizieren darüber, nachdem die russischen Invasoren die Telekom-Infrastruktur zerstört hatten. Aus Musks Biografie wurde bekannt, dass er im Alleingang eine ukrainische Attacke auf die russische Schwarzmeer-Flotte auf der besetzen Halbinsel Krim verhinderte - er weigerte sich, Starlink in der Region zu aktivieren.
Weltraum-Rivalität der Milliardäre
Allerdings gibt es einen anderen Tech-Milliardär, der der US-Regierung eine Alternative zu SpaceX bieten will: Amazon-Gründer Jeff Bezos. Seine Raumfahrt-Firma Blue Origin entwickelt ebenfalls Raketen - und plant auch Konkurrenz zu Starlink mit dem Satelliten-System Kuiper.
Könnte Musks Nähe zur Macht die Position von SpaceX für die Zukunft stärken? Bezos seinerseits legt viel Wert darauf, Trump nicht zu verärgern. Er gratulierte dem designierten Präsidenten beinahe euphorisch - und kurz vor der Wahl verzichtete Bezos' Zeitung «Washington Post» auf eine bereits geschriebene Empfehlung für Kamala Harris. Am selben Tag traf Blue-Origin-Chef Dave Limp auf Trump. Ein Zufall, versicherte Bezos.
Vance bringt Schutz für Musks X mit Nato-Beitrag in Verbindung
In einer außergewöhnlichen Verflechtung von US-Politik und Privatwirtschaft brachte Trumps designierter Vizepräsident J.D. Vance bereits im September amerikanische Nato-Beitragszahlungen damit in Verbindung, dass in der EU nicht gegen Musks Online-Plattform X vorgegangen wird. Amerika müsse sagen, dass sich die Europäer zur Redefreiheit bekennen sollten, damit es weitere Unterstützung des Verteidigungsbündnisses gibt, sagte Vance in einem Interview des Youtubers Shawn Ryan. Er meinte damit das mögliche Vorgehen gegen Falschinformationen und Hassrede auf Online-Plattformen nach dem neuen Digitalgesetz DSA.
Waymo-Robotaxis machen 150.000 Fahrten pro Woche
News vom 31.10.2024 von Franziska Neuner
(dpa) Robotaxis ohne einen Menschen am Steuer sind in mehreren US-Städten Realität. Marktführer Waymo knackt nun die Marke von 150.000 Fahrten pro Woche - und hat große Pläne.
Die Google-Schwesterfirma Waymo baut den Vorsprung bei selbstfahrenden Autos aus: Ihre Robotaxis machen inzwischen wöchentlich mehr als 150.000 Fahrten mit Passagieren ohne einen Menschen am Steuer. Dabei legten die Wagen jede Woche über eine Million Meilen autonom zurück, teilte Waymo mit. Die Firma ist bisher in San Francisco, Los Angeles, Phoenix und Austin aktiv.
Autonomes Fahren an mehr Orten
Der Chef des Mutterkonzerns Alphabet, Sundar Pichai, verwies darauf, dass die Waymo-Robotaxis durch die vereinbarte Kooperation mit dem Fahrdienst-Vermittler Uber in Austin und Atlanta als fünfter Stadt schneller in den Alltag kämen. Waymo werde autonomes Fahren an mehr Orte bringen.
Musk will Tesla zum Konkurrenten machen
Mit dem neuen Meilenstein sendet Waymo ein deutliches Zeichen an die Konkurrenz. Vor wenigen Wochen hatte Tesla-Chef Elon Musk einen Robotaxi-Prototypen des Elektroauto-Herstellers vorgestellt. Er kündigte an, die Wagen voraussichtlich ab 2026 zu bauen und stellte eine jährliche Produktion von rund zwei Millionen Fahrzeugen in Aussicht.
Musk verspricht schon seit Jahren selbstfahrende Teslas - sie haben bisher aber nach wie vor nur ein Fahrassistenz-System, bei dem der Mensch am Steuer in der Verantwortung bleiben und jederzeit bereit sein muss, die Kontrolle zu übernehmen. Bei Waymo sitzt hingegen niemand hinter dem Lenkrad.
Waymo setzt auf teure Technik
Die Wagen der Google-Schwesterfirma sind jedoch deutlich teurer, weil sie für Sicherheit beim Fahren mit zusätzlichen Sensoren wie Laser-Radaren sorgen, die die Umgebung abtasten. Das macht es schwieriger, Geld zu verdienen. Allerdings spricht Waymo davon, dass neuere Systeme günstiger werden.
Musk will sich hingegen nur auf Kameras verlassen, was die Kosten drücken würde. Viele Branchenexperten bezweifeln jedoch, dass verlässliches autonomes Fahren nur mit Videobildern machbar ist.
Musk verspricht zwei Millionen Robotaxis pro Jahr
News vom 24.10.2024 von Franziska Neuner
(dpa/fn) Elon Musk verspricht schon seit Jahren selbstfahrende Teslas - die es immer noch nicht gibt. Doch Anleger reagieren wieder begeistert auf neue Ankündigungen des Tech-Milliardärs.
Elon Musk legt bei seinen vollmundigen Versprechen, Tesla zum führenden Anbieter selbstfahrender Autos zu machen, noch einmal nach. Man werde jährlich mindestens zwei Millionen Fahrzeuge des spezialisierten Robotaxi-Modells «Cybercab» bauen, «am Ende vielleicht vier Millionen», sagte Musk zur Vorstellung frischer Quartalszahlen. Er schränkte ein, dass die Vorhersage seine «bestmögliche Schätzung» sei. Außerdem werde ohnehin jedes aktuelle Tesla-Elektroauto in der Lage sein, autonom zu fahren.
Musk bekräftigte, das Robotaxi solle 2026 bereits in größeren Mengen produziert werden. Allerdings verkündet er schon seit 2016 immer wieder, dass Tesla bald autonom fahrende Autos haben werde. Doch bisher ist Teslas «Autopilot»-Software auch in der fortgeschrittenen Version nur ein Fahrassistenz-System, bei dem der Mensch am Steuer in der Verantwortung bleibt und jederzeit bereit sein muss, die Kontrolle zu übernehmen.
Robotaxis von anderen gibt es schon
Unterdessen macht die Google-Schwesterfirma Waymo in vier US-Städten mehr als 100.000 Fahrten mit Passagieren pro Woche ohne einen Menschen am Steuer. Allerdings steckt in den zu selbstfahrenden Autos umgebauten Jaguaren von Waymo zusätzliche Technik für mehr als 100.000 Dollar, was es schwieriger macht, damit Geld zu verdienen.
Musk hofft hingegen, selbstfahrende Autos nur mit Kameras statt teurerer Laser-Radare hinzubekommen. Gelingt das, hätte Tesla einen enormen Kostenvorteil - und bereits mehrere Millionen dazu fähige Fahrzeuge auf der Straße. Allerdings bezweifeln viele Branchenexperten, ob das überhaupt verlässlich möglich ist.
Fahrdienst-App im internen Test
Tesla teste im Silicon Valley bereits intern einen automatisierten Fahrdienst für Mitarbeiter, allerdings mit Sicherheitsfahrern am Steuer. Die Ankündigungen elektrisierten Anleger trotz der vielen verstrichenen Fristen in der Vergangenheit: Die Tesla-Aktie verbuchte im nachbörslichen US-Handel am Mittwoch ein Plus von rund zwölf Prozent.
Der von Musk vor rund zwei Wochen bei einer Show in Hollywood präsentierte «Cybercab»-Prototyp hatte weder Lenkrad, noch Pedale. Solche Fahrzeuge können nach bisherigen US-Regeln nur mit spezieller Genehmigung in kleiner Zahl auf die Straßen gebracht werden. Zudem unterscheiden sich die Vorschriften für selbstfahrende Autos von Bundesstaat zu Bundesstaat.
Musk setzt auf Nähe zu Trump
Hier könnte allerdings Musks Unterstützung für den Ex-Präsidenten Donald Trump ins Spiel kommen, der wieder ins Weiße Haus einziehen will. Trump hatte in Aussicht gestellt, bei seinem Wahlsieg Musk an die Spitze eines Gremiums zur Kontrolle der Staatsausgaben zu setzen. Wenn es dazu komme, werde er sich dafür einsetzen, dass es eine landesweite Regelung zur Zulassung autonomer Autos gibt, «für alle, nicht nur für Tesla», sagte Musk nun. Er bekräftigte, dass selbstfahrende Teslas im kommenden Jahr in Texas und Kalifornien auf der Straße sein sollen.
Absatzschub durch günstigeres Modell 2025
Im ersten Halbjahr 2025 will Musk schließlich auch ein günstigeres Tesla-Modell auf den Markt bringen. Das werde das Absatzwachstum im kommenden Jahr auf 20 bis 30 Prozent hochtreiben, jedenfalls solange es keinen «großen Krieg» oder «himmelhohe Zinsen» gebe, sagte er. Tesla steigerte die Verkäufe immer wieder rasant - doch 2024 ist unklar, ob die Auslieferungen nicht unter die Vorjahresmarke von gut 1,8 Millionen Fahrzeugen fallen.
«Cybertruck»-Absatz steigt
Im vergangenen Quartal stiegen die Auslieferungen um sechs Prozent auf knapp 463.000 Fahrzeuge. Den Löwenanteil davon machten mit rund 440.000 Wagen die günstigeren Modelle 3 und Y aus. Allerdings folge der neue Elektro-Pickup «Cybertruck» ihnen nun auf dem dritten Platz in der Rangliste der in den USA verkauften Elektrofahrzeuge, teilte Tesla ohne eine konkrete Absatzzahl mit.
Beim Quartalsumsatz verfehlte Tesla knapp die Analysten-Prognosen. Die Erlöse stiegen im Jahresvergleich um acht Prozent auf knapp 25,2 Milliarden Dollar. Am Markt waren im Schnitt rund 25,4 Milliarden Dollar erwartet worden. Dabei spielte auch das Geld eine Rolle, das Tesla mit dem Verkauf von CO2-Zertifikaten an Autobauer mit Verbrennungsmotoren einnimmt. Im reinen Autogeschäft stieg der Umsatz um zwei Prozent auf gut 20 Milliarden Dollar.
Unterm Strich stieg der Tesla-Gewinn im Jahresvergleich um 17 Prozent auf rund 2,17 Milliarden Dollar. Beim bereinigten Gewinn pro Aktie waren es 72 US-Cent - während Analysten nur mit 58 US-Cent gerechnet hatten.
Filmfirma verklagt Tesla und Musk nach Robotaxi-Show
News vom 22.10.2024 von Franziska Neuner
(dpa/fn) Elon Musk wollte zur Vorstellung von Teslas Robotaxi unbedingt ein Bild aus einem bekannten Film einblenden. Die Rechteinhaber lehnten ab - also gab es eine KI-Imitation. Und jetzt eine Klage.
Elon Musks Versessenheit, in Teslas Robotaxi-Vorstellung einen Verweis auf den Film «Blade Runner 2049» einzubauen, hat ein juristisches Nachspiel. Die Produktionsfirma Alcon Entertainment verklagte Tesla, Musk und das Hollywood-Studio Warner Bros., auf dessen Gelände die Präsentation stattfand.
In der 2017 erschienen «Blade-Runner»-Fortsetzung wird eine apokalyptische Welt mit einer Umweltkatastrophe und dem Zusammenbruch der Zivilisation dargestellt. Zugleich kommt darin ein autonomes Fahrzeug mit Künstlicher Intelligenz vor.
Mutmaßliche KI-Imitation statt Original
Musk sagte bei dem Event, dass er den Film liebe - aber es nicht die Zukunft sei, in der er leben wolle. Dazu wurde ein Bild eingeblendet, das einen Mann in einem langen Mantel zeigte, der auf einen Sandsturm blickt. Dahinter ist eine Skyline mit Wolkenkratzern vor orangefarbenem Himmel zu sehen. Alcon sah darin einen bewussten Versuch, in den Köpfen der Zuschauer die Verbindung zu einem ähnlichen Bild aus dem Film herzustellen - dessen Verwendung die Produktionsfirma abgelehnt habe.
Alcon ist der Rechteinhaber, während Warner Bros. «Blade Runner 2049» vertrieb. Der Filmfirma zufolge ließ Tesla erst wenige Stunden vor dem Event anfragen, ob man das bekannte Bild in der Präsentation verwenden dürfe. Alcon habe abgelehnt, heißt es in der Klage.
Filmfirma will mit Musk nichts zu tun haben
Zur Begründung verweist Alcon auf Musks politische Aktivitäten und sein Verhalten, «das manchmal in Hassrede» abdrifte. Man wolle weder mit dem Tech-Milliardär, noch mit irgendeinem seiner Unternehmen in Verbindung gebracht werden. Jetzt sei das aber trotzdem passiert, weil für Musks Präsentation ein ähnliches Bild mit Hilfe von KI-Software erzeugt worden sei. Von Tesla gab es zunächst keine Reaktion auf die Klage.
Die Filmfirma argumentiert, dass die unerlaubte Verbindung mit Musk dem Geschäft schade, und will eine einstweilige Verfügung sowie Wiedergutmachung.
Musk zeigte bei dem Event vor gut zehn Tagen ein selbstfahrendes Elektroauto, das ohne einen Menschen am Steuer Fahrgäste befördern soll. Tesla wolle die Produktion voraussichtlich 2026 starten und für private Käufer solle der Wagen weniger als 30.000 Dollar kosten. Musk verspricht schon seit mehr als acht Jahren autonom fahrende Autos.
US-Behörde prüft Teslas fortgeschrittene «Autopilot»-Version
News vom 21.10.2024 von Franziska Neuner
(dpa/fn) Teslas «Autopilot»-Software sorgt für eine weitere Untersuchung der US-Behörden. Jetzt geht es um Fahren bei schlechten Sichtverhältnissen.
Die fortgeschrittene Version von Teslas Assistenzsystem «Autopilot», die auch im Stadtverkehr genutzt werden kann, wird von der US-Straßenverkehrsbehörde auf den Prüfstand gestellt. Die Aufseher verweisen auf vier Unfälle mit Teslas Elektroautos. Bei einem davon wurde ein Fußgänger getötet.
Millionen Fahrzeuge betroffen
Bei den vier Unfällen sei die Sicht eingeschränkt gewesen, etwa durch Nebel, Staub oder blendendes Sonnenlicht. Die Experten der NHTSA (National Highway Traffic Safety Administration) gehen nun der Frage nach, ob das System die schlechten Sichtverhältnisse erkannte und angemessen darauf reagierte. Von der Untersuchung sind rund 2,4 Millionen Fahrzeuge betroffen.
«Komplett selbstfahrend» - aber nur mit Aufsicht
Tesla gab dieser weiterentwickelten Variante des «Autopilot»-Systems den Namen «Full Self-Driving» (komplett selbstfahrend). Sie soll unter anderem Ampeln und Vorfahrtsregeln beachten. Allerdings verweist der Autobauer selbst darauf, dass die Menschen am Steuer die Verantwortung behalten und jederzeit bereit sein müssen, die Kontrolle zu übernehmen. Tesla spricht inzwischen von einer «beaufsichtigten» Version des FSD-Systems.
Firmenchef Elon Musk kündigte jüngst aber an, dass Tesla im kommenden Jahr zunächst in Texas und Kalifornien auch eine Software auf die Straße bringen wolle, die ohne menschliche Aufsicht fahren könne.
US-Autofahrer können FSD seit mehreren Jahren nutzen, zunächst in einer Test-Version. Auch zuletzt berichtete Fahrer, dass die Software rote Ampel-Signale missachtet habe oder auf der falschen Spur abgebogen sei. Für Europa stellte Musk eine Einführung der FSD-Software im kommenden Jahr in Aussicht.
Rückschlag für Musks Robotaxi-Pläne?
Musk präsentierte jüngst ein selbstfahrendes Robotaxi ohne Lenkrad und Pedale und kündigte an, dass Tesla die Fahrzeuge ab 2026 bauen wolle. Viele Experten sind skeptisch, weil Musk autonomes Fahren unbedingt nur mit Kameras umsetzen will, ohne teurere Sensor-Technik wie Laser-Radare, die bereits aktive Robotaxi-Anbieter wie Waymo verwenden. Waymo, eine Schwesterfirma von Google, macht bereits wöchentlich mehr als 100.000 Fahrten mit Passagieren ohne einen Menschen am Steuer in vier US-Städten.
Musk unterstützt aktiv den republikanischen Ex-Präsidenten Donald Trump, der bei der Wahl im November wieder ins Weiße Haus einziehen will. Trump hatte in Aussicht gestellt, Musk mit der Kontrolle von Staatsausgaben zu betrauen. Bei US-Behörden laufen auch andere Untersuchungen zum «Autopilot»-System.
Tesla will "Robotaxi" und "Robobus" als Marken eintragen lassen
News vom 15.10.2024 von Redaktion (allg.)
(dpa) An Elon Musks Plänen für ein selbstfahrendes Robotaxi von Tesla gibt es Zweifel. Der Elektroautobauer will sich aber schon mal die gängige Bezeichnung der Produktkategorie als Markennamen sichern.
