Toyota Prius PHEV im Praxistest: Effizient, dynamisch, aber mit Platzproblemen
Toyota hat den Prius in seiner fünften Generation grundlegend neu ausgerichtet. Der in Europa ausschließlich als Plug-in-Hybrid angebotene Pkw verbindet eine Systemleistung von 223 PS mit einer Batterie von 13,6 Kilowattstunden. Im Praxistest von press-inform erreichte der Prius elektrische Reichweiten zwischen 70 und 85 Kilometern. Gleichzeitig bringt die flache Karosserie Einschränkungen beim Raumangebot und bei der Sicht nach hinten mit sich.
Mit 4.599 Millimetern Länge, 1.782 Millimetern Breite und 1.420 Millimetern Höhe fällt die Karosserie niedrig aus. Die stark abfallende Dachlinie und die in der C-Säule untergebrachten hinteren Türgriffe verstärken den coupéartigen Charakter.
Eingeschränktes Platzangebot im Fond
Auf den vorderen Plätzen bietet der Prius laut Praxistest gut konturierte und für längere Strecken geeignete Sitze. Der verlängerte Radstand ermöglicht im Fond eine solide Beinfreiheit. Bei der Kopffreiheit fordert die flache Dachlinie jedoch ihren Tribut. Für Personen ab etwa 1,80 Meter Körpergröße wird es nach oben eng.
Auch die Sicht nach hinten ist aufgrund der flachen Scheiben eingeschränkt. Beim Gepäckraum enthält der Ausgangstext widersprüchliche Angaben: Im Fahrbericht werden 284 Liter Grundvolumen und maximal 1.204 Liter genannt, während das beigefügte Datenblatt ein Ladevolumen zwischen 500 und 1.630 Litern ausweist.
Ungewöhnliche Anordnung der Instrumente
Beim Cockpit orientiert sich Toyota am Konzept des elektrischen bZ4X. Das vergleichsweise kleine Lenkrad sitzt tief, während das digitale Fahrerdisplay weit oben in Richtung Windschutzscheibe angeordnet ist. Abhängig von Körpergröße und Sitzposition kann der obere Lenkradkranz laut Praxistest Teile der Instrumentenanzeige verdecken.
In der Mittelkonsole befindet sich ein 12,3 Zoll großer Touchscreen. Für die Lautstärke sowie die Klimatisierung behält Toyota physische Bedienelemente bei. Bei den Materialien wechseln sich weichere Oberflächen im Sichtbereich mit Hartplastik in tieferen Bereichen des Innenraums ab.
223 PS Systemleistung
Der Plug-in-Hybrid kombiniert einen Zweiliter-Vierzylinder-Benziner mit einem 163 PS starken Elektromotor an der Vorderachse. Bei der Leistung des Verbrennungsmotors widersprechen sich die Angaben im Ausgangstext. Während der Fahrbericht 151 PS nennt, weist das Datenblatt 154 PS beziehungsweise 113 Kilowatt aus. Die Systemleistung wird übereinstimmend mit 223 PS beziehungsweise 164 Kilowatt angegeben.
Aus dem Stand beschleunigt der Prius nach den vorliegenden Angaben in 6,8 Sekunden auf 100 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 177 km/h. Rein elektrisch sind bis zu 130 km/h möglich.
Das stufenlose Automatikgetriebe tritt bei Beschleunigungsvorgängen akustisch weniger deutlich in Erscheinung als bei früheren Generationen. Nach den Erfahrungen des Praxistests übernimmt der Elektromotor bei Zwischenspurts einen größeren Anteil der Antriebsarbeit. Unter hoher Last wird der Vierzylinder dagegen weiterhin deutlich hörbar.
Straffes Fahrwerk und niedriger Schwerpunkt
Die Plattform und die tief angeordnete Batterie ermöglichen einen niedrigen Schwerpunkt. Im Test zeigte sich der Prius handlich und agil, das Fahrwerk ist eher straff abgestimmt. Längere Fahrbahnunebenheiten werden dennoch weitgehend ausgefiltert.
Bei der Lenkung bemängelt der Praxistest eine synthetische Rückmeldung. Beim Bremspedal fehlt bei stärkeren Verzögerungen ein ausgeprägterer Druckpunkt.
Bis zu 85 Kilometer elektrische Praxisreichweite
Die Fahrbatterie besitzt eine Kapazität von 13,6 Kilowattstunden. Im Praxiseinsatz waren nach Angaben von press-inform elektrische Reichweiten zwischen 70 und 85 Kilometern möglich. Im reinen Stadtverkehr seien unter günstigen Bedingungen auch mehr als 100 Kilometer erreichbar.
Mit entladener Fahrbatterie arbeitete der Prius im Test als Vollhybrid weiter. Dabei wurde ein Benzinverbrauch von 4,5 Litern je 100 Kilometer ermittelt. Das Datenblatt nennt für den europäischen Drittelmix einen Verbrauch von 1,6 Litern Benzin und 9,5 Kilowattstunden Strom je 100 Kilometer.
Ladeleistung auf 3,3 Kilowatt begrenzt
Eine Einschränkung zeigt sich beim Laden. Der Prius verfügt über einen einphasigen Wechselstromlader mit maximal 3,3 Kilowatt Ladeleistung. Eine vollständige Ladung an einer entsprechenden Ladestation dauert laut Ausgangstext etwa vier Stunden.
Für Betreiber oder private Nutzer, die gezielt überschüssigen Strom einer Photovoltaikanlage einsetzen möchten, begrenzt die einphasige Ladetechnik die Möglichkeiten zur flexiblen Nutzung höherer Ladeleistungen.
Widersprüchliche Angaben zum Grundpreis
Auch beim Preis enthält das Ausgangsmaterial unterschiedliche Werte. Im Fahrbericht wird ein Einstiegspreis von 45.290 Euro genannt, während das Datenblatt einen Grundpreis von 45.990 Euro ausweist. Die Ausstattung Advanced kostet laut Bericht mehr als 53.000 Euro.
Für diese Variante ist ein Solardach verfügbar. Unter optimalen Bedingungen könne es nach den Angaben im Ausgangstext innerhalb einer Woche Energie für bis zu 70 Kilometer Fahrstrecke erzeugen und in die Fahrbatterie einspeisen.
Für den Prius wird zudem eine optionale Garantie genannt, die bis zu 15 Jahre oder 250.000 Kilometer reichen kann. Die Wartungsintervalle liegen bei 15.000 Kilometern oder einmal jährlich.
Mit der fünften Generation verbindet Toyota das bisherige Hybridkonzept des Prius mit deutlich stärkerem Fokus auf Gestaltung und Fahrdynamik. Die elektrische Praxisreichweite und der niedrige Verbrauch bei entladener Batterie stehen Einschränkungen beim Raumangebot, der Rundumsicht und der Ladeleistung gegenüber. (Quelle: Fabian Mechtel; press-inform)
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