EnBW zum Tankrabatt: Stromer fahren schon heute bis 60 Prozent günstiger

Die Förderung und niedrigere Energiekosten würden das Interesse am E-Auto erhöhen. Auch ohne Senkung der Energiepreis liegen Stromer gegenüber Verbrennern im Vorteil. 

Bis zu 60 Prozent günstiger unterwegs: Der HPC-Betreiber EnBW wirbt für die Kostenvorteile der E-Mobilität, auch wenn der Tankrabatt temporär etwas Abhilfe verschaffen sollte. | Foto: EnBW
Bis zu 60 Prozent günstiger unterwegs: Der HPC-Betreiber EnBW wirbt für die Kostenvorteile der E-Mobilität, auch wenn der Tankrabatt temporär etwas Abhilfe verschaffen sollte. | Foto: EnBW
(erschienen bei VISION mobility von Johannes Reichel)

Der Karlsruher Energieversorger und Marktführer bei HPC-Ladeinfrastruktur EnBW hat den neuerlichen Tankrabatt der Bundesregierung scharf kritisiert. Die Entlastung von bis zu 17 Cent pro Liter werde voraussichtlich die Kosten an der Zapfsäule vorübergehend senken, wie bei den ähnlichen Maßnahmen im Mai und Juni. Wie schon damals handle es sich auch diesmal um eine zeitlich begrenzte Maßnahme.

„Wer über einen Fahrzeugwechsel nachdenkt, für den ist jetzt ein guter Zeitpunkt, den Umstieg auf ein E-Auto zu prüfen“, erklärt Martin Roemheld, Chef der EnBW mobility+. „Die aktuelle E-Auto-Förderung und die Verfügbarkeit zunehmend preislich attraktiver Fahrzeugmodelle können die Anschaffungshürde senken. Hinzu kommen niedrigere Energiekosten im laufenden Betrieb, wie aktuelle Berechnungen zeigen.“

Diese Entwicklung spiegelt sich bereits im Markt wider. 2025 war knapp jeder fünfte neu zugelassene Pkw in Deutschland batterieelektrisch. Die Zahl der Neuzulassungen stieg gegenüber 2024 um rund 43 Prozent. Im August 2026 war bereits fast jeder dritte Neuwagen ein reines E-Auto. Der Anteil batterieelektrischer Pkw lag bei 32,4 Prozent. Angesichts der volatilen Kraftstoffpreise sei diese Entwicklung nachvollziehbar, so der Energiedienstleister.

Beispielrechnung Benziner: 60 Prozent teurer

Bei einem zeitweise beobachteten E10-Spitzenpreis von 2,89 Euro pro Liter entstehen in einer Beispielrechnung für einen Benziner mit einem Verbrauch von 7,7 Litern je 100 Kilometern und 15.000 km Jahresfahrleistung Energiekosten von rund 3.338 Euro. Ein E-Auto mit einem Verbrauch von 20 Kilowattstunden je 100 km kommt im regulären EnBW-Ladetarif L inklusive Grundgebühr (39 Cent/kWh zzgl. 11,99 Euro monatlich) auf rund 1.314 Euro. In diesem Beispiel sind das rund 60 Prozent weniger Energiekosten für die Mobilität.

Der Ladetarif L von EnBW etwa richte sich an Menschen, die häufig öffentlich laden. Mit den Tarifen S und M seien das passende Angebote für Menschen, die nicht regelmäßig öffentlich Laden. Damit wird öffentliches Schnellladen auch für Menschen ohne eigene Wallbox interessant: Der Kilowattstundenpreis im Ladetarif L nähert sich dem durchschnittlichen Haushaltsstrompreis an, wirbt man. Dieser liegt laut einer BDEW-Strompreisanalyse bislang bei durchschnittlich 37 Cent je Kilowattstunde. Die Rechnung zeigt zugleich, dass ein E-Auto selbst bei ausschließlich öffentlichem Laden deutlich geringere Energiekosten verursachen kann als ein vergleichbarer Benziner.

Noch niedriger liegen die Energiekosten für Kund*innen, die neben dem Ladetarif auch einen Strom-, Gas- oder Wärmestromvertrag etwa bei der EnBW haben. Im Vorteilstarif für Bestandskund*innen liegt der Preis im Ladetarif L bei 35 Cent je kWh. Im selben Rechenbeispiel ergeben sich daraus jährliche Energiekosten von rund 1.194 Euro. Damit kostet der Strom zum Fahren nur gut ein Drittel dessen, was beim vergleichbaren Benziner für Kraftstoff anfällt.

Die Karlsruher werben damit, ihre Ladetarife über längere Zeit stabil gehalten und Preissenkungen sowie befristete Rabattaktionen genutzt zu haben, um Kostenvorteile an ihre Kundinnen weiterzugeben – etwa im Dezember 2025 oder zuletzt im Rahmen der Sommeraktion.

„Wann immer es Spielräume gibt, geben wir diese an unsere Kundinnen weiter“, erklärt Martin Roemheld.

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