Tesla will sich «Robotaxi» und «Robobus» als Markennamen sichern lassen. Die Anträge des Elektroauto-Herstellers beim amerikanischen Patent- und Markenamt USPTO umfassen sowohl Fahrzeuge als auch Beförderungsdienste. Der Begriff Robotaxi bürgerte sich in den vergangenen Jahren zur Bezeichnung von selbstfahrenden Autos ein, die Menschen befördern. Teslas Anträge wurden vergangene Woche zur Vorstellung eines Robotaxi-Modells und des Konzepts für einen selbstfahrenden Bus für bis zu 20 Personen durch Firmenchef Elon Musk eingereicht. Über sie berichtete zunächst das auf Elektromobilität spezialisierte Blog «Electrek».
Andere Namen bei Präsentation
Musk selbst nannte die Fahrzeuge bei der Präsentation mehrfach «Cybercab» und «Robovan». Für «Cybercab» findet sich aktuell kein Antrag in der USPTO-Datenbank. Den Namen «Robovan» sicherte sich unterdessen bereits 2019 die Firma Starship Technologies, die auf dem Gehweg fahrende Lieferroboter entwickelt. Musk hatte angekündigt, Teslas selbstfahrendes Robotaxi solle voraussichtlich im Jahr 2026 in die Produktion gehen. Es werde zu einem Preis unter 30.000 Dollar auch privat zu kaufen sein. Zugleich schränkte er selbst ein, er neige dazu, bei Fristen zu optimistisch zu sein. Anleger waren enttäuscht über das Fehlen konkreter Details zu den Plänen und ließen die Tesla-Aktie nach dem Event um rund neun Prozent fallen.
Branchenbeobachter zweifeln zugleich nach wie vor an, ob Tesla verlässliches autonomes Fahren allein mit Kameras erreichen kann. Konkurrenten wie die Google-Schwesterfirma Waymo setzen zusätzlich teurere Technik wie Laser-Radare ein, die die Umgebung von Fahrzeugen abtasten. Waymo betreibt bereits einen fahrerlosen Robotaxi-Dienst in vier US-Städten und macht mehr als 100.000 Fahrten mit Passagieren pro Woche.
Ferngesteuerte Roboter
Musk führte bei der Präsentation auf dem Gelände des Hollywood-Studios Warner Bros. in Los Angeles auch die aktuelle Version des humanoiden Roboters «Optimus» vor. Die Roboter werden nach seinen Worten das wichtigste Produkt überhaupt sein, da jeder mechanische Helfer haben wollen werde. Nach der rund 20-minütigen Autovorstellung agierten die Roboter unter anderem als Barkeeper und Tänzer. Nun berichtete unter anderem der Finanzdienst Bloomberg, dass sie dabei zum Teil von Menschen ferngesteuert worden seien.
Risiko durch Tesla-Autopilot: Uber-Fahrer verlassen sich auf Assistenzsysteme
News vom 09.10.2024 von Thomas Kanzler
Die Nachrichtenagentur Reuters deckt die gängige Praxis von Ridesharing-Fahrern in den USA auf. Demnach nutzen viele die Fahrassistenzsysteme von Tesla, um den Stress am Steuer zu reduzieren und so längere Schichten fahren zu können.
Die internationale Nachrichtenagentur Reuters sprach mit Beschäftigten von Uber und Lyft sowie Expertinnen und Experten. Wie aus einem Bericht von Reuters hervorgeht, greifen viele Fahrerinnen und Fahrer von Uber und Lyft auf Teslas Autopilot zurück, um lange Schichten weniger ermüdend zu gestalten. Der Fahrassistent lässt sich auch in Innenstädten benutzen und erlaubt es dem Fahrer, die Hände vom Lenkrad zu nehmen.
Unfall in Las Vegas
Der Fall eines Unfalls in Las Vegas im April 2024 hat diese Problematik verdeutlicht. Ein Uber-Fahrer hatte nach eigenen Angaben die Hände nicht am Lenkrad, als ein Geländewagen aus dem toten Winkel auf die Kreuzung fuhr. Im letzten Moment konnte der Fahrer noch das Lenkrad herumreißen, um die Kollision zumindest etwas abzumildern. Der Tesla-Fahrassistent konnte in diesem Fall nicht mehr rechtzeitig eingreifen. Obwohl es nicht verboten ist, Fahrassistenzsysteme während der Fahrt einzusetzen, müssen Fahrer ihre Hände jederzeit am Lenkrad halten und den Verkehr genau überwachen, um rechtzeitig eingreifen zu können, falls die Technik versagt.
Laut den Gesprächspartnern von Reuters sollen viele Ridesharing-Fahrer den Autopiloten von Tesla nutzen. Ein Fahrer schätzt nach Gesprächen mit Kollegen, dass dies etwa 30 bis 40 Prozent der Fahrer sind. Die Nutzung von Fahrerassistenzsystemen ist bei Ridesharing-Fahrten nicht verboten - allerdings müssen die Fahrer die Hände am Lenkrad lassen und den Verkehr beobachten, um jederzeit schnell eingreifen zu können. Es handelt sich nicht um einen wirklich autonomen Fahrmodus wie bei einem Robotaxi.
Wer fährt denn nun?
Sollte der Fahrer den Fahrassistenten dazu nutzen, auch bei zunehmender Müdigkeit weiterzufahren, stelle dies ein erhöhtes Risiko dar. Laut Reuters könnten weder Tesla noch Uber oder Lyft feststellen, ob ein Fahrer gerade für einen der Dienste fahre und dabei den Fahrassistenten verwende.
Die Nutzung der Fahrassistenzsysteme steht nicht nur bei Ride-Sharing-Fahrzeugen, insbesondere von Tesla, in den USA zunehmend in der Kritik. Zumal die Fahrunterstützung der Autos des Musk-Konzerns bereits maßgeblich bei Unfällen mit tödlichem Ausgang involviert war. Echte Robotaxis wie die von Waymo oder Cruise sind stark reguliert, nicht jedoch Teslas, die für Fahrten mit Uber oder Lyft eingesetzt werden. Tesla hat angekündigt, im Oktober 2024 ein spezielles Fahrzeug für Fahrdienste auf den Markt zu bringen. Ob es sich dabei um ein echtes Robotaxi handeln wird, ist noch unklar, am 10. Oktober will Musk das Fahrzeug präsentieren.
Uber treibt die Fahrer an
Der amerikanische Plattformbetreiber übt mit seinem Geschäftsmodell enormen Druck auf die Fahrer aus. Durch die prekären Beschäftigungsverhältnisse sind die Fahrer gezwungen, so viel wie möglich zu fahren, um finanziell über die Runden zu kommen. Deshalb nutzen sie die noch nicht ausgereiften autonomen Funktionen und begeben sich, die Fahrgäste und die Umgebung in Gefahr.
Taxis ohne Fahrer erobern China
News vom 27.08.2024 von Franziska Neuner
(dpa/fn) In Chinas kurven immer öfter autonom fahrende Taxis durch die Großstädte - nicht zur Freude aller. Deutschland ist da noch nicht so weit. Was können Verbraucher von der Technologie erwarten?
Als der Linienbus plötzlich auf der rechten Spur anfährt, gerät der Autopilot kurz ins Trudeln - auf freier Fahrbahn bremst das Robotaxi abrupt ab. Ein Laster dahinter zieht deshalb links vorbei - der Autopilot muss schnell gegenlenken. Wer im von Fabriken und hohen Bürotürmen geprägten Stadtteil Yizhuang in Chinas Hauptstadt Peking von A nach B will, kann sich mittlerweile ein autonom fahrendes Taxi ohne Fahrer bestellen.
Preislich lohnt es sich allemal: Die rund 8,4 Kilometer lange Fahrt gibt es für etwas mehr als elf Yuan, also umgerechnet rund 1,40 Euro. Robotaxi-Anbieter unterbieten die Preise im ohnehin günstigen Fahrdienst-Geschäft und wollen so die Nase vorn haben.
Etwas gewöhnungsbedürftig ist das sich wie von Geisterhand drehende Lenkrad in dem Elektroauto allerdings schon. Der Wagen hält sich - anders als die übrigen Verkehrsteilnehmer - stoisch an die vorgegebenen 50 Kilometern je Stunde. Bei geringster Gefahr bremst der Computer im wahrsten Sinne des Wortes unmenschlich schnell ab.
Mehr als 30 Städte in China haben Test-Lizenzen für autonomes Fahren verteilt. Die Robotaxis sind eher in den Megacities unterwegs. In Peking sitzt jedoch noch ein Mensch auf dem Fahrersitz, der im Notfall zum Lenkrad greifen kann. Wuhan in Zentralchina, das durch die Corona-Pandemie traurige Bekanntheit erlangte, ist da schon weiter: Dort fahren die etwa 100 Taxis von Apollo Go bereits ohne Hilfe. Hinter dem Anbieter steckt der Techriese Baidu, Chinas Pendant zu Google. Per Handy-App ruft man das Taxi. Um die Hintertür zu öffnen, scannt der Fahrgast einen Code. Innen gibt man auf einem Bildschirm eine zuvor per SMS erhaltenen Pin ein - und dann geht es los.
Robotaxis nicht bei allen beliebt
In Peking mit seinen sechs Autobahnringen und oft verstopften Straßen dürfen Robotaxis bislang nur in bestimmten Bereichen fernab des Zentrums fahren. Doch Taxifahrer sind bereits genervt: Wenn einer der Lieferfahrer mit dem Roller nicht auf der normalen Spur fahre, könne das Robotaxi nicht damit umgehen, sagt Herr Li, der für einen der vielen chinesischen Fahrdienste ähnlich wie Uber arbeitet. "Die Straßenverhältnisse sind einfach sehr komplex." Die Robotaxis fahren deshalb oft langsamer oder bremsen aus Vorsicht ab.
Unweit des Testgebiets lädt Taxifahrer Hao gerade sein Elektroauto. Großen Wettbewerb sieht er durch die autonom fahrende Konkurrenz nicht. "Peking ist voll von Menschen, die in Eile sind", sagt er. Die Robotaxis seien nicht so flexibel wie echte Fahrer, die die Route für ihre Passagiere, die schnell zum Bahnhof oder zur Arbeit wollten, anpassen, sagt er während er das Ladekabel aus dem typisch orange-blauen Taxi zieht. Sorgen um die Zukunft macht er sich deshalb nicht.
"Wenn das hier kein Geld mehr einbringt, kann ich auf einen anderen Job wechseln", sagt er.
In Deutschland herrscht teils Skepsis
In Deutschland sind chinesische Verhältnisse in der Taxibranche noch Zukunftsmusik. Die rechtlichen Rahmenbedingungen in der Bundesrepublik seien strenger und erforderten eine hohe Sicherheit und Haftbarkeit der Systeme, sagt Philipp Kupferschmidt von Unternehmensberatung Accenture.
"Zum anderen gibt es in Deutschland auch eine größere Skepsis und Zurückhaltung seitens der Verbraucher gegenüber dem autonomen Fahren."
Wenig überraschend hat Deutschland hat laut Pedro Pacheco, Autoanalyst der Marktforschungsfirma Gartner, im Vergleich weit weniger Firmen, die in diesem Bereich arbeiten. Bislang kurven in München oder Hamburg Elektro-Bullis von Volkswagen in Partnerschaft mit der Softwarefirma Mobileye durch die Straßen - allerdings im Testbetrieb. In Hamburg sollen Kunden in diesem Jahr damit noch Testfahrten machen können.
Was Verbraucher erwarten können
Dabei war Deutschland laut Peter Fintl, Branchenkenner und Vizepräsident für Technologie und Innovation bei Capgemini Engineering, bereits in den 1980er Jahren maßgeblich an der Entwicklung des autonomen Fahrens beteiligt. Doch die Entwicklungspfade spalteten sich auf.
In China und den USA hätten die Hersteller eher darauf abgezielt, den vollautomatisierten Betrieb zu erreichen. In Deutschland hätten sich die Hersteller für den "evolutionären Ansatz" entschieden, sagt Fintl - also bestehende Fahrassistenzsysteme weiterzuentwickeln.
Was können Verbraucher in Deutschland also von der Technologie erwarten? Kupferschmidt rechnet mit einer schrittweisen Einführung und Erweiterung des Einsatzgebiets von autonomen Fahrzeugen und Robotaxis. Die Autos würden noch überwiegend von einem Menschen oder einer Fernsteuerung überwacht und begleitet. Unklar sei allerdings, ob die Technologie jemals auf Level 5 operieren werde - quasi die Königsdisziplin, bei der das Auto alles übernimmt.
"Mit Blick auf die aktuell aufgabenbasierten KIs bezweifle ich das", sagt Kupferschmidt.
Weitere Einführungen stehen bevor
Rechtlichen Grundlagen hatte der Gesetzgeber bereits festgelegt. In ausgewiesenen und genehmigten Bereichen wie auf einem Messegelände kann zum Beispiel ein autonom fahrender Shuttlebus verkehren. Bei den großen Herstellern wie BMW, Mercedes und Volkswagen ist autonomes Fahren ohnehin schon Thema. Level 5 liegt allerdings eher in der Ferne. Viele dürften aber Funktionen aus Level 2 kennen, wie die Einparkautomatik.
Fintl bemerkt: "Teilautomatisierung wie etwa der Autobahnpilot haben den Sprung in die Serie geschafft."
Die Einführung solcher Systeme in der Mittelklasse stehe bevor. Bei der Frage nach Robotaxis auf deutschen Straßen ist Konkurrenz - ihm zufolge - jedoch eine Länge voraus: Auch wenn die Technologie noch weiter reifen müsse und die Kostenvorteile im Vergleich zum menschlichen Fahrer noch zu beweisen habe, seien die großen Versuchsflotten in den jeweiligen Ländern doch ein signifikanter Vorteil, sagt er.
Uber holt Robotaxis von GM-Tochter Cruise auf die Plattform
News vom 23.08.2024 von Franziska Neuner
(dpa/fn) Uber versuchte einst, eigene selbstfahrende Autos zu entwickeln. Inzwischen öffnet der Fahrdienst-Vermittler stattdessen seine Plattform für Robotaxis anderer.
Robotaxis der GM-Tochterfirma Cruise werden in den USA auch beim Fahrdienst-Vermittler Uber buchbar sein. Die Partnerschaft soll im kommenden Jahr an den Start gehen. Der Cruise-Konkurrent Waymo bietet bereits seit vergangenem Herbst neben der eigenen App auch Fahrten via Uber an.
Eigene Software Grund für Projekt-Aus
Der Fahrdienst-Vermittler hatte einst versucht, eigene Software zum autonomen Fahren zu entwickeln. Das Projekt wurde jedoch aufgegeben, nachdem ein Testwagen bei einer abendlichen Probefahrt eine Frau tötete, die eine Schnellstraße überquerte. Es ist der einzige bisher bekannte tödliche Unfall mit einem selbstfahrenden Auto.
Cruise auf rasantem Expansionskurs
Die General-Motors-Tochter Cruise war in den vergangenen Jahren auf einem rasanten Expansionskurs. Sie stoppte jedoch ihre Fahrzeuge für mehrere Monate nach einem Unfall im vergangenen Oktober, bei dem eine Fußgängerin in San Francisco mehrere Meter von einem der Autos mitgeschleppt wurde.
Cruise ist gerade erst dabei, seine Fahrzeuge zunächst mit Sicherheitsfahrern am Steuer wieder in mehreren US-Städten auf die Straße zu bringen.
Waymo-Robotaxis machen 100.000 Fahrten pro Woche
News vom 22.08.2024 von Franziska Neuner
(dpa/fn) Zumindest in drei US-Städten gehören fahrerlose Robotaxis zur Realität. Die Google-Schwester Waymo knackt die Marke von 100.000 Fahrten pro Woche - und kann bald von günstigerer Technik profitieren.
Die Robotaxi-Firma Waymo hat den nächsten Meilenstein erreicht: Ihre Wagen machen jetzt mehr als 100.000 Fahrten mit Passagieren pro Woche. Die Marke von 50.000 hatte die Google-Schwesterfirma erst im Mai geknackt. Danach wurde der Dienst in San Francisco für alle Interessenten ohne eine Warteliste verfügbar gemacht. Waymo ist auch in Los Angeles und Phoenix aktiv.
Fahrzeuge der Firma sind teuer wegen der Computer, Kameras und Sensoren, die sie brauchen - doch Waymo ist dabei, die Kosten zu senken. So braucht die nächste Generation der Fahrzeuge und Software nur noch 13 statt zuvor 29 Kameras. Die Zahl der Laser-Radare, die die Umgebung der Wagen abtasten, sinkt von fünf auf vier.
Die nunmehr 6. Generation des Waymo-Systems soll in Elektroautos der Marke Zeekr des chinesischen Konzerns Geely integriert werden. Aktuell ist Waymo mit umgebauten Fahrzeugen des ebenfalls batteriebetriebenen Jaguar-Modells iPace unterwegs.
Neues Robotaxi in Straßentests
Waymo ist besonders weit bei der Entwicklung von Software zum autonomen Fahren und befördert Passagiere mit fahrerlosen Robotaxis in San Francisco, Los Angeles und Phoenix.
