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Aufgabenträger finden keine Taxiunternehmer

Mehrere Referenten beklagten bei einem Seminar über bedarfsgerechte Sammelverkehre, dass sie auf dem Land zu wenige Taxiunternehmer als Kooperationspartner fänden.

Amtsleiterin Heike Kopp findet in Rottweil nur schwer Taxiunternehmer, die für den RufBus Rottweil fahren möchten. (Foto: Dietmar Fund)
Amtsleiterin Heike Kopp findet in Rottweil nur schwer Taxiunternehmer, die für den RufBus Rottweil fahren möchten. (Foto: Dietmar Fund)
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Dietmar Fund

„Taxiunternehmer muss man regelrecht dazu drängen, Anruf-Sammel-Taxis zu übernehmen. Sie müssen eigentlich nur fahren, aber wir sind inzwischen über jeden froh, der für uns fährt“: Das sagte Heike Kopp, Leiterin des Nahverkehrsamtes beim Landratsamt Rottweil, beim Seminar „Bedarfsverkehre oder Mobilität On-Demand“ zu taxi heute. Es fand am 18./19. Oktober 2018 in Hannover statt und wurde von Eckardt Software Management (ESM) veranstaltet.

Kopp referierte dort über die Entwicklung beim Anrufbus Rottweil, den seit langem das Schramberger Taxiunternehmen Taxi-Ehret abwickelt. Es bekommt für jedes der drei Lose des landkreisweiten Systems eine Bereitstellungspauschale und darf normale Taxis einsetzen, die auch für normale Taxiverkehre genutzt werden und nur mit einem Schild gekennzeichnet sind.

Eine ganz ähnliche Klage führte Karsten Leist von der Vestischen Straßenbahn in seinem Vortrag. Er hat sieben Taxi- und einen Busunternehmer als Partner für 55 TaxiBus-Linien und Anruf-Sammel-Taxis und berichtete von großen Rekrutierungsschwierigkeiten, die für sein Unternehmen ein Riesenproblem darstellten. Viele kleine Unternehmen hätten kein Interesse an solchen Verkehren und Taxizentralen existierten in seiner Region nicht. Mit ihren Taxiunternehmen hätten sie ganz unterschiedliche Verträge und sie zahlten teilweise relativ hohe Pauschalen, die zum Teil deutlich über dem Taxitarif lägen. Neben den Kilometer-Entgelten bezahle die Vestische Anfahrt- und Bereitstellungspauschalen. Wegen der längeren Anfahrt einiger Taxiunternehmen gebe es auch Linien, auf denen die Voranmeldefrist von 30 auf 45 Minuten verlängert worden sei.

Leist vermutet, dass der Verkauf eine breiten Palette von Fahrkarten im Taxi viele Unternehmer abschreckt. Daher möchte er neue Anbieter gewinnen, indem der Ticketverkauf und der Barverkehr wegfallen sollen.

Michael Müller, Präsident des Deutschen Taxi- und Mietwagenverbandes (BZP), erklärte in seinem Beitrag, das Taxi-Gewerbe sehe sich als Partner des „großen ÖPNV“ und gehöre als erstes mit an den Tisch, wenn es um Bedarfspläne gehe. Die Taxiunternehmer wollten „auf Augenhöhe“ mit ihren Auftraggebern reden.

Müller schlug vor, für Schülerverkehre statt großer Busse lieber die kleineren Fahrzeuge der Taxi- und Mietwagenunternehmer einzusetzen, die dann zwischenzeitlich zur Verdichtung des öffentlichen Verkehrs genutzt werden könnten. Die Schüler hätten dann auch viel kürzere Schulwege. „Wir sind nicht immer die Schnellsten, aber dafür verlässlich“, erklärte der BZP-Präsident. Damit platzierte er einer der Kernbotschaften der seit zwei Jahren laufenden Imagekampagne des Verbandes.

Einen ausführlichen Bericht über Praxiserfahrungen mit einer Vielfalt von Sammelverkehren bringt taxi heute in der Ausgabe 12/2018.

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