Uber ist in Duisburg gestartet

Unbeeindruckt vom Verbots-Urteil des Landgerichts Frankfurt am Main bietet die US-Plattform ihre Dienste seit dem 5. Februar 2020 auch in Duisburg an.

So unverfroren wie einst Schimanski im Citroen CX, bloß etwas leiser und langsamer starten jetzt Unternehmer für Uber vornehmlich mit Toyota Prius+. (Foto: Uber)
So unverfroren wie einst Schimanski im Citroen CX, bloß etwas leiser und langsamer starten jetzt Unternehmer für Uber vornehmlich mit Toyota Prius+. (Foto: Uber)
Dietmar Fund

Seit dem 5. Februar 2020 bietet Uber seine Mietwagen-Vermittlung UberX mit einer nicht genannten Anzahl von Fahrzeugen auch in Duisburg und dessen Umland an. Die laut Pressemitteilung „lizenzierten Mietwagenunternehmer mit professionellen Fahrern“ sollen zu 90 Prozent „umweltfreundliche Hybridfahrzeuge“ einsetzen.

Mit diesem Hinweis umgarnen die Amerikaner ganz offensichtlich Politiker, die sich für ihre Städte Taxis und Mietwagen mit möglichst niedrigem Schadstoffausstoß wünschen. Zudem behaupten sie, ihr Angebot von lokalen Mietwagen- und Taxiunternehmen erleichtere auch 100.000 Berufspendlern den Umstieg vom privaten Pkw auf Bus und Bahn. Auch das werden Politiker gerne lesen.

Über den Dienst UberTaxi sollen sukzessive auch Taxis in der Region Duisburg zum regulären Taxitarif gebucht werden können. Bundesweit nutzten bereits mehr als 1.000 Taxis die App, schreibt Uber Deutschland.

Das Unternehmen erklärt, es habe sein Geschäftsmodell im Dezember 2019 „komplett neu aufgesetzt“, um einem Urteil des Landgerichts Frankfurt am Main zu entsprechen, das „einige Aspekte des Vermittlungsprozesses“ beanstandet habe. Das Gericht hatte am 19. Dezember 2020 erklärt, dass Uber Deutschland über keine Mietwagen-Konzession verfüge und sein Vermittlungssystem daher keine Beförderungsaufträge mehr über seine App vermitteln dürfe. Außerdem hatte das Gericht festgestellt, das Uber gegen die Rückkehrpflicht für Mietwagen verstoße. Uber hatte darauf mit der Einsetzung des Berliner Generalunternehmers Thomas Mohnke und seiner SafeDriver Group reagiert.

Am 31. Januar 2020 tauschten sich übrigens Chauffeurs- und Limousinendienste beim 5. VLD-Forum in München auch über ihre Erfahrungen mit Uber aus. Mehrere Teilnehmer berichteten dort öffentlich, dass sie kurze Zeit mit Uber zusammengearbeitet hätten, um dann festzustellen, dass das unwirtschaftlich gewesen sei. Sie äußerten ihr Bedauern über selbst fahrende Unternehmer, die blauäugig einen Mietwagen leasten, um damit für Uber zu fahren. Sie würden bald merken, dass sie bald noch im Auto leben und schlafen müssten, um genügend Aufträge von Uber zum Bezahlen der Leasingraten zu bekommen, sagte ein Teilnehmer. Über diese Veranstaltung berichtet taxi heute 1-2/2020 detailliert.

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