Das neue Fahrzeug von Zeekr wird derzeit mit Sicherheitsfahrern am Steuer getestet. Waymo macht bisher keine Angaben dazu, wann es in die kommerzielle Flotte integriert werden soll. Er gehe davon aus, dass die beiden neuesten Generationen des Systems nebeneinander auf der Straße sein werden, sagte Waymo-Manager Satish Jeyachandran dem US-Sender CNBC. Die Firma hat mehrere hundert Jaguar-Fahrzeuge in Betrieb.
Kaum Rivalen für Waymo
Waymo hat aktuell so gut wie keine Konkurrenz im Robotaxi-Geschäft. Die General-Motors-Tochter Cruise war zwar auf rasantem Expansionskurs. Sie stoppte jedoch ihre Fahrzeuge für mehrere Monate nach einem Unfall, bei dem eine Fußgängerin in San Francisco mehrere Meter von einem der Autos mitgeschleppt wurde.
Die Cruise-Autos kehren gerade erst allmählich auf die Straße zurück. Die zu Amazon gehörende Firma Zoox arbeitet noch an dem Start ihrer fahrerlosen Taxifahrten in Las Vegas.
Tesla will im Oktober ebenfalls den Prototypen eines Robotaxis vorstellen. Es könnte allerdings Jahre dauern, bis das Fahrzeug auf die Straße kommt. Zudem sind viele Experten skeptisch, da Tesla-Chef Elon Musk bisher auf Laser-Radare verzichten und Autonomie nur mit Kameras erreichen wollte.
Waymo-Robotaxis brauchen weniger Kameras und Radare
News vom 21.08.2024 von Franziska Neuner
(dpa/fn) Die Robotaxis von Waymo sind sehr souverän beim autonomen Fahren - aber auch teuer, weil sie viel Technik brauchen. Nun sollen 13 statt 29 Kameras pro Fahrzeug reichen.
Die Robotaxi-Firma Waymo will künftig mit weniger Kameras und Radar-Sensoren auskommen. So braucht die nächste Generation der Fahrzeuge und Software nur noch 13 statt zuvor 29 Kameras, wie die Google-Schwesterfirma am Montag (Ortszeit) mitteilte. Die Zahl der Laser-Radare, die die Umgebung der Wagen abtasten, sinkt von fünf auf vier.
Die nunmehr 6. Generation des Waymo-Systems soll in Elektroautos der Marke Zeekr des chinesischen Konzerns Geely integriert werden. Aktuell ist Waymo mit umgebauten Fahrzeugen des ebenfalls batteriebetriebenen Jaguar-Modells iPace unterwegs.
Über 50.000 Fahrten pro Woche
Waymo ist besonders weit bei der Entwicklung von Software zum autonomen Fahren und befördert Passagiere mit fahrerlosen Robotaxis in San Francisco, Los Angeles und Phoenix. Aktuell macht die Firma mehr als 50.000 bezahlte Fahrten pro Woche.
Das neue Fahrzeug von Zeekr wird derzeit mit Sicherheitsfahrern am Steuer getestet. Waymo macht bisher keine Angaben dazu, wann es in die kommerzielle Flotte integriert werden soll. Er gehe davon aus, dass die beiden neuesten Generationen des Systems nebeneinander auf der Straße sein werden, sagte Waymo-Manager Satish Jeyachandran dem US-Sender CNBC. Die Firma hat mehrere hundert Jaguar-Fahrzeuge in Betrieb.
Kaum Rivalen für Waymo
Waymo hat aktuell so gut wie keine Konkurrenz im Robotaxi-Geschäft. Die General-Motors-Tochter Cruise war zwar auf rasantem Expansionskurs. Sie stoppte jedoch ihre Fahrzeuge für mehrere Monate nach einem Unfall, bei dem eine Fußgängerin in San Francisco mehrere Meter von einem der Autos mitgeschleppt wurde. Die Cruise-Autos kehren gerade erst allmählich auf die Straße zurück. Die zu Amazon gehörende Firma Zoox arbeitet noch an dem Start ihrer fahrerlosen Taxifahrten in Las Vegas.
Tesla will im Oktober ebenfalls den Prototypen eines Robotaxis vorstellen. Es könnte allerdings Jahre dauern, bis das Fahrzeug auf die Straße kommt. Zudem sind viele Experten skeptisch, da Tesla-Chef Elon Musk bisher auf Laser-Radare verzichten und Autonomie nur mit Kameras erreichen wollte.
Robotaxi-Firma Waymo stoppt Parkplatz-Hupkonzerte
News vom 14.08.2024 von Franziska Neuner
(dpa/fn) Als Robotaxis von Waymo einen neuen Parkplatz in San Francisco belegten, wurden Anwohner plötzlich von Hupkonzerten geplagt. Eine eigentlich hilfreiche Funktion hatte unerwartete Nebenwirkungen.
Robotaxis von Waymo haben Anwohner neben einem Parkplatz in San Francisco mit nächtlichen Hupkonzerten gestört - jetzt schafft die Google-Schwesterfirma Abhilfe mit einem Software-Update.
Neue Funktion als Auslöser
Auslöser war eine neue Funktion, bei der die selbstfahrenden Autos hupen, wenn jemand mit langsamer Geschwindigkeit rückwärts auf sie zufährt. Das habe ausgezeichnet in der Stadt funktioniert, Waymo habe jedoch nicht erwartet, dass die Situation auch auf dem eigenen Parkplatz häufig auftreten würde, sagte ein Sprecher dem Technologieblog "The Verge". Das Software-Update werde wieder für Ruhe sorgen.
Hup-Konzert im Livestream
Eine Anwohnerin hatte in den vergangenen Tagen einen Livestream von dem von Waymo angemieteten Parkplatz eingerichtet und die Hup-Geräusche zusätzlich mit Musikklängen unterlegt.
Die Autos seien zum Teil ab 4.00 Uhr von nächtlichen Einsätzen auf den Parkplatz zurückgekehrt, berichtete sie. Auf ihren Videos ist zu sehen, wie die fahrerlosen Robotaxis beim Kurven auf dem Parkplatz zurücksetzen und dabei den Wagen hinter ihnen näher kommen, die sie anhupen.
Waymo noch nicht problemlos unterwegs
Waymo bietet Fahrten mit Robotaxis ohne einen Menschen am Steuer in mehreren US-Städten an, in San Francisco ist der Dienst bereits ohne eine Warteliste verfügbar.
Städtische Behörden und Verkehrsbetriebe beschwerten sich in den vergangenen Jahren zum Teil, dass die Fahrzeuge manchmal die Straßen blockierten, doch generell sind die Wagen ohne Probleme unterwegs.
Jetzt doch: Tesla Model 2 soll kommen!
News vom 02.08.2024 von Franziska Neuner
Seitdem Tesla-Chef Elon Musk 2020 am Tesla Battery Day sein 25.000-Dollar Modell erwähnte, hat es schon viele Aussagen dazu gegeben. Eine der Letzten: Es wird nicht kommen, da zu schwach was die Marge an geht ... aber: Model 2 würde Tesla dringend notwendige Stückzahlen liefern. Denn die dürften mit dem aktuell laufenden Programm von Tesla eher nicht mehr ansteigen.
Nun also doch? Elon Musk ist ja bekannt dafür, vollmundige Versprechungen zu machen und sie dann später, in reduziertem Umfang oder bisweilen auch gar nicht einzulösen. So auch das Hin- und Her beim Model 2, dem geplanten Einstiegs-Tesla. Den Musk zwischenzeitlich zugunsten seines Robotaxis cancelte: Das Robocab bringe mehr Marge und sei mehr Zukunft, so Musks Erklärungen, aber: Solche Fahrzeuge sind exorbitant teuer und werden auf absehbare Zeit keine großen Stückzahlen generieren – und agieren in einer Nische! Immerhin ist in der Musk-Biographie eine Schwarz-Weiß-Skizze zu sehen, wie so ein Robotaxi aussehen könnte: Wie ein Cybertruck, der mit dem ersten Honda Insight zusammenkam…
Europäische und chinesische Konkurrenz wächst
Doch zurück zum Model 2: Nachdem das Tesla-Programm langsam in Ehren ergraut und der Tesla-Absatz weltweit schwächelt, kann Musk den Investoren keine neuen großen Steigerungsraten mehr bei Auslieferung und Produktion vorlegen, im Gegenteil: Er muss bei allen Modellreihen mit Rückgängen rechnen.
Zudem bringen sich vor allem europäische, aber auch asiatische Großserienhersteller im Segment der Stromer zwischen 20.000 und 30.000 Euro in Stellung. Für Kunden, die Tesla nie erreichen kann.
Das Model 2 schlüge mehrere Fliegen mit einer Klappe
Das Model 2 schlüge hier mehrere Fliegen mit einer Klappe: Es buhlt um neue Kunden und bringt Stückzahlen, um den Tesla-Absatz weiter wachsen zu lassen. Und billig produzieren kann Tesla. Wir gehen davon aus, dass Musk günstige LFP-Akkus wie beim Model-3-Basismodell nutzen wird, mit denen sich nach WLTP mindestens 400 km Reichweite schaffen lassen.
Tesla kann effizient und günstig. Einst schwärmte Musk von 480 Kilometern, was eventuell für eine teurere Long-Range-Version gelten könnte. Zum Vergleich: Die eCMP-Modelle von Stellantis (Opel Corsa Electric und Co.) kommen mit 54-kWh-Akku nach WLTP etwa 420 km weit.
Produktionsstart 2025?
Bei der Größe könnte das Auto um die 4,5 Meter messen und als CUV ausgelegt werden, dann könnte Musk es auch in den USA verkaufen. Gebaut werden könnte es in allen Erdteilen, bevorzugt aber in den Niedriglohnländern. Wobei die geplanten Gigas in Indien und Mexico hier noch ausstehen.
Und klar wird das Model 2 im Gigacasting gebaut, heißt: Vorderwagen, Hinterwagen und Mittelteil kommen je als ein großes Segment. Allerdings wäre eine extra Crashbox ganz vorn und am Heck hilfreich, um die Versicherungskosten nicht aus dem Ruder laufen zu lassen. Hier läge noch weiteres Potenzial, günstig Autos zu bauen.
Nach letzten Infos könnte die Produktion noch 2025 starten – allerdings wurden bisher noch keine Prototypen gesichtet – und die müssten eigentlich schon unterwegs sein…
Was bedeutet das?
Eigentlich braucht Tesla das Model 2, das perspektivisch klar der ganz große Stückzahlenbringer weltweit werden könnte. Aktuell gehen wir davon aus, das auch Elon Musk das so sieht und das Fahrzeug wohl doch kommen wird. Denn Robotaxis allein kosten nicht nur die Kunden sehr viel Geld – bei sehr überschaubaren Stückzahlen…
Uber will mehr chinesische Elektroautos
News vom 01.08.2024 von Franziska Neuner
(dpa/fn) In den USA versperren hohe Strafzölle chinesischen Elektroautos den Weg auf den Markt. Doch weltweit will der amerikanische Fahrdienst-Vermittler Uber verstärkt darauf zugreifen.
Wenn man eine Fahrt mit Uber bestellt, könnte in Europa und Lateinamerika bald häufiger ein chinesisches Elektroauto anrollen. Der Fahrdienst-Vermittler will 100.000 Wagen des Autobauers BYD auf seine Plattform bringen.
Ausweitung der Partnerschaft geplant
Die Partnerschaft soll mit der Zeit auch auf den Mittleren Osten, Kanada, Australien und Neuseeland ausgeweitet werden, wie die Unternehmen mitteilten. Die USA fehlen in der Aufzählung: Die US-Regierung hält chinesische Elektroautos unter Verweis auf unfaire Subventionen mit Strafzöllen von dem Markt fern.
Die Kooperation soll Uber-Fahrern bessere Preise und Finanzierungsangebote für BYD-Elektroautos geben.
Autonome Uber-Wagen
Außerdem wollen die Firmen zusammenarbeiten, um künftige Wagen mit Fähigkeiten zum autonomen Fahren ebenfalls auf die Uber-Plattform zu bringen. Uber sehe sich als global agierender Dienst in einer guten Position, um selbstfahrende Autos vielen Menschen zugänglich zu machen, hieß es.
Robotaxi Waymo als Vorbild
Vorreiter bei Robotaxis ist aktuell die Google-Schwesterfirma Waymo, die in mehreren US-Städten Passagiere mit fahrerlosen Wagen befördert. Waymo setzt dabei umgebaute Elektroautos von Jaguar ein.
Tesla verschiebt Robotaxi-Vorstellung auf Oktober
News vom 24.07.2024 von Franziska Neuner
(dpa/fn) Erst kündigte Elon Musk groß die Vorstellung eines Tesla-Robotaxis für August an - jetzt braucht der Elektroauto-Hersteller doch noch mehr Zeit.
Tesla verschiebt die Vorstellung seines Robotaxis um rund zwei Monate auf Oktober. Er habe noch einige Verbesserungen angeordnet, sagte Tesla-Chef Elon Musk am Dienstag (Ortszeit).
Der neue Termin ist nun am 10. Oktober statt am 8. August. Weiterhin blieb offen, ob Teslas Robotaxi noch weiterhin Lenkrad und Pedale haben soll - und wann es tatsächlich auf die Straße kommen könnte.
Klare Nummer eins im Robotaxi-Markt
Unterdessen passiert die Google-Schwesterfirma Waymo weitere Meilensteine in ihrem bereits aktiven Robotaxi-Fahrdienst. Ihre fahrerlosen Autos absolvierten mehr als zwei Millionen Fahrten mit Passagieren. Pro Woche gibt es aktuell rund 50.000 Fahrten, hauptsächlich in San Francisco und Phoenix. Alphabet will nun weitere fünf Milliarden Dollar in den Ausbau des Dienstes stecken, wie der Konzern mitteilte.
Waymo ist damit die klare Nummer eins im Robotaxi-Markt, nachdem der Konkurrent Cruise aus dem Autokonzern General Motors von einem Unfall gebremst wurde. Cruise stoppte im Oktober Fahrten in San Francisco und anderen Städten. Eine Fußgängerin war unter eines der selbstfahrenden Autos der Firma geraten und von ihm mehrere Meter mitgezerrt worden. Am Dienstag kündigte GM an, dass die Produktion eines neuen Cruise-Fahrzeugs ohne Lenkrad und Pedale auf unbestimmte Zeit verschoben werde.
Waymo & Cruise fahren bereits
Waymo setzt als selbstfahrenden Wagen umgebaute Jaguar-Elektroautos ein, auch Cruise will nun vorerst weiter auf modifizierte Fahrzeuge des GM-Modells Chevy Bolt verwenden. Ein Grund ist, dass Fahrzeuge ohne Lenkrad und Pedale auf US-Straßen weiterhin eine spezielle Genehmigung bräuchten, auch wenn die Steuerelemente nicht benutzt werden. Musk ließ offen, ob Tesla sich um eine solche Erlaubnis bemühen werde.
Musk verspricht funktionierende Fahrzeuge
Er behauptete zudem, dass der Ansatz von Tesla beim autonomen Fahren gleichermaßen überall funktionieren werde, während Waymo erst hochpräzise Karten neuer Gebiete für die Fahrzeuge anfertige. Auch wiederholte er frühere Ankündigungen, dass Tesla-Besitzer ihre Fahrzeuge zeitweise in eine Flotte selbstfahrender Autos einbringen können sollen, um damit Geld zu verdienen. Das verspricht Musk allerdings schon seit Jahren.
Tesla mit zweitem Gewinnrückgang in Folge
News vom 24.07.2024 von Franziska Neuner
(dpa/fn) Lange konnte Tesla locker jedes gebaute Elektroauto verkaufen, doch der Markt kühlte sich ab - und die Konkurrenz wurde stärker. Die Firma von Elon Musk bekommt das zu spüren.
Der Elektroauto-Vorreiter Tesla hat das zweite Quartal in Folge mit einem deutlichen Gewinnrückgang abgeschlossen. In den Monaten März bis Juni verdiente die von Tech-Milliardär Elon Musk geführte Firma rund 1,48 Milliarden Dollar (1,36 Mrd Euro) - 45 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.
Erlöse im Autogeschäft gefallen
Der Umsatz stieg derweil um zwei Prozent auf 25,5 Milliarden Dollar (23,5 Mrd Euro). Das lag aber vor allem an dem wachsenden Geschäft mit Energie und Stromspeichern, das sich auf drei Milliarden Dollar verdoppelte.
Im Autogeschäft fielen die Erlöse um sieben Prozent auf rund 19,9 Milliarden Dollar (18,3 Mrd Euro). Die Tesla-Aktie fiel im nachbörslichen Handel zeitweise um rund drei Prozent.
Tesla spürt wachsende Konkurrenz
Der Elektroautobauer, der lange jedes gebaute Fahrzeug verkaufen konnte, bekommt die Abkühlung des Marktes und zunehmende Konkurrenz anderer Hersteller zu spüren. Im zweiten Quartal fielen die Auslieferungen um knapp fünf Prozent auf knapp 444.000 Elektroautos. Das war allerdings noch besser als von Analysten erwartet.
