Total investiert in neue Energieträger und Mobilitätskonzepte

Noch im Frühjahr 2020 sollen erste Ultraschnellladesäulen in Betrieb gehen und es soll weitere Standorte für Wasserstoff sowie CNG und LNG geben.

Künftig nicht mehr nur klassische Tankstellen: Total plant alternative Energieversorgungsformen auch abseits des klassischen Stationsgeschäftes. | Foto: Total
Künftig nicht mehr nur klassische Tankstellen: Total plant alternative Energieversorgungsformen auch abseits des klassischen Stationsgeschäftes. | Foto: Total
Redaktion (allg.)
(erschienen bei VISION mobility von Gregor Soller)

Total baut alternative Energieträger massiv aus und schuf dazu die neue Direktion „Mobilität und Neue Energien“ unter Führung von Jan Petersen, der zuletzt das Handels- und Verbrauchergeschäft verantwortet hat. Bruno Daude-Lagrave, Geschäftsführer von Total Deutschland, erklärt dazu:

„Die Schaffung der neuen Direktion ist ein klares Statement für die Zukunft: Wir bei Total engagieren uns für bessere Energie, die sicherer, erschwinglicher, sauberer und für möglichst viele Menschen zugänglich ist. Die neue Direktion Mobilität & Neue Energien ermöglicht uns, agil auf den sich verändernden Markt zu reagieren und aktiv zur Emissionsreduktion beizutragen.“

Jan Petersen, Direktor Mobilität und Neue Energien bei Total startet auch gleich mit einem konkreten Plan:

„Die erste wichtige Aufgabe in meiner neuen Funktion ist der Aufbau eines leistungsfähigen Netzes von Ultraschnellladesäulen entlang der Autobahnen.“

Dabei kommt Total zu Gute, dass man in den Bereichen Wasserstoff und Erdgas bereits seit vielen Jahren Vorreiter ist. Entsprechend will Petersen auch hier das Geschäft weiterentwickeln, außerdem will er den Infrastrukturausbau für batterieelektrische Mobilität ebenfalls „konsequent vorantreiben.“

Dazu liefert Total auch konkrete Zahlen: Bis Ende 2022 wird die Total Gruppe in Westeuropa an 300 Standorten rund 1.000 Ladepunkte mit Ultraschnellladesäulen mit einer Leistungsfähigkeit von je bis zu 175 kW installieren. Auf Deutschland entfallen laut aktueller Planung knapp 70 Standorte mit rund 200 Ladepunkten. Dazu erläutert Petersen:

„Wir sehen den Bedarf nach ultraschnellem Laden derzeit vor allem entlang von Autobahnen. Für ein möglichst dichtes Netz werden wir alle 150 Kilometer HPC-Säulen (High Power Charging) aufstellen.“

Die ersten HPC-Stationen in Deutschland werden von Total aktuell an den Autohöfen Barsinghausen, Weißenfels, Osterfeld und Alsfeld sowie in Kirchheim Teck errichtet und bis zum Frühjahr 2020 in Dienst genommen. Schon im Jahr 2002 eröffnete das Unternehmen seine erste Wasserstofftankstelle, in diesem Jahr wird das Netz auf über 25 Wasserstofftankstellen an Standorten von Total wachsen. Als Mitglied des Joint Venture H2 Mobility ist Total auch Teil der H2-Initiative, die noch 2020 bundesweit die Marke von 100 Stationen erreichen wird.

An rund 90 Total-Tankstellen können Kunden auch Erdgas (CNG) tanken, in den kommenden Monaten werden auch erste Stationen, darunter die Autohöfe Hirschberg/A5, Geiselwind, Schopsdorf, Osterfeld, Großweitzschen und Alsfeld, verflüssigtes Erdgas (LNG) für den Schwerlastverkehr anbieten.

Außerdem bietet Total bereits an mehreren Standorten meist mit Kooperationspartnern Ladesäulen für Elektrofahrzeuge an. Ein nächster Schritt wird hier sein, Ladesäulenkonzepte als Dienstleistung an neuen Standorten, zum Beispiel in Bürogebäuden oder im öffentlichen Raum, anzubieten.

Damit einher geht die Weiterentwicklung der Digitalisierung von Angeboten und Anwendungsbereichen: Bereits heute ist Total mit zahlreichen Services erfolgreich im Tankkartengeschäft, etwa mit Einführung des bargeldlosen Bezahlens via E-Wallet, das auch im Carsharing genutzt wird. Weitere Mobilitätsdienstleistungen werden konsequent ausgebaut, wie Petersen plant:

 „Wenn unsere Kunden zunehmend auf alternative Energien setzen, können wir ihnen mit der TOTAL Card passende und attraktive Dienstleistungen zur Verfügung stellen, die alle Energieformen umfassen.“

Und auch bei Total verabschiedet man sich wie bei Shell oder Aral vom reinen Sprit- respektive Gasgeschäft, wie Geschäftsführer Daude-Lagrave erläutert:  

„Unser Ziel bei TOTAL ist vor allem eines: die Energie für die Mobilität der Zukunft bereitstellen. Das kann nur ein Mix verschiedener Technologien sein. Für welche Form der Mobilität sich unsere Kunden und B2B-Partner auch entscheiden – wir liefern ihnen zuverlässig die richtige Energie.“

Was bedeutet das?

Total stärkt sein Engagement in Sachen alternativen Antrieben und geht im Bereich der E-Ladesäulen durchaus auch weg von der klassischen Tankstation – eine kluge Entscheidung, da E-Mobilität durchaus ganz andere Zugänge vertragen kann als das klassische Tankstellengeschäft. Das mit Tankkarte und Co. übrigens wiederum die Basis für die Digitalisierung der Services darstellt.  

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