Wildunfälle: Im Herbst ist die Gefahr besonders hoch

In der dunklen Jahreszeit fällt die Dämmerung morgens und abends in die Zeiten des Berufsverkehrs. Zudem sind die Sichtbedingungen, etwa durch Nebel, oft schlechter ­– dadurch wächst das Unfallrisiko enorm.

Erhöhte Wachsamkeit – besonders auf Landstraßen – empfiehlt der GTÜ allen Kraftfahrern im Herbst. Droht die Kollision mit einem Wildtier, auf keinen Fall ausweichen – der Aufprall gegen einen Baum hat für Insassen und Fahrzeug meist schlimmere Folgen als der Zusammenstoß mit einem Tier. (Foto: GTÜ)
Erhöhte Wachsamkeit – besonders auf Landstraßen – empfiehlt der GTÜ allen Kraftfahrern im Herbst. Droht die Kollision mit einem Wildtier, auf keinen Fall ausweichen – der Aufprall gegen einen Baum hat für Insassen und Fahrzeug meist schlimmere Folgen als der Zusammenstoß mit einem Tier. (Foto: GTÜ)
Redaktion (allg.)
(erschienen bei busplaner von Martina Weyh)

Im Herbst ist die Gefahr von Wildunfällen besonders hoch. In der Dämmerung, die in der dunklen Jahreszeit morgens und abends in die Zeiten des Berufsverkehrs fällt, überqueren Wildtiere, zu denen neben Reh-, Damm- und Rotwild auch Luchs, Fuchs, Dachs, Wildkaninchen, Wildschwein, Marder und Feldhase gehören, auf der Suche nach Futterplätzen und schützendem Wald vor allem Landstraßen – 85 % aller Unfälle dieser Kategorie ereignen nach GTÜ-Angaben dort. Im Mai sind es vorwiegend Zusammenstöße mit Wildschweinrotten, zwischen Oktober und Dezember vermehrt mit Hirschen während der Brunftzeit. Auch schlechtere Sichtbedingungen, etwa Nebel, sorgen für ein drastisch ansteigendes Unfallrisiko.

Erhöhte Wachsamkeit legt die GTÜ Gesellschaft für Technische Überwachung GmbH deshalb allen Mobilisten besonders ans Herz – vor allem in Gebieten mit Wäldern und dicht bewachsenen Feldern gelte es in erster Linie umsichtig zu fahren, das Tempo zu reduzieren und stets bremsbereit sein.

Laut Statistischem Bundesamt wurden 2021 bei Wildunfällen rund 2.700 Menschen verletzt. Die Zahl dieser Unfälle insgesamt liegt Jahr für Jahr zwischen 250.000 und 300.000. Das sind durchschnittlich zwischen 700 und 800 Unfällen pro Tag mit Wildtieren. Nicht ohne Grund mahnt das markante Verkehrsschild mit einem stilisierten Rotwildtier zu besonderer Vorsicht.

Um Kraftfahrer für die Gefahr zu wappnen, hat der GTÜ wichtige Tipps zusammengestellt:

  • Ist ein Tier am Straßenrand auszumachen, Fernlicht abschalten, hupen und anhalten – aber nicht mit einer Vollbremsung, um Folgefahrzeuge nicht zu gefährden. Achtung: Viele Tiere sind häufig in einer Gruppe unterwegs, deshalb vor einer Weiterfahrt auf Nachzügler achten.
  • Droht die Kollision mit einem Tier, sollte man nicht ausweichen, sondern beim starken Bremsen das Lenkrad vor einem Aufprall fest umgreifen. Vor allem Assistenzsysteme wie ABS machen das Ausweichen zwar prinzipiell möglich, doch ein eventuell resultierender Unfall mit anderen Verkehrsteilnehmern oder der Aufprall gegen einen Baum hat für Insassen und Fahrzeug meist schlimmere Folgen als der Zusammenstoß mit einem Tier.

Ist es trotz aller Vorsichtsmaßnahmen zu einem Unfall gekommen, gilt folgender Ablauf:

  • Als erstes Warnblinkanlage anschalten, Warnweste anlegen und die Unfallstelle absichern.
  • Sind Personen verletzt, den Rettungsdienst unter „112“ alarmieren und ganz wichtig, in jedem Fall die Polizei unter „110“ informieren, die den Unfall beim zuständigen Jäger, Jagdpächter oder Förster meldet. Diese Experten kümmern sich auch nachts um das verletzte oder getötete Tier oder suchen verwundete Tiere mit Unterstützung ausgebildeter Jagdhunde im umliegenden Wald.
  • Keinesfalls sollten sich Kraftfahrer selbst um verletzte Tiere kümmern – zum einen können die sich sehr aggressiv verhalten, zum anderen besteht bei Berührungen Infektionsgefahr.
  • Wer ein totes Tier mitnimmt, macht sich der Wilderei strafbar.
  • Entstandene Schäden sollten für die Versicherung fotografiert werden.
  • Wichtig ist auch eine Wildunfallbescheinigung, die Jäger oder Förster meist vor Ort ausstellen können.
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