Warten auf Robotaxi von Tesla
Im vergangenen Jahr lieferte Tesla insgesamt rund 1,8 Millionen Fahrzeuge aus. Für dieses Jahr gab es bisher noch keine konkrete Prognose. Musk will demnächst ein Robotaxi vorstellen, das aber erst deutlich später auf die Straßen kommen dürfte. Unklarheit gibt es bei Teslas Plänen für ein günstigeres Modell, das die Verkäufe ankurbeln könnte.
In den Gegenverkehr geraten: US-Polizist stoppt Waymo-Robo-Taxi
News vom 08.07.2024 von Thomas Kanzler
Ein autonomes Taxi der Google-Tochter Waymo wurde im Juni in Phoenix von einem Polizeibeamten angehalten, weil es immer wieder auf die Gegenspur geriet. Die Bodycam des Polizisten hielt den gefährlichen Vorfall fest.
Für die Meisten ist es noch ferne Zukunft - in den USA mancherorts schon Realität: Da der Mensch anfällig für Fehler ist, müde wird und außerdem noch Geld kostet, soll das Taxi der Zukunft autonom fahren. Nun wurde am 19. Juni in Phoenix im US-Bundesstaat Arizona ein autonomes Auto von Waymo aus dem Verkehr gezogen, da es wiederholt in den Gegenverkehr lenkte. Außerdem fuhr das Fahrzeug noch über eine rote Ampel und „rastete aus“ – so die Meldung im Polizeibericht. Da der Polizeibeamte eine Bodycam trug, ist der gesamte Einsatz dokumentiert.
„Ein Polizeibeamter aus Phoenix hält ein fahrerloses Waymo-Auto an, weil es auf der falschen Straßenseite fährt, woraufhin der nicht existierende Fahrer die Fenster herunterkurbelt, um mit der Polizei zu sprechen. Das ist saukomisch“, wurde der Vorfall auf der Plattform X, ehemals Twitter, kommentiert.
Waymo reagierte erst nicht auf Anfragen der Presse bezüglich des Vorfalls. Später hieß es, das Robo-Taxi habe „auf eine uneinheitliche Baustellenbeschilderung“ reagiert und geriet deshalb in den Gegenverkehr. Das fahrerlose Auto „war für etwa 30 Sekunden daran gehindert, auf die richtige Spur zurück zu navigieren“, erklärt das Unternehmen.
Als der Polizeibeamte hinter dem Waymo-Fahrzeug herfuhr, sei es zu der Missachtung der roten Ampel gekommen. In dem Bemühen, die Kreuzung zu räumen, sei das autonome Fahrzeug ein kurzes Stück vorwärts und auf den nächsten verfügbaren Parkplatz gefahren, betonte Waymo.
Erst im April war es zu einer 30-sekündiger Fahrt eines Waymo-Taxis auf der Gegenspur in San Francisco gekommen (taxi heute berichtete). Interessanter Weise verzichtete die US-Polizei in Phoenix auf eine Verwarnung, denn: „einen Computer kann man nur schwer vorladen.“
Robotaxi-Firma Waymo jetzt ohne Warteliste in San Francisco
News vom 01.07.2024 von Franziska Neuner
(dpa) Bisher kam man in San Francisco erst auf eine Warteliste, um sich von fahrerlosen Robotaxis der Firma Waymo kutschieren zu lassen. Jetzt hebt die Google-Schwester diese Beschränkung auf.
Die Robotaxi-Firma Waymo hat einen Meilenstein erreicht: In San Francisco gibt es keine Warteliste für den Dienst mehr, sondern alle Interessenten könnten sofort einen Account anlegen. Man habe jahrelang mit einem schrittweisen Angebot auf diesen Tag zugearbeitet, betonte das Google-Schwesterunternehmen.
Teil der Straßenszenerie
Robotaxis von Waymo sind in Phoenix im US-Bundesstaat Arizona sowie in San Francisco und Los Angeles in Kalifornien unterwegs. Sie dürfen inzwischen komplett ohne Menschen am Steuer fahren.
Insbesondere in den Straßen von San Francisco gehören die weißen Waymo-Wagen des Modells Jaguar I-Pace mit Kameras und Laser-Radaren inzwischen zum Stadtbild. Als Tourist hat man es jedoch nach wie vor schwerer, eine Waymo-Fahrt zu ergattern: Die benötigte App ist in den deutschen App-Stores weiterhin nicht verfügbar.
Entwicklung schreitet voran
Waymo entstand aus dem Roboterwagen-Programm von Google und ist bei der Entwicklung von Technik für selbstfahrende Autos inzwischen besonders weit. Robotaxis der Firma machen mittlerweile mehr als 50 000 Fahrten pro Woche.
Fahrerlos sicher ankommen
Zugleich geriet Waymo zuletzt nach einigen Zwischenfällen ins Blickfeld der US-Behörden. Dazu gehört eine Situation, in der der fahrerlose Wagen auf die Gegenfahrbahn wechselte, um eine Gruppe von E-Scooter-Fahrern zu überholen. Das Manöver ging glimpflich aus. Waymo betont, dass die Software sicher sei und die Wagen umsichtig steuere.
Rimac Verne: Robotaxi für Reiche
News vom 27.06.2024 von Thomas Kanzler
Mate Rimac lässt nicht locker: Nach elektrischen Hypersportwagen und Kooperationen mit zahlreichen Autoherstellern stellt der Kroate nun sein neuestes Projekt vor: Verne – ein Robotaxi für Reiche. Es soll ab 2026 in Zagreb starten.
Vor einigen Jahren waren Robotertaxis der große Zukunftstrend. Gerade in den USA und Asien befürchteten Taxibetreiber den Untergang des automobilen Abendlandes und die Übernahme jeglicher Cityfahrten durch autonome Shuttledienste. Doch abgesehen von nicht enden wollenden Testbetrieben ist bisher kaum etwas geschehen. Zwar sind in einigen Städten in den USA und Asien erste autonome Taxis ohne Fahrer unterwegs, doch eine Marktrelevanz gibt es weder im Silicon Valley noch den asiatischen Metropolen.
In Europa soll sich das ab 2026 ändern – zumindest, wenn es nach dem Willen von Mate Rimac geht. Mit „Verne“ stellt er das schmuck anzusehende Robotaxi der Zukunft vor. Eine mobile Luxuslounge für die kurze Fahrt in der City, in der man sich mindestens genauso zu Hause fühlt wie auf den eigenen vier Reifen. Benannt wurde der Fahrdienst Verne nach dem bekannten Buchautor Jules Verne.
Jules Verne stand Pate für neues Reisen und das Verschieben von Grenzen
„Es war nicht einfach, den richtigen Namen für unser neues Unternehmen zu finden, der zu unserer Vision passt. Aber als es einmal klick gemacht hat, war die Entscheidung leicht zu treffen. Wir haben uns nach Jules Verne benannt, dem berühmten Autor, von dem man sagt, er sei der Mann, der die Zukunft erfunden hat“, erläutert Adriano Mudri, Chief Design Officer, der auch bereits den elektrischen Hypersportler Rimac Nevera kreierte und ergänzte:
„So wie er das Thema Reisen als treibende Kraft für seine Geschichten nutzte, nutzen wir es als Inspiration für die Gestaltung einer Zukunft voller fantasievoller Innovationen und greifbaren Erfolgen. Sein Glaube an die Zukunft und sein Geist weckten die Neugierde von Generationen von Wissenschaftlern und Entdeckern. Er machte Dinge möglich, die manchmal unmöglich erscheinen."
Start in Zagreb: Ab 2026
Unmöglich für den Alltag erschienen bisher gerade auch autonom fahrende Robotertaxis. Das soll sich mit dem Start in Zagreb bis 2026 ändern und von dort aus will Verne andere Städte und Länder erobern. Gegründet hat Mate Rimac das Unternehmen Verne zusammen mit seinen beiden engen Freunden und Kollegen aus der Rimac Gruppe, Marke Pejkovic als neuer CEO von Verne, und Adrianano Mudri, der für das Design verantwortlich war.
Hoch individuell: Sogar den Geruch kann man voreinstellen
Bedienung und Funktion des vollelektrischen Robotertaxis sind wie man es von den zahlreichen Modellversuchen kennt. Das Fahrzeug wird via Smartphone-App bestellt und bringt einen ganz nach Wunsch von A nach B. Anders als bei vielen anderen Ridesharing-Anbieter lässt sich das Verne-Taxi vorab nach den Vorgaben des Kunden so individualisieren, dass sich dieser auf der Fahrt so wohl wie in seinem eigenen Auto fühlt. Auf diese Weise wird das Fahrzeug in Bezug auf Komfort, Beleuchtung, Temperatur und sogar Geruch so eingestellt, wie man es mag. In der Hoffnung, dass nicht zuvor ein ganz anderer Duft gewünscht war oder noch schlimmer: Eine übel riechende Person Verne nutzte.
Basis ist eine komplett neue auf Mobileye-Drive basierende Plattform
Das Verne-Taxi selbst basiert auf einer völlig neuen Plattform, die ganz auf Sicherheit und Komfort ausgelegt ist und für das autonome Fahren auf der Mobileye Drive Plattform entwickelt wurde. „Das Endergebnis wäre das bestmögliche Mobilitätserlebnis für alle. Das bedeutet, dass jeder Kunde einen besseren Service erhält, als den besten Mobilitätsdienst, den nur die Reichen genießen“, sagt Mate Rimac und ergänzt:
„Sie werden einen sicheren und zuverlässigen Fahrer haben, ein Fahrzeug mit mehr Platz und Komfort als die besten Limousinen von heute, und einen Service, der in jeder Hinsicht auf Ihre Bedürfnisse zugeschnitten ist. Er verschafft Ihnen Zeit zum Nachdenken, Lernen oder Entspannen.“
Nach Zagreb sollen weitere Städte zuerst in Deutschland, UK und im Nahen Osten folgen, Vereinbarungen gibt es schon
Die erste Stadt, in der Verne an den Start geht, ist wenig überraschend für Mate Rimac Zagreb, wo sich auf die Firmenzentrale seines Unternehmens befindet. Danach geht es in andere Städte – zunächst in Großbritannien und Deutschland. Verne hat bereits Vereinbarungen mit elf Städten in der Europäischen Union, im Vereinigten Königreich und im Nahen Osten unterzeichnet und verhandelt derzeit mit mehr als 30 Städten weltweit, die Mobilitätspartner werden wollen. In jeder Stadt, in die Verne nach dem Start in Zagreb expandiert, wird es eine Infrastruktur geben, die die einzelnen Robotaxis aus einem sogenannten Mutterschiff koordiniert.
Ein „Mutterschiff“ als Basis
Hier werden die Verne-Fahrzeuge gewartet, gereinigt und aufgeladen. Die Fahrzeuge, eine kompakte mobile Lounge für bis zu zwei Personen, entstehen in der neu geschaffenen Rimac-Fabrik im Süden von Zagreb und können weltweit für autonome Fahrdienste eingesetzt werden.
Der Ein- und Ausstieg ins Verne-Taxi geschieht über elektrische Schiebetüren, im Innern gibt es bequeme Sitze, die sich nach Wunsch vielfältig verstellen lassen, während die Insassen in der elektrischen Lounge auf einen 43-Zoll-Bildschirm blicken und die 17 Boxen die Lounge zu einem Konzertsaal im Straßenverkehr werden lassen. Gaspedal, Spiegel oder Lenkrad? Fehlanzeige. Wer keine Unterhaltung auf dem Großdisplay mag, schaut aus dem Verne-Taxi heraus oder durch das runde Panoramadach in den Himmel – oder kann in Ruhe über die Zukunft der Robotaxis nachdenken.
Was bedeutet das?
Das Robotaxi kommt nicht so recht in Fahrt: In en USA wird es gern boykottiert, in China werden Standard-Pkw umgebaut – aber so wirklich sexy ist das nicht. Und bislang schien auch der Wunsch auszubleiben, unbedingt fahrerlos von A nach B gebracht zu werden. Rimac will das Thema jetzt noch mal „von oben einkippen“ – als zweisitzige private Lounge für Reiche. Aber fahren die dann nicht lieber selbst im Rimac Nevera?
Die Infos zu Verne sammelte für uns Stefan Grundhoff; press-inform
Robotaxi-Firma Waymo mit zweiter Rückruf-Aktion
News vom 13.06.2024 von Franziska Neuner
(dpa/fn) Die Robotaxi-Firma Waymo hat nach einem Unfall mit Blechschaden die Software ihrer gesamten Flotte aktualisiert. Das Software-Update wurde bei der Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA als freiwillige Rückrufaktion gemeldet, wie eine Sprecherin der Google-Schwesterfirma am Mittwoch mitteilte.
Bei dem Zwischenfall im Mai war ein fahrerloser Wagen von Waymo ohne Passagiere gegen einen Strommast in einer Seitenstraße gefahren.
Zweite offizielle Rückrufaktion
Für Waymo ist es die zweite offizielle Rückrufaktion. Bei der ersten im Februar war das Problem, dass die Software den Fahrweg eines von einem Abschleppwagen gezogenen Autos falsch vorhersagen konnte. Die Folge könnten Auffahrunfälle sein, warnte Waymo damals.
Robotaxis ohne Menschen unterwegs
Robotaxis von Waymo sind in Phoenix im US-Bundesstaat Arizona sowie in San Francisco und Los Angeles in Kalifornien unterwegs. Sie dürfen inzwischen komplett ohne Menschen am Steuer fahren.
Aus den am Donnerstag von der NHTSA veröffentlichten Unterlagen zum Rückruf geht hervor, dass Waymo inzwischen 672 Fahrzeuge im Einsatz hat. Im Februar waren es noch gut 440 Robotaxis gewesen.
Mehr als 50.000 Fahrten pro Woche
Waymo entstand aus dem Roboterwagen-Programm von Google und ist bei der Entwicklung von Technik für selbstfahrende Autos inzwischen besonders weit. Robotaxis der Firma machen mittlerweile mehr als 50 000 Fahrten pro Woche.
General Motors steckt 850 Millionen Dollar in Robotaxi-Firma Cruise
News vom 12.06.2024 von Franziska Neuner
(dpa/fn) Cruise war ein Vorreiter beim autonomen Fahren - geriet dann aber nach einem Unfall in eine Krise. Der Autokonzern GM steht aber zu seiner Robotaxi-Tochter und nimmt dafür weiter hohe Kosten in Kauf.
Der US-Autoriese General Motors stützt seine Robotaxi-Firma Cruise mit einer Finanzspritze von 850 Millionen Dollar. Damit gewinne man Zeit, um die strategischen Überlegungen zur Zukunft von Cruise abzuschließen, sagte GM-Manager Paul Jacobson am Dienstag bei einem Konferenz-Auftritt.
Neustart nach Vorfall
Cruise war unter den Vorreitern beim autonomen Fahren und hatte ehrgeizige Expansionspläne. Doch dann schleifte ein fahrerloses Auto von Cruise in San Francisco Anfang Oktober eine Frau mehrere Meter mit.
Danach wurden alle Fahrten für Monate ausgesetzt - und Cruise fängt gerade erst allmählich wieder an, seine Autos zurück auf die Straße zu bringen. GM signalisierte bereits, dass der Robotaxi-Dienst zunächst in einer einzelnen Stadt wiederaufgenommen werden soll.
Die Fußgängerin bei dem Unfall in San Francisco war zuvor von einem anderen Wagen mit einem Menschen am Steuer angefahren und vor das selbstfahrende Auto geschleudert worden. Dem Unfallbericht zufolge bremste das Robotaxi zwar sofort - die Frau geriet aber trotzdem unter das Fahrzeug.
Öffentlicher Umgang mit Unfall
Die Cruise-Wagen sind so programmiert, dass sie nach Kollisionen automatisch an den Straßenrand fahren können, um den Verkehr nicht zu behindern. Auch in diesem Fall entschied sich die Software dazu - obwohl die Frau noch unter dem Wagen steckte. Sie sei dabei rund sechs Meter mitgezerrt worden, der Wagen habe ein Tempo von gut elf Kilometern pro Stunde erreicht, hieß es in einem Untersuchungsbericht.
Verheerend für das Ansehen von Cruise war, dass diese Details erst später bekannt wurden, während der Unfall erst harmloser dargestellt wurde. GM tauschte das Top-Management der Firma aus. Der Autobauer und andere Investoren steckten bereits Milliarden in Cruise.
Produktion nach Marktlage
Jacobson verteidigte bei dem Auftritt auf einer von der Deutschen Bank veranstalteten Konferenz zugleich den Kurs von General Motors, die Produktion von Elektroautos langsamer als ursprünglich geplant auszubauen.
Der Konzern hätte in diesem Jahr zwar Kapazitäten, um rund 300 000 Fahrzeuge zu bauen. Aber GM wolle nicht in eine Situation geraten, in der man blind einem Produktionsziel folge - und am Ende tausende unverkaufte Fahrzeuge auf dem Hof stehen habe, weil der Markt noch nicht so weit sei.
Die Branche sei bereits zu optimistisch gewesen, was das Absatzwachstum bei Elektroautos angehe:
„Wir haben als Industrie überproduziert.“
GM gehe deshalb davon aus, in diesem Jahr 200 000 bis 250 000 Elektrofahrzeuge zu bauen.
