Tesla setzt in Zukunft auf Roboter und Robotaxis – Produktion von Model S und X endet
Der US-Konzern meldet für das dritte Quartal einen operativen Gewinn von 1,4 Milliarden US-Dollar und liegt damit leicht über den Erwartungen der Analysten. Beim Umsatz erfüllt Tesla mit knapp 25 Milliarden Dollar die Prognosen. An der Börse reagiert die Aktie zunächst freundlich, legt zeitweise um fünf Prozent zu und pendelt sich schließlich rund drei Prozent höher bei 444 Dollar ein.
Abschied von S und X
Elon Musk kündigte in einer Telefonkonferenz mit Analysten an, die Produktion der Modelle S und X einzustellen. Bereits im kommenden Quartal sollen die Bänder stillstehen. Die Entscheidung begründet Musk mit dem Wunsch, Produktionskapazitäten für neue Geschäftsfelder freizumachen. Bestehende Kunden, so versichert der Tesla-Chef, erhalten über die gesamte Lebensdauer ihrer Fahrzeuge weiterhin technischen Support.
Das Model S, 2012 eingeführt, war Teslas erstes vollständig selbst entwickeltes Auto. Es machte die Marke bekannt als Hersteller leistungsstarker Elektrofahrzeuge mit alltagstauglicher Reichweite und eigenständigem Design. Drei Jahre später folgte das Model X mit seinen auffälligen Flügeltüren. Beide Modelle wurden mehrfach überarbeitet, spielten zuletzt aber nur noch eine Nebenrolle. Im vergangenen Jahr entfielen fast 97 Prozent der Auslieferungen auf Model 3 und Model Y.
Platz für Roboter und Robotaxis
Die frei werdenden Produktionslinien sollen künftig für Teslas humanoiden Roboter Optimus genutzt werden. Musk stellte in Aussicht, die Maschinen noch vor Jahresende auf den Markt zu bringen. Parallel will Tesla in diesem Jahr mit der Fertigung eines selbstfahrenden Robotaxis beginnen. Das „Cybercab“ kommt ohne Lenkrad und Pedale aus. Musk rechnet damit, dass diese Fahrzeuge langfristig in deutlich größeren Stückzahlen gebaut werden als alle bisherigen Modelle. Auch der Cybertruck soll nach seinen Worten perspektivisch autonom unterwegs sein.
Um diese Vision zu untermauern, investiert Tesla rund zwei Milliarden Dollar in das KI-Startup xAI, ebenfalls von Musk gegründet. Der Autobauer rückt damit weiter in Richtung Technologie- und Robotikunternehmen. An der Börse verfängt diese Erzählung bislang: Seit Jahresbeginn hat die Aktie knapp zehn Prozent gewonnen und notiert nur wenig unter ihrem Rekordniveau. Skepsis bleibt dennoch, nicht zuletzt wegen Musks ambitionierter Versprechen und Präsentationen, die zuletzt eher an eine Bühnenshow erinnerten.
Druck im Kerngeschäft
Die wirtschaftliche Realität ist weniger glänzend. Der Jahresumsatz sank um drei Prozent auf 94,83 Milliarden Dollar. Im Autogeschäft allein betrug das Minus zehn Prozent. Der Nettogewinn brach um gut ein Viertel auf knapp 5,8 Milliarden Dollar ein. Tesla spürt die nachlassende Nachfrage, verschärfte Konkurrenz und das Auslaufen staatlicher Förderprogramme für Elektroautos in den USA.
Hinzu kommen Imageprobleme. Musks politisches Engagement für die Regierung von US-Präsident Donald Trump zu Beginn des Jahres 2025 hat Kunden verärgert. Besonders in Europa hat der Ruf der Marke gelitten. Für Tesla bedeutet der Abschied von Model S und X mehr als das Ende zweier Baureihen. Der Konzern setzt darauf, dass Roboter, autonome Fahrzeuge und künstliche Intelligenz das nächste Kapitel schreiben.
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