Bereicherungs-Vorwürfe gegen Berliner Flughafen

In einer selten dagewesenen Einigkeit haben die Taxiverbände von Berlin sowie dem landkreis Dahme-Spreewald gegen die externe Vergabe der Taxiorganisation am neuen Flughafen „BER“ protestiert. Die Forderung ist unmissverständlich: Keine Gebühren für Taxis an Flughäfen, Bahnhöfen und Messen.
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Die gestrige Ankündigung der Berliner Flughafengesellschaft „FBS“, bei der Organisation des Taxiverkehrs am neuen Flughafen „BER“ künftig mit dem Parkraumbewirtschafter „APCOA“ zusammenzuarbeiten, hat unter den Berliner Verbänden für helle Empörung gesorgt. In einer gemeinsamen Presseerklärung beschuldigten die sechs Berliner Taxiverbände die Berliner Flughafengesellschaft, über die Kunden des Taxigewerbes Geld verdienen zu wollen.

 

Stein des Anstoßes ist eine geplante Zusatzgebühr von 1,50 Euro pro Flughafentaxi, die wiederum gegenüber dem Fahrgast als Zuschlag eingefordert werden soll. Diese Gebühr ist nötig, um ein von APCOA geplantes Kontrollsystem zu finanzieren. Das in Stuttgart ansässige Unternehmen hatte sich in einem Ausschreibungsverfahren durchgesetzt.

APCOA sei ein am Gewinn orientiertes Unternehmen, das dem Taxigewerbe in keiner Weise verbunden sei, heißt es in der heute Mittag veröffentlichten Presseerklärung der Berliner Taxiverbände „Innung“, TaxiDeutschland, TVB, BTV, IG Iranischer Taxiunternehmer, BTB und Taxi Union KW. Und weiter: „Die FBS wiederum nutzt diesen Dienstleister, um sich, ohne Verantwortung übernehmen zu müssen, die Taschen vollmachen zu lassen. Anstatt mit dem Gewerbe gemeinsam ein Konzept umzusetzen, gibt man die Aufgabe lieber in eine Ausschreibung, bei der sich am Ende der Bewerber durchsetzt, der dem Flughafen den höchsten Profit garantiert.“

Die Berliner Gewerbevertretungen wollen das so nicht hinnehmen und fordern daher, dass generell keine Gebühren für Taxis an Flughäfen, Bahnhöfen und Messen erhoben werden dürfen. „Die Betreiber selbst müssen für eine taxitaugliche Infrastruktur sorgen. Wenn im Betrieb Kosten für das Taxigewerbe anfallen, müssen die umgelegt werden. Ein Betreiber darf sich aber nicht auf Kosten des Taxigewerbes bereichern, sondern muss uns als unentbehrlichen Partner sehen“.

Sollte diese Forderung weder vom regierenden Berliner Bürgermeister noch von der Flughafengesellschaft erfüllt werden, drohen die Verbände „Taten“ an. Als Frist wurde der 16. April genannt.

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