Taxi-Vereinigung Frankfurt positioniert sich vor Kommunalwahl gegen Uber und Bolt

Frankfurts Taxivertreter setzen auf Mindestpreise und kritisieren ungleiche Wettbewerbsbedingungen. Parallel geben sie eine politische Orientierung zur Wahl 2026 und verweisen auf das Stimmenpotenzial des Taxigewerbes.

Teilnehmer einer Taxi-Demonstration am 2. Juli in Frankfurt halten Plakate mit Forderungen nach Mindestpreisen für Fahrdienstleister wie Uber und Bolt. | Foto: M. Tüxen
Teilnehmer einer Taxi-Demonstration am 2. Juli in Frankfurt halten Plakate mit Forderungen nach Mindestpreisen für Fahrdienstleister wie Uber und Bolt. | Foto: M. Tüxen

Das Frankfurter Taxigewerbe positioniert sich im Vorfeld der Kommunalwahl 2026 zunehmend politisch. Anlass ist der seit Jahren bestehende Wettbewerb mit digitalen Fahrdienstplattformen sowie die Diskussion um mögliche Mindestpreise für Mietwagenanbieter.

Mindestpreise für Fahrdienstleister in Prüfung

Nach Angaben der Taxi-Vereinigung Frankfurt haben intensive Lobbyaktivitäten und mehrere Taxistreiks dazu beigetragen, dass sich die Stadtverordnetenversammlung mit einer Mindestpreisregelung für Fahrdienstleister wie Uber und Bolt befasst. Ziel ist es, die wirtschaftliche Situation des Taxigewerbes zu stabilisieren.

Der Magistrat der Stadt Frankfurt hat angekündigt, die Einführung von Mindestpreisen gutachterlich prüfen zu lassen. Die Ausschreibung für das Gutachten ist erfolgt. Die Angebote sollen Anfang Januar eingehen, der Zuschlag ist für Mitte Januar vorgesehen. Das Gutachten soll bis Anfang Mai 2026 vorliegen.

Wettbewerb und Rückkehrpflicht

Aus Sicht der Taxi-Vereinigung stehen Taxiunternehmen unter erheblichem Preisdruck, da Fahrdienstleister ihre Leistungen häufig günstiger anbieten. Zudem verweist die Interessenvertretung auf mögliche Verstöße gegen die gesetzliche Rückkehrpflicht von Mietwagen, etwa durch Anbieter aus dem Umland, die ganztägig im Frankfurter Stadtgebiet unterwegs seien.

Politische Einordnung zur Kommunalwahl

Im Hinblick auf die Kommunalwahl am 15. März 2026 hat Taxi Frankfurt die Wahlprogramme der Parteien ausgewertet und politische Empfehlungen für das Taxigewerbe formuliert. Die FDP wird dabei als nicht unterstützenswert eingeordnet. Begründet wird dies mit ihrer Ablehnung von Mindestpreisen und ihrer Haltung zur Abschaffung des Taxitarifs.

Die CDU wird von der Taxi-Vereinigung als neutral bewertet. Bündnis 90/Die Grünen gelten als offen und konstruktiv, zugleich wird auf Belastungen für das Taxigewerbe im Zusammenhang mit der Mobilitätswende hingewiesen. Ein Vertreter der Taxi-Vereinigung kandidiert selbst für die SPD.

Mobilisierung der Wählerschaft

Die Taxi-Vereinigung ruft Taxifahrer dazu auf, sich aktiv mit den Wahlprogrammen auseinanderzusetzen und bei der Stimmabgabe von den Möglichkeiten des Kumulierens und Panaschierens Gebrauch zu machen. Nach eigenen Angaben repräsentieren Taxifahrer und deren Familien in Frankfurt eine relevante Anzahl an potenziellen Stimmen. (Quelle: Frankfurter Neue Presse)

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