US-Behörde weitet Untersuchung von Robotaxi-Firma Waymo aus
News vom 27.05.2024 von Franziska Neuner
(dpa/fn) Die Robotaxi-Firma Waymo gerät stärker ins Blickfeld der US-Verkehrsbehörde. Die NHTSA weitete eine Liste von Zwischenfällen, zu denen sie Fragen an die Google-Schwesterfirma hat, von 22 auf 31 Episoden aus.
Auf der Liste der NHTSA (National Highway Traffic Safety Administration) sind einige Auffahrunfälle sowie Situationen, in denen die Software der fahrerlosen Wagen Verkehrsregeln missachtet hatte, wie aus einem am Freitag veröffentlichten Schreiben hervorgeht.
Waymo verweist darauf, dass Robotaxis der Firma inzwischen mehr als 50 000 Fahrten pro Woche machten. Man sei stolz auf die Sicherheitsstatistik dabei. Zugleich werde Waymo mit der NHTSA zusammenarbeiten.
Untersuchung zu Zusammenstößen und Vorfällen
Die Behörde forderte zu jedem der Zwischenfälle unter anderem alle Videoaufnahmen von Kameras der Fahrzeuge sowie eine Erklärung für die Entscheidungen der Software an.
Die NHTSA schränkte zwar ein, dass ihr keine Verletzungen bekannt seien - aber in mehreren Fällen habe es Zusammenstöße mit Objekten gegeben, wie man sie von einem erfahrenen Menschen am Steuer nicht erwarten würde. Außerdem hätten sich einige Zwischenfälle in der Nähe von Fußgängern ereignet.
Robotaxis inzwischen ohne Fahrer am Steuer
Robotaxis von Waymo sind in Phoenix im US-Bundesstaat Arizona sowie in San Francisco und Los Angeles unterwegs. Sie dürfen inzwischen komplett ohne Menschen am Steuer fahren. Waymo entstand aus dem Roboterwagen-Programm von Google und gilt als besonders weit bei der Entwicklung von Technik für selbstfahrende Autos.
Auch die General-Motors-Tochter Cruise bot in San Francisco einen fahrerlosen Taxi-Service an, der Dienst ist jedoch nach einem Unfall im Oktober ausgesetzt worden. Damals hatte ein fahrerloser Cruise-Wagen eine unter dem Fahrzeug eingeklemmte Fußgängerin mehrere Meter mitgeschleift.
Untersuchungen zu Roboterauto-Firma Zoox
Die NHTSA leitete jüngst auch eine Untersuchung der zu Amazon gehörenden Roboterauto-Firma Zoox ein. Auslöser waren zwei Auffahrunfälle, die von überraschenden Bremsmanövern der Zoox-Testwagen ausgelöst worden waren.
Tesla nennt nicht mehr Ziel von 20 Millionen Elektroautos pro Jahr
News vom 24.05.2024 von Franziska Neuner
(dpa/fn) Tesla erwähnt im aktuellen Umweltbericht nicht mehr das Ziel, pro Jahr 20 Millionen Elektroautos zu bauen. Nun heißt es in dem am Donnerstag veröffentlichten Dokument nur noch, man wolle fossile Brennstoffe dadurch verdrängen, dass möglichst viele Tesla-Produkte verkauft würden.
In den beiden Berichten davor stand noch, Tesla werde bis Ende des Jahrzehnts viele weitere Fabriken bauen müssen, um am Ende 20 Millionen Fahrzeuge jährlich zu produzieren.
Der Autobauer reagierte zunächst nicht auf die Frage, ob das Ziel damit offiziell aufgegeben worden sei. Im vergangenen Jahr steigerte Tesla die Auslieferungen um fast 38 Prozent auf gut 1,8 Millionen Fahrzeuge.
Für 2024 gibt es bisher allerdings keine Prognose. Tesla stellte lediglich ein niedrigeres Wachstumstempo in Aussicht. Früher hatte Firmenchef Elon Musk davon gesprochen, die Auslieferungen jährlich um 50 Prozent zu steigern.
Günstigere Modelle sollen bald auf den Markt
Nach einem Absatz-Rückgang zu Jahresbeginn kündigte Musk im April an, schneller als geplant günstigere Modelle auf den Markt zu bringen. Sie sollen nun schon vor dem ursprünglich angepeilten Termin im zweiten Halbjahr 2025 in die Produktion gehen.
Allerdings sollen dafür die Produktionsverfahren nicht so radikal wie ursprünglich angekündigt erneuert werden. Zudem will Musk Anfang August ein Robotaxi enthüllen.
Tesla unter Druck
Der Elektroauto-Vorreiter geriet zuletzt unter Druck durch billigere Konkurrenz aus China sowie das Interesse der Käufer an Hybrid-Modellen im Heimatmarkt USA.
US-Behörde prüft Teslas Nachbesserung des „Autopilot“-Systems
News vom 03.05.2024 von Franziska Neuner
(dpa/fn) - US-Aufseher analysierten mehrere hundert Unfälle mit Teslas „Autopilot“-System. Ihr Fazit: Viele davon wären vermeidbar gewesen, wenn die Menschen am Steuer aufgepasst hätten.
Die US-Verkehrsbehörde hat ein neues Ermittlungsverfahren zu Teslas Fahrassistenzsystem „Autopilot“ eingeleitet. Sie geht dabei der Frage nach, ob ein „Autopilot“-Update von Dezember ausreicht, um die Sicherheitsbedenken der Behörde auszuräumen. Die NHTSA (National Highway Traffic Safety Administration) war in einer mehrjährigen Untersuchung zu dem Schluss gekommen, dass „Autopilot“ es Fahrern zu leicht machte, die Kontrolle komplett dem System zu überlassen, obwohl sie ständig die Verkehrslage im Blick behalten müssen.
Unfälle in vielen Fällen vermeidbar
Die NHTSA analysierte insgesamt 956 Unfälle aus dem Zeitraum von Januar 2018 bis August 2023. Bei 29 davon gab es Tote. In vielen Fällen seien die Unfälle vermeidbar gewesen, wenn die Fahrer aufgepasst hätten, betonte die Behörde in ihrem am Freitag veröffentlichten Bericht. So sei bei 59 von 109 Zusammenstößen, zu denen es genug Daten für eine solche Analyse gebe, das Hindernis mindestens fünf Sekunden vor dem Unfall sichtbar gewesen. Als ein Beispiel nannte die NHTSA einen Unfall im März 2023, bei dem ein Minderjähriger, der einen Schulbus verließ, von einem Model Y angefahren und schwer verletzt wurde.
Tesla hatte mit dem als offizielle Rückrufaktion durchgeführten Online-Update unter anderem zusätzliche Hinweise für die Fahrer eingeführt. Der Elektroauto-Hersteller weist zwar darauf hin, dass „Autopilot“ einen Tesla nicht zu einem selbstfahrenden Auto mache und die Menschen am Steuer jederzeit bereit sein müssten, die Kontrolle zu übernehmen. Schon die US-Unfallermittlungsbehörde NTSB warnte aber, dass Fahrer sich zu sehr auf die Technik verließen.
Kritik an Daten von Tesla
Die NHTSA stellte in ihrem Bericht zugleich fest, dass es Lücken in Teslas Sammlung von Fahrzeugdaten gebe, durch die die tatsächliche Zahl von „Autopilot“-Unfällen schwer zu ermitteln sei. So bekomme der Autobauer Unfalldaten größtenteils nur, wenn Airbags oder Gurtstraffer ausgelöst würden. Das passiere aber nach der allgemeinen Unfallstatistik von 2021 nur bei 18 Prozent aller der Polizei gemeldeten Zusammenstöße. Außerdem sei eine Voraussetzung für die Datenübertragung an Tesla, dass ein Mobilfunk-Netz vorhanden sei und die Antenne nach dem Unfall funktioniere. Elektroautos brennen nach Unfällen in vielen Fällen aus, weil Batterien in Flammen aufgehen.
Musk verspricht selbstfahrende Tesla-Autos
Die Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA kritisierte auch den Namen des Systems. Die Bezeichnung „Autopilot“ könne Fahrer dazu verleiten, die Fähigkeiten der Software zu überschätzen und sich auf sie zu verlassen. US-Autofahrer können aktuell eine fortgeschrittene „Autopilot“-Version mit dem Namen „Full Self-Driving“ (komplett selbstfahrend) als Test-Version nutzen. Auch FSD macht die Wagen allerdings offiziell nicht zu einem autonomen Fahrzeug und sieht permanente Aufmerksamkeit des Menschen vor. Tesla ergänzte den Namen jüngst mit dem Zusatz „beaufsichtigt“ in Klammern. Firmenchef Elon Musk versprach diese Woche abermals tatsächlich selbstfahrende Tesla-Autos. Anfang August will er ein Robotaxi vorstellen.
Das Standard-„Autopilot“-System kann das Tempo und den Abstand zum Fahrzeug davor sowie die Spur halten. Die FSD-Version soll unter anderem auch Ampeln, Stopp-Schilder und Vorfahrtsregeln auf Kreuzungen beherrschen.
Die US-Senatoren Edward Markey und Richard Blumenthal forderten die NHTSA nach dem Bericht auf, den Einsatz von „Autopilot“ nur auf die Straßen zu beschränken, für die das System konzipiert sei.
Tesla vor wichtiger Weichenstellung nach Rückgang der Auslieferungen
News vom 23.04.2024 von Franziska Neuner
(dpa/fn) Was baut Tesla als Nächstes: ein günstiges Elektroauto oder ein selbstfahrendes Robotaxi? Firmenchef Musk scheint alles auf die Robotaxi-Karte zu setzen. Quartalszahlen könnten mehr Klarheit bringen.
Noch vor Kurzem schien Tesla kaum zu stoppen, jetzt steht der Elektroauto-Vorreiter unter Druck. Die Auslieferungen gingen im vergangenen Quartal erstmals seit Jahren zurück, Umsatz und Gewinn dürften folgen, günstigere Konkurrenz aus China ist auf dem Vormarsch. Wie reagiert Firmenchef Elon Musk? Bei der Vorlage frischer Quartalszahlen am Dienstag (23.04.) wird mehr Klarheit über die künftige Strategie erwartet.
Turbulente Wochen für Tesla
Die vergangenen Wochen waren turbulent für Tesla. Nach dem Rückgang der Auslieferungen kündigte Musk den Abbau von mehr als jedem zehnten Arbeitsplatz an. Damit dürften mindestens 14 000 Jobs wegfallen - laut Medienberichten könnten es auch rund 20 000 werden. Eine Rückrufaktion beim neuen Pickup "Cybertruck" enthüllte, dass von November bis April nur knapp 4000 Fahrzeuge des Modells gebaut wurden. Übers Wochenende senkte Tesla abermals die Preise für einige Varianten seiner Modelle.
Das alles zeigt Wirkung auf den Aktienkurs, mit dem auch Musks Vermögen schwankt. Die Aktie fiel am Montag auf den tiefsten Stand seit Januar 2023. Seit Jahresbeginn büßte sie mehr als 40 Prozent ihres Werts ein. Tesla war damit allerdings immer noch gut 450 Milliarden Dollar wert - etwa neun Mal mehr als die Autoriesen Ford und General Motors, die jeweils rund 50 Milliarden Dollar auf die Waage bringen.
Musk hatte vor einigen Monaten noch darauf beharrt, dass Tesla nur "zwischen zwei Wachstumswellen" sei. Eine entscheidende Rolle sollte demnach einer neuen Fahrzeugplattform zukommen, mit der künftige Tesla-Autos viel effizienter produziert werden könnten.
Günstigeres Modell und selbstfahrendes Robotaxi
Auf dieser Plattform stellte Musk ein deutlich günstigeres Modell in Aussicht - sowie ein selbstfahrendes Robotaxi ohne Lenkrad und Pedale. Jüngst kündigte er die Vorstellung des Robotaxis für Anfang August an - sagte dabei aber nichts zum günstigeren Wagen mit Menschen am Steuer, der einigen Marktbeobachtern als wichtigstes Produkt im Wettbewerb mit Elektroautos aus China gilt.
Zugleich vergehen bei Tesla zwischen der Präsentation eines neuen Modells und dem Produktionsstart meist mehrere Jahre. Und mit dem heutigen Stand der Technik beim Assistenzsystem "Autopilot" erscheint es fraglich, wie schnell Tesla einen wirklich autonomen Wagen auf die Straße schicken könnte.
FSD-Software jetzt günstiger zu haben
Aktuell können Tesla-Fahrer in den USA testweise eine fortgeschrittene "Autopilot"-Version mit dem Namen "Full-Self-Driving" (FSD, komplett selbstfahrend) nutzen. Anders als der Name es andeutet, macht FSD einen Tesla aber nicht zum selbstfahrenden Auto, sondern es ist weiterhin nur ein Assistenzsystem, bei dem der Fahrer jederzeit zum Eingreifen bereit sein muss, die Kontrolle zu übernehmen. Den Preis der FSD-Software senkte Tesla am Wochenende von 12 000 auf 8000 Dollar.
Der Finanzdienst Bloomberg berichtete zugleich am Wochenende, Tesla könnte die Innovationen aus den neuen Produktionsmethoden auch bei der Fertigung günstigerer Versionen der aktuellen Bestseller Model 3 und Model Y anwenden. Analysten dürften in der üblichen Telefonkonferenz nach Vorlage der Quartalszahlen dazu bei Musk nachbohren.
Waymo verteidigt Robotaxi-Fahrt im Gegenverkehr
News vom 23.04.2024 von Franziska Neuner
(dpa/fn) Robotaxis sollen viel umsichtiger und sicherer als Menschen fahren - doch plötzlich wechselt ein Wagen der Firma Waymo in den Gegenverkehr, weil seine Fahrspur belegt war. Waymo will daraus lernen.
Der längere Ausflug eines Waymo-Robotaxis in den Gegenverkehr in San Francisco hat die Google-Schwesterfirma unter Erklärungsdruck gebracht. Auf einem im Internet veröffentlichten Video ist zu sehen, wie das Fahrzeug eine durchgezogene Linie überquert und ungefähr 30 Sekunden auf der Gegenfahrbahn unterwegs ist. Auf den beiden Fahrspuren auf der korrekten Seite war im Abendverkehr eine Gruppe von Menschen auf elektrischen Einrad-Rollern unterwegs. Statt abzuwarten, bis sie durchfahren, entschied sich die Software, im Gegenverkehr daneben zu fahren.
Sicherheit der Verkehrsteilnehmer hat oberste Priorität
Waymo verteidigte das Verhalten des Fahrzeugs. Die Software sei davon ausgegangen, dass einer der Menschen stürzen könne und sei deswegen "umsichtig" auf die freie Gegenfahrbahn gewechselt, erklärte eine Sprecherin am Montag.
Danach sei der Wagen zur Sicherheit der Rollerfahrer auf der Gegenfahrbahn geblieben, um ihnen nicht zu nahe zu kommen und niemandem den Weg abzuschneiden. Die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer habe oberste Priorität und man werde aus diesem "einmaligen Ereignis" lernen. Das gesamte Manöver sei von der Software beschlossen und ausgeführt worden, betonte sie.
Eine Stadt als Testfall für selbstfahrende Autos
San Francisco ist seit vergangenem Jahr ein einzigartiger Testfall für den kommerziellen Betrieb selbstfahrender Autos. Waymo und die Firma Cruise, die zum US-Autoriesen General Motors gehört, bekamen im Sommer die Erlaubnis, in der ganzen Stadt Robotaxi-Fahrten ohne Sicherheitsfahrer anzubieten.
Der Dienst von Cruise ist allerdings seit Anfang Oktober nach einem Unfall ausgesetzt. Eine Frau war von einem Auto mit einem Menschen am Steuer angefahren und vor das Cruise-Fahrzeug geschleudert worden. Das Robotaxi konnte nicht mehr bremsen und die Passantin wurde unter ihm eingeklemmt. Danach versuchte der Wagen automatisch, an den Straßenrand zu fahren und schleifte sie mehrere Meter mit. GM tauschte nach dem Unfall den Großteil der Cruise-Führung aus und fängt erst jetzt wieder an, einige Wagen zunächst mit Menschen am Steuer erneut auf die Straße zu schicken, um das Kartenmaterial zu aktualisieren.
Die Waymo-Robotaxis waren dagegen in den vergangenen Monaten ohne größere Zwischenfälle in San Francisco unterwegs. Traditionell werfen Einwohner und öffentliche Verkehrsbetriebe ihnen auch eher vor, zu zaghaft zu agieren und deshalb gelegentlich den Verkehr zu blockieren. Entwickler selbstfahrender Autos hatten schon in den vergangenen Jahren versucht, die Software stärker dem Verhalten von Menschen in unkonventionellen Situation anzupassen.
Robotaxi-Firma Cruise kehrt nach Unfall auf die Straße zurück
News vom 10.04.2024 von Franziska Neuner
(dpa) Die Firma Cruise war ein Vorreiter bei Robotaxi-Diensten - bis die Wagen nach einem Unfall von der Straße genommen wurden. Jetzt wagt Cruise einen vorsichtigen Neustart.
