Im Mittelpunkt des letzte Woche eingereichten Antrags auf Tariferhöhung steht die Vergütung der verkehrsbedingten Wartezeit. Diese wird in Hamburg bisher erst nach Ablauf einer Minute aktiviert. Rotphasen an Ampeln oder Stillstand im Stau werden dem Kunden somit während der ersten sechzig Sekunden nicht berechnet. "Durch das immer höhere Verkehrsaufkommen und die steigenden Spritpreise wollen wir auf diese Regelung verzichten", sagte Claus Hönig, Sprecher der Taxizentrale Hansafunk.
Kritik und Widerstand kommt dagegen von Taxi Hamburg, einem Zusammenschluss der beiden Zentralen 6x6 und Autoruf. „Unter dem Eindruck eines sich verändernden Personenbeförderungsmarktes und damit einhergehender Veränderung der Wettbewerbssituation für das Taxigewerbe können wir einem veränderten Tarifmodell, insbesondere mit der Wiedereinführung der bezahlten, verkehrsbedingten Wartezeit, nicht zustimmen“, heißt es in einer Presseerklärung.
Hamburgs größte und älteste Taxizentrale sieht im aktuellen Tarifantrag, bei dem neben der Wartezeit auch der Kilometerpreis ab dem elften Kilometer von 1,34 Euro auf 1,40 Euro erhöht werden soll, die Interessen des Fahrgastes nicht berücksichtigt: Es sei ein gewaltiger Trugschluss, wenn man weiterhin glaube, dass der Fahrgast auch künftig mit dem Taxi fahren werde, weil ihm ja nichts anderes übrig bleibe, mahnt Günther Möller, Geschäftsführender Gesellschafter von Taxi Hamburg. „Beförderungsdienstleister wie zum Beispiel U- und S-Bahnen mit kurzen Fahrtaktungen, erweiterte Busliniennetze, Ausbau der Car to go-Angebote, preiswerte Bahn-Rent-Modelle oder staatlich subventionierte, über die gesamte Hansestadt verteilte Leihräder-Haltestellen machen dem Taxigewerbe in zunehmendem Maße das Leben schwer.“
Daher nütze es auf lange Sicht niemanden, „wenn die Wunschtraumvorstellungen nur von Teilen des Taxigewerbes bezüglich Tarifgestaltung durchgesetzt werden, die Fahrgäste sich aber immer mehr anderen Beförderungsangeboten zuwenden“.
Die für die Bearbeitung des Antrags zuständige Wirtschaftsbehörde hat angekündigt, dass bis zu einer Entscheidungsfindung noch etwa drei Monate vergehen werden.
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