IG Taxi Miltenberg bekam Starthilfe

Der Landesverband Bayerischer Taxi- und Mietwagenunternehmen und die IG Taxi Ortenau unterstützten den Taxi- und Mietwagenunternehmer Uli Lo Re bei einer Versammlung, die zur Gründung einer IG Taxi Miltenberg führten sollte.

Gastgeber Uli Lo Re (M.) bezog seine Starthilfe bei Christian Linz (am Rednerpult) und bei Markus Schmid (l.). (Foto: Dietmar Fund)
Gastgeber Uli Lo Re (M.) bezog seine Starthilfe bei Christian Linz (am Rednerpult) und bei Markus Schmid (l.). (Foto: Dietmar Fund)
Dietmar Fund

Dem Taxi- und Mietwagenunternehmer Uli Lo Re aus Kleinwallstadt bei Aschaffenburg schwebt vor, nach dem Muster anderer Interessengemeinschaften wie in der Ortenau, in Passau und in Bielefeld eine IG Taxi Miltenberg zu gründen, um die gemeinsamen Interessen von Taxi- und Mietwagenunternehmen gegenüber Behörden und Krankenkassen besser zu vertreten. Nach einer Online-Gründungsversammlung und einem nachfolgenden Präsenztreffen hatte sich die Zahl der Teilnehmer verringert (taxi heute 1-2/2022 berichtete). Deshalb folgte er dem Ratschlag von Markus Schmid, Vorsitzender der IG Taxi Ortenau, außer Betrieben im Landkreis Miltenberg auch Unternehmen aus einem größeren Umkreis anzusprechen.

Daher lud der Unternehmer für Samstag, den 5. März 2022 insgesamt 70 Taxibetriebe aus 30 Kilometern Umkreis in das Pfarrheim St. Michael nach Hausen ein, unter ihnen auch Betriebe aus den angrenzenden Bundesländern Hessen und Baden-Württemberg. Nachdem seine Schwester Michaela Klein alle noch einmal abtelefoniert hatte, hoffte Uli Lo Re auf 40 Besucher. Am Samstagnachmittag um 17 Uhr kamen aber nur 14 Teilnehmer und Teilnehmerinnen. Zu ihnen zählten mit der Unternehmerin Karin Olm aus Bad Rodach und Andreas Lauthner als Vertreter von Taxi 4000 in Hersbruck auch zwei Betriebe aus weiter entfernten Regionen Bayerns. Die Zuhörer saßen mit großem Abstand zu ihrem Gastgeber und den beiden Referenten, die er eingeladen hatte. Sie zeigten damit eine gewisse Distanz untereinander, wobei die natürlich zum Teil auch eine Vorsichtsmaßnahme gegen das Corona-Virus gewesen sein könnte. Eine Teilnehmerin machte allerdings sogar wieder kehrt, nachdem sie ihren ehemaligen Geschäftspartner entdeckt hatte.

Nach den kurzen Begrüßungsworten des Gastgebers, der die Losung „Gemeinsam sind wir stark“ ausgab, trat Christian Linz ans Rednerpult. Der stellvertretende Vorsitzende des Landesverbandes Bayerischer Taxi- und Mietwagenunternehmen e.V. und Vorstand der Taxi-Zentrale Nürnberg eG sagte, es sei leider in vielen Landkreisen so, dass sich die Unternehmer untereinander nicht grün seien. „Euch hilft aber keiner gegenüber der Politik und den Krankenkassen, das müsst Ihr schon selbst tun. Ihr müsst schauen, wo Euer größter gemeinsamer Nenner ist“, erklärte der Mehrwagenunternehmer. „Macht ein Reset und fangt neu an. Ihr müsst Vertrauen zueinander aufbauen, damit Ihr Eure Zukunft gemeinsam gestalten könnt.“

Markus Schmid, Vorsitzender der seit 2006 bestehenden Interessengemeinschaft Taxi Ortenau e.V., schärfte den Unternehmern aus dem Spessart ein, dass der kleinste gemeinsame Nenner oft größer sei, als man gedacht habe. Sie sollten nicht sortieren zwischen Wettwerbern, mit denen sie gut zusammenarbeiten könnten, und solchen, mit denen sie das nicht für möglich halten. Wichtig seien regelmäßige Treffen mit einer Tagesordnung, bei der man sich besser kennenlernen und untereinander Vertrauen aufbauen könne. Auf jeden Fall solle man immer auch diejenigen mit einladen, die noch nicht gekommen seien. „In emotionalen, aufgewühlten Diskussionen, die es geben wird, solltet Ihr immer sachlich bleiben und nie ins Persönliche abgleiten“, lautete einer seiner zentralen Ratschläge.

Als er auf Kassenverhandlungen und auf Anträge zur Erhöhung der Taxi-Tarife zu sprechen kam, regte sich etwas im ansonsten sehr schweigsamen Publikum. Bezeichnend war aber, dass die ersten Nachfragen zu den Vorträgen „von außerhalb“ kamen und nicht aus dem Kreis der Miltenberger. Allerdings bestätigte sich der Hinweis von Markus Schmid auf Gespräche im kleineren Kreis im Anschluss an die Tagesordnung, indem sich nach der Verabschiedung kleinere Grüppchen bildeten und miteinander ins Gespräch kamen. Bis zur formellen Gründung einer Interessengemeinschaft Taxi Miltenberg e.V. scheint es aber noch ein weiter Weg zu sein.

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