Fahrzeuge der Robotaxi-Firma Cruise kehren rund ein halbes Jahr nach einem folgenschweren Unfall auf die Straße zurück. Die Wagen sollen aber zunächst nur von Menschen gesteuert unterwegs sein, um Kartendaten zu aktualisieren und frische Informationen über die Umgebung zu sammeln, kündigte die Tochterfirma des US-Autoriesen General Motors am Dienstag an. Erste Stadt ist Phoenix im Bundesstaat Arizona, weitere sollen folgen.
In dieser Phase sollen Informationen zum Beispiel über Ampeln, Fahrspuren und Verkehrsführung neu gesammelt werden, erläuterte Cruise. Als zweiter Schritt seien dann autonome Testfahren mit Sicherheitsfahrern am Steuer geplant. Auf dieser Basis soll dann entschieden werden, in welcher Stadt die Fahrzeuge wieder ohne Menschen am Steuern unterwegs sein werden.
Vorreiter bei Robotaxi-Diensten
Cruise war ein Vorreiter bei Robotaxi-Diensten und hatte ehrgeizige Expansionspläne - doch dann schleifte ein fahrerloses Auto von Cruise in San Francisco Anfang Oktober eine Frau mehrere Meter mit. Die Fußgängerin war zuvor von einem anderen Wagen mit einem Menschen am Steuer angefahren und vor das selbstfahrende Auto geschleudert worden. Dem Unfallbericht zufolge bremste das Robotaxi zwar sofort - die Frau geriet aber trotzdem unter das Fahrzeug.
Die Cruise-Wagen sind so programmiert, dass sie nach Kollisionen automatisch an den Straßenrand fahren können, um den Verkehr nicht zu behindern. Auch in diesem Fall entschied sich die Software dazu - obwohl die Frau noch unter dem Wagen steckte. Sie sei dabei rund sechs Meter mitgezerrt worden, der Wagen habe ein Tempo von gut elf Kilometern pro Stunde erreicht, hieß es in einem Bericht der kalifornischen Verkehrsbehörde.
Sicherheit bei Neustart im Mittelpunkt
Verheerend für das Ansehen von Cruise war, dass diese Details erst später bekannt wurden, während der Unfall erst harmloser dargestellt wurde. GM tauschte das Top-Management der Robotaxi-Firma aus, alle Fahrten auf öffentlichen Straßen wurden gestoppt. Jetzt werde beim Neustart die Sicherheit im Mittelpunkt stehen, betont Cruise. In den vergangenen Monaten seien die Fahrzeuge unter anderem auf einem Testgelände weiter unterwegs gewesen.
Konkurrenz expandiert nach Los Angeles
Der Cruise-Konkurrent Waymo expandiert unterdessen nach Los Angeles. Von Mittwoch an werden dort kostenpflichtige Fahrten mit komplett autonomen Fahrzeugen angeboten, teilte die Google-Schwesterfirma mit. Es ist die dritte Stadt mit einem Robotaxi-Service von Waymo - nach Phoenix und San Francisco. Es gibt allerdings immer noch Wartelisten, weil das Interesse so groß ist. In San Francisco gehören die fahrerlosen elektrischen Jaguar-Autos von Waymo ungeachtet der Kontroverse um Cruise weiter zum Stadtbild.
Tesla kündigt Robo-Taxi für August an
News vom 08.04.2024 von Thomas Kanzler
(dpa) Elon Musk verspricht schon seit Jahren selbstfahrende Teslas - doch bisher blieb es bei einem Assistenzsystem. Nun will er aber im August wirklich ein Robotaxi vorführen.
Tesla will sein seit Langem in Aussicht gestelltes Robotaxi am 8. August vorstellen. Firmenchef Elon Musk kündigte die Präsentation am Freitag auf seiner Online-Plattform X an. Weitere Details gab es zunächst nicht. Das autonome Fahrzeug soll nach früheren Angaben auf einer neuen technischen Plattform basieren, die die Produktion effizienter und kostengünstiger machen soll. Musk verspricht schon seit Jahren, dass Teslas autonom fahren werden - und dies den Wert der Wagen und das Geschäftsmodell radikal verändern werde. Bisher ist die «Autopilot»-Technik in Teslas Elektroautos lediglich ein Fahrassistenz-System, das Kontrolle und Eingreifen durch einen Menschen am Steuer erfordert.
Anders als bereits aktive Robotaxi-Anbieter wie die Google-Schwesterfirma Waymo beteuerte Musk stets, er wolle nur Kameras einsetzen und auf die teureren Laser-Radare verzichten, die die Umgebung von Fahrzeugen abtasten. Dieser Ansatz ist bei Fachleuten umstritten. In der Vergangenheit kam es zu Unfällen, nachdem «Autopilot»-Kameras von der Sonne geblendet wurden - während die Fahrer sich zu sehr auf die Technik verließen.
So soll in Kalifornien demnächst ein Prozess um den Tod eines Tesla-Fahrers im März 2018 in die heiße Phase gehen. Sein Wagen war mit eingeschaltetem «Autopilot»-System auf einem Highway im Silicon Valley gegen einen Betonpoller gefahren. Die US-Unfallermittlungsbehörde NTSB führte das Unglück auf Grenzen des Systems sowie Unachtsamkeit des Fahrers zurück. «Autopilot» sei möglicherweise einer falschen Spurmarkierung gefolgt und habe das Auto bei einer Geschwindigkeit von mehr als 100 Kilometern pro Stunde direkt auf den Poller gesteuert. Der Tesla habe keinen rechtzeitigen Warnhinweis auf ein Hindernis gegeben.
Von wegen "Full Self-Driving" ...
Die Datenaufzeichnungen zeigten, dass der Fahrer die Hände nicht am Steuer gehabt habe. Möglicherweise habe er ein Smartphone-Spiel genutzt. Tesla will in dem Prozess darauf verweisen, dass er abgelenkt gewesen sei. In den USA können Tesla-Fahrer derzeit eine fortgeschrittene «Autopilot»-Version mit der Bezeichnung «Full Self-Driving» (komplett selbstfahrend) testen. Bisher werden die Wagen trotz des Namens auch damit nicht zu autonom fahrenden Autos. Die Menschen am Steuer tragen weiterhin die Verantwortung und auf Videomitschnitten war zu sehen, dass sie immer wieder eingreifen mussten, um Unfälle durch Fehler der Software zu verhindern. Es ist unklar, ob Musk die Robotaxis weiterhin nur mit Kameras fahren lassen will.
Die Tesla-Aktie sprang nach der Ankündigung im nachbörslichen Handel am Freitag um fast vier Prozent hoch. Tesla steht derzeit stärker unter Druck nach einem Rückgang der Auslieferungen im vergangenen Quartal. Der Elektroauto-Pionier spürt vor allem in China die Konkurrenz durch günstigere Modelle chinesischer Hersteller. Nach früheren Worten von Musk könnte die Produktion eines billigeren Tesla-Wagens Ende 2025 beginnen. Nach der Präsentation neuer Tesla-Modelle vergingen in der Vergangenheit mehrere Jahre, bis sie verfügbar waren.
VW plant Testfahrten im fahrerlosen ID Buzz mit Fahrgästen
News vom 25.03.2024 von Thomas Kanzler
(dpa) Im Testbetrieb kurven autonom fahrende Elektro-Bullis bereits durch München und Hamburg. Nun will VW in der Hansestadt auch Fahrgäste an Bord nehmen, zunächst aber nur ausgewählte Probekunden.
Volkswagen Nutzfahrzeuge (VWN) will seinen autonom fahrenden Elektro-Bulli ID Buzz AD erstmals unter realen Bedingungen mit Passagieren an Bord testen.
"In Hamburg wollen wir noch in diesem Jahr Testfahrten für Kundinnen und Kunden anbieten – unter realen Bedingungen" kündigte Volkswagen-Nutzfahrzeuge-Chef Carsten Intra am Donnerstag bei der Jahrespressekonferenz in Hannover an.
Beginnen wolle man damit im zweiten Halbjahr. Zunächst sei es aber nur ein Probebetrieb mit ausgewählten Nutzern. In zwei Jahren soll das Angebot dann bei der Konzerntochter Moia regulär in Betrieb gehen. Testfahrten mit dem zum Robotaxi umgebauten ID Buzz waren bereits 2021 gestartet, zunächst in München, später auch in Hamburg. Die bisherigen Ergebnisse seien sehr ermutigend, sagte Intra.
Bisher kurven die ID Buzz AD genannten Fahrzeuge aber ohne Passagiere durch die Städte. Mit dem Testbetrieb mit ausgewählten Fahrgästen wolle man ausprobieren, wie das Angebot bei normalen Nutzern unter realen Straßenbedingungen ankomme.
"Wenn wir mit den Rückmeldungen zufrieden sind, öffnen wir das dann für alle", so Intra weiter.
Das werde aber noch bis 2026 dauern. Bei den Testfahrten sei zunächst noch ein Sicherheitsfahrer an Bord, der aber nur im Notfall eingreife, sagte Intra. Im Regelbetrieb wolle man dann ganz ohne Fahrer auskommen.
"Dann lassen wir den Sicherheitsfahrer weg", verspricht Intra von VW-Nutzfahrzeuge
Bei dem Projekt arbeitet VW mit der Intel-Tochter Mobileye zusammen, die die Selbstfahrtechnik für den Elektro-Bulli beisteuert. Ein regulärer Verkauf des autonom fahrenden ID Buzz ist früheren Angaben zufolge nicht geplant. Das Fahrzeug sei ausschließlich für Mobilitätsdienste wie Moia gedacht.
Zusammenarbeit mit Mobileye
Bei dem Projekt arbeitet VW mit der Intel-Tochter Mobileye zusammen, die die Selbstfahrtechnik für den Elektro-Bulli beisteuert. Ein regulärer Verkauf des autonom fahrenden ID Buzz ist früheren Angaben zufolge nicht geplant. Das Fahrzeug sei ausschließlich für Mobilitätsdienste wie Moia gedacht.
"Unser Ziel bleibt es, in Großstädten bezahlbare, nachhaltige und für jeden zugängliche Mobilität anzubieten", sagte Intra. "Dafür wandeln wir uns auch selbst - vom reinen Fahrzeughersteller zum Mobilitätsanbieter."
Bestwerte bei Absatz, Umsatz und Gewinn Im vergangenen Jahr konnte die VW-Transportersparte Bestwerte bei Absatz, Umsatz und Gewinn verbuchen, laut Intra das Beste in der Geschichte der Marke.
Gegenüber dem schwachen Vorjahr, als Lieferengpässe und Teilemangel auf die Produktion drückten, stieg der Absatz um ein Viertel auf knapp 410 000 Fahrzeuge, darunter gut 29 000 ID Buzz. Damit komme man bereits auf mehr als sieben Prozent Elektro-Anteil. Der Umsatz stieg um ein Drittel auf 15,3 Milliarden Euro, der operative Gewinn erhöhte sich von 529 auf 873 Millionen Euro. 2024 werde deutlich schwieriger werden, fügte Intra hinzu. Die Märkte entwickelten sich insgesamt zurückhaltend oder rückläufig. Für frische Impulse sollen zahlreiche Modelle sorgen, die VWN in diesem Jahr an den Start schicken will. Dazu gehöre der neue VW Transporter, der erstmals zusammen mit Ford entwickelt wurde und im September auf der IAA Transportion in Hannover enthüllt werden soll.
Mob zündet Waymo-Robotaxi an
News vom 12.02.2024 von Thomas Kanzler
Ein selbstfahrendes Taxi der Google-Tochterfirma Waymo wurde in San Francisco Opfer von Vandalismus und in Brand gesetzt.
Auf im Internet veröffentlichten Videos ist zu sehen, wie mehrere Personen zunächst die Fenster des fahrerlosen Robotaxis einschlugen und es anschließend mithilfe eines Feuerwerkskörpers anzündeten. Zum Zeitpunkt des Vorfalls befanden sich keine Fahrgäste im Fahrzeug.
Der Vorfall ereignete sich am Samstagabend im Stadtteil Chinatown, als das Robotaxi aufgrund von Feierlichkeiten zum chinesischen Neujahrsfest in einer Menschenmenge steckenblieb. Die Präsenz selbstfahrender Autos in San Francisco ist umstritten, da Kritiker und Behörden häufige Verkehrsblockaden durch diese Fahrzeuge bemängeln.
GM-Tochter Cruise pausiert bei den autonomen Taxis
Im vergangenen Jahr wurde San Francisco zu einem Testfeld für selbstfahrende Taxis. Waymo und die General-Motors-Tochter Cruise erhielten im Sommer die Erlaubnis, ihre fahrerlosen Beförderungsdienste im gesamten Stadtgebiet anzubieten, obwohl die lokale Stadtverwaltung und zahlreiche Einwohner dagegen waren.
Ein Unfall im Oktober, bei dem eine Fußgängerin von einem Auto mit einem Menschen am Steuer angefahren und vor ein Cruise-Robotaxi geschleudert wurde, verstärkte die Kontroverse um die Verkehrssicherheit selbstfahrender Fahrzeuge. General Motors reagierte auf den Vorfall, indem sie die Führung bei Cruise austauschten und die Fahrzeuge vorübergehend aus dem Verkehr nahmen. Die Entwickler selbstfahrender Autos betonen jedoch, dass ihre Fahrzeuge
Taxi-Bundesverband frohlockt über Broschüre des Umweltbundesamts
News vom 05.12.2023 von Dietmar Fund
Sehr zur Freude des Bundesverbandes Taxi und Mietwagen e.V. (BVTM) warnt das Umweltbundesamt in einer neuen Broschüre vor einem unregulierten Markt für plattformbasierte Robotaxis.
Wie man aus einer Pressemitteilung von Michael Oppermann, Geschäftsführer des Bundesverbandes Taxi und Mietwagen e.V. (BVTM), herauslesen kann, schlägt das Umweltbundesamt in seiner neuen Broschüre mit dem Titel „Digitalisierung und Automatisierung im Verkehr“ eine Reihe von Maßnahmen zur Regulierung neuer Mobilitätsformen vor. Dafür zitiert Oppermann unter anderem folgende Aspekte:
- Beschränkungen der Vermittlung von Mobilitäts- bzw. zusätzlichen Servicedienstleistungen, die dauerhafte Effekte auf die ökologische Nachhaltigkeit haben
- Vermeidung einer Verlagerung von Rad- und Fußverkehr in den plattformvermittelten motorisierten Verkehr (insbesondere taxiähnliche Fahrdienste) z. B. durch Vorgabe von Mindesttransportweiten
- Festlegung des Verhältnisses von Mobilitätsanbietern und Betreibern bzw. Vermittlern auf Mobilitätsplattformen
- Verhinderung einer marktbeherrschenden Position eines oder weniger, insbesondere privatwirtschaftlicher Betreiber von Mobilitätsplattformen zur Vermeidung von Transportpreis- oder Angebotsvorgaben der Plattformbetreiber an die Anbieter
- Gleichberechtigter Zugang: Mobilitätsvermittlung auch auf analoge Weise
- Vergabe von Lizenzen/Konzessionen oder öffentliche Bestellung von Mobilitätsplattformen“
Der BVTM-Geschäftsführer wertet die Aussage der Studie als Warnung vor Uber. Er verknüpft seinen Hinweis mit dem Appell an die Städte, jetzt Mindestpreise für Mietwagen einzuführen und damit nicht erst bis zum Auftauchen autonom fahrender Fahrzeuge zu warten. Nur dann behielten sie das Heft in der Hand und könnten das Mobilitätsangebot vor Ort gestalten. Die Veröffentlichung des Umweltbundesamtes sei ein wissenschaftlicher Beleg dafür, dass eine solche Regulierung angezeigt sei.
Interessierte Leserinnen und Leser können die Broschüre des Umweltbundesamtes als pdf-Datei im Download-Bereich dieser Meldung herunterladen.
GM stoppt Robotaxi-Programm Cruise
News vom 08.11.2023 von Redaktion (allg.)
Aufgrund der Entscheidung der kalifornischen Verkehrsbehörde, Cruise das Fahren von Autos ohne Sicherheitsfahrer auf die Straßen von San Francisco zu verbieten, hat General Motors das Programm erst einmal gestoppt. Auch die Produktion von Robo-Fahrzeugen steht auf der Kippe.
Die Produktion der Fahrzeuge mit dem Namen "Origin", die ursprünglich in Kooperation mit Honda entwickelt wurden, ist nach der Fertigung einer begrenzten Anzahl von Vorserien-Fahrzeugen vorläufig gestoppt worden. Dieser Produktionsstopp wurde von einem Sprecher von General Motors am Dienstag angekündigt, ohne genaue Angaben darüber zu machen, wann die Produktion wieder aufgenommen werden könnte. Die Fahrzeuge des Typs Origin, die ohne Lenkrad und Pedale konzipiert sind, sollten in der Zukunft auch in Japan eingesetzt werden. Diese rechteckigen Fahrzeuge mit Schiebetüren sind speziell darauf ausgerichtet, keinen Platz für einen menschlichen Fahrer vorzusehen.
Unfälle mit Fußgängern
Die Entscheidung der kalifornischen Verkehrsbehörde, Fahrten ohne Sicherheitsfahrer aufgrund von zwei Unfällen mit Fußgängern zu verbieten, war ein entscheidender Wendepunkt. Dies führte dazu, dass Cruise nicht nur den fahrerlosen Betrieb in San Francisco, sondern auch an anderen Standorten vorübergehend einstellen musste. Im Gegensatz dazu erlaubt die Behörde weiterhin Fahrzeuge des Konkurrenten Waymo, ohne Fahrer durch San Francisco zu fahren.
Insbesondere der Unfall Anfang Oktober, bei dem eine Frau von einem Cruise-Fahrzeug erfasst und mehrere Meter mitgeschleift wurde, war der Auslöser für das Verbot. Laut dem Unfallbericht wurde die Fußgängerin zuerst von einem anderen Fahrzeug mit einem menschlichen Fahrer angefahren und dann vor das selbstfahrende Auto geschleudert. Obwohl das selbstfahrende Auto unverzüglich bremste, konnte es den Zusammenstoß nicht mehr verhindern.
Fehlverhalten des Fahrzeugs am Unfallort
Die Verkehrsbehörde kritisierte vor allem das Verhalten des Robotaxis nach dem Unfall. Obwohl das Fahrzeug zunächst stoppte, versuchte es danach, an den Straßenrand zu fahren. Währenddessen wurde die unter dem Wagen eingeklemmte Frau etwa sechs Meter mitgeschleift, und das Fahrzeug erreichte eine Geschwindigkeit von rund elf Kilometern pro Stunde.
Des Weiteren stieß die Verkehrsbehörde auf Missverständnisse in der Darstellung des Unfalls seitens Cruise. Das Unternehmen wird nun aufgefordert, die anfängliche Kommunikation mit den Behörden nach dem Unfall zu überprüfen.
Was geschieht mit dem Ridehail-Projekt in Japan?
Erst Mitte Oktober hatte GM zusammen mit Honda angekündigt, den autonomen Fahr- Service nach Japan zu bringen. In einem Pressetext von GM heißt es, dass die Chancen für den autonomen Fahrdienst besonders in Japan hoch seien. Japan habe das Potenzial, einer der größten fahrerlosen Ridehail (Fahrdienst)-Märkte der Welt zu werden, da in großen Städten eine hohe Nachfrage nach Taxis bestehe. Außerdem sei in der Region ein wachsender Bedarf an neuen Verkehrsmitteln auszumachen, da immer weniger Fahrer zur Verfügung stünden und der Bedarf an barrierefreien Verkehrsmitteln steige.
Um diese Bedürfnisse zu befriedigen, werde das Joint Venture den Origin nutzen, ein von GM, Cruise und Honda gemeinsam entwickeltes Fahrzeug, das speziell für den autonomen Transport konzipiert ist. Das Fahrzeug biete sechs Fahrgästen Platz, die sich von Angesicht zu Angesicht gegenübersitzen können, und ermögliche den Kunden so eine neue Art des komfortablen Reisens.
„GM hat schon immer in die Zukunft des Transportwesens investiert, und das gilt heute mehr denn je", sagte die GM-Vorsitzende und CEO Mary Barra im Oktober. „Die Vorteile von AVs - von der Sicherheit bis zur Zugänglichkeit - sind zu tiefgreifend, um sie zu ignorieren, und durch diese wichtige Partnerschaft mit Cruise und Honda bringen wir Innovationen voran, die unsere Expertise in modernster Software und Hardware nutzen, um mehr Menschen auf der ganzen Welt zu helfen, dorthin zu kommen, wo sie hinmüssen."
Robotaxifertigung in den USA geplant
Bei der Entwicklung des Origin hätten GM, Cruise und Honda jeweils ihre Fähigkeiten und Talente in den Fertigungs-, Software- und Entwicklungsprozess eingebracht, erklärte Barra weiter. GM werde etwa 500 Origins für den Start dieses neuen JV in der Factory ZERO Detroit-Hamtramck Assembly in Michigan herstellen, der Startrampe für GMs Mehrmarken-EV- und AV-Zukunft.
Baidu Apollo RT6 Robotaxi: Reif für die Serie?
News vom 18.08.2022 von Redaktion (allg.)
Baidu hat in China mit dem Apollo RT6 einen neuen autonom fahrenden Stromer präsentiert, der auf Taxi-und Ride-Hailing-Einsätze optimiert wurde.
Optisch sieht er gar nicht so spektakulär aus: Der Baidu Apollo RT6 könnte auch ein gelifteter Schiebetüren-Van der 1990er-Jahre sein. Dabei steht RT6 bereits für die sechste Generation von Robo-Taxis. Präsentiert wurde das Modell auf der "Baidu World 2022" – immerhin handelt es sich bei Baidu um den größten Suchmaschinenanbieter Chinas.
Der Apollo RT6 ist ein autonomer Van, der stringent für den Einsatz in Taxi- und Shuttle-Flotten konzipiert wurde. Im Fond erleichtern Schiebetüren den Zustieg, Steuerelemente gibt es keine mehr. So sollen bis zu vier Fahrgäste im RT6 mitfahren können. Statt einem Cockpit gibt es in Reihe eins Ruhe und freie Sicht oder eine Bespaßung per Konsole.
Unter einer Klappe verbirgt sich eine Notfallsteuerung
Im Notfall können aber Lenkrad und Pedale ausfahren, mit denen ein vorn Sitzender (so er denn noch Auto fahren kann) selbst die Kontrolle übernehmen kann, womit Baidu den Apollo nach Level 4 qualifiziert. Einen Großteil der Sensorik hat Baidu im Dach zusammengefasst. Zudem nutzt man auch hochauflösende Navigationskarten.
Insofern beschränkt sich das Einsatzgebiet der Robo-Taxis noch auf die entsprechend digitalisierten Gebiete, zumindest wenn Kollege Computer steuert. Der Baidu-eigene Ride-Hailing-Dienst Apollo Go, in dessen Rahmen autonome Autos eingesetzt werden, operiert aktuell in Teilen der chinesischen Metropolen Guangzhou, Peking, Shanghai und Shenzen.
Baidu plant, perspektivisch mehrere zehntausend autonom fahrende Autos in China auf die Straße zu bringen. Solche Skalierungseffekte sollen die (noch zu hohen) Preise senken. Pläne für einen Export gab Baidu nicht bekannt.
Hyundai Ioniq 5 Robotaxis ab 2023 in Las Vegas unterwegs
News vom 12.05.2022 von Redaktion (allg.)
Das amerikanischen Unternehmen für fahrerlose Technologie Motional und Hyundai Motor entwickeln zusammen ein autonomes Taxi auf Basis des Inoiq 5. 2023 soll bereits mit der Beförderung von Fahrgästen in der Zocker-Metropole begonnen werden.
Das vollelektrische Robotaxi auf Basis des Hyundai Ioniq 5 wurde erstmals auf der IAA Mobility 2021 in München vorgestellt. Heute hat Hyundai die globale Kampagne "Innovation Begins, from Very Human Things" gestartet, um ihre Vision von selbstfahrenden Robotaxis vorzustellen.
Level 4 Taxi für große Städte
In Zusammenarbeit mit Motional, einem laut den Koreanern weltweit führenden Unternehmen im Bereich autonomes Fahren, hat Hyundai den das Fahrzeug mit spezieller Hard- und Software ausgestattet, die hochautomatisiertes Fahren der SAE-Stufe 4 und einen sicheren fahrerlosen Betrieb ermöglichen soll. Motional wird ab 2023 in Zusammenarbeit mit Ride-Hailing-Diensten die entsprechenden Fahrzeuge in großen Städten der USA einsetzen.
Videos zeigen „menschliches“ Verhalten des Robotaxis
Die Vision von Hyundai für Technologien und das Kundenerlebnis spiegelt sich in der Aussage wider, dass sich das Ioniq 5 Robotaxi „zwar ohne menschlichen Fahrer fortbewegt, aber eine Mobilitätslösung mit Menschlichkeit im Inneren ist". Hyundai verfolgt das Ziel, dass das Robotaxi vollständig autonom wird und gleichzeitig eine menschliche Note behalten soll. Diesen Anspruch stellt Hyundai mit zwei Videos der kürzlich gestarteten Kampagne "Innovation Begins, from Very Human Things" dar.
Die Werbe-Videos zeigen, wie die Robotaxis sicheres Fahrverhalten an den Tag legen und sich um die Fahrgäste kümmern. Eine Ingenieurin, die in die Entwicklung des Ioniq 5 Robotaxis eingebunden ist, wird von ihren Kindheitserinnerungen an ihren Vater inspiriert. Dieser war immer vorsichtig und rücksichtsvoll im Straßenverkehr unterwegs. Sie überträgt sein Fahrverhalten auf die Sicherheitstechnologien für das Robotaxi, das später im Video beim Anhalten für einen Radfahrer, und für Einsatzfahrzeuge sowie beim sicheren Abbiegen nach links bei Gegenverkehr zu sehen ist.
Unterwegs behütet wie von besorgten Eltern
Eine roboterbegeisterten Teenagerin unternimmt nach der Schule mit ihren Freundinnen eine Fahrt mit dem Ioniq 5 Robotaxi. Eine der Freundinnen löst den Sicherheitsgurt während der Fahrt, woraufhin das autonome Fahrzeug sie im Infotainment-System darauf hinweist, sich wieder anzuschnallen, ähnlich wie es Eltern tun würden. So möchte Hyundai demonstrieren: Fahrgäste vom Jugendlichen über eingeschränkte bis hin zu älteren Menschen sind im Robotaxi jederzeit sicher unterwegs.
Hyundai und Motional planen, im Jahr 2023 mit der Beförderung von Fahrgästen im Robotaxi Ioniq 5 zu beginnen, zunächst in Las Vegas und dann in weiteren Großstädten in den USA und später weltweit.
Was bedeutet das?
Motional hat die erste vollautonome Fahrt quer durch die USA unternommen und das weltweit erste Robotaxi-Pilotprojekt auf die Beine gestellt. Mit der Zusammenarbeit mit Hyundai kommt jetzt der nächste Schritt - das erste kommerziell nutzbare Fahrzeug. Noch ist es schwer vorstellbar, dass in engen europäischen Städten Roboraxis zurechtkommen. Allerdings, freundlicher als viele Taxi-Fahrer scheint das Robotaxi schon mal zu sein….
Hyundai: Ab 2035 nur noch Zero-Emission-Verkäufe in Europa
News vom 04.02.2022 von Redaktion (allg.)
Hyundai Deutschland-Geschäftsführer Jürgen Keller machte eine Deutschland-Tour, um die 2021er-Zahlen zu überbringen und einen Ausblick auf die Zukunft zu geben.
Hyundai plant dezent, aber konsequent: Bis 2030 sollen 30 Prozent aller weltweiten Verkäufe „Zero Emission“ sein, bis 2040 will man dann 80 Prozent weltweit als Brennstoffzellen- und Batterieelektriker verkaufen. In Europa soll schon 2035 Schluss sein mit den Verbrennern. Dann sollen alle Hyundais Brennstoffzelle oder Batterieelektriker sein. Ebenfalls weiter treiben will man die Themen Autonomes Fahren und Robotik. Ab 2023 soll in Kalifornien der Ioniq 5 als Robotaxi nach Level 4 den Dienst bei Motional aufnehmen. Dazu investiert man in grünen Wasserstoff, V2G bei künftigen Stromern, das Recycling von alten Akkus und in die Nutzung erneuerbarer Energien an allen Hyundai-Standorten.
Der Ioniq 6 kommt Ende 2022
Soweit der grobe Ausblick, den Keller konkretisierte: Bis 2025 will man 12 zusätzliche Stromer vorstellen, darunter den neuen Kona e, den Ioniq 6 und Ioniq 7, während der Staria auch als Brennstoffzellenversion kommen könnte. Der Ur-Ioniq wird dagegen ohne Nachfolger auslaufen und Märkte wie Asien und die USA dürften weitere eigene Stromer bekommen. Damit peilt man bis 2040 angestammten EV-Markt zehn Prozent Marktanteil an, in Deutschland schaffte man 2021 bereits 7,5 Prozent mit Kona e, Ioniq, Ioniq 5 und dem Nexo. Oder anders ausgedrückt: Bis 2025 will man weltweit 670.000 Elektromodelle verkaufen, unter ihnen 110.000 Brennstoffzellenmodelle.
Auch Absatz und Marktanteil in Deutschland legten weiter zu: Von 2020 mit 105.051 Einheiten auf 106.620 Hyundai in 2021. Was bei einem um 10,1 Prozent geschrumpften Gesamtmarkt einen neuen Rekordmarktanteil von 4,1 statt 3,6 Prozent in 2020 bedeutete. Die Tendenz hält an: Laut Keller sammelt man monatlich seit rund acht Monaten in Folge immer rund 10.000 Bestellungen ein, womit Hyundai 2022 die 2021er-Zahlen erneut überbieten könnte, sofern man halbwegs lieferfähig bleibt.
Das Flottengeschäft wird wichtiger
Auch bei Flotten legte man weiter zu: Von 1,4 auf 2,4 Prozent Marktanteil. Wobei der Anteil alternativer Antriebe (BEV, HEV und PHEV) hier mit 62 Prozent sehr hoch lag. Abgesetzt werden die Modelle weiter vorwiegend über Leasing, seit 2021 kommen über 1000 Autos im Abo hinzu. Am Aboprogramm beteiligen sich derzeit 225 Händler – das Händlernetz selbst bleibt mit 535 Standorten in etwa gleich groß, damit decke man Deutschland laut Keller „gut“ ab. Stolz ist er auch darauf, dass es 2021 nur wenig Veränderungen gab, was die Zufriedenheit der Händlerschaft zeige: Es gab 21 neue Standorte, für 2022 plant man abermals mit rund 20 neuen Standorten. Stolz ist Keller auch auf die mittlerweile 2.160 Mitarbeiter in Deutschland, die Hyundai Motor beschäftigt. Damit sei man größter Arbeitgeber unter den Importeuren. Auch die Aftersales-Umsätze gefallen Keller. Man spüre jetzt, dass Hyundai in Deutschland mehr Autos auf der Straße habe. In Zahlen: Mit Zubehör machte man 2021 rund 5,3 Prozent mehr Umsatz als im Vorjahr, mit Originalteilen gar 11,0 Prozent, wobei die teils auch dramatisch teurer wurden. Mit gewachsen ist auch die Umsatzrendite der Händler, die bei rund 1,9 bis 2,0 Prozent liegt. Hier hilft laut Keller auch, dass Hyundai tendenziell immer höherpreisige Autos verkauft.
Dazu gehören neben den elektrifizierten Modellen auch die sportlichen N-Modelle, die trotz CO2-Bestimmungen immer weiter ausgebaut werden, während andere Konzerne ihre Sportmodelle deshalb kappen müssen. Warum? „Weil wir es können“, freut sich Keller: In Deutschland kam die Hyundai-Flotte 2021 auf günstige 92 g/km CO2-Ausstoß.
2022 bezeichnet er dann als Ioniq.Jahr: Der Ioniq 5 geht ins erste volle Jahr und zum Jahresende kommt noch er teurere Ioniq 6 oben drauf, während das Groß-SUV Ioniq 7 eher erst 2024 folgen dürfte. Ob die Kunden „Ioniq“ als eigene Submarke bewusst so wahrnehmen ist Keller dabei „letztlich egal“: Hauptsache, sie seien zufrieden – so wie es mit den 2021er-Zahlen ist.
Sixt macht mit autonomen Fahrzeugen Taxis Konkurrenz
News vom 08.09.2021 von Dietmar Fund
Die Fahrzeuge des Kooperationspartners Mobileye sollen ab 2022 in München erprobt und danach über die Apps von Sixt und Moovit gebucht werden können.
Als Teil des Ridehailing-Dienstes Sixt Ride möchte der zum Mobilitätsanbieter mutierte Autovermieter ab 2022 in München autonom fahrende Robotaxis von Mobileye erproben. Danach sollen sie über die Mobilitätsplattform One von Sixt und über deren Sixt App sowie über Moovit buchbar sein. Das haben Alexander Sixt, der mit seinem Bruder die Geschäfte leitet, und Intel-Chef Pat Gelsinger am 7. September 2021 auf der IAA mobility verkündet. Zu Intel gehört das Unternehmen Mobileye.
Alexander Sixt sprach in diesem Zusammenhang von „innovativer und digitaler Premium-Mobilität“. Das Ziel sei, „Mitfahrdienste“ auf Basis selbstfahrender Fahrzeuge in Deutschland und in weiteren Ländern Europas „im Laufe dieses Jahrzehnts“ aufzubauen.
Mobileye präsentierte auf der Mobilitäts-Show die Fahrzeuge, die serienmäßig in Deutschland produziert und eingesetzt werden sollen. Gezeigt wurde ein Fahrzeug, das mit dem Selbstfahr-System Mobileye Drive ausgestattet war. Es handelt sich laut Sixt um einen ES8 des chinesischen Herstellers NIO mit 100 kWh-Batterie, die für den Ganztagesbetrieb ausreichen soll.
Erste Projekte mit Fahrgästen sollen im Jahr 2022 in München starten. Nach einer behördlichen Genehmigung sollen die Robotaxi-Dienste in den Regelbetrieb übergehen. Eigentümer der Robotaxi-Flotte ist Mobileye, während Sixt für die Bereitstellung und die Wartung der Fahrzeuge sowie für den Betrieb verantwortlich ist.
Die deutsche Niederlassung Mobileye Germany GmbH hat ihren Sitz in Düsseldorf. Das 1999 in Israel gegründete und seit 2017 zu Intel gehörende Unternehmen ist vor allem für seine Kamerasensorik und für verschiedene Fahrerassistenzsysteme bekannt.
IAA Mobility 2021: Hyundai Ioniq 5 wird zum Robotaxi
News vom 31.08.2021 von Redaktion (allg.)
Das auf Level 4 autonom fahrende E-CUV sichert mit mehr als 30 Sensoren die Fahrt ab. Das Ergebnis des Joint Ventures Motional zwischen Hyundai und Aptiv soll zügig kommerzialisiert werden.
Der koreanische Automobilhersteller Hyundai und Motional, ein nach eigenen Angaben weltweit führendes Unternehmen im Bereich autonomes Fahren, haben zur IAA Mobility die Enthüllung des IONIQ 5 Robotaxi angekündigt. Basierend auf dem rein elektrischen E-Modell, das seit Juni auf dem deutschen Markt angeboten wird, will man hier ein Fahrzeug auf SAE-Level 4 realisiert haben, das sicher ohne Fahrer betrieben werden kann. Das Ioniq-5-Robotaxi ist außerdem Motionals erstes kommerzielles Fahrzeug und stelle einen Meilenstein in der Entwicklungsplanung des Unternehmens dar, so der Hersteller. Der Robotaxi-Spezialist will 2023 damit beginnen, Fahrgäste mit dem Hyundai-Modell im Rahmen einer Kooperation mit dem Ride-Hailing-Dienst Lyft zu befördern.
Als autonomes Fahrzeug erkennbar
Die Technologie des Fahrzeugs soll nach Außen sichtbar werden. So wurde das Sensorpaket des Fahrzeugs nicht versteckt untergebracht, sondern deutlich sichtbar übers Exterieur verteilt, um für eine Unterscheidung im Verkehr zu sorgen. Die über 30 Sensoren aus Kameras, Radar und Lidar sollen eine zuverlässige 360-Grad-Erkennung der Umgebung sicherstellen, hochauflösende Bilder liefern und auch Objekte in sehr großer Entfernung erkennen. Damit will man einen störungsfreien autonomen Betrieb in verschiedenen Umgebungen möglich machen. Der Anbieter wartet mit seiner Technologie auf, die mit Daten aus dem realen Straßenverkehr mehrerer Jahrzehnte angelernt worden sei und auf komplexe Situationen meistern soll, heißt es weiter.
Basis bildet das Serienfahrzeug auf der Electric Global Modular Platform (E-GMP), die Passagieren einen geräumigen Innenraum bieten soll. Ebenso verfügt das Fahrzeug über eine Reihe von Schnittstellen, mithilfe derer die Passagiere intuitiv mit dem E-CUV interagieren können, beispielsweise um das Robotaxi zu einem Extra-Stopp zu bewegen.
Hard- und Software gehen Hand in Hand
Das von Beginn an für den fahrerlosen Betrieb konstruierte IONIQ 5 Robotaxi sei in einer Partnerschaft von Hyundai und Motional entstanden, bei dem die Koreaner die Forschungs- und Entwicklungskapazitäten sowie auf sein Know-How in Sachen weltweiter Fahrzeugfertigung einbrachte und Motional die fahrerlosen Technologien beisteuerte. Im Ergebnis sollen Hardware und Autonomie-Software synchronisiert zusammenarbeiten. Die ultraschnellen Ladezeiten und die hohen Reichweiten der E-GMP sollen ein weiterer Aspekt für den erfolgreichen Betrieb sein, zudem sei das Konzept weltweit skalierbar, ebenfalls wichtig für einen rentablen Einsatz der teuren Technologie.
Doppelt hält besser: Alle Funktionen mit Redundanzen abgesichert
Jede Funktion, sei es Navigation, Lenkung, Bremsen oder Antrieb, verfügt über Sicherheitsredundanzen, um stets eine sichere und störungsfreie Fahrt zu ermöglichen, wirbt der Hersteller um Vertrauen. Motional biete ebenfalls eine ferngesteuerte Unterstützung des Fahrzeugs an, sollte das Robotaxi einmal auf ungewöhnliche Straßenverhältnisse treffen, zum Beispiel bei einer Streckensperrung wegen einer Baustelle.
Joint-Venture bündelt Kompetenzen
Motional wurde im März 2020 gegründet und ist ein Joint Venture zwischen der Hyundai Motor Group und Aptiv, einem Technologieführer in fortschrittlicher Sicherheit, Elektrifizierung und Fahrzeug-Konnektivität. Das Team von Motional habe seine Expertise in fahrerloser Technologie über Jahrzehnte aufgebaut und verfüge gleichzeitig über eine nach eigener Ansicht konkurrenzlose Erfahrung bei kommerziellen Robotaxi-Diensten. Das Unternehmen habe im Netz von Lyft in Las Vegas bereits Hunderttausende Passagiere mit seinem selbstfahrenden Dienst befördert und sei zudem die einzige Firma ihrer Art, die mit zwei großen Ride-Hailing-Unternehmen zusammenarbeitet: Lyft und Via. In diesem Zuge startet 2023 im Lyft-Netz ein vollständig fahrerloser Service. Ioniq-Robotaxis werden über verschiedene Städte der USA verteilt und markieren damit einen Wendepunkt für autonomes Fahren und legen Grundstein dafür, Robotaxis weltweit zu etablieren, glaubt der Anbieter.
Volvo kooperiert mit DiDi für Robotaxis
News vom 19.04.2021 von Redaktion (allg.)
Die Partnerschaft soll der Auftakt für eine langfristige Zusammenarbeit sein, um Robotaxis marktreif zu machen. Erste Tests mit umgerüsteten SUV XC90 in Shanghai verliefen dem Vernehmen nach erfolgreich.
Die schwedische Tochter des chinesischen Geely-Konzerns Volvo Cars hat eine weitere Forcierung des automatisierten Fahrens angekündigt. Im Rahmen einer strategischen Kooperation will man an DiDi Autonomous Driving, der für autonomes Fahren zuständigen Unternehmenssparte der chinesischen Mobilitäts-Technologieplattform DiDi Chuxing, autonom fahrende Autos auf Basis des Vollformat-SUV Volvo XC90 liefern. Die Fahrzeuge sollen künftig in einer selbstfahrenden Testflotte zum Einsatz kommen und sind speziell umgebaute Modelle, die mit notwendigen Assistenz- und Unterstützungssystemen zum automatisierten Lenken und Bremsen ausgerüstet sind. Zusammen mit dem chinesischen Partner werde zusätzliche Soft- und Hardware integriert, um das Fahrzeug vollständig auf das autonome Fahren vorzubereiten, heißt es weiter. Als eines der ersten Fahrzeuge überhaupt verfüge das Oberklasse-SUV etwa über die neue Hardware-Plattform des Unternehmens namens DiDi Gemini.
Perspektive: Startschuss für langfristige Partnerschaft
Die Kooperation stärke die Position von Volvo Cars als bevorzugtem Partner und Anbieter von Fahrzeugen für selbstfahrende Flotten, befindet man in Göteborg. Verantwortlich zeichnen insbesondere die außergewöhnliche Expertise und Erfahrung des Unternehmens bei der automobilen Sicherheit. Die Kombination der Assistenz- und Sicherheitssysteme mit dem Selbstfahrsystem von DiDi Autonomous Driving prädestinierten das Fahrzeug als Robotaxi, letzten Endes ohne Fahrer, der notfalls eingreift, skizzieren die Schweden weiter. Man strebe von der jetzigen Vereinbarung zudem eine langfristige Partnerschaft an. DiDi wolle seine autonomen Testflotten in China und den USA sukzessive ausbauen und den kommerziellen Robotaxi-Betrieb erweitern. Als Technologieplattform für „Shared Mobility“ nutzt das Unternehmen seine Expertise im Netzwerkbetrieb und seinen großen Bestand an realen Fahrdaten, um in Zusammenarbeit mit Automobilherstellern kommerzielle autonome Transportdienste zu entwickeln.
Erste erfolgreiche Tests
Volvo Cars habe den Chinesen im Jahr 2020 bereits mehrere Volvo XC60 für ein Pilotprogramm in Schanghai zur Verfügung gestellt. In bestimmten Regionen der chinesischen Metropole konnten Nutzer der DiDi-App eine Fahrt mit den autonom fahrenden Robotaxis buchen. Die Fahrzeuge wurden dabei aber von einem Sicherheitsfahrer und einem Ingenieur begleitet, schildert der Anbieter.
„Die strategische Zusammenarbeit mit DiDi Autonomous Driving ist eine weitere Bestätigung unserer Ambition, der Partner der Wahl für Ride-Hailing-Unternehmen weltweit zu werden. Die Kombination des expandierenden Robotaxi-Programms von DiDi mit unseren sicheren Autos ist perfekt, um das Vertrauen der Nutzer in autonomes Ride-Hailing zu stärken“, unterstrich Håkan Samuelsson, Präsident und CEO von Volvo Cars.
Durch den Ausbau von Partnerschaften mit Automobilunternehmen wolle man geteilte, elektrische und autonome Fahrzeugnetzwerke für zukünftige urbane Transportsysteme etablieren, um die höchsten Sicherheits- und Nachhaltigkeitsstandards zu erreichen, skizziert Bob Zhang, CEO von DiDi Autonomous Driving und CTO von Didi Chuxing. Er verweist darauf, dass die neue selbstfahrende Hardware-Plattform bereits entscheidende Verbesserungen aus dem Testbetrieb in Schanghai beeinhalte. Ride-Hailing-Unternehmen auf der ganzen Welt erweiterten derzeit ihre Flotten um vollautonome und sichere Autos.
Kinder sollten auch in Robotaxis gesichert werden
News vom 15.01.2020 von Dietmar Fund
Der ehemalige Unfallforscher Prof. Dr. Klaus Langwieder plädierte auf einer von ihm geleiteten Konferenz dafür, bei der Entwicklung von Robotaxis auch an die Kindersicherung zu denken.
Auch in fahrerlosen, langsam fahrenden „People Movern“ oder „Robotaxis“ sind Kindern im Mischverkehr mit deutlich schneller fahrenden konventionellen Autos den gleichen Risiken ausgesetzt wie heute. Deshalb sollten Experten für die Kindersicherung die Entwicklung solcher autonom fahrenden Fahrzeuge von Anfang an begleiten. Das forderte Prof. Dr. Klaus Langwieder am 14. Januar 2020 als langjähriger Leiter der Fachkonferenz „Protection für Children in Cars“, die zum 17. Mal beim TÜV SÜD in München stattfand.
Laut Langwieder gibt es derzeit noch keine Kindersitze für Fahrzeuge, deren Innenraumkonzepte den Wechsel zwischen verschiedenen Sitzpositionen zulassen. Nach Ansicht etlicher Experten seien auch Fehlbedienungen zu befürchten.
Bei der diesjährigen Konferenz diskutierten 150 Experten aus 23 Ländern aus allen Kontinenten über die Kindersicherheit. Den heutigen Kindersitzen bescheinigten sie einen hohen Standard, der zu weniger Fehlbedienungen führe. Diesen Standard gelte es auch bei der Entwicklung hin zum fahrerlosen Fahren und bei Fahrdiensten wie Uber sowie beim Carsharing zu halten.
VW: Die „Nutzlosen“ oder „Nutzis“ machen sich autonom nützlich
News vom 30.10.2019 von Dietmar Fund
Im Volkswagen-Konzern wird Volkswagen Nutzfahrzeuge die Leitmarke für autonomes Fahren, die auch Robotaxis entwickeln soll.
Volkswagen Nutzfahrzeuge in Hannover ist im Volkswagen-Konzern Leitmarke für Autonomes Fahren, Mobility as a service und Transport-as-a-service. Das hat der Konzern am 28. Oktober 2019 im Zusammenhang mit der Gründung der Tochtergesellschaft Volkswagen Autonomy (VWAT) GmbH verkündet. Die VWAT GmbH hat ihren Sitz zunächst in München und in Wolfsburg. Ihre Leitung übernimmt Alexander Hitzinger, der auch Markenvorstand für Technische Entwicklung bei Volkswagen Nutzfahrzeuge ist.
Diese Dinge haben Tageszeitungen und Wirtschaftsblätter bereits gemeldet. Etwas untergegangen ist dabei eine für Taxi- und Mietwagenunternehmer wichtige Botschaft: Die Leitmarke Volkswagen Nutzfahrzeuge soll „Special Purpose Vehicles (SPV)“ entwickeln, zu denen auch Robo-Taxis gehören. Sie sollen zu den ersten Anwendungen des Autonomen Fahrens gehören. Zu den damit verbundenen Zeitplänen schreibt der Konzern noch nichts.
Den Begriff „Robo-Taxis“ konnte Johann Jungwirth gar nicht leiden, der einige Zeit lang für das Autonome Fahren und seine ersten Anwendungen im Volkswagen-Konzern verantwortlich war. Aber der ist inzwischen wieder weg.
Leider gilt dies auch für Jörg A. Gülke, der sich als Taxi-Ansprechpartner für die Pkw von Volkswagen mehrere Jahre lang einen guten Ruf in der mobilen Branche erworben hatte und sich immer despektierlich über die damals intern betriebswirtschaftlich umstrittenen „Nutzlosen“ aus Hannover geäußert hatte. Freilich musste er sich auch noch nicht mit Joachim Flämig als gleichermaßen engagiertem Kollegen für die inzwischen sehr nützlichen Taxis auf Nutzfahrzeug-Basis messen. Inzwischen reden auch die Pkw-Kollegen lieber liebevoll von den „Nutzis“.
Renault erprobt den Zoe als Robo-Taxi
News vom 21.10.2019 von Dietmar Fund
Das Elektroauto wird jetzt mit speziellen Türen als Robo-Taxi erprobt.
Bis zum 8. November führt Renault einen vierwöchigen Ridesharing-Feldversuch mit zwei voll automatisiert fahrenden Elektroautos vom Typ Zoe auf dem weitläufigen Gelände der Universität Saclay südlich von Paris durch. Die Karosserie der Fahrzeuge unterscheidet sich auf der Beifahrerseite von den Serienfahrzeugen. Das eine Modell hat eine Scherentüre über die ganze Beifahrerseite. Beim zweiten soll eine verlängerte Fondtür den Einstieg erleichtern, weil bei ihm auch vis-á-vis gesessen wird.
Auf dem Fahrersitz der beiden Prototypen fährt ein Sicherheitstechniker mit, der notfalls eingreifen kann. Der Personenkreis der Nutzer ist auf 100 Personen beschränkt. Sie können die Fahrzeuge über eine Smartphone-App bestellen, die die Fahrtwünsche dann bündelt. Jeder Fahrgastplatz ist mit einem eigenen Multimediadisplay ausgestattet.
Auf dem Campus der Universität befinden sich laut Renault auch viele Wohn- und Bürogebäude. Die Robo-Taxi seien in der Lage, dort auftretende „hochkomplexe urbane Verkehrssituationen“ eigenständig zu bewältigen.
Einen „zivilen“ Renault Zoe hat auch schon Taxi Simmen in Radolfzell als Taxi im Einsatz gehabt (taxi heute berichtete). Inzwischen wurde das geleaste Fahrzeug zurückgegeben.
ZF zeigt ein erstes Robo-Taxi
News vom 07.01.2019 von Dietmar Fund
Der Zulieferer möchte nicht nur Sensor- und Fahrzeugtechnik liefern, sondern auch Software für das Ride-Hailing, also das gemeinsame Taxifahren.
Auf der Elektronikmesse CES in Las Vegas präsentiert der Technologiekonzern ZF seine Techniken für das autonome Fahren und den Einsatz von Robo-Taxis. Der Konzern will Lösungen für die Entwicklung von „Roboterfahrzeugen“ und die damit verbundenen Dienstleistungen liefern und sich so als Partner auch für neue Unternehmen anbieten, die auf den Mobilitätsmarkt drängten.
Für ZF bedeutet das, außer den für das autonome Fahren nötigen Sensoren und der Steuerungs- sowie der Antriebstechnik auch die Steuerungssoftware für den Einsatz beim Ride-Hailing anzubieten. Wie das aussehen könnte, ist an einem Konzeptfahrzeug zu sehen, das offenbar auf einer V-Klasse von Mercedes-Benz basiert, aber kein Lenkrad und keine Pedale mehr hat. Das Demofahrzeug wird über ein mobiles Endgerät bestellt.
ZF zeigt in einer gewöhnlichen Karosserie ein „Trendsetting-Cockpit“, das zusammen mit dem Innenraumspezialisten Faurecia entwickelt worden ist. Bei ihm nehmen drei Bildschirme die ganze Breite der Armaturentafel ein. Sie können sowohl von der bisherigen Fahrer- als auch der Beifahrerseite her genutzt werden.
Während der Begriff „Robo-Taxi“ beispielsweise bei Volkswagen verpönt ist, redet ZF wie die Wolfsburger von „Mobility as a